Forum: Kultur
Islamdebatte bei "Hart aber fair": Träumen von der Toblerone-Republik

Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.

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elke10 03.12.2009, 11:39
10. guter Artikel, Herr Mohr

Hier noch einmal die Schlussbemerkungen, denen ich nur voll zustimmen kann:
"Wie immer man das Ergebnis dieser Volksabstimmung in der kleinen Alpenrepublik betrachten mag - allein die weltweite Aufregung zeigt, dass die Eidgenossen uns womöglich einen großen Dienst erwiesen haben. Sie haben eine notwendige Debatte eröffnet über Demokratie und Integration, über eine freie Gesellschaft und die Grenzen der Religion.
Und noch etwas haben die Schweizer hingekriegt: Es war eine der besten "Hart aber Fair"-Sendungen seit langem."

Ich habe die Sendung gesehen und bin der gleichen Meinung.
Gut gebrüllt, Löwe ;-)

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Bollo 03.12.2009, 11:40
11. Keine Angst

Zitat von Hovac
Das Thema wird von vielen ausgeschlachtet, der Aufruf sein Geld doch in der von der Finanzkrise verschonten türkischen Bankelandschaft anzulegen spricht eine deutliche Sprache, geht es da um Minarette oder die Gelegenheit mit Stimmungsmache Geld zu verdienen? Kann vieles an reininterpretation da nicht mehr ernst nehmen.
Keine Angst dieser Aufruf wird verhallen, irgendwann hört dann der Spass mit Religion, Ehre und Weltsnschauung doch auf, spätestens wenn beim Transfer des Geldes Verluste gemacht werden müssen.

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schensu 03.12.2009, 11:40
12. Ein Anfang?

Zitat von sysop
Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.
Zitat aus dem Artikel:
"Der Unterschied zwischen "öffentlicher" und "veröffentlichter" Meinung sei offenkundig sehr groß."
DAS sollte die Quintessenz aus dem Thema sein.
Es steht zu befürchten, dass es diese Diskrepanz nicht nur hier gibt.
PRO Volksabstimmungen!

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klausmaren 03.12.2009, 11:42
13. Islamdebatte bei" Hart aber fair"

Warum ging kein Teilnehmer auf die Steilvorgabe des Muslims ein, als er das deutsche Sprichwort verzerrte:"Die Moschee muß im Dorf bleiben" Diese Denke sagt doch alles, oder?

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Newspeak 03.12.2009, 11:42
14. ...

"Im Grunde kennt der fundamentalistische Islam bis heute keine Säkularisierung und keine Aufklärung, kurz: keine strikte Trennung von Staat und Religion, keine Trennung von Gesellschaft und religiösem Glauben, von gläubigem Kollektiv und selbst bestimmtem Individuum."

Die strikte Trennung von Staat und Religion kennt man doch in Deutschland auch nicht. Blasphemieparagraph im Strafrecht, Kirchensteuereinzug von staatlicher Seite, höchstrichterlich bestätigte Verkaufsverbote für den Einzelhandel an christlichen Feiertagen, bevorzugte Behandlung von "geistlichen Würdenträgern" der christlichen Kirchen in politischen Auseinandersetzungen, Ethikkomissionen, Talkshows bis hin zu tausenden Religionsbezeugungen im öffentlichen Raum (Bildstöcke, Kreuzwege, Kapellen, letztlich sogar Gipfelkreuze). Ich verlange ja nicht, daß man die Geschichte des Abendlandes verleugnet, aber eine Religionsgemeinschaft gleich welcher Art sollte nicht mehr und nicht weniger Einfluß auf politisch-gesellschaftlicher Ebene besitzen, wie ein Sport- oder sonstiger Verein (eben Privatsache sein). Aber vielleicht katalysiert das Gebahren des Islam ja auch eine zweite Aufklärung und Säkularisierung in Europa...und zwar nicht auf den Islam bezogen (das muß von innen kommen), sondern auf die hier vorherrschenden christlichen Religionen, die Werte und Moral unberechtigterweise für sich vereinnahmen, und so tun, als ob es außerhalb ihrer Organisationen nur Menschenverachtung und Barbarei gäbe.

