Forum: Kultur
Jauch-Talk zum Germanwings-Absturz: "Im Cockpit kann man sich keine Unehrlichkeit lei
DPA

Die nächste Talkshow, dasselbe Thema: Die Debatte zum Germanwings-Absturz bei Günther Jauch lieferte zwar kaum neue Erkenntnisse, aber die Gäste bemühten sich immerhin um Differenzierung.

Seite 10 von 12
spiegel0111 30.03.2015, 12:07
90. Bahnfahren ist sicher?

Zitat von Bundeskanzler20XX
Bei Zugführern kann ich die Ein-Person-Strategie noch nachvollziehen, da deren Anwesehnheit über einen Fußknopf permanent abgefragt wird.
Sie glauben also, dass der Lokführer, wenn er mit 160 km/h in die Langsamfahrstelle rauschen will, den Fussknopf nicht mehr betätigt. Sehr interessant!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Scheidungskind 30.03.2015, 12:13
91.

Zitat von siora
Es vergisst wohl jeder, dass im Cockpit auch nur einfache Menschen sitzen. Sicher, sie sollten nie einen schlechten Tag mit Kummer, Unkonzentriertheit oder schwere Probleme wie Depressionen haben. Aber ein Pilot ist auch nur ein Mensch. Wie ein Busfahrer mit seinen Passagieren oder ein Zugführer oder ein Schiffskapitän. Anstatt auf dem Copiloten herumzuhacken würde ich mir da eher mal Sorgen um unsere Gesellschaft machen, wie es überhaupt möglich sein konnte, dass es dem Mann unbemerkt so schlecht gehen konnte und sich überhaupt erst so viel anstauen konnte, dass er diese Gelegenheit als letzten Ausweg empfunden hat. Solange man immer noch um den Job und damit Haus und Hof fürchten muss sobald man in dieser Leistungsgesellschaft mal nicht mehr 150% funktioniert, solange betäubt man nur Symptome aber bekämpft nicht die Ursache.
Das ist schon richtig, allerdings natürlich dem Leistungsgedanken diametral entgegengesetzt.

Ggf. hilft ja eine gesetzliche Regelung, dass von Renditen > 10% vom Umsatz 2 Prozentpunkte direkt in stressmindernde Vorsorgemaßnahmen unter Beteiligung unabhängiger Gremien/Personen fließen müssen.

Man würde damit wohl keine Lufthansa-Piloten entlasten, allerdings gerade die sog. "Heuschrecken" treffen, die durch starken Druck aufs Management versuchen, Renditen zwischen 15 und 25% zu erwirtschaften.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
taglöhner 30.03.2015, 12:46
92. Regen und Traufe

Zitat von Bundeskanzler20XX
Man stelle sich vor der Kapitän schlägt den Copiloten K.O. und macht das... Das Argument, das die 2 Personenregel auch risiken birgt ist zwar nicht falsch, doch stellt sie ein geringeres Risiko da als wenn es Zeitpunkte gibt in denen nur eine Person im Cocpit sitzt.
Die Risikoabwägung gegenüber der bisherigen Praxis muss berücksichtigen, dass eine solche 2. Person, die kein Pilot und damit noch weniger "monitored" ist, ebenso als Zeitbombe herumlaufen könnte, die nur auf den günstigen Moment wartet...

Ob wir die Diskussion über kurz oder lang anlässlich eines durchgeknallten Flugbegleiters erneut führen müssen, ist doch nicht gewiss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
v.finn 30.03.2015, 12:55
93. Absturz German Wings

Die Erklärung über das Motiv kann ganz einfach die Zukunftsperspektive des Copiloten sein: Er wusste, dass er seine Fluglizenz wegen medizinischer Probleme verlieren würde. Das ist für einen Piloten der Supergau, weil er damit seine ganze Zukunft und Liebe verliert. Also dachte er sich vielleicht: "wenn ich nicht, dann die anderen auch nicht!"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
river runner 30.03.2015, 13:04
94. Was soll in Zukunft passieren?

Der Wahlspruch der Anatomie der Universität Heidelberg lautet:

„Hier freut sich der Tod, dem Leben zu helfen“
Ich finde diesen Wahlspruch der Medizin gut. Eine schonungslose Analyse, was medizinisch war, hat schon vielen Menschen danach das Leben gerettet.

Es sind doch zwei Fragen strikt zu unterscheiden, die in der Sendung wild durcheinandergingen:

1) Wie gehen wir mit dem um, was geschehen ist?

