Forum: Kultur
Islamdebatte bei "Hart aber fair": Träumen von der Toblerone-Republik

Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.

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mycha 03.12.2009, 16:04
230. Völker Europas...

Zitat von Chirac
Mir fällt dazu das bekannte Erdogan Zitat aus 2004 ein:"Demokratie ist ein Zug auf den wir aufspringen bis wir am Ziel sind. Moscheen sind unsere Kasernen, Minarette unsere Bajonette und die Gläubigen unsere Soldaten". PS: Umfragen in Frankreich haben (deswegen?)soeben ergeben, daß 55% wie die Schweizer gegen Minarette gestimmt hätten (Quelle Le Monde online, 3.12.09) Die Schweiz ist also nicht ganz allein.
Ich bin mir sicher, dass andere Völker in Europa ähnlich entscheinden würden. WENN man sie denn mal fragen würde!

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semper fi 03.12.2009, 16:07
231. -

Zitat von elke10
Auf den Punkt gebracht. Für mich als nichtreligiösen Menschen ist bei uns allein das Grundgesetz entscheidend; wer dieses nicht akzeptiert und sich bewußt gegen dieses entscheidet, kann mit meiner Toleranz ihm gegenüber nicht rechnen. So einfach ist das.
Nur damit Ihr zweifellos einleuchtender Beitrag auf ganz sicher richtig verstanden wird: Auch für sehr religiöse Menschen ist das Grundgesetz (und die Gesetze überhaupt) massgebend. Das gilt für alle Glaubensrichtungen. GG (Gesetze) schlägt Bibel, Koran etc.

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Neurovore 03.12.2009, 16:08
232. ,,,

Zitat von Reinhard Mohr
Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwer. Im Grunde kennt der fundamentalistische Islam bis heute keine Säkularisierung und keine Aufklärung, kurz: keine strikte Trennung von Staat und Religion, keine Trennung von Gesellschaft und religiösem Glauben, von gläubigem Kollektiv und selbstbestimmtem Individuum. Darum und nur darum geht es immer wieder - nicht um einen Kampf der Religionen wie im finstersten Mittelalter. Im Zentrum des Konflikts stehen allein Freiheit und Menschenrechte für jeden einzelnen, ob Mann oder Frau: die Errungenschaften Europas seit der Französischen Revolution von 1789.
Jetzt aber nicht aufhören, sondern auch benennen, was Religionsfreiheit ursprünglich bedeutete, bevor es zu einem "Ich darf alles, solange es mir meine Religion gebietet" pervertierte. Früher dominierte eine Staatskirche Alltag und Religion eines Landes, den Bürgern wurde einfach per Dekret der Glauben vorgegeben, alle anderen Religionen verboten und unterdrückt. Und der "einzige und wahre Glauben" dann in andere Länder getragen (was nicht zuletz zum dreißjährigen Krieg führte). DAS sollte mit der Religionsfreiheit abgeschafft werden, der Bürger sollte endlich die freie Wahl haben, sich für einen Glauben selber entscheiden zu können. Und seine Religion dann ohne den bisher üblichen staatlichen Einfluß auch ausleben können.

Und was passiert jetz? Genau dieses Freiheitsrecht (das im übrigen sehr, sehr schwammig im GG formuliert ist) wird jetzt von einer "Religion" mißbraucht, die genau für die abgeschaffte Staatskirche steht. Da muß man auch nicht lange zwischen gemäßigten und radikalen Moslems unterscheiden, sondern einfach nur einen Blick in die Länder werfen, in denen der Islam herrscht.

Davor haben die Menschen eine berechtigte Angst, daß es hier genauso kommt. Was angesichts der Aussagen vieler Moslems ja auch kein Hirngespinst, sondern eine reale Bedrohung ist. Und ehrlich gesagt unterscheidet sich der Islam von einer typischen Sekte nur durch die Anzahl seiner Mirtglieder. Man muß sich also endlich mal hinsetzen und genau definieren, was Artikel 4 GG eigentlich bezwecken soll und was eine Religion ausmacht; wo deren Grenzen sind und wo eine Ideologie anfängt.

PS: Aiman Mazyek hat gestern zur Integration folgendermaßen argumentiert: "Die 4 Millionen Muslime sind ein Teil Deutschlands" und später dazu "Mehr als 50% der Muslime in Deutschland haben ja schon den deutschen Pass"... Habe ich mich da verhört oder was? Immerhin hat ja niemand der Anwesenden reagiert, deswegen bin ich mir da nicht ganz so sicher. Denn "erfolgreiche Integration" = "über 50% den deutschen Pass" .... das hätte man doch mal näher beleuchten sollen ...

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famulus 03.12.2009, 16:09
233. Hart aber auch fair???

Plasbergs Anliegen muss man in Ehren halten.

