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"Joker"-Premiere in Venedig: Gar nicht komisch, dieser Clown
Warner Bros

Gesellschaftskritische "Taxi Driver"-Hommage mit einem sensationellen Joaquin Phoenix in der Hauptrolle: Beim Filmfestival in Venedig feierte "Joker" Premiere, die düstere Origin-Story des Batman-Gegenspielers.

Herr Knigge 01.09.2019, 10:08
1. Klingt vielversprechend!

Auf so eine Umsetzung habe ich gehofft, bin gespannt!The dark knight hat damals ja schon deutlich in die sozialkritische Kerbe geschlagen - gut und böse waren nicht mehr klar zu trennen. Wenn dies nun fortgeführt wird - sauber!

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rumburg 01.09.2019, 11:13
2. Trailer ist super

Der Trailer ist schon Kult

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Martin Winter 01.09.2019, 11:26
3. Beleidigung für den Charakter des Joker

Dieser Film ist das Paradebeispiel von des Königs neue Kleider, man muss den Kritikern nur ein Cliché Bezüglich Tragik nach dem anderen Zusammenreihen (Missbrauch, Angelogen, soziale und mediale Ungerechtigkeit, Mobbing etc.) und schon Essen einem die Kritiker aus der Hand. Um diesen Witz zu erhöhen sollte jemand mal auf Youtube nachschauen wie produziert man eine Oscar-bait Movie.
Das Problem ist, dass dieser Film auf den Mythos des Characters von Joker spuckt. Der gleiche Grund weshalb die Darstellung des Killing Joke von Joker auch abscheulich ist und genau so von vielen Kritikern in den Himmel gelobt wird. Aus Joker wird ein weinlicher "Uh die Welt behandelt mich schlecht, jetzt räche ich mich." gemacht.
Aber wieso wird dies denn von den Kritikern so in den Himmel gelobt. Weil deren beschränktes Denken von Dingen nur etwas damit anfangen kann, dass es vermenschlicht gemacht wird.
Die Vorstellung, dass Joker die Welt brennen sehen will nicht aus einer Tragik heraus sondern weil er vielleicht einfach in seiner Kindheit mal die Entscheidung getroffen hat, dass es keine feste Variable gibt und somit eigentlich jegliche Planung, jeglicher Wunsch bedeutungslos ist und versuchen die Welt danach zu Ordnen einfach nur einen Witz und somit die Welt versucht diese Wahrheit vorzuführen, dann nur so wird man komplett frei - diese komplett nihilistische Lebensansicht welche speziell als Antagonist zu Batman, welcher zwanghaft versucht Sinn in die Welt zu bringen trotz der Tragödie, ist so Reizvoll. Das würde sogar noch erhöht werden, wenn der Joker im Gegensatz zu Batman ein komplett normales Leben ohne Tragödie gehabt hätte.

Die Ironie ist, dass jetzt Joker sogar noch zu einer Sozialkritik gemacht wird. Das heisst ein Massenmörder soll zu einem Vorbild gemacht werden, mit dem mann mitempfinden kann. Dies ist die wahre Ironie des ganzen Films.

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Uschi99 01.09.2019, 11:52
4. genau....

besser hätte ich es nicht sagen können. In den 70er Jahren habe ich die Comics verschlungen. Kaum eine Verfilmung hat mit diesen Comics etwas zu tun.

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gehdoch 01.09.2019, 12:00
5. Warum sollte ich mir das ansehen?

Ich gehe ins Kino oder schaue Filme, um mich zu unterhalten, und zwar möglichst gut.
Einen Film ohne jeden Humor, bei dem es immer nur bergab geht, brauche ich nicht.
Ich brauche auch keine Psychotatorte mit Kindesmissbrauch und kaputtem Elternhaus und u d und...
Die Welt ist mir da echt genug.
Aber jedem das Seine

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Wanderschlosser 01.09.2019, 14:46
6. Dann lass es doch!

Zitat von gehdoch
Ich gehe ins Kino oder schaue Filme, um mich zu unterhalten, und zwar möglichst gut. Einen Film ohne jeden Humor, bei dem es immer nur bergab geht, brauche ich nicht. Ich brauche auch keine Psychotatorte mit Kindesmissbrauch und kaputtem Elternhaus und u d und... Die Welt ist mir da echt genug. Aber jedem das Seine
Da gibt es eine gute Lösung, sparen Sie sich das Kinoticket, genauso wie Sie sich Ihren Kommentar hätten sparen können! Soweit ich weiß, ist es Tradition, dass im Kino neben Komödien auch das ein oder andere Drama oder gar eine Tragödie gezeigt werden, sollen sogar einige ganz gute dabei sein. Glücklicherweise wird niemand gezwungen etwas zu schauen, was er nicht mag. Und es wird auch niemand gezwungen zu allem seinen, gerne auch mal sinnleeren Senf hinzu zugeben.

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beckybecky 01.09.2019, 16:37
7. the last Feelgood Movie

..hatte das große Glück ihn schon sehen zu können; ein unglaublicher Film für diese Zeit. Wahnsinnig mutig von Warner, diesen Schritt zu gehen - sozusagen der ultimativ letzte FeelGood Movie, denn danach sieht man Filme und auch das Batman Universum mit anderen Augen.
Muss auch nicht jedem gefallen..

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kakophoniephobie 08.09.2019, 07:40
8. Ausgegrenzt und desillusioniert

"Mit kühler Eindringlichkeit und analytischer Präzision schildert der ungemein dichte Film die psychischen Deformationen seines Helden. Zugleich verdeutlicht er, dass der Ausbruch individueller Gewalt mit einem allgemeinen Klima latenter Brutalität und Abstumpfung korrespondiert. Ein Thriller, der intensive Wirklichkeitsbeobachtung mit den mythischen Qualitäten des traditionellen Genrefilms verbindet." (Lexikon des internationalen Films) - Der Film zeigt, "wie schmal der Grat zwischen Weltschmerz und Frustration einerseits und (selbst-)zerstörerischem Wahn andererseits ist; aber auch, dass ein ebenso schmaler Grat in der öffentlichen Wahrnehmung existiert, nämlich der zwischen Verbrechern und Helden …" (E. Schmitz) - Nicht auf "Joker" beziehen sich diese beiden Kritiken, wie man meinen sollte, sondern den 1976 erschienenen "Film noir" "Taxi Driver" von Martin Scorsese. Darin geht es um den einsamen und desillusionierten Kriegsveteranen und New Yorker Taxifahrer Travis Bickle (Robert de Niro), der den "Abschaum" von der Straße spülen will und schließlich Amok läuft. - "Die Kraft des Geistes auf dem falschen Weg", sagte Martin Scorsese über die grundlegende Charaktereigenschaft der Hauptfigur. - "Mit Stilisierung des selbstgerechten und hassgetriebenen Kriegsveteranen zum Volkshelden wird dem Zuschauer das Missverständnis sowohl der individuellen als auch der gesellschaftlich sanktionierten Perspektive erschreckend einsichtig. Der Außenseiter Bickle, ein klassischer Film-Noir-Charakter, der mit jedem sozialen Kontakt seine eigene (ihm und uns teils rätselhafte) Einsamkeit neu gespiegelt findet, wechselt durch eine Bluttat gegen 'Andere' am gesellschaftlichen Rand (scheinbar) die Lager. Mitten in New York tritt er in die Söldnerrolle zurück und wird für seine Selbstjustiz von der ihn zuvor ausschließenden Gesellschaft als Held gefeiert. Auf bösartige Weise konterkariert Taxi Driver - im Jahr nachdem der Vietnamkrieg geendet und die Watergate-Affäre einen Keil ins politische Selbstverständnis der Mutter aller Demokratien getrieben hatte - den für die US-Gesellschaft so wichtigen Begriff individuellen Heldentums." (https://der-film-noir.de/v1/node/613) - "Taxi Driver" ist, wie ich meine, brandaktuell - möglicherweise auch "Joker".

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robin-masters 08.09.2019, 11:43
9. Genial!

Endlich Mal wieder ein Hollywood Film den man gern sehen möchte.
Nach unendlichen Special Effekt Orgien, mit lauter Musik und kurzweiligen Dialogen und überschaubaren Handlungen... besinnt man sich vielleicht wieder darauf was einen guten Film wirklich ausmacht.
Hatte Grade wieder Serpico gesehen und die geniale Leistung von Al Pacino und ich vermisse die alten ruhig erzählten Filme die durch schauspielerische Leistung und Handlung glänzen.
Selbst bei Action-Filmen (Clint-Eastwood, Steve McQueen etc.) war man damals auf einem viel höheren Level. Mittlerweile verkommt Hollywood zum kurzweiligen Kinderfernsehen.

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