Forum: Kultur
Islamdebatte bei "Hart aber fair": Träumen von der Toblerone-Republik

Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.

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microsoftie 03.12.2009, 13:25
120. Zum Thema

Zitat von Andreas Heil
Die Debatte wird erstaunlich schief und unsachlich geführt und damit zeigt gerade die säkulare westliche poppersche Demokratie nicht zum ersten Mal, dass sie eine ausgesprochene Schönwetterveranstaltung ist.
Werter Herr Heil, heise ist eine gute seite in sachen IT, aber man sollte nicht jedem telepolis-artikel glauben schenken.
Lesen einmal was Frau Onken dazu meint, nicht, dass auch das bindend sein muss.

erst die bevormundung durch die medialen gutmenschen ueber das, was gut oder schlecht sein muss, hat letztendlich zu einer diskussion gegen verdummung gefuehrt.

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spalthammer 03.12.2009, 13:26
121. Antwort

Zitat von Le_Urmel
Da wird wohl vergessen, dass die Frauen erst 1971 das Wahlrecht bekamen. Wenn man Demokratie so definiert, dass nur bestimmte Gruppen wählen dürfen und ihre Stimme abgeben, dann war das Heilige Römische Reich auch eine Demokratie. Da durften die Fürsten den Kaiser wählen.
Den König. Der König wurde vom Papst dann zum Kaiser gekrönt (wenn ihm der italienische Pöbel mal wieder im Nacken saß). Und wenn Sie solche Maßstäbe anlegen, dann sind auch die USA nicht die älteste Demokratie der Welt, dann sind die französischen und englischen Demokratien auch nicht besonders alt.

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keepandcarry 03.12.2009, 13:26
122. endlich spricht es einer aus

endlich mal ein Artikel, der auch die andere Seite zeigt. Endlich ein Artikel der es wagt sich dem vermeintlich "politisch korrekten" mainstream zu widersetzen.
Entspricht vollkommen meiner meinung, vielen dank

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semper fi 03.12.2009, 13:27
123. -

Zitat von sysop
Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde. [/url]
Broder (obwohl ich ihn nicht ausstehen kann) wäre mir tausend Mal lieber gewesen, als der Berufstalker Friedmann.

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ulysses2 03.12.2009, 13:28
124. ja, ja, die rümliche europäische Mentalität …

Zitat von nurEinGast
Vielleicht sollte man sich in der islamischen Welt einfach mal fragen, wieso (orthodoxe, katholische, protestantische) Christen, Juden, Buddhisten, Shintoisten usw. so friedlich und unbehelligt nebeneinander in Europa existieren können.
Ach, ist dies so?
- Protestanten gegen Katholiken in Nordirland
- Orthodoxe gegen Katoliken und Moslems im ehemaligen Jugoslawien
- Orthodoxe gegen Protestanten in der Ukraine
- Katholiken gegen Katholiken im Baskenland / Spanien

Und welche Länder schlachteten sich in zwei Weltkriegen gegenseitig ab, unter anderem im Namen von Gott und Kaiser / Gott und König / Gott und Vaterland?

frage ich Sie!

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aju16 03.12.2009, 13:29
125. Wurzeln des Konflikts

Was ich ganz erstaunlich finde ist, dass der eigentlice Kern des Themas kaum berührt wird. Ich sehe hier zwei sich verknüpfende Ursachen, die zum einen in unserer säkularisierten westlichen Lebenswelt und andererseits in der sich scheinbar immer stärker religiös orientierenden islamischen Welt manifestieren.

Jüngster Anlass das Minarett-Verbot in der Schweiz: Die christlichen Kirchen zeigten sich ja ebenfalls berührt von der Intoleranz der Schweizer..., die christlichen Kirchen klagten auch gegen den Sonntagsverkauf in Berlin...

Ich denke, es geht in beiden Reaktionen darum, dass versucht wird, religiös motivierte Handlungsweisen (wieder)unter der Überscrift "Religionsfreiheit" zur Norm für das Leben in Europa zu erklären und auf der anderen Seite die Menschen drchaus diese zunehmende Einflußnahme spüren und sich dagegen wehren.
Die christlichen Kirchen haben in Europa erheblich an Einfluß verloren, daher kommen ihnen natürlich Forderungen zur "Respektierung" islamischer, d.h. religiöser Symbole und Normen nur Recht, können sie doch hoffen auf dieser Welle und im Windschatten der Imane wieder zu mehr Geltung zu kommen, sei es als Gegenreaktion oder als Rückbesinnung.

Ob das Minarett als ein Bauwerksteil verboten wird ist im übrigen doch nur dann relevant, wenn es und weil es zu einem Symbol erklärt wird, was aber nichts im Kern mit Religionsfreiheit zu tun hat. Dass mitlerweile diese Symbole als Stellvertreter für noch einen ganz anderen Konflikt herhalten müssen und sollen dürfte klar sein.