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hatem1 03.12.2009, 11:42
15. Guter Artikel, Herr Mohr

Schade, dass es die "Hart aber fair"-Redaktion nicht hinbekommt, auch nur halbwegs repräsentativ aus den Mails und aus dem Gästebuch zu zitieren. Nicht zum ersten Mal werden da offenbar die erwünschten ("politisch korrekten") Meinungen als repräsentativ dargestellt.
Als könnte nicht jeder im Online-Gästebuch sehen, dass die Mehrheitsmeinung eine andere ist.

Auch hier setzt sich also der Widerspruch fort zwischen Mehrheitsmeinung und dem, was davon durchdringen darf.
Das schmälert die Glaubwürdigkeit von Plasberg. Leider.

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dayo 03.12.2009, 11:43
16. softies träume

spon:"..Lehrstück über den Kulturkampf"

kulturkampf-schön gesagt herr mohr; was für eine agression in diesen softies steckt.

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helveticus09 03.12.2009, 11:43
17. DD-Entwicklungshilfe für Europa

... die weltweite Aufregung zeigt, dass die Eidgenossen uns womöglich einen großen Dienst erwiesen haben. Sie haben eine notwendige Debatte eröffnet über Demokratie und Integration, über eine freie Gesellschaft und die Grenzen der Religion.
Endlich mal ein einigermassen sachgerechter SPIEGEL-Artikel zur aktuellen Debatte - Köppel sei Dank!
DD = Direkte Demokratie

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Koda 03.12.2009, 11:46
18. Zitat: Roger Klöppel

"Es sei ein Skandal, dass man nun versuchen wolle, eine Mehrheitsentscheidung der Bürger nach "monatelanger, hochsachlicher Diskussion" wieder rückgängig zu machen, nur weil sie der "Elite" nicht passe."
Und genau das passiert hier in Deutschland viel zu oft. Deshalb gibt es vermutlich auch keine Volksentscheide bei uns, oder wenn nur im kleinen regionalen Stil.

Drückt man seine Ängste hinsichtlich der schief laufenden Integration von Ausländern -hier werden fast immer nur Türken genannt, keine Asiaten oder Afrikaner - gilt man als rechtsradikal.
Sarrazin hatte vor einigen Wochen mit seinem Interview im Kern recht - zumindest drückt er das aus, was viele Menschen glauben. Auch und gerade weil es immer wieder in den Medien vorpostuliert wird. Er hatte sich allerdings harsch in der Wortwahl vergriffen.

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Hilfskraft 03.12.2009, 11:50
19. Träumen von der Toblerone-Republik

Warum nennt man die Schweiz in der headline so?
Möchten wir mit unserem Land als Sauerkraut-Republik tituliert werden?
Eine Frechheit und Defamierung!
Zu Plasbergs Runde:
Vom türkischen Vertreter kamen gebetsmühlenartig wieder die gleichen, seit Jahrzehnten bekannten Sprüche.
Wir müssen mehr deutsch lernen ... wir müssen Ängste abbauen ... bla bla bla!
Darum geht es schon lange nicht mehr.
Ob ein türkisches Kind deutsch lernt, ist mir egal.
Daß es und dessen meist Mutter wahrscheinlich von der Wiege bis zur Bahre eine Rundumversorgung mit Steuergeldern erfährt, wie zeitlebens Urlaub, interessiert schon mehr.

Frau Höhn wohnt auch mit Türken zusammen! TOLL!
Erst einmal ist Frau Höhn sicher dauernd unterwegs und außerdem kennt man sie und begegnet ihr völlig anders als Frau Müller und Herrn Schmitz.

Michel Friedmann weiß eigentlich auch nicht so richtig, wie es sich mit Türken zusammen lebt, eher mit jüdischen Mitbürgern. Aber, er sagt mal was dazu.
Ihm ist scheinbar entgangen, daß von türkischer Seite das Minarett-Verbot mit dem Holocaust in Verbindung gebracht wurde.

Herr Bosbach traf den Nagel auf dem Kopf. Mit diesem Zitat im Ohr versteht man viel besser das Verhalten der türkischen Mitbewohner Einheimischen gegenüber.
Wenn jemand irgend etwas beurteilen kann, dann sind es die Bürger selbst und kein Politiker.
Und es ist gefährlich, diese Jahrzehnte langen Erfahrungen mit Floskeln ständig abzubügeln.
H.

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