Forum: Kultur
Islamdebatte bei "Hart aber fair": Träumen von der Toblerone-Republik

Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.

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Hilfskraft 03.12.2009, 12:27
60. Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel"

Nun wird den Türken dieses Landes ja wieder ein erhebliches Maß an Aufmerksamkeit zuteil, ohne die sie offenbar nicht atmen können.
Dass es auch noch andere Nationalitäten in unserem Land gibt, die sich nicht so besitz- u. machtergreifend verhalten u. trotzdem zufrieden sind, fällt völlig unter den Tisch.
Keine Nationalität in unserem Land kostet so viel Geld, Aufmerksamkeit und Nerven.
Keine andere Nationalität spaltet dieses Land so sehr, wie die türkische.
Alles nur, weil FORD Arbeiter in den 60er Jahren benötigte.
Ich bin es leid, mir über Befindlichkeiten ausgerechnet dieses Volkes Gedanken zu machen, machen zu müssen.
Andere Nationalitäten interessieren mich viel mehr.
Privat und sozialpolitisch platzen sie ständig in unser Privatleben.
Mit welchem Recht eigentlich?
Ich zwinge sie nicht, sich hier, in diesem furchtbaren Land wohlfühlen zu müssen.
Vielleicht ist es woanders besser?
Oder geht es doch um Besitznahme unseres Landes?
Es sieht sehr danach aus.

Der Schweizer Teilnehmer ruhte beneidenswert in sich.
Er mußte nichts rechtfertigen. Die Schweiz ist über alle Zweifel erhaben.
Wie wird man Schweizer?
H.

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alcudi 03.12.2009, 12:27
61. Wählen?

Zitat von Liberia
Und Frauen dürfen in einigen Kantonen erst seit rund 20 Jahren wählen!
Kein gutes Argument.

Denn das ist der Unterschied zu islamistischen Kulturen. Dort werden gegen den Willen der Frauen deren Rechte immer mehr beschnitten. Burka tragen oder Zwangsverheiratung wird auch hier immer mehr Gang und gebe. Und wie sieht es mit Demokratie in islamischen Ländern aus?

Also, erst denken und dann schreiben.

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franzdenker 03.12.2009, 12:28
62. Bildung hilft.

Zitat von krampfader
Ist Michel Friedmann zum Islam übergetreten? Schmerzlich vermisst: Henryk M. Broder.
Oh ja, Sie haben vollkommen recht. Henryk M. Broder ist der Meister in der Disziplin "Muslime-Beschimpfen".

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microsoftie 03.12.2009, 12:30
63. Ganz meine Meinung

Zitat von aamaro
Auch ich habe die gestrige Sendung gesehen, mein Eindruck fällt aber zwiegespalten aus: Es stimmt schon, dass die Sendung im Vergleich zu vorigen "Hart aber Fairs"s endlich wieder an Schwung gewonnen hat. Nichtsdestotrotz gab es meiner Ansicht nach schon alleine hinsichtlich der Besetzung Kritik: 1. Nur ein Gesprächsteilnehmer ist gegen die Minarette: Anhand der zu Recht zitierten Stimmungslage in der weiten Bevölkerung wäre zumindest ein 50:50 Verhältnis angemessen gewesen. Anhand der Volksabstimmung ist es nachvollziehbar für diese Position einen Schweizer zu nehmen. Allerdings schielte die Diskussion auch in Richtung deutscher Verhältnisse. War es unseren Politikern "zu heiß" offen gegen die Minarette Stellung zu beziehen?! Klar, sie wären dann wahrscheinlich heute in den Medien überall Rassisten... 2. Bärbel Höhn, nunja man mag von ihr halten was man will. Aber sie hat leider wieder genau das Bild der Grünen abgegeben, das man erwartet. Gutmenschentum, Idealismus und grenzenlose Naivität ("die Hand zum Gespräch reichen" usw.). Klar ist dass sich die Grünen nachweisbar vorwiegend aus Pädagogen und dem öffentlichen Dienst zusammensetzen. Eine gewisse Verklärung der Weltsicht kann da schon entschuldigt werden. Man kann aber nur dann jemandem die Hand reichen, wenn jemand zur Kooperation bereit ist. Und genau hier liegt ja der Hund begraben. 3. Und auf Seiten der Muslime? Ein eloquenter, gebildet anmutender, moderner Mann mit 1a Deutschkenntnissen, Parteimitglied und im schicken Anzug...also repräsentativ für diejenigen, die er so beherzt vertritt, ist das auch nicht. Aber darüber wurde in der Sendung ja auch bereits debattiert: Offenbar sind sonst keine "hohen" Vertreter der Muslime in Deutschland zu einer Stellungnahme bereit. Frau Höhn: So viel zum Thema Hand reichen...
Ich schliesse mich dem Gesagten komplett an.
Man kann bzgl. der Sendung allerdings noch von Glueck reden, dass uns die weiteren Vertreter der Gutmenschenpartei --Intelligenz/- und Sprachwunder Claudia Roth, und die dauerbetroffene Kuchentante
'Chrissi'-Ströbele-- verschont haben.

