Forum: Kultur
Islamdebatte bei "Hart aber fair": Träumen von der Toblerone-Republik

Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.

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Balzac 03.12.2009, 13:57
150. Grüner Freiheitsbegriff

Zitat von golfer2000
Bärbel Höhn: Note 6. Gutmenschen-Vertreterin, völlig inkompetentes Geschwafel, fiel nicht durch einen sinnvollen Beitrag auf. Vermutlich nur anwesend, weil es für prominente Grüne zu delikat ist, sich öffentlich zu Fürsprechern einer totalitären Religion zu machen, die dem grünen Freiheitsbegriff eigentlich diametral entgegensteht.
Wie kommen sie eigentlich darauf, dass dies dem grünen Freiheitsbegriff diametral entgegensteht?

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spiegel-hai 03.12.2009, 13:57
151. .

Zitat von blomson
Religiöse Toleranz wurde durch das Verbot sicher nicht gefördert. Es wurden hier eher Probleme mit der allgemein wahrgenommenen islamischen Kultur und Lebensweise auf die islamische Religion transferiert. Ich glaube nicht, dass die Schweizer mit den Minaretten Probleme haben, sondern mit diesen nicht nur die Religion Islam verbinden, sondern auch die allgemein damit assoziierte Kultur. Wen stört es, wenn.....
Sie haben in vielem Recht. Dennoch ist es AUCH eine ästhetischen Frage: die meisten Minarette, die ich bislang in Europa gesehen habe, finde ich einfach scheußlich, geradezu lieblos, eine pro forma in Beton gegossene Geste. In größeren Städten mag das angehen. Aber in das in dieser Hinsicht empfindliche Stadtbild kleinerer Städte passen sie ebensowenig wie ein 20m Fabrikschlot.

Übrigens haben, jedenfalls in Europa, moderne Kirchen nur noch selten Türme, schon gar keine hohen. Und sie müssen sich an die örtlichen Bauvorschriften halten wie meinetwegen der Planer eines Wohn- oder Geschäftshauses auch.

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ricardoh 03.12.2009, 13:58
152. Toblerone

Toblerone gehört schon längst zum Kraft Imperium an dem unser aller Claus Jacobs beteiligt ist. Muss nun wirklich ein Kokskonsument und Rotlichtgänger die Schweiz und die Welt belehren?

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daniel42er 03.12.2009, 14:00
153. .......

Zitat von Rockker
Ich frage mich nur warum wird dieser selbstgefällige, selbsternannte Vorsitzende einer selbsternnanten Organisation mit dem bombastisch, klingenden Namen "Zentralrat der Muslime", immer wieder in solche Sendungen eingladen? Bzw. warum wird einem Wichtigtuer und einer wichtigtuerischen Vereinigung, die .....
Sie wissen genau was das soll, es soll ihnen einen Alleinvertretungsanspruch geben. Es soll sugerieren
"Hallo Ich spreche für alle Moslems in Deutschland"
aber solange keiner von den anderen Islamischen Glaubensrichtungen was dagegen sagt, die dem also sogesehen zustimmen ist es doch okay.
Denn es muss ja so sein....stellen sie sich mal vor was passieren würde wenn ein Kath. Bischof im TV für alle Christen in Deutschland sprechen würde, richtig es würden sich andere melden und etwas sagen. Solange aber von Islamischer Seite nichts kommt......

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wm2006 03.12.2009, 14:02
154. Christliche Gefühle statt rationale Entscheidung

Was die Sendung gestern gezeigt hat ist, dass das Thema Islam in Europa viel sehr als ein vernünftig anzugehendes und viel zu wenig als ein emotional zu lösendes Problem angesehen wird. Deshalb ist die Sendung für mich auch gescheitert.
Wenn auch die Trennung von Staat und Kirche brav und schön und aufgeklärt im Grundgesetz steht, also derart rational begründet ist als es rationaler nicht mehr geht, so gibt es aber dennoch einen GEFÜHLTE Gemeinschaft zwischen dem Staat und seinem Volk und der CHRISTLICHEN Kirche, eben weil das Abendland historisch christlich geprägt ist. Da hilft auch kein Verweis auf die aufklärende Französische Revolution, denn das erklärt ebenfalls wieder nur die Ratio, nicht aber die Emotio.

Wenn wir das Problem der islamischen Integration nicht endlich als ein emotionales Problem begreifen, das mit der Angst vor dem Fremden zu tun hat, werden wir nie zu einer Lösung kommen. Die Schweizer Abstimmung war eine "gefühlte" Ablehnung vor drohender Verfremdung. Diese Angst ist auf beiden Seiten mit Händen zu spüren.

