Forum: Kultur
Jauch-Talk zum Fall Edathy: Was hilft wirklich gegen Kindesmissbrauch?

"Wegschließen für immer" - ist das die Lösung im Kampf gegen Kindesmissbrauch? Bei Günther Jauch gab ein Sexualtherapeut eine erstaunliche Antwort: Wenn Pädophile Bilder betrachten, ohne dass Kinder gedemütigt werden, dann sei das okay. Nur eine SPD-Frau hielt mit Law and Order dagegen.

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Wirbelwind 24.02.2014, 14:28
280.

Zitat von Vielfaltiger
Wenn ich z.B. keinen Sex mit Frauen bekomme, kann ich auch nicht ersatzweise auf Männer zugreifen, weil die mich sexuell nicht ansprechen.
Falsch. Vergewaltigungen an männlichen Gefängnisinsassen werden z.B. mehrheitlich von Tätern begangen, die eigentlich gar nicht homosexuell sind.

Und neben Ersatztätern darf man auch die sadistischen Täter vergessen, für die gar nicht die sexuelle Befriedigung im Vordergrund steht, sondern für die die sexuelle Handlung nur eine besonders perfide Möglichkeit darstellt, das Opfer zu demütigen.

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Humboldt 24.02.2014, 14:33
281. Mehrzahl der Täter nicht pädophil

Zitat von Vielfaltiger
Ich möchte das bestreiten: Ich glaube nicht daran, dass ein sexueller Missbrauch bei Kindern geschieht, wenn jemand nicht eine pädophile Neigung hat (wenn auch nur im geringen Maße). Es heißt es sei u.a. Ersatz, weil man keinen Sex mit Erwachsenen bekommt. Wenn ich z.B. keinen Sex mit Frauen bekomme, kann ich auch nicht ersatzweise auf Männer zugreifen, weil die mich sexuell nicht ansprechen. Genauso muss es auch bei Kindern sein. Wenn ich sie nicht wenigstens etwas sexuell anziehend finde, werde ich mich nicht an ihnen vergreifen.
Ihre Einschätzung ist aber wissenschaftlich nicht haltbar. Genau diese Ersatzhandlung an Kindern erfolgt!

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gegenrede 24.02.2014, 14:35
282.

Zitat von Wirbelwind
Die Wahrheit ist halt manchen Menschen viel zu kompliziert. Jeder, der sich um sprachliche Präzision bemüht, wird dann als Korinthenkacker oder Gutmensch diffamiert. In der Gedankenwelt der Schwarz-Weiß-Maler gilt hat "jeder Pädophile ist ein potenzieller Kinderschänder" und "jeder sexuelle Kindesmissbrauch geht auf das Konto der Pädophilen". Dass es überhaupt Kinderschänder geben soll, die nicht pädophil sind, sprengt bereits das Vorstellungsvermögen großer Bevölkerungsteile.
Dass >60% der sexuellen Kindesmissbräuche von Nicht-Pädophilen begangen wird, wird von der Pädophilen-Phobiker-Fraktion nie erwähnt. Man könnte fast den Eindruck gewinnen dass die Pädophilen als Projektionsfläche, für was auch immer, herhalten müssen....

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otelago 24.02.2014, 14:43
283. Betrachtungsweise

Zitat von Wirbelwind
Die Wahrheit ist halt manchen Menschen viel zu kompliziert. .
Ja, zB ist es kompliziert sich mit Tatsachen zu befassen, wie der Tatsache, daß in vielen arabischen oder afrikanischen Ländern munter unter 14 Jahren verheiratet wird - nicht ausnahmsweise, sondern verbreiteterweise.

In der hier gängigen Definition sind alle Beteiligten krank und behandlungswürdig.

Die Dinge sind nunmal nicht so klar, sondern eher unklar.

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mundi 24.02.2014, 14:45
284. Woher hat der Pädophile die Bilder?

Zitat von kjartan75
Man merkt, dass Sie die Sendung nicht gesehen haben. Das bezog sich auf z. B. Versandkataloge wo Kinderbademode zum Beispiel präsentieren. ....
Das ist doch ein Nebenschauplatz. Herr Edathy wird nicht verdächtigt, Bilder von mit Badeanzügen gekleideten Kindern aus einem Katalog bestellt und betrachtet zu haben.

