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Jazzsängerin Uschi Brüning: "Die Menschen im Westen interessieren sich nicht für uns"
ullstein bild

In der DDR galt Uschi Brüning als die "Ella Fitzgerald des Ostens" - dann fiel die Mauer. Im Interview erzählt sie von ihrer Furcht vor dem Westen, Kokspartys in der Sowjetunion - und sie macht Wolf Biermann ein spätes Geständnis.

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jo-bo-sa 03.03.2019, 15:23
50. #48 Neander......

https://m.lr-online.de/nachrichten/sachsen/tourismus-rekord-im-freistaat-sachsen_aid-7542499

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.patou 03.03.2019, 15:28
51.

Zitat von Dubalina Pflanze
Weiss ja nicht warum Sie so denken, für mich klingt's einfach ruhig-sachlich, das Interview. Wenn einem der Staat unterm Hintern eingeklappt wird und ins Museum verfrachtet, ist man halt erstmal konsterniert. Das drückt Frau Brüning recht nachvollziehbar aus, in dem Interview. Sie ist bodenständig, hat keine Star-Allüren. Hut ab.
Also ersten sind die DDR-Bürger selbst dafür auf die Straße gegangen, dass ihr "Staat eingeklappt" wird. (Dann haben sie mehrheitlich Kohl gewählt)

Zweitens kann man natürlich "erstmal" konsterniert sein, aber dass man sich 30 Jahre später immer noch daran abarbeitet (und inzwischen in vielen Gegenden mehrheitlich rechtsextrem wählt) ...
Frau Brünings Bedauern gilt offensichtlich vor allem der Tatsache, dass sie von diesem Staat nicht mehr profiteren kann.

Zu den fehlenden Star-Allüren: Ich will niemandem zu nahe treten, aber wir reden hier von einer Sängerin, deren Popularität sich auf einige Regionen Deutschlands beschränkt und die selbst im Interview gebeten wird zu erklären, was sie eigentlich so macht, nicht von jemandem, der jedes Jahr in Montreux gebucht wird.

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heino.dengel 03.03.2019, 15:32
52.

Sicherlich waren viele Dinge schwer, aber dass jetzt im Osten schlechter leben, gehört doch wohl ins Reich der Märchen.

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Papazaca 03.03.2019, 15:38
53.

Vera, aus der Biografie einer 72 jährigen Jazz-Sängerin ist eine grundsätzliche Diskussion geworden. Was die DDR war, welche Erwartungen beide Seiten hatten und über die letzten politischen Entwicklungen im Osten.

Meiner Ansicht nach hat das nur bedingt was mit Uschi Brüning zu tun. Sondern alle mögliche Gefühle und Reflexe (auf Pegida, Höcke, doofe Wessies, niedrige Löhne +Gehälter). werden ausgelöst.

Mein Vater, mit dem ich übrigens nicht gut auskam, sagte mal zu den Vertriebenen: Das Problem löst sich mit der Zeit, wenn die direkt Betroffenen "wegsterben". Er hatte recht. Mit den Verwerfungen in der DDR bzw. dem Osten sehe ich es ähnlich. Und richtig, es gibt effektiv viele Gründe für Animositäten auf beiden Seiten. Aber ich persönlich habe keine Lust, in diese Kerbe zu hauen. Es interessiert mich zwar, aber im Großen und Ganzen will ich nicht meinen Senf dazu geben. Dazu weiß ich zu wenig. Und es ist auch kein Thema, das dem Muster Gut/Schlecht folgt, dazu ist es zu komplex.

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Neandiausdemtal 03.03.2019, 15:51
54. Danke!

Zitat von jo-bo-sa
https://m.lr-online.de/nachrichten/sachsen/tourismus-rekord-im-freistaat-sachsen_aid-7542499
Ich weiß, dass der Tourismus in Sachsen zunimmt. Dresden und das Elbsandsteingebirge sind ja auch sehenswert, aber wenn ich Hunger habe, kehre ich im in Dresden beim Vietnamesen ein. Die haben zwar inzwischen auch Angst, wenn der rechte Pöbel durch die Straßen marodiert, sind aber noch da.

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Neandiausdemtal 03.03.2019, 16:00
55. Schon......

Zitat von .patou
Also ersten sind die DDR-Bürger selbst dafür auf die Straße gegangen, dass ihr "Staat eingeklappt" wird. (Dann haben sie mehrheitlich Kohl gewählt) Zweitens kann man natürlich "erstmal" konsterniert sein, aber dass man sich 30 Jahre später immer noch daran abarbeitet (und inzwischen in vielen Gegenden mehrheitlich rechtsextrem wählt) ... Frau Brünings Bedauern gilt offensichtlich vor allem der Tatsache, dass sie von diesem Staat nicht mehr profiteren kann. Zu den fehlenden Star-Allüren: Ich will niemandem zu nahe treten, aber wir reden hier von einer Sängerin, deren Popularität sich auf einige Regionen Deutschlands beschränkt und die selbst im Interview gebeten wird zu erklären, was sie eigentlich so macht, nicht von jemandem, der jedes Jahr in Montreux gebucht wird.
....., aber ohne einen gutwilligen Gorbatschow wären die eben nicht auf die Straße gegangen.
Und das sie uns weitere 8 Jahre Kohl aufgebürdet haben, trage ich denen als historische Schuld nach.