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Fidel Castro 03.12.2009, 12:30
64. Danke, Schweiz

Ein guter Beitrag über diese Sendung.
Die Offenheit und Klarheit des Schweizers im Gegensatz zur teils gehässigen, meist ausweichenden, den Herrn Klöppel dauernd unterbrechenden, beschönigenden und sogar unwahren "Argumentationsweise" des Beschützers der Moslems war mehr als wohltuend.
Vom Herrn Plasberg hätte ich mir noch die eine oder andere Nachfrage an Moslemvertreter gewüscht.
Ganz besonders bei dessen ausweichender Beantwortung der unerträglichen Stellungnahme des türkischen Ministerpräsidenten hätte er sich nicht mit der Anwort "ich hätte es nicht so gesagt" zufrieden geben sollen.
Diese Antwort includiert nämlich die inhaltliche Übereinstimmung. Und da ist ja genau jener Punkt erreicht, weshalb die Schweizer so abgestimmt haben (wie es übrigens alle übrigen Europäer auch so tun würden.

Jedenfalls Dank an die Schweiz von meiner Seite auch dafür, dass die Entfernung der Regierenden von den Regierten in einer wesentlichen Zukunftsfrage so deutlich gemacht wurde.

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soulamite72 03.12.2009, 12:31
65. auf den Punkt

Zitat von Andreas Heil
Was ist das denn ? - Mohr mit Ladehemmung und Broder verhindert, oder wie ? Das Gesülze ist relativ überflüssig. Auf den Punkt bringt es Birgit v. Criegern im Interview mit Sabine Schiffer ... ... na wo wohl, in Telepolis: Ich wiederhole es noch mal:
Hallo Herr Heil,

Danke für diesen wertvollen Beitrag! Die Analyse von Frau Schiffer trifft den seelischen Kern dieser Debatte: Angst for dem Unbekannten erzeugt innere Aggression... der Islam bildet eine ideale Projektionsfläche für diese innere Aggression dar. Nichtsdestotrotz ist eine kritische Kaltung gegenüber der Islamischen Orthodoxie in Europa richtig und gut. Das Problem ist: Wie weit darf man mit der Kritik am Islam gehen, ohne dabei in eine undifferenzierte Ablehnungshaltung gegenüber den Islam abzurutschen?

Als a-religiöser Deutscher mit islamischen Hintergrund ist mein Appell an die (tief) religiösen Muslime in dieser Sache folgender:
- Macht euch klar, dass die islamische Orthodoxie in Europa keinen Platz finden wird, weil ein Konsens mit den europäischen Werten und Rechten mit der islamischen Orthodoxiw nur schwer vereinbar ist (gilt übrigens auch für die christliche und jüdische Orthodoxiw)
- Öffnet euren Geist und Verstand! Denkt daran dass Deutschland, Europa das Land eurer Nachkommen sein wird. Öffnet euch für die Werte und Rechte in diesem Land.
- Baut deutsche Moscheen! Keine traditionell Osmanischen Architekturen! Das passt nicht nur nicht in das Bild von Deutschland, es ist einfach nur veraltet und überholt. Baut moderne Moscheen!! Auch gerne mit stilisierten Minaretten, die sich modern und optisch ansprechend darstellen!
- Entwickelt einen modernen, offenen und tolleranten Islam! Legt die Schleier ab! Tolleriert Juden und Christen. Tolleriert die deutsche Kultur!
Diesen Appell richte ich an die 5...10%(?) von 5 Millionen (??) Muslimen die die Rückständigkeit suchen. Der große Rest -um es mit den Worten des mir sypathischen Realsatirikers Michel Firedmann auszudrücken- soll weiter ihr spießiges, langweiliges, angepasstes rechtstreues Leben weiterleben. Aber könnt Ihr konservative Deutsche das akzeptieren? Wollt ihr insgeheim nicht doch lieber den schlecht deutschsprechenen, schlecht ausgebildeten Ali vom Gemüseladen??!!