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katzenheld1 24.02.2014, 14:48
285. Nicht die Wahrheit ist kompliziert

Zitat von Wirbelwind
Die Wahrheit ist halt manchen Menschen viel zu kompliziert. Jeder, der sich um sprachliche Präzision bemüht, wird dann als Korinthenkacker oder Gutmensch diffamiert. In der Gedankenwelt der Schwarz-Weiß-Maler gilt hat "jeder Pädophile ist ein potenzieller Kinderschänder" und "jeder sexuelle Kindesmissbrauch geht auf das Konto der Pädophilen". Dass es überhaupt Kinderschänder geben soll, die nicht pädophil sind, sprengt bereits das Vorstellungsvermögen großer Bevölkerungsteile.
Ich mische mich mal in ihre Frauenkommunikation ein, Serene und Wirbelwind. In diesem Forum geht es um Pädophile; diese wird als psychische Störung der Sexualpräferenz angesehen, nur so zur sprachlichen Präzision. Und es geht im Fall Edathy, der die derzeitigen Diskussionen auslöste, um einen Pädophilen, der sich Nackfotos von kleinen Jungs beschafft hat. Wie die Hersteller dieser Fotos dabei vorgingen und dass er als Kunde dafür sorgte, dass das „Geschäft“ floriert, war ihm egal, also ist er ein Täter. Dass es heterosexuelle Kinderschänder gibt, hat hier keiner bestritten. Wohl aber gibt es (zu) viele Foristen und Foristinnen, die Pädophilie als zu vernachlässigende sexuelle „Neigung“ relativieren möchten und sogar welche, die Pädophilie als legitimen Ausdruck sexueller Freiheit ansehen. Und es gibt viele, die sagen „Der arme unschuldige Mann hat doch nur Bilder der Kategorie 1 gekauft“.

Ich zitiere mal aus einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit dem Ambulanzleiter der Regensburger Anlaufstelle für Pädophile, Michael Osterheider:

„Die Trennung zwischen Kategorie eins und zwei ist absurd. Die angeblich harmlose Kategorie zwei - in diesem Fall sind nackte Kinder, aber keine aufreizenden Posen und sexuellen Handlungen zu sehen - ist ebenso problematisch wie Kategorie eins. Die betroffenen Menschen werden ohne ihr Wissen anonym zu Opfern gemacht und erfahren von diesen Aufnahmen vielleicht erst Jahre später. Das darf nicht sein, hier muss der Gesetzgeber dringend handeln.“

„Fast alle Pädophilen, die sich an uns wenden, haben es bereits genutzt. Ein erklärtes Therapieziel ist es, dass die Teilnehmer auf kinderpornografische Darstellungen verzichten. Wir wissen, dass durch den Konsum von Kinderpornos eine Sogwirkung entsteht: Zunächst befriedigen die Videos und Fotos die sexuellen Bedürfnisse des Pädophilen. Doch irgendwann - in einigen Fällen nach Monaten oder Jahren - reicht manchen Männern das nicht mehr. Sie wollen ihre Phantasie dann in die Tat umsetzen und suchen verstärkt die Nähe zu Kindern und werden ihnen gegenüber teilweise sexuell übergriffig.“

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!Obacht! 24.02.2014, 14:54
286.

Zitat von Humanist1978
wie schön, dass von der ARD mal wieder unterschlagen wurde, dass Udo Vetter Mitglied in der Piratenpartei ist! Vetter Genau so wie die Domscheid-Bergs auch immer nur als "Netzaktivisten" vorgestellten werden, obwohl auch beide bei den Piraten aktiv sind, Anke davor sogar bei den Grünen! Volksverdummung!
Und Sie haben vergessen zu erwähnen, dass sie in der Freiwilligen Feuerwehr, im Schützenverein und im Kirchenchor sowie regelmäßiger RTL Zuschauer und CDU Wähler sind.

Was tut es zur Sache, dass Herr Vetter ein "Pirat" ist?

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Vielfaltiger 24.02.2014, 15:07
287.

Zitat von Humboldt
Ihre Einschätzung ist aber wissenschaftlich nicht haltbar. Genau diese Ersatzhandlung an Kindern erfolgt!
Aber doch nur, wenn derjenige die Kinder zumindest etwas sexuell ansprechend findet oder er ein Sadist ist.