Angst ist immer irrational. Sie kann nicht rational wegdiskutiert werden mit allerlei Verweisen auf Grundgesetze und Aufklärung. Das zeigte die Sendung gestern überdeutlich.

Ein weiterer Punkt ist für mich, dass die jetzige Islamproblematik uns einen Spiegel vorhält, wie wir es selbst mit der Trennung von Staat und Kirche wirklich halten. Und hier FÜHLEN die Leute, dass diese zwar rational durch Grundgesetz, nicht aber emotional vollzogen ist. Wir sind eben ein gefühlt christliches Land.

Ein zweiter Punkt ist, dass uns durch die Spiegelung bewusst wird, dass wir uns in Mehrheit von der Ausübung religiösen Brauchtums weitgehend entfernt und entreligionisiert haben. Auch das macht Angst. Angst, dass wir uns um eine wichtige Wurzel unserer Kultur nicht mehr kümmern und sie verlorengeht.

Der öffentliche Einzug des Islam in unsere Gemeinschaft zwingt uns daher, über unser eigenes religiöses Selbstverständnis neu nachzudenken. Wir sind eben mitnichten ein vollständig laizistischer Staat. Der Islam zwingt uns, uns dieser Frage, die längst gelöst schien, neu zu stellen.

Die Frage ist also, wie wir uns dem (noch) fremden Islam stellen und in unsere Gemeinschaft aufnehmen. Angst kann aber nur durch Begegnung beseitigt werden.

Die Sendung gestern hat also insofern zur Integration beigetragen, als sich hier Menschen begegnet sind, um dem anderen zuzuhören; die ausgetragenen rationalen Argumente zeigen aber, dass immer noch großes emotionales Unverständnis und Fremdeln auf beiden Seiten herrscht.

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pm22 03.12.2009, 14:02
155. Bevölkerung wurde nie gefragt

Zitat von Wolfgang Jung
Ich frage mich, warum sich in unseren Landen niemand über einen buddhistischen Tempel oder einen Shinto-Schrein in seiner Nachbarschaft aufregen würde, im Gegenteil, die meisten fänden das obergeil. Dass Minarette bei uns nicht gerade populär sind, muss also Gründe haben, über die sich jeder Befürworter, ob islamischen oder sonstigen Glaubens, Gedanken machen sollte.
Einer der besten Kommentare die ich in der letzten
Zeit gelesen habe!

Der Anteil der Muslime in der Schweiz hat sich
von 1970 (unter 0,5%) bis 2009 (ca. 5%) extrem vervielfacht.
Und das in der konservativen Schweiz.
Ähnlich starke Zuwächse haben Länder wie
Niederlande, Belgien, Deutschland, Österreich

Gehen diese Zuwächse so weiter sind "Nicht-Muslime"
irgendwann in der Minderheit!

Den meisten Politiker und Behörden scheinen diese Zahlen egal zusein, der Bevölkerung jedoch nicht.
Grund: Sie haben Angst vor Idenditätsverlust und Verdrängung durch den Islam.
Das hat mit Minarettenbauverbot erstmal wenig zutun,
diese Volksabstimmung war ein klares Zeichen gegen
weiterer Turbo-Ausbreitung des Islam in der Schweiz
und Europa.

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Patryn2610 03.12.2009, 14:02
156. Bei..

..dieser Debatte vermisse ich eines ganz besonders: die Selbstreflexion des Islam bzw. die seiner Vertreter.
Wenn ich z.B. als Mensch nur Ablehnung erfahre, muß ich mich doch irgendwann fragen woher dise Ablehnung kommt! Bin ich etwa selbst schuld?
Genau so sollten sich die verschiedenen islamischen Organisationen fragen, warum es überhaupt zu so einem Votum wie in der Schweiz kommen konnte!?
Wenn ich Staat und Religion so verquicke wie es in einigen islamisch dominierten Ländern vorkommt, wenn man für das Tragen eines knielangen Rockes 50 Peitschenhiebe bekommt, wenn man Selbstmordattentate für ein probates Mittel zur 'Vernichtung' und 'Auslöschung' Ungläubiger hält und, und, und! Diese Liste ließe sich auf mehrere Seiten ausdehnen!
Das durch ein solch weltfremdes, unaufgeklärtes Verhalten es für einen Mitteleuropäer etwas schwer ist für den Islam so etwas wie Sympathie zu empfinden, dürfte verständlich sein!
Natürlich ist nicht jeder Moslem ein Attentäter, aber die Grundhaltung vieler Anhänger des Islams ist doch sehr bedenklich!
Ablehnung von Grundrechten, Ehrenmorde um nur zwei Beispiele zu nennen, sind nicht gerade förderlich für das Gesamtbild des Islam und deren Anhänger.
Und wenn ich dann die Äußerungen eines Erdogan höre, bzw. lese, fällt mir nur eines ein: Wer im Glashaus sitzt...!
Hier von Angriff auf die Religionsfreiheit zu sprechen ist doch etwas weit hergeholt. Es wird nur den Bau von Minaretten verboten, nicht der Bau von Moscheen! D.h. keiner wird an der Ausübung seiner Religion gehindert!
Letzten Endes wäre etwas mehr Zurückhaltung sowohl von den Gutmenschen in Politik und Presse, als auch von den islam-dominierten Ländern angebracht. Sollen sie erst mal vor der eigenen Tür fegen, da gibt es genug zu tun!