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ELIASS 03.12.2009, 12:33
66. Nicht Fremdenfeindlichkeit, sondern Unverträglichkeiten des Zusammenlebens..

Die Menschen auf der Strasse haben kein Problem mit der islamischen Religion. Die meisten kennen ja nicht einmal ihre eigene christliche Lehre.
Die Schweizer, die Deutschen und alle anderen Länder, in denen die Menschen Erfahrungen im Zusammenleben mit türkischen bzw.. arabischen Zuwanderern haben, sollen alle fremdenfeindlich geworden sein?. "Böse Europäer" kann man da nur sagen. Leider fragt niemand danach, warum nicht auch die Zuwanderer aus anderen Ländern der Welt in den Fokus der Ablehnung geraten sind. Japaner zum Beispiel. Die sind schließlich besonders fremd. Es ist einfach die Feigheit der "veröffentlichten Meinung" gewisse "Unverträglichkeiten des Zusammenlebens" beider Kulturen zur Kenntnis zu nehmen. Es ist der gemeinsame Alltag, der insbesondere die einfachen Bürger zermürbt. Darum erhalten die Schweizer bei "Hart aber Fair" den meisten Beifall von den Zuschauern. Und nicht jene die nur sehr allgemein von Problemen der Integration sprechen. Ich wohne in Berlin. In meiner Strasse am Mariendorfer Damm wird demnächst das sechste (!!) Spielkasino, bzw. Wettbüro eröffnet. Und das auf einer Strecke von 200 Metern. Die Betreiber sind ausnahmslos "Bürger mit Migrationshintergrund" die hier außerdem noch ein "Vereinscafe" betreiben. Auf dem Hinterhaus-Parkplatz des Supermarktes werden nach Einbruch der Dunkelheit "Geschäfte" gemacht, und "Waren" ausgetauscht. Nachts hört man ihre oft lautstark und temperamentvoll geführten Handygespräche über den ganzen Platz, bis in die Wohnung. Auf dem Gehsteig sind häufig teure Mercedes mit besonders breiten Reifen geparkt. Gelegentlich direkt vor der Parkplatzausfahrt, weil der Fahrer nur mal kurz etwas im Casino zu tun hat. Die anderen Autofahrer sollen sich nicht so anstellen, wenn sie blockiert werden und ernten giftige Blicke, wenn sie sich wagen, mit der Hupe zu protestieren. Das ist die Realität jenseits von jeglichem Integrationsgeschwätzes mit dem sich viele Bürger in den betroffenen Bezirken abfinden müssen.

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schensu 03.12.2009, 12:34
67. Eigentor

Zitat von microsoftie
Werter Schreiber: Die Nazikeule durfte also auch heute wieder nicht fehlen. Gaehn.
Es bedurfte nicht erst der Nazis, um das "Weltjudentum" zu beschwören. Die den Juden angehängte "Brunnenvergiftung" stammt aus dem Hochmittelalter - mit der Folge hunderttausender getöteter Juden.

Ihre Geschichtskenntnisse lassen zu wünschen übrig.
Vor diesem Hintergund wirkt das affektierte "Gähn" bestenfalls peinlich.

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W.E.P. 03.12.2009, 12:35
68. Verschrobene Diskussion

Haben wir es nicht mit einer endlosen Scheindiskussion zu tun? Vorausgesetzt am Ende einer Diskussion im öffentlichen Raume steht auch eine einvernehmliche Konsens-Lösung, dann ist diese seit Jahren nicht zu finden. Ermüdende Dauerreden von Toleranz politischem und unpolitischem Islam, christlicher (Leit-)Kultur, langwierig aber konsensfrei...

Was ist denn geschehen? Ein europäischer Staat hat im durch einen Volksentscheid festgelegt, dass keine Minarette gebaut werden sollen, nicht mehr und nicht weniger. Und was haben damit muslimische Mädchen im Sportunterricht zu tun?

Ja, es muss ja immer um Grundsätze gehen, und spätestens nach 5 wechselseitigen Argumenten um das Dritte Reich.

