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Jauch-Talk über Sterbehilfe: Der Tod als Option
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"Mein Tod gehört mir", fordert der frühere MDR-Intendant Udo Reiter und provoziert damit. Franz Müntefering widerspricht vehement. Beim ARD-Talk von Günther Jauch ging es zum Thema Sterbehilfe sehr kontrovers zu - allerdings nicht sonderlich ergiebig.

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troy_mcclure 20.01.2014, 07:00
1. Thema verfehlt

Zitat von sysop
"Mein Tod gehört mir", fordert der frühere MDR-Intendant Udo Reiter und provoziert damit. Franz Müntefering widerspricht vehement. Beim ARD-Talk von Günther Jauch ging es zum Thema Sterbehilfe sehr kontrovers zu - allerdings nicht sonderlich ergiebig.
Meines Erachtens hat Müntefering da etwas völlig falsch verstanden: niemand möchte eine Beliebigkeit bei der Sterbehilfe, dass jeder aus einer Laune heraus sagen kann, dass er nicht mehr möchte.
Es geht doch tatsächlich darum, dass Leute, die todkrank sind, ihrem Leben selbst ein Ende setzen können.
Ich fand Münteferings Beiträge ein wenig daneben.

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Demokrator2007 20.01.2014, 07:54
2. Warum sollen psychisch Kranke vom Todeswunsch ausgenommen sein...

...und andere Kranke nicht?

Aktive Sterbehilfe ist in meinen Augen immer Beihilfe zum Selbstmord, egal ob nun körperlich oder seelisch krank.
Insofern finde ich es vermessen, hier zweierlei Maß anzusetzen. Niemand hat das Recht "Herr über Leben und Tod zu spielen", was zwangsläufig bei aktiver Sterbehilfe der Fall ist-wobei es noch keinem Wissenschaftler der Welt gelungen ist, wirkliches Leben herzustellen, sondern nur ein Cocktail anzurichten, das unter Umständen zu einer veränderten Form von Leben wird, Tier oder Mensch sei in dieser Frage erst mal unwichtig. Das an sich ist zwar grandios, aber eben nicht dasselbe wie die Schöpfung.
Das einzige was der Mensch gottähnlich beherrscht ist Leben zu nehmen und das in allen Arten und Varianten.
Hieraus abzuleiten dies auch zu dürfen finde ich obszön, allerdings genauso ekelhaft wie ein zuende gehendes Leben aus wirtschaftlichen Gründen heraus künstlich zu verlängern.

Aber auch Abtreibung und die moderne Eizellenschwangerschaft die zur Zeit immer stärker um sich greift, greift in einen Naturprozeß ein der jeglichen Respekt vor der Natur und der Schöpfung vermissen lässt.
Daran ungeborenes Leben abzutöten wenn es uns nicht paßt, wir es für unwert halten, oder was auch sonst Gründe für eine Abtreibung sein mögen, es sei denn das Leben von Mutter und/oder Kind sind in Gefahr, daran haben wir uns gewöhnt wie an Vergewaltigung, Mord und Totschlag.
Aber das nächste Tor sollte keinesfalls auch noch durchschritten werden. Es ist ja bereits geschehen, aber die, die das taten waren Mörder und das sollten sie in ihrer Abscheulichkeit immer bleiben ohne ihre Verbrechen jemals zu relativieren.
P.S. Jeder Mensch soll das Recht haben an sich selbst Hand anzulegen, aber nicht das, andere dabei zum Komplizen zu machen.

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schluea2a 20.01.2014, 08:04
3.

Zitat von sysop
"Mein Tod gehört mir", fordert der frühere MDR-Intendant Udo Reiter und provoziert damit. Franz Müntefering widerspricht vehement. Beim ARD-Talk von Günther Jauch ging es zum Thema Sterbehilfe sehr kontrovers zu - allerdings nicht sonderlich ergiebig.

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schluea2a 20.01.2014, 08:12
4. Hintern abwischen

Er (Udo Reiter) möchte eben einfach nicht, dass ihm eines Tages "jemand den Hintern abwischen muss."
Diesen Ausspruch finde ich schlimm und sendet eine völlig falsche Signalwirkung. Reiter macht denjenigen Leuten ein schlechtes Gewissen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind und die sich ohnehin schon nutzlos fühlen in unserer Gesellschaft.
Ich fand die Position von Müntefering klar und verständlich. Sterbehilfe sollte so definiert werden, dass man todkranken Menschen hilft, die letzten Tage mit ihren Angehörigen und Freunden in Würde zu verbringen.
Der Tod gehört zum Leben mit dazu!