Die zweite Ursache ergibt siach daraus, dass der Westen im Herzen der arabischen Welt vor etwa 50 Jahren einen Konflikt angezettelt hat, der sich über die Jahre hin vom lokalen Krieg zum Krieg des Westens gegen Teile der islamischen Welt ausgeweitet hat. Die PLO hat begonnen das Thema zu "Globalisieren", die arabischen Ölstaaten haben das Oel als Waffe gegen den Westen entdeckt und instrumentalisiert und dank der Familie Bush sind nicht-arabische Staaten im Nahen Osten und Afghanistan als militärisch überlegene Mächte in den Krieg gezogen (im übrigen ohne plausible Konzepte für die Ziele und die Zeit danach zu haben).

Und nun wundern wir uns, dass diese kriegerischen Auseinandersetzungen sich auch zu einem religiösen Kampf erweitern. So naiv können wir doch nicht sein. Jetzt müssen wir feststellen, dass in unseren Ländern jede Menge Leute sitzen, die sich in den Dienst genau dieser Auseiandersetzung stellen oder hineingezogen werden. Sie stellen auf der Basis ihrer Werte Forderungen auf, den in den westlichen Ländern nur schlecht nach dem Rechtssystem widersprochen werden kann. Denn unsere diesbezüglichen Rechtsauffassungen gingen ja vom Grundsatz der Religionsfreiheit aus, was auch heisst, das Recht zu haben, von Religion frei zu sein.

Ich fürchte, beide Konflikte werden erhebliche Auswirkungen auf unser Leben haben. Die Beschwichtigungen helfen uns da nicht weiter, da dadurch das Konfliktpotential nicht geringer wird.

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A-Schindler 03.12.2009, 13:31
126. ...

Zitat von Bruddler II
... Toblerone? Ess ich zur Strafe ab sofort keine mehr...
Sollange man sie kauft :)
Fürs Essen findet sich bestimmt schnell jemand.

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wasissn 03.12.2009, 13:31
127. "Angst" vor dem Islam?

Zitat von Sqoobi
Denn scheinbar herrscht seit einigen Jahren eine latente Angst vor dem Islam in Deutschland (siehe Hr. Bosbach) und anderen westlich orientierten Ländern dieser Welt vor. ...
Die Leute haben nicht Angst vor dem Islam, sie lehnen den Islam als Ideologie und Staatsdoktrin ab.

Mit der Unterstellung des Motivs Angst oder gar krankhafter Angst (Islamophobie) wird nur vom Kern des Problems abgelehnt und die Kritiker des Islamismus als Angsthasen diffamiert.

Warum nehmen die Politiker nicht zur Kenntnis, dass ein Großteil der Bevölkerung gerade aus der Erfahrung mit dem Islam zu einer kritischen Haltung gelangt ist und hier bewusst Grenzen setzen will. Wir haben keine Angst vor der Intoleranz des Islams, lehnen sie aber ab. Wir haben keine Angst vor "arrangierten" Ehen, aber wir lehnen sie ab...

"Islamophobie" ist nur ein Kampfbegriff der Islamisten, um Kritiker zu diffamieren.

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Bengurion 03.12.2009, 13:34
128. Die Moschee im Dorfe lassen

Zitat von toskana2
Aufschlussreich und belustigend zugleich fand ich eine Äußerung des Islamvetreters in der Runde, (nein, nicht Frau Höhn ist gemeint!) als er einmal.....
Sehen Sie, wie unterschiedlich mal darauf reagieren kann. Ich habe gelächelt und fand diese mit einem Augenzwinkern gesprochene Formulierung "die Moschee im Dorf lassen" toll und wegweisend. Mindestens ein in Deutschland geborener Muslim, der für sich berechtigterweise in Anspruch nehmen kann, Deutscher (in diesem Fall sicherich auch mit deutschem Pass) UND Muslim zu sein, hat jedes Recht der Welt, die Formulierung "die Moschee in Dorf lassen" zu benutzen.

Ihre Aufregung und Kritik daran kann ich nur als latent ausländer- bzw. islamfeindlich einstufen.

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Knuth Konrad 03.12.2009, 13:34
129. "Allen Religionen gebühre der gleiche Respekt"

Zitat von
Auch Michel Friedman, einst stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, hielt den Ausgang der Schweizer Volksabstimmung für einen "großen Fehler", weil allen Religionen der gleiche Respekt gebühre.
Soso, allen Religionen ... hmm.

Dann warte ich mit Spannung darauf, daß Friedmann in seiner nächsten Sendung die Bespitzelung von Co$ aufs Schärfste verurteilt. Das er sich weiterhin dafür stark macht, daß der Fiskus ab sofort die Mitgliedsbeiträge (aka "Kirchensteuer") auch für die First Church of Satan einzieht. Und das der Pastafarianismus gleichberechtigt im Religionsunterricht behandelt wird.

Weil ... alles andere wäre ausgesprochen despektierlich gegenüber diesen Religionen.

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