Für micht geht es dauernd und immer wieder um eine Kernfrage: Wie ist das Verhältnis von Christen (die Mehrheit der hier lebenden Menschen sind nun einmal Christen) und Muslimen und wie gestalten wir unser Zusammenleben. Dazu muss jede Seite für sich betrachtet doch erst einmal Stellung beziehen, ihre Positionen finden, und von diesen aus dann für jeden Einzelfall ihre eigene Meinung bilden. Und hier ist nun einmal die Meinung einer Mehrheit: wir wollen keine Minarette, und nicht etwa wir wollen A bis Z nicht.Ob dies nun poltisch korrekt ist oder etwa ethisch vertretbar spielt keine Rolle. Wer etwas daran ändern möchte, der muss die Meinung der Menschen versuchen zu ändern, aber jetzt ist es nun einmal deren Meinung.

Ich selbst glaube eher, dass eine offen gelebte Religion mittelfristig weniger Widerstand und Missachtung erfährt, ale eine Religion in Hinterhöfen, aber wie diese Offenheit gelebt wird, ist doch eine völlig andere Frage. Wir dürfen glaube ich nur eines nicht vergessen: In unserer Umwelt, unserem täglichen Leben spielt für die Meisten Religion eine untergeordnete Rolle, für viele Andere, ist das jedoch etwas völlig anderes. Wir müssen heute keine Freiheiten für das Christentum mehr in unseren Ländern erkämpfen, Muslime jedoch schon. Dass dies mit den Mitteln des Rechts und der Verfassung geschieht, muss Gesellschaft hinnehmen, die nicht ihre eigenen hochgehaltenen Werte aufgeben möchte.

Aber eines muss diese Gesellschaft endlich auch tun: Ihre eigenen Toleranzgrenzen festlegen, ungeachtet welche Religion es betrifft. Aber eines ist meiner Meinung nach damit vorprogrammiert: Christen werden ihre Vorangstellung in einer derartig liberal - toleranten Gesellschaft zwangsläufig einbüßen, während Muslime mehr Freiheiten bekommen werden.

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maxgil 03.12.2009, 12:36
69. türme

Diese komischen Türme sind sicherlich nicht das Problem, sie sind halt ein Symbol, interessanterweise von beiden Seite. Während die Schweizer Volksinitiative die auf ihre Plakate pakte um gegen die schleichende Islamisierung mobil zu machen, bezeichnet sie Erdogan als "unsere Bajonette". Da sollte sich dieser Heini ja nicht wundern, dass man hier im Westen keinen Bock auf seine Bajonette hat!
Interessant fand ich bei der Diskussion, dass selbst der Vertreter der islamischen Mitbürger, ein FDP Mitglied, sich nicht in der Lage sah, eindeutig gegen die archaischen und menschenunwürdigen Auswüchse des Islams Stellung zu beziehen. Wenn das so ein eigentlich aufgeklärter Geist schon nicht schafft und stattdessen sogar das Ganze auch noch verteidigt, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass sich diese Mitbürger insgesamt nicht in die von uns gewünschte Richtung der Integration bewegen. Ich bleibe dabei: die wollen gar nicht. Wie sonst ist es zu erklären, dass selbst in der dritten Einwanderergeneration noch kein einigermaßen fehlerfreies Deutsch gesprochen wird. Bitte nicht wieder mit den Versäumnissen des Bildungssystems anfangen, die gibt es sicherlich doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, siehe die anderen Einwanderungswellen (Hugenotten, Polen, Italiener, Griecher, Kroaten). Mit allen diesen Mitbürgern gibt es eigentlich keine Probleme.
Es ist an der Zeit, dass der aufgeklärte Westen eindeutig Stellung bezieht gegen archaische, barbarische Religionen und Gesellschaftsordnungen. Eine Rückkehr in solche Gesellschaftsformen ist nicht hinnehmbar. Leider haben das unsere Politiker und auch Richter in keinster Weise begriffen. So ist es deutschen Mitbürgern selbstverständlich verboten, Tiere zu quälen, ein türkischer Schlachter hat aber erfolgreich gegen das Verbot des Schächtens (den Viecher wird die Halsschlagader mit einem Messer aufgeschnitten (ohne vorherige Betäubung natürlich, sonst zappeln die ja nicht so schön). Jetzt darf wieder massakriert werden. Tja, da braucht man sich dann nicht zu wundern, dasss die Schweizer keine Minarette mehr wollen.

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