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albrechtstorz 20.01.2014, 08:16
5.

Zitat von sysop
"Mein Tod gehört mir", fordert der frühere MDR-Intendant Udo Reiter und provoziert damit. Franz Müntefering widerspricht vehement. Beim ARD-Talk von Günther Jauch ging es zum Thema Sterbehilfe sehr kontrovers zu - allerdings nicht sonderlich ergiebig.
Vielleicht gibt es auf gewisse Fragen einfach keine eindeutigen Antworten und es hat jeder irgendwie recht. Eigentlich auch kein Wunder: hier stößt Individuum (Selbstbestimmung) auf Gesellschaft und damit Reglementierung und Normung (man darf nicht Signalisieren, dass der, der anderen zur Last fällt eine Alternative hätte).

Fakt ist: wer sterben will und noch einigermaßen bei Kräften ist, kann dies auch - mit oder ohne gesellschaftlichem Konsens.

Ärzte, die solchen Menschen helfen wollen, in eine kriminelle Ecke zu stellen, ist aber eine Ungeheuerlichkeit.

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manni.baum 20.01.2014, 08:22
6. Münte hat gut reden

Müntefering hat 24 Stunden am Tag eine junge "Pflegekraft" an seiner Seite.

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enivid 20.01.2014, 08:44
7. Schwieriges Thema

Der Mensch ist frei und seinen eigenen Todeszeitpunkt zu bestimmen ist für mich die größte Freiheit. Diese sollte man niemanden verwehren.

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AlbertGeorg 20.01.2014, 08:52
8. Wenn ich es richtig lese..

Zitat von sysop
"Mein Tod gehört mir", fordert der frühere MDR-Intendant Udo Reiter und provoziert damit. Franz Müntefering widerspricht vehement. Beim ARD-Talk von Günther Jauch ging es zum Thema Sterbehilfe sehr kontrovers zu - allerdings nicht sonderlich ergiebig.
.. befürwortet eine sehr große Mehrheit der Deutschen die aktive Sterbehilfe.
Das muss man respektieren, auch wenn man anderer Meinung ist.
Man darf andere Meinungen nicht nur dann akzeptieren, wenn sie sich mit der eigenen übereinstimmen.
Auch Politiker, Kirchen, Ärztevertreter sind da nicht gleicher.

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adsum 20.01.2014, 08:53
9. Jesus hat auch seine Schmerzen am Kreuz

Zitat von sysop
"Mein Tod gehört mir", fordert der frühere MDR-Intendant Udo Reiter und provoziert damit. Franz Müntefering widerspricht vehement. Beim ARD-Talk von Günther Jauch ging es zum Thema Sterbehilfe sehr kontrovers zu - allerdings nicht sonderlich ergiebig.
bis zu seinem Tod ausgehalten, also sollte Ihre Schwiegermutter auch Ihre Schmerzen ertragen.
Sie hatte Darmkrebs und war unheilbar sterbenskrank.
Naja, sie wollte sebstbestimmt sterben und hatte Schlaftabletten zu Hause gesammelt, die sie dann alle einnahm, als der Schwiegervater beim Einkaufen für einige Zeit nicht zu Hause war.
Er freute sich, dass er diesmal keine Schmerzensschrei vom Schlafzimmer her mehr hörte und verhielt sich ganz leise in der Küche und Wohnzimmer. Sie schlief ruhig und fest im Schlafzimmer.
Als er ganz leise einmal die Schlafzimmertüre öffnete, sah er dass das Zimmer ganz verdunkelt war. Er ging ans Bett und sah, dass sie ihr schwarzes Kleid angezogen hotte.
Da schlug er Alarm. Der Rettungsdienst kam und brachte sie in die Klinik usw. usf.
Nun war sie bitterböse; denn sie hatte so friedlich geschlafen und geträumt.
Naja, die Schwester Oberin war eine Katholische Schwester. Sie wollte ihr keine weitere Dosis Morphin mehr verabreichen. Das geht nicht; denn sie könnte ja zum Atmen aufhören.
Für einen Moment dachte ich, ich könnte der Schwester eine Ohrfeige geben, getreu den Aussagen von Jesus: Wenn Dir jemand auf die linke Backe schlägt, dann halt ihm auch die rechte hin oder umgekehrt, so bibelfest bin ich nicht mehr.:-(
Naja, so jammerte sie weiter vor Schmerzen bis zu ihrem endlichen Tod nach ein paar Tagen. Dem Schwiegervater hatte sie nicht verziehen, dass er sie retten wollte.

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