2) Wie soll das, was geschehen ist, in Zukunft verhindert werden, bzw. wie sollen offenbar gewordene Risiken in Zukunft minimiert werden?

Ich beschäftige mich jetzt im folgenden nur mit Punkt 2, und stelle dazu fest, dass das Unternehmen Lufthansa die Frage, was geschehen ist, selbst nicht lückenlos beantworten kann, weil das Unternehmen selbst juristische Risiken hat, wenn ihm irgendeine Art von „Negligence“ nachgewiesen wird. Das Unternehmen ist also schon jetzt Partei in einem drohenden Rechtsstreit und schon allein deswegen nicht objektiv.

Die Aufgabe, das zu definieren, was geschehen ist, müssen also andere übernehmen: Beispiele:
französische Staatsanwälte, investigative Journalisten, sachkundige, nicht befangene neutrale Ärzte

Eine Frage ist: An welcher konkreten Krankheit war der Pilot erkrankt?

Dazu bilde ich jetzt ein willkürliches Beispiel: Irgendein Junge ist von früher Jugend an an einer endogenen Depression erkrankt. Diese besonders schwere Depression bleibt schon Mitschülern nicht verborgen. Der Junge selbst merkt, dass es ihm besser geht, wenn er viel Sport treibt und empfindet beim Fliegen Glücksgefühle. Der Junge entwickelt daher schon früh die Idee, Flieger werden zu wollen. Das ist eine Idee der Selbsthilfe, um der endogenen Depression zu entkommen

Falls man dazu etwas herausfinden will, muss man nicht Fliegerärzte befragen, sondern Hausärzte, Kinderärzte und Jugendpsychiater.

Um Fragen zu stellen, muss das, was geschehen ist, erst einmal richtig definiert werden: War das ein Homizid-Suizid? Die Ausage des Bischofs, man könne doch nicht jeden erweiterten Suizid diesem Ereignis gleichstellen, halte ich für richtig. Aber jede moralische Wertung, welche auch immer, trägt zur Vernebebelung der medizinischen Fakten bei.


Im Moment beschäftigt sich die Öffentlickeite schon verständlicherweise mit der Frage:

Was soll in Zukunft geschehen? Auf die Frage:


Was halten Sie von einer Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht für sensible Berufe?

Hier haben schon 75 % der Leser mit „Finde ich gut.“ geantwortet, siehe:

Germanwings-Katastrophe
Politiker fordert Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht


http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_73461526/lockerung-der-schweigepflicht-nach-germanwings-absturz-gefordert.html



Diese Frage ist absolut sensibel und muss mit allen Pro und Cons diskutiert werden.

Für vorrangig halte ich die Frage, wie schon in Kindheit und Jugend psychisch aufgefallenen Personen der Zugang in den Traumberuf Pilot in Zukunft verweigert wird.

Zur Beantwortung dieser Frage können Jugendpsychiater und selbst Mitschüler sicherlich mehr beitragen als die Fliegerärzte der Branche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
flo_bargfeld 30.03.2015, 13:11
95. Wer hat Günther Jauch bloß eingeredet, dass er Journalist sei?

Die Fragen von Günter Jauch waren nicht einfach nur "befremdlich", sondern von teils erschreckender Ahnungslosigkeit. Mehr als einmal entstand der Eindruck, dass Herr Jauch nicht im geringsten auf dieses Thema vorbereitet ist – wie schon so oft in vorangegangenen Jauch-Talks. Eigentlich müsste die ARD doch einen verantwortlichen Chefredakteur haben, der hier mehr journalistische Qualität anmahnt – aber das traut sich vermutlich beim teuren Quotenonkel Jauch niemand. Für mich ist der Jauch-Talk ein journalistisches Armutszeugnis für das Erste. In meinen Augen muss dieser Job auf diesem Top-Sendeplatz von einer Persönlichkeit gemacht werden, die sich wirklich in die Fakten reingefuchst hat und auf dieser Basis hartnäckige Fragen stellt – ungefähr so, wie Frank Plasberg das früher einmal gemacht hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ulrike E. 30.03.2015, 13:22
96. Ist es so eindeutig, dass es der Co-Pilot war?

Nein, eben nicht, aber weil es von den Medien im Umlauf gebracht wurde, sprangen alle *gerne* auf.

Was ist, wenn es doch technisches Versagen war? Momentan sollte man davon *nichts* ausschließen.