Zitat von Wirbelwind
Falsch. Vergewaltigungen an männlichen Gefängnisinsassen werden z.B. mehrheitlich von Tätern begangen, die eigentlich gar nicht homosexuell sind.
Aber wenn das Opfer den Täter nicht auf irgendeine Weise anregend findet, würde der Täter doch die Finger von dem Opfer lassen.

Zitat von Wirbelwind
Und neben Ersatztätern darf man auch die sadistischen Täter vergessen, für die gar nicht die sexuelle Befriedigung im Vordergrund steht, sondern für die die sexuelle Handlung nur eine besonders perfide Möglichkeit darstellt, das Opfer zu demütigen.
Ja das stimmt. Auch hier müsste irgendein Interesse am Kind bestehen, sonst könnte der Sadist ersatzweise auch auf einen Erwachsen zurückgreifen.

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Wirbelwind 24.02.2014, 15:09
288.

Zitat von katzenheld1
Ich zitiere mal aus einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit dem Ambulanzleiter der Regensburger Anlaufstelle für Pädophile, Michael Osterheider: „Die Trennung zwischen Kategorie eins und zwei ist absurd. Die angeblich harmlose Kategorie zwei - in diesem Fall sind nackte Kinder, aber keine aufreizenden Posen und sexuellen Handlungen zu sehen - ist ebenso problematisch wie Kategorie eins. Die betroffenen Menschen werden ohne ihr Wissen anonym zu Opfern gemacht und erfahren von diesen Aufnahmen vielleicht erst Jahre später. Das darf nicht sein, hier muss der Gesetzgeber dringend handeln.“
So so. Die Trennung soll also absurd sein. Demnach macht es also keinen Unterschied, ob sexuelle Handlungen an einem Kind vollzogen werden, oder ob ein für sich genommen zulässiges Kinderfoto als Masturbationsvorlage verwendet wird? Beide Sachverhalte sind aus Sicht von Hr. Osterheider gleichwertig? Aus meiner Sicht ist es durchaus gerechtfertigt, diese beiden Sachverhalten unterschiedlichen Kategorien zuzuordnen, was jetzt keineswegs heißt, dass ich einen von beiden für unproblematisch halte. Aber mir kann niemand weismachen, dass die Folgen für die betroffenen Kinder vergleichbar sind.

Zitat von
Wir wissen, dass durch den Konsum von Kinderpornos eine Sogwirkung entsteht: Zunächst befriedigen die Videos und Fotos die sexuellen Bedürfnisse des Pädophilen. Doch irgendwann - in einigen Fällen nach Monaten oder Jahren - reicht manchen Männern das nicht mehr. Sie wollen ihre Phantasie dann in die Tat umsetzen und suchen verstärkt die Nähe zu Kindern und werden ihnen gegenüber teilweise sexuell übergriffig.“
Hochinteressant: Eine Psychologin, die ebenfalls aus der Regensburger Ambulanz stammte, hat erst vor wenigen Tagen bei Stern-TV überzeugend dargelegt, dass es keinen statistischen Nachweis für diese Theorie gibt, und dass sie unter Fachleuten umstritten ist. Nun wird die gute Frau vielleicht Ärger mit ihrem Chef bekommen, aber ich schließe daraus, dass Hr. Osterheider nicht einmal harte Belege für diese Theorie hat, sondern dass sie eher seinem Bauchgefühl entspringt.

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Wirbelwind 24.02.2014, 15:14
289.

Zitat von Vielfaltiger
Aber wenn das Opfer den Täter nicht auf irgendeine Weise anregend findet, würde der Täter doch die Finger von dem Opfer lassen.
Ich vermute, Sie haben sich hier verschrieben und im ersten Halbsatz Täter und Opfer vertauscht. Jedenfalls müsste man nach ihrer Logik auch die eigene Hand sexuell anregend finden, um sich selbst zu befriedigen. Wie heißt es so schön? In der Not frisst der Teufel Fliegen.

Zitat von
Ja das stimmt. Auch hier müsste irgendein Interesse am Kind bestehen, sonst könnte der Sadist ersatzweise auch auf einen Erwachsen zurückgreifen.
Von einem Erwachsenen ist aber erheblich mehr Widerstand zu erwarten als von einem Kind. Nur weil jemand ein Sadist ist, bedeutet dies ja nicht automatisch, dass er mutig genug ist, um seinen Sadismus an Erwachsenen auszuleben. Feige Sadisten greifen eben auf möglichst wehrlose Opfer zurück, und dazu zählen nun einmal leider auch Kinder.

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