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homeuser 03.12.2009, 14:03
157. mit zweierlei Maß...

[ZITAT]Im Grunde kennt der fundamentalistische Islam bis heute keine Säkularisierung und keine
Aufklärung, kurz: keine strikte Trennung von Staat und Religion, keine Trennung von ......[/ZITAT]
Achso aber "wir" kennen diese Trennung zwischen Staat und Religion? - Bloss seltsam dass wir von den Christlich-Demokratischen diktiert *hust* ähm ich meine regiert werden.

Soviel zum Thema Trennung von Staat und Religion in Deutschland.

Nicht das es falsch verstanden wird: Ich finde die Grenzen die der Religionsfreiheit auch irgendwo gesetzt werden müssen in Form der Abstimmung in der Schweiz vollkommen in Ordnung.
Bloss: Kreuze müssen aus den Schulen verschwinden und eine Fundamentalistisch-Christliche Partei muss WEG von der Regierung dieser Bananenrepublik!
Es ist pervers das auf die Anderen gezeigt wird, obwohl man hier selbst keine Trennung von Religion und Staat hinbekommt.

Religion ist eine Sache des Einzelnen, und genau darum gibt es KEINE Rechtfertigung das eine Partei an der Macht ist die ihre Entscheidungen mit "Göttlichen Wundern" oder "Christlichen Werten" rechtfertigt.

Erst wenn das erreicht ist, darf man (völlig zurecht) auch auf die Islamisch-Regierten Länder zeigen, die genauso wie Deutschland eine Trennung von Religion und Politik haben sollte. Aber: Das Dummvolk will es halt so wie es gerade ist, hier und auch woanders!

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microsoftie 03.12.2009, 14:06
158. Kein Problem

Zitat von P.H.
Naja, ein Minarett-Verbot entspricht nicht gerade einem Fortschritt in Fragen der Toleranz, oder ? Bin mal gespannt, was passiert, wenn die Sheiks ihr Geld aus der Schweiz nach Luxembourg verfrachten... Wieviel kostet eigentlich eine schweizer Regierung ? Die Araber könnten es testen.
Man sieht an Dubai, dass die Nahostinvestitionen eher problematisch sind.
Und wenn Erdogan keine Touristen und Kuwait keine Oelkunden mehr hat, weil diese in den neuen Quellen in Afrika kaufen, ist es ganz schnell aus und das reichste islamische land wird dann in 10 jahren so aussehen wie alle anderen islamischen laender.

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clageo 03.12.2009, 14:08
159. die erste halbwegs gute Diskussion

im Fernsehen zu diesem Thema. Herrn Plasberg sei es gedankt.Wer, wie so viele Vertreter der Medienlandschaft und von den Multi-Kulti-Parteien ( Grüne, SPD und Linke ) so den Volkswillen ignoriert, sollte sich mal fragen, was er/sie für ein Demokratieverständnis hat. Das Referendum in der Schweiz bei dem fast 58 % für die Initiative der SVP gestimmt haben und das bei einer Wahlbeteiliung von über 50%, spricht für sich. Dieses Ergebnis kam zustande, obwohl 5 Monate lang von den Medien, Politik und Gewerkschaften eine Kampagne gegen diese Initiative gelaufen war. Es it ein Skandal allerersten Ranges, wenn bei uns Politiker und Medienvertreter den obersten Souverän dermassen angreifen!!Bei der Diskussion hat sich Frau Höhn kein einziges Mal zum Fehlverhalten des Islam in D geäußert dafür aber immer von den Deutschen gefordert mehr für die Integration zu tun. Diese Vertreterin der Grünen, hat entweder Angst vor dem Islam oder Sie will sich nicht zum " Wohl des deutschen Volkes " bemühen. Ihr Auftritt ist eine glatte sechs. Positiv, wegen seiner Sachlichkeit fiel Herr Bosberg auf. Der Schreihals Friedmann meint wohl noch immer er muß anderen das Wort wegnehmen. Einfach eine schlechte Erziehung genossen?

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