Forum: Kultur
Jazzgeschichte: Falsches Saxofon auf Charlie Parkers Grabstein
William Gottlieb

Ein Buch über den genialen Begründer des Bebop, eine CD-Box mit legendären Aufnahmen und eine LP-Box mit historischen Einspielungen von Oscar Peterson - die Vergangenheit des Jazz wird hier lebendig.

chaps 27.04.2014, 11:40
1. Danke für den Artikel!

Hatte schon die Befürchtung SPON berichtet nur noch über Metal. Insbesondere das Buch werde ich mir holen. Für Leute die mal bei Charlie Parker reinschnuppern möchte, empfehle ich die Videos auf Youtube zu schauen. Da ist anständiges Material dabei. Danach kann mann sich weiter in den Jazz verlieben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
W. Robert 27.04.2014, 12:02
2. Neue Dekadenz

In Kürze werden wohl auch die restaurierten Aufnahmen bei YouTube auftauchen, wo man schon große Teile des Repertoires der Jazzlegenden völlig gratis bekommt. Wer noch CDs oder LPs kauft, leistet inzwischen wohl eher eine freiwillige Kulturabgabe. Dazu gibt es noch Internetradios wie „Radio Swiss Jazz“ die einen 192er kbps- Stream anbieten, der die beschränkte Klangqualität historischer Aufnahmen praktisch voll ausreizt. Man kann also den ganzen Tag Jazz im Überfluss hören, völlig gratis, und mit einem Repertoire, das auch der eifrigste Sammler nicht zusammenbekommt.

Sehen wir mal die positive Seite: Die historischen Aufnahmen erreichen mehr Hörer als je zuvor. Negativ betrachtet führt das eben zu einem Niedergang der aktuellen Produktionen. Mangels ökonomischer Basis geht eben so manches kleine Label ein. Irgendwann merkt man dann, dass die populäre Musikkultur stagniert, und immer weniger bezahlbare Live-Konzerte stattfinden. Nicht mal mehr die Berliner Philharmoniker haben einen Plattenvertrag. Das scheint aber nicht so wichtig zu sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maifreuden 27.04.2014, 17:05
3. statt eines Altsaxofons

Abbildung 2, BU-Zitat: „… Dort ist auf Charlie Parkers Grabstein statt eines Altsaxofons ein Tenorsaxofon abgebildet.“
Ha ha, in Anbetracht seines Endes durch Totlachen auf der Coach von Pannonica de Koenigswarter hat das Tenorsaxofon durchaus was. Zur Erinnerung, Tenorsaxophon spielte Charlie Parker u.a. auf den legendären Red Cross Recordings …

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thg 27.04.2014, 23:43
4. der kauf einer vinyl scheibe

folgt weniger nostalgischen Gefühlen als dem Anspruch an audiophile Qualität! Wem ein abgespeckter digitalfile klanglich reicht, der ist mit mp3 und Digitalradio am Ziel. Wer auf guten Sound wert legt, der kauft sich halt Vinylscheiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bikenstrings 28.04.2014, 09:23
5. Es-Alt oder Bb-Tenor

... oder die Frage - was ist Musik - oder ... Tschäääs - schitegool; einfach mal Charlie Parker anhören; er war einer der GANZ Großen.
Danke für den Artikel! Bin so verwirrt, dies hier anzutreffen ...mehr davon! Hier ist u.a. die Charlie Parker-Komposition "Au Privave": http://routenote.com/r/bikenstrings/4260142740042

Beitrag melden Antworten / Zitieren
al.dente 28.04.2014, 09:32
6. Vinyl klingt nicht besser

Zitat von thg
folgt weniger nostalgischen Gefühlen als dem Anspruch an audiophile Qualität! Wem ein abgespeckter digitalfile klanglich reicht, der ist mit mp3 und Digitalradio am Ziel. Wer auf guten Sound wert legt, der kauft sich halt Vinylscheiben.
Ich habe lange Zeit einen hochwertigen Plattenspieler gehabt und eine umfangreiche Vinylsammlung (mit viel Jazz) dazu.
Dass Vinyl besser klingt als mp3 ist klar. Aber dass es besser klingt als CD, FLAC oder high resolution ist Unsinn. Das behaupten auch nur Leute, die teure, gepflegte Plattenspieler besitzen, aber nicht bereit sind, in "anständiges" Digital-Equipment zu investieren. 5000 € für einen CD-Player oder ein ähnlicher Betrag für einen guten Server nebst DA-Converter: Dann klappt´s auch mit dem Klang.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lapislaz 28.04.2014, 21:15
7. Nicht besser, nur anders

Die Jazzer mal wieder. Wer es für besonders erstrebenswert hält möglichst kompliziert zu musizieren, dem sei gesagt: es ist genauso schwer/leicht einen Jazz Akkord oder einen stinknormalen Dur-Akkord zu musizieren.

Dazu dann kleine Melodien zu spielen nennt sich Improvisation (eigentlich vom Wortlaut: Verbesserung). Viele Musiker können das nach einigen Jahren "aus dem Bauch heraus", was auf Erfahrungswerte basiert, welcher Ton nun gerade zu welchem Akkord "passt". Spielt man nun sehr schnelle Akkordwechsel und Basslinien, kann man beim Improvisieren kaum noch etwas "falsch" machen. Es sind ja nur Bruchteile von Sekunden.

Ich fand den Film damals übrigens sehr klasse, hab mir dann die CD gekauft und war von dem "Gedudel" mehr als enttäuscht.

Als verkrachte Existenz unter romantisierenden Gesichtspunkten war Parker allemal ein klasse Typ. In seiner Haut und der seines Umfeldes zu stecken war bestimmt arg schwieriger.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sam_Dicamillo 12.05.2014, 17:05
8.

An Lapizlaz, sie sagten : "Es ist genauso schwer/leicht einen Jazz Akkord oder einen stinknormalen Dur-Akkord zu musizieren"
Erstens gibt es keine "Jazz-Akkorden" : Alle Akkorden die in der Jazz Musik vorkommen, inklusiv die "Verminderten", die man irrtümlicherweise als "Jazz- Akkorden" deuten kann, alle diese Akkorden sind in der Klassik zu finden.
Zweitens, man "Improvisiert" keine "Kleine Melodien", als Jazz Solist, sondern ganze "Muskalische-Geschichten" über die harmonische Struktur eines vorgetragenes Songs.
Und warum : "Die Jazzer mal wieder" ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren