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Joaquin Phoenix über "Joker"-Dreharbeiten: "Die totale Demütigung - und dann kommt Gu
Warner Bros.

Es ist seine kontroverseste Rolle, vielleicht auch seine beste: US-Schauspieler Joaquin Phoenix über die Herausforderung, die Comic-Figur "Joker" darzustellen - für ihn selbst und für das Kinopublikum.

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ole#frosch 05.10.2019, 19:28
1. Der Joker ist wirklich eine interessante Figur

Ob in Batman (gespielt durch ledger), in der Serie gotham oder jetzt in seinem eigenen Film. Der Charakter ist unglaublich spannend für Fernsehen und Leinwand. Einer der besten Schurken, die je in comics erdacht wurden.

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isoko 05.10.2019, 21:31
2. Korrektur zu #1

Einer der besten Schurken die je erdacht wurden.

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swami13 06.10.2019, 08:04
3. ... spricht er hier von Trump?

"Der "Joker" ist vor allem ein Narzisst. Er hat ein sehr genaues Narrativ über sich selbst und seinen Platz in der Welt - und dieses Selbstbild nimmt er sehr wichtig. Wenn die Realität damit nicht in Einklang zu bringen ist, stilisiert er sich selbst zum Opfer. Er schert sich nicht um Politik oder irgendwelche umstürzlerischen Bewegungen, ihm geht es allein um Anerkennung, er will die totale Anbetung der Welt. Und natürlich ist das sehr gefährlich."

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Kunstgriffe 06.10.2019, 09:46
4. Nanu?

Ich werde aus der Vorstellung nicht schlau. Ist der Film eine anspruchsvolle Charakterstudie ohne antizipierbare Handlungsstränge (wie sonst üblich bei Hollywood-Produktionen) oder der übliche Marvelmist für Kinder, die längst im Berufs stehen und als Erwachsene Comicfiguren und Spielzeugautos sammeln?

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j.c.nolte 06.10.2019, 10:18
5. Mein Joker: Das Leben

Um Gewalt zu sehen, muss ich nur kurz die Nachrichten einschalten, dafür brauche ich nicht ins Kino. Ich möchte hier wirklich nicht den Moralapostel geben, aber warum müssen sich Kinofilme eigentlich immer mit solchen Extremen auseinandersetzen und sie damit letztendlich einem sehr breiten Publikum zugänglich machen? Wenn nur einer dabei wäre, ein Narzisst oder Soziopath, der sich davon inspiriert fühlen würde, wäre das für mich als Filmschaffenden (wenn ich einer wäre) schon einer zu viel.

Meine Mutter war dreimal verheiratet. Dreimal war sehr viel Gewalt in der Ehe. Ihr dritter Ehemann hat einmal versucht, mich mit der Axt umzubringen, als ich sechs oder sieben war, er hat mich gehasst. Das 'Setting' war filmreif, Shining-mäßig die Szene mit der Tür. Ich weiß das auch nur aus Erzählungen, ich kann mich selbst überhaupt nicht daran erinnern. Und dann laufen jetzt wieder scharren Weise die Leute ins Kino, um den Film zu sehen und lassen sich von diversen expliziten Gewaltszenen bespaßen. Ganz ehrlich, das verstehe ich nicht. Vielleicht mag mich jemand darüber aufklären. Denn mein persönlicher Joker ist Leben und Harmonie, nicht der Tod und Schmerzen.

Und Joaquin Phoenix hat natürlich recht, dass die Veranlagung zum 'Bösen' immer in der Kindheit angelegt wird. Für mich sehr erschreckend, dass das bis heute kaum jemand weiß, sodass man dort vielleicht endlich mal gegensteuern könnte. Ich habe auch Jahrzehnte gebraucht, um dass (wissenschaftlich belegt) herauszufinden.

Also, wie gesagt, ich bin über jede Antwort dankbar, da mich das wirklich interessiert.