Stattdessen veröffentlicht man den vollen Namen des toten Co-Piloten, mit dem Verweis, er wäre nun eine Person des öffentlichen Interesses.

Ein größeres Fehlverhalten gibt es selten. Anstatt in *Ruhe* zu ermitteln, wird immer neue "Fakten" bekannt gegeben, selbst wenn diese noch nicht verifziert wurden.

Würde man *falls* man sich geirrt hat, dies ebenso groß einräumen?

Das wage ich stark zu bezweifeln.

Auffällig ist u.a. das das Flugzeug bereits in der Nähe von Marseille *erstmalig* in den Sinkflug ging, aber das ist für die Reporter kaum von Belang, denn es würde einige Theorien ins Wanken bringen.

Denkt mal in Ruhe darüber nach!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
koelnrio 30.03.2015, 13:28
97. Jauch wie immer verpeilt

Wie so oft war Jauch verpeilt, wie so oft, schaute er seinen Gegenübern nicht in die Augen - im Gespräch mit der Psychologin war das deutlich zu sehen.
Überbezahlt - bitte absetzen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wolly21 30.03.2015, 13:48
98. Guter Journalist?

Zitat von flo_bargfeld
Die Fragen von Günter Jauch waren nicht einfach nur "befremdlich", sondern von teils erschreckender Ahnungslosigkeit. Mehr als einmal entstand der Eindruck, dass Herr Jauch nicht im geringsten auf dieses Thema vorbereitet ist – wie schon so oft in vorangegangenen Jauch-Talks. Eigentlich müsste die ARD doch einen verantwortlichen Chefredakteur haben, der hier mehr journalistische Qualität anmahnt – aber das traut sich vermutlich beim teuren Quotenonkel Jauch niemand. Für mich ist der Jauch-Talk ein journalistisches Armutszeugnis für das Erste. In meinen Augen muss dieser Job auf diesem Top-Sendeplatz von einer Persönlichkeit gemacht werden, die sich wirklich in die Fakten reingefuchst hat und auf dieser Basis hartnäckige Fragen stellt – ungefähr so, wie Frank Plasberg das früher einmal gemacht hat.
Nennen Sie einen aus den Print-, Radio-,TV-Medien der es besser macht.
Die Fragen von "teils erschreckender Ahnungslosigkeit" sind doch die, die der "ahnungslose" Bürger stellen würde.
Jauch stellt sie stellvertretend für die Zuseher.
Sie erwähnen Frank Plasberg, der "sich wirklich in die Fakten reingefuchst hätte und auf dieser Basis hartnäckige Fragen gestellt hätte.
Welche "Fakten" hätten denn Herrn Plasberg (oder anderen) zur Verfügung gestanden?
Es wurde von den "Talkern" über mögliche Ursachen diskutiert, und auch soweit ganz kompetent, wobei mir Herr Huber mit seiner Attacke gegen die Vorverurteilung der Depressiven gut gefallen hat.

Die Diskussion bei Jauch hat eben gezeigt, daß Fakten großenteils noch fehlen (möglicherweise immer verborgen bleiben), aber die Öffentlichkeit ist gierig, über solche Katastrophen zu spekulieren. Bei Jauch wurde dafür sehr wenig, sehr zurüchaltend spekuliert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gregor 2 30.03.2015, 13:49
99. Nicht täglich solche z.T. oberflächliche Diskussionen

Dem ersten Beitrag stimme ich durchaus zu und stelle fest: Jauch formulierte befremdliche, taktlose bis blöde Fragen.So z.B. warum es so schwer sei, den Datenschreiber zu orten. Fast alle Medien sind täglich bemüht um die Menschen in unsererm Land mit "Neuen Details" zu diesem gewiß sehr schrecklichen Ereignis zu informieren. Doch wollen das die Bürger tatsächlich täglich - im Ferndehen fast stündlich - serviert bekommen ? Es ist dringend geboten, den zahlreichen Opfern nicht fortlaufend über die Medien diese z.T. vermuteten Thesen anzubieten. Die komptenten Experten und beauftragten Fachleute sollen ihre Arbeit in Ruhe und Besonnenheit ausführen und es ist nicht notwendig uns täglich mit diesem Thema zhu überfluten. Leider besteht immer wieder die Gefahr einer Vorveruteiulung, die in diesem Fall erstens keinen Nutzen bringt und in vieler Hinsicht Schäden verursacht. Hört auf mit den zahlreichen Talks zu diesem Thema ! Wartet ab bis es gesicherte
Erkenntnisse gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 12