Forum: Kultur
Jerome Charyn: Wie ein Schriftsteller einen Präsidenten wie Trump voraussah
REUTERS

Sein Romanheld ist überzeugter New Yorker, hat Wahnvorstellungen und wird US-Präsident. Jerome Charyn hat einen visionären Krimi geschrieben - den echten Trump mit seinen "Maschinengewehr-Haikus" fürchtet er.

Kurbelradio 20.01.2017, 10:25
1. Idiocracy

Idiocracy (Filmtipp) ist ja auch nicht einfach so entstanden, sondern hat sich entwickelt. So sehe ich Trump als eine Art Meilenstein, in der Entwicklung nach Idiocracy. Falls es jemand nicht kennt: https://de.wikipedia.org/wiki/Idiocracy

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observerlbg 20.01.2017, 10:58
2. Ja @ Kurbelradio, das hatten wir hier schon öfter im Forum

Was passiert, wenn wir alle den Spruch unserer Eltern nachgeben: "der Klüger gibt nach". Dann wird die Welt von Idioten regiert. Nee, so einfach ist das nicht. Das aggressivste Raubtier dieses Planeten ist an der Spitze der Narungskette, weil er das aggressivste Raubtier ist.

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anna1 20.01.2017, 11:13
3. Schon 1980 hat Ted Allbeury die Story geschrieben...

Ted Allbeury hat 1980 den Roman "The Twentieth Day of January" herausgebracht. Es geht um die russische Regierung, die einem "unlikely candidate"für die US-Präsidentschaft zum höchsten Staatsamt verhilft.

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BettyB. 20.01.2017, 11:22
4. Tja, unglaublich, aber wahr

Kaum jemand wollte sie, die Armut in den USA wirklich offiziell wahrhaben bis Sanders kam. Ja, selbst in und nach der Finanzkrise der letzten Jahre wurde kaum das Leid der Armen geschildert, es wurden zumeist nur die Probleme der Reichen von den Meinungsmachern geschildert Da spielten lange viele Wissenden die Überraschten, ja, selbst noch als Clinton bereits verloren hatte, doch langsam dämmerte es auch den Hofsoziologen und -Politologen, ja sogar den sich zumeist gegenüber Armut blind und taub stellenden Hofökonomen, in der Demokratie gehört die Macht nicht allein den Reichen, wenn die Armen und Ausgebeuteten ihre Stimme erheben und zur Wahl gehen. Die Antwort heißt Trump. Nun werden die Kapitalisten und ihre Diener versuchen, ihn zu ihrem Schutz einzufangen, nun ja, ihn "einzubinden". Und Trump ist nicht Sanders. Schon die Auswahl seiner engsten Mitarbeiter lässt ahnen, dass es nicht den Reichen an die Geldbörsen geht, sondern die Armen im Taumel der Machttrunkenheit etwas später und somit zu spät merken, dass sie den Schatten nur scheinbar verlassen hatten. Wer nämlich auf Trump setzte und nicht auf Sanders, der setzte als Armer und Ausgebeuteter auf das falsche "Pferd"...

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Hank Hill 20.01.2017, 11:33
5. Idiocracy

ist ein wenig bekannter, sehr guter Film von Mike Judge, dem Vater von Beavis and Butthead. Allerdings geht er vom Jahr 2505 aus. Das heißt Personen wie Trump müßten die nächsten 488 Jahre Präsidenten der USA werden. Das ist sehr unwahrscheinlich.

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hmutt 20.01.2017, 12:59
6. Titan

Im Jahr 1898 veröffentlichte der Amerikaner Morgan Robertson den nicht beonders erfolgreichen Roman FUTILITY. Darin geht es um einen angeblich unsinkbaren britischen Schnelldampfer einer Reederei mit Sitz in Liverpool, der mit 3000 Menschen an Bord in einer Aprilnacht einen Eisberg im Nordatlantik rammt und sinkt. Der Name des Schiffes: Titan. Die Maße des Schiffes, Länge, Leistung, Geschwindigkeit, Tonnage sind für das Erscheinungsjahr des Romans reine Zukunftsmusik. Sie entsprechen aber in großer Übereinstimmung einem Schiff, das seinen Stapellauf über ein Jahrzehnt später hatte und dessen Namen heute jedes Kind auf der Welt kennt: HMS Titanic.

Als die Titanic sank, kam der bis dahin ziemlich unbekannte Roman Robertsons wieder in Druck und wurde ein Teil des Titanic-Mythos. Ob der Ähnlichkeiten von Fiktion und Wirklichkeit gab es Diskussionen, es war sogar von übersinnlichen Visionen die Rede. Der harte Kern des ganzen ist banal. Robertson kannte sich aus in der Seefahrt. Er hatte die Zeichen der Zeit erkannt und die damaligen Entwicklungen der Dampfschiffahrt ins gigantische extrapoliert. Die Kollision mit dem Eisberg war nicht ohne Vorbild, der Größenwahn und der ungebremste Fortschrittsglaube der Zeit ließen Schlimmes befürchten. Die Zeichen waren vorhanden. Robertson las sie nur genauer als andere.

Und wie sieht es heute aus? Die Zeichen sind lange da, Einkommensschere, Unterschicht-Fernsehen, Fox News, Tea Party Extremismus, fortschreitende Verrohung, Fake News usw.
Die Zeit für einen größenwahnsinnigen Populisten war reif genug, sich eine solche Geschichte auszumalen. Und nicht erst in diesem Jahr. Man denke nur an die Simpsons, wo ein Präsident Trump schon vor anderthalb Jahrzehnten vorhergesagt wurde. Mitunter holt eben die Wirklichkeit die Fiktion ein...

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louis-winthorpe 20.01.2017, 14:01
7. und dann...

waren da noch George Orwell , ein Visionär, ein Roman-Autor, dessen Roman 1984 hoch gelobt als düstere Mahnung. Heute ist das Werk im Vergleich zur Realität nur noch Comedy! Und der The Club Of Rome? Wissenschaftler warnten bereits vor Jahrzehnten - wen schert's? Karl Marx? Die Liste ließe sich wohl endlos fortsetzen. Der Mensch scheint irgendwie beratungsresistent

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bmehrens 20.01.2017, 15:52
8. US-Roman Autor Tom Wolfe....

...hat fast haargenau bereits 1998 D. Trump in seinem Roman A Man in Full - deutsch:
Ein ganzer Kerl beschrieben. Unglaublich die Übereinstimmungen mit seiner Hauptfigur
Charlie Croker - auch Spiegel schrieb hervorragende Buchkritik-

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