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spiegelneuronen 03.03.2019, 16:01
56. vielleicht zu spiziell ...

Nun, wer neben diesem Interview hier noch etwas mehr über Uschi Brüning erfahren will, die nach dem Mauerfall auch keineswegs eingeklappt ist sondern z.B. in der Kulturbrauerei in Berlin sehr präsent und auch bis zum Tod von ihm, mit Manfred Krug gemeinsam auf der Bühne war - dem sei dieser Artikel der DW empfohlen.

https://www.dw.com/de/uschi-brüning-jazz-ist-eine-freie-musik/a-47622888

Warum man allerdings Politiker-Abende umrahmt aber damit keine politische Aussage verbindet, sorry - das ist mir ein Rätsel und da würde ich gerne mal nachfassen wollen (da warst du vor 1989 aufmerksamer).

Manfred Krug, Günther Fischer und Uschi Brüning - eine ähnliche Konstante im Spannungsverhältnis Krug / Fischer hat neben Uschi Brühning wahrscheinlich nur noch Wolfgang "Zicke" Schneider erhalten können.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9273721.html

http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/9273721

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heinrich.busch 03.03.2019, 16:40
57. So wie Forist #45

sehe ich das auch. Auch nach 30 Jahren, so wie die Meisten hier schreiben, haben ein Grossteil der "Wessis" gar nicht verstanden was da passiert ist. Ich glaube sie denken in der überwiegenden Zahl immer noch ;- nun haben die doch ihre Bananen und jetzt sollen die Ruhe geben.
Das inzwischen die zweite Importwelle in Form von AfDlern aus dem Westen drüber rollt ist auch der Arroganz der westdeutschen CDU und SPD Wählern geschuldet.
Platt machen und ewige Dankbarkeit fkt. auch in der Beamtenfemokratie nicht!

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kurz angemerkt 03.03.2019, 16:51
58. angepasst

Was für eine durch und durch angepasste Frau! „Man ist dem Gesellschaftssystem ausgeliefert, in dem man lebt. Das galt in der DDR und das gilt jetzt.“ Da wird mal eben eine Diktatur mit einem Rechtsstaat gleichgesetzt und der Umstand, dass die DDR-Zensur die Veröffentlichung von amerikanischen Jazz-Texten (!) verhinderte, ist nur für scheinbar launige Anedokten über die unwürdige Notwendigkeit, diese am Radio mitschreiben zu müssen, gut. Es scheint nicht einmal ein Bedauern darüber auf, das man für das Privileg, in den Westen reisen zu dürfen (das aktuelle Gesellschaftssystem garantiert immerhin, überall hin reisen zu dürfen) die Überzeugungen und den Freund Wolf Biermann verraten hat: „Na ja, man wollte dazu gehören. Da wo was los ist, will man dabei sein.“ Frau Brüning reiste gerne in den Westen, um dem Staat, der sie ein wenig beschränkte, Andere unterdrückte, Devisen zu verschaffen. Und heute: „Wenn ich den Markt im Westen erobern kann - nichts dagegen.“ Wenige Zeilen später kommt dann die entlarvende Klage, nach der Wende plötzlich Konkurrenz und Marktgesetzen ausgesetzt zu sein. So ist das, wenn man moralisch teuer erkaufte staatliche Privilegien verliert. Und dann wird auch noch die Wohnung renoviert und die Westkacheln von der Wand gekloppt! Skandal, will man da rufen. Da bleibt der Künstlerin ja gar nichts anderes übrig, als für die Kanzlerin zu singen!

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Neandiausdemtal 03.03.2019, 17:04
59. Ich weiß, Vergleiche hinken immer....

Aber wenn man bedenkt, wo Westdeutschland 30 Jahre nach Kriegsende - also 1975 - war und das bei einer total desaströsen Ausgangsposition und damit vergleicht, was sich im ehemaligen "drüben" in den letzten 30 Jahren getan hat, bei einer wesentlich besseren Ausgangslage und ungleich mehr finanzieller Hilfe, da wundert man sich schon. Auch über den geistig-moralischen Zustand erheblicher Teile der "armen und benachteiligten" Bevölkerung.
Wobei ich unterstreichen möchte, dass diese rechten Irrläufer im Westen noch mehr Verachtung von mir ernten.

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