Forum: Kultur
Journalismus in der Krise: Und nun die Scheinnachrichten

Drohnen, Merkel, Krise: Die deutschen TV-Nachrichten tun so, als würden sie uns Zuschauer informieren. Tatsächlich stampfen sie uns in die Passivität, sie machen uns dümmer und letztlich uninformierter. Wie es besser ginge, zeigt die BBC.

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rosebud55 10.05.2013, 17:29
60. Offener Diskurs

Zitat Georg Dietz
"