Aber, wie kann er Friedman als Diskussionsteilnehmer laden, einen Mann, der sich durch seine moralischen Perversitäten doch selbst jeglicher Seriösität entzogen hat.

Die Teilnahme dieses Mannes macht jede Sendung unseriös.

Und seriös muss man doch das Recht der schweizer Bürger nennen, selbst zu entscheiden, ob sie mehr "Raketen des Islam" - wie der wegen islamistischen Extremismus verurteilte Erdogan das nennt - in der Schweiz wollen oder nicht.
Die Macht geht vom Volke aus! Leider nur in der Schweiz.

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Hennes 03.12.2009, 16:25
234. Sehr geehrter Herr Bosbach

Kann man hierzulande gegen "politische Minarette" argumentieren, wenn zeitgleich die eigenen Soldaten zum Zwecke des Werte-Exports in muslimischen Ländern stehen, kämpfen und fallen?

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microsoftie 03.12.2009, 16:28
235. Hoffen wir es...

Zitat von fred2007
Ich bin Optimist: Warten wir noch ein wenig, dann wird es diese Konstellation geben. In den Niederlanden, wo Wilders (immerhin zweitstärkste Kraft im Lande!) von der öffentlich-rechtlichen(!) Rundfunkanstalt Nederlandse Omroep Stichting zum "Politiker des Jahres" .......
Ja, Bosbach hat es kapiert.
Aber er ist evtl. Stimmungspolitiker.
Wenn sich die Stimmungsmehrheit haelt, dann wird das Klima auch bei anderen Politikern umschlagen.
Es ist ein Unding, dass Wilders staendig umziehen muss, damit ihn kein Moslem-Extremist behelligt.
In seinem eigenen Land!
Und: Wilders ist kein Rechter, er sagt nur seine legitime Meinung.
Das ist einer der Punkte, die mich davon ueberzeugen, dass schon lange irgendetwas nicht mehr stimmt in europa und dass der Islam leute erpressen will.

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microsoftie 03.12.2009, 16:30
236. In England gibt es bereits Sharia

Zitat von googy
Die Religions- und Meinungsfreiheit wird in der EU zurecht als Grundrecht geschützt. Darum ist es umso schlimmer, dass zum Jahresanfang Hernr Wilders (der sicher z.T. sehr extreme Positionen vertritt)aber....
In England gibt es bereits Sharia.
Wir haben aber noch die Moeglichkeit, etwas zu aendern.
Wilders ist uebrigens weder ein Rechter noch besonders radikal!

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Guillermo Emmark 03.12.2009, 16:33
237. Logik - nein danke?

Zitat von microsoftie
Und: Wilders ist kein Rechter, er sagt nur seine legitime Meinung. Das ist einer der Punkte, die mich davon ueberzeugen, dass schon lange irgendetwas nicht mehr stimmt in europa und dass der Islam leute erpressen will.
Wieso kann einer, der seine legitime Meinung sagt, denn kein Rechter sein? Und was hat das mit Erpressung durch den Islam zu tun?

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fred2007 03.12.2009, 16:38
238. Broder und Wilders

Zitat von microsoftie
Wilders ist uebrigens weder ein Rechter noch besonders radikal!
Broder ist quasi der einzige ernstzunehmende deutsche Journalist, der das erkannt hat:
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...629231,00.html

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...544263,00.html

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franziskus 03.12.2009, 16:39
239. Vorbild Schweiz

Zitat von sysop
Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.
Leider konnte ich gestern nur das Ende der Sendung verfolgen und habe daher jetzt erst über die Mediathek die Sendung vollständig angesehen. Mir wurde etwas wehmütig, weil diese Sendung mich an meine berufliche Vergangenheit erinnerte. Herr Köppel wirkte, im Gegensatz zu den anderen Gesprächsteilnehmern, sachlich und ruhig. Ich möchte seine Argumente nicht wiederholen, denn jeder kann sie im Originalton hören. Seine Art, seine Wortwahl, seine Gestik, sein ganzes Verhalten haben mich an meine schweizerischen Kollegen erinnert. Es habe nie mehr in meinem weiteren Berufsleben angenehmere und erfolgreichere Diskussionen erlebt. So wurden beispielsweise während der Arbeitszeit zügig die Punkte abgearbeitet. Jeder konnte sich, ohne Missfallen durch andere, äußern. Es gab Widerspruch, es gab andere Meinungen, aber auf eine Art und Weise wie ich sie nicht schildern kann. Man muss es erlebt haben. Waren wir jedoch beim Mittagessen oder abends gesellig zusammen, so waren berufliche Themen verboten.

Ich persönlich wünsche mir für meine Kinder und Enkelkinder eine gesellschaftliche Basis, wie sie in der Schweiz existiert. Unsere Nachkommen werden stolz auf uns sein und auf dieser Basis ein liebeswertes Deutschland weiter entwickeln.

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