P.S. Spiegel online, wie cool ist das denn mit der Rechtschreibhilfe? Das ist ja hier bei Euch jetzt ein echtes Alleinstellungsmerkmal, zumal das wirklich gut umgesetzt ist von Euch. Dafür gibt's von mir einen Oskar für den nützlichsten Special-Effekt, den ich kenne : ))

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Freidenker10 06.10.2019, 15:15
6.

Zitat von Kunstgriffe
Ich werde aus der Vorstellung nicht schlau. Ist der Film eine anspruchsvolle Charakterstudie ohne antizipierbare Handlungsstränge (wie sonst üblich bei Hollywood-Produktionen) oder der übliche Marvelmist für Kinder, die längst im Berufs stehen und als Erwachsene Comicfiguren und Spielzeugautos sammeln?
Man nennt diese Gestalten auch Nerds! Ganz wichtig ist das die Spielzeuge originalverpackt sind... ;-) Hab wirklich keine Ahnung warum soviele auf diesen Marvel Mist stehen, ist wie eine Seuche!

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j.c.nolte 06.10.2019, 16:08
7. And the winner is ...?

Wie erwartet ist aus meinem vorangegangenen Kommentar eine sehr interessante Diskussion entstanden. Allerdings nicht hier auf Spiegel online, sondern bei mir in der Familie. Es ist wirklich beeindruckend, wie selbstverständlich Gewaltszenen im Film akzeptiert sind und auch nicht hinterfragt werden. Dass diese auch eine Rückkopplung auf einen Selbst haben, dürfte eigentlich jedem klar sein. Als Literatur empfehle ich dem geneigten Kinogänger und Filmschaffenden zum Beispiel das Buch `Die Macht der inneren Bilder` von Prof. Gerald Hüther.

Und so leid es mir tut, Spiegel online, den Oskar muss ich Euch leider wieder aberkennen. Es war nicht Eure Rechtschreibprüfung, sondern die eines Add-ons in Firefox, was ich ganz vergessen hatte, dass ich mir das kürzlich installiert habe. So ist das im Leben nun Mal:

Wie gewonnen, so zerronnen ; )

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gluonball 06.10.2019, 17:39
8.

Zitat von j.c.nolte
Um Gewalt zu sehen, muss ich nur kurz die Nachrichten einschalten, dafür brauche ich nicht ins Kino. Ich möchte hier wirklich nicht den Moralapostel geben, aber warum müssen sich Kinofilme eigentlich immer mit solchen Extremen auseinandersetzen und sie damit letztendlich einem sehr breiten Publikum zugänglich machen? Wenn nur einer dabei wäre, ein Narzisst oder Soziopath, der sich davon inspiriert fühlen würde, wäre das für mich als Filmschaffenden (wenn ich einer wäre) schon einer zu viel. Meine Mutter war dreimal verheiratet. Dreimal war sehr viel Gewalt in der Ehe. Ihr dritter Ehemann hat einmal versucht, mich mit der Axt umzubringen, als ich sechs oder sieben war, er hat mich gehasst. Das 'Setting' war filmreif, Shining-mäßig die Szene mit der Tür. Ich weiß das auch nur aus Erzählungen, ich kann mich selbst überhaupt nicht daran erinnern. Und dann laufen jetzt wieder scharren Weise die Leute ins Kino, um den Film zu sehen und lassen sich von diversen expliziten Gewaltszenen bespaßen. Ganz ehrlich, das verstehe ich nicht. Vielleicht mag mich jemand darüber aufklären. Denn mein persönlicher Joker ist Leben und Harmonie, nicht der Tod und Schmerzen. Und Joaquin Phoenix hat natürlich recht, dass die Veranlagung zum 'Bösen' immer in der Kindheit angelegt wird. Für mich sehr erschreckend, dass das bis heute kaum jemand weiß, sodass man dort vielleicht endlich mal gegensteuern könnte. Ich habe auch Jahrzehnte gebraucht, um dass (wissenschaftlich belegt) herauszufinden. Also, wie gesagt, ich bin über jede Antwort dankbar, da mich das wirklich interessiert. P.S. Spiegel online, wie cool ist das denn mit der Rechtschreibhilfe? Das ist ja hier bei Euch jetzt ein echtes Alleinstellungsmerkmal, zumal das wirklich gut umgesetzt ist von Euch. Dafür gibt's von mir einen Oskar für den nützlichsten Special-Effekt, den ich kenne : ))
Das ist natürlich schlecht aber es kommt darauf an was man daraus macht. Wie bei Frauen die Gewalt dulden oder sich zu solchen Männern hingezogen fühlen ist das wichtige, es zu realisieren.
Da können solche Filme helfen. Denn das gibt es auch ohne diese Filme wie sie erlebt haben.
Die Menschen müssen eben sehen, dass sowas nicht normal ist. Und dann verlässt man den Gewalttätigen vllt auch schneller oder lässt sich gar nicht auf ihn ein.
Am Ende ist es immer man selbst. Und für die Entscheidungen muss man gerade stehen. Leider sind da die Kinder oft die unschuldigen Leidtragenden.
Aber es kommt immer auf die Eigenverantwortung an. Das ist immer weniger populär wie mir scheint. Viele wollen lieber alles vorschreiben und regeln. Das geht aber nicht.
Entweder fordert man Eigenverantwortung oder man geht unter. Wir sind verantwortlich für unsere Partnerwahl und Frauen sehen sich da gerne als Opfer. Aber wer sucht sich diese Männer denn aus? Jedenfalls in Deutschland ist Zwangsheirat nicht die Regel.
Wir sind auch verantwortlich für die Regierung die wir wählen. So wie andere Länder auch.
Am Ende will es keiner gewesen sein. So wie nach dem dritten Reich. Und niemand hat etwas gewusst. Es wussten aber alle.
Eigenverantwortung muss wieder groß geschrieben werden oder es wird böse enden.

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j.c.nolte 06.10.2019, 20:29
9. Was bringt mir das?

Zitat von gluonball
Das ist natürlich schlecht aber es kommt darauf an was man daraus macht. Wie bei Frauen die Gewalt dulden oder sich zu solchen Männern hingezogen fühlen ist das wichtige, es zu realisieren. Da können solche Filme helfen. Denn das gibt es auch ohne diese Filme wie sie erlebt haben. Die Menschen müssen eben sehen, dass sowas nicht normal ist. Und dann verlässt man den Gewalttätigen vllt auch schneller oder lässt sich gar nicht auf ihn ein. Am Ende ist es immer man selbst. Und für die Entscheidungen muss man gerade stehen. Leider sind da die Kinder oft die unschuldigen Leidtragenden. Aber es kommt immer auf die Eigenverantwortung an. Das ist immer weniger populär wie mir scheint. Viele wollen lieber alles vorschreiben und regeln. Das geht aber nicht. Entweder fordert man Eigenverantwortung oder man geht unter. Wir sind verantwortlich für unsere Partnerwahl und Frauen sehen sich da gerne als Opfer. Aber wer sucht sich diese Männer denn aus? Jedenfalls in Deutschland ist Zwangsheirat nicht die Regel. Wir sind auch verantwortlich für die Regierung die wir wählen. So wie andere Länder auch. Am Ende will es keiner gewesen sein. So wie nach dem dritten Reich. Und niemand hat etwas gewusst. Es wussten aber alle. Eigenverantwortung muss wieder groß geschrieben werden oder es wird böse enden.
Da bin ich komplett bei Ihnen. Um das Wort Eigenverantwortung noch etwas prägnanter auszuformulieren, mit einem guten alten deutschen Sprichwort: Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner.

Von anderen einfordern, ist immer ganz einfach, also nehmen. Selber aktiv zu werden, eben Eigenverantwortung für sich und auch andere, also geben, zu tragen, ist bei vielen offenbar heutzutage schon zu viel verlangt.

Ich bin gerade aktuell erst wieder in dem Punkt sehr hübsch enttäuscht worden. Aber ich gehöre offenbar zu der Fraktion, die so eine Abreibung öfter brauchen, bis sie es endlich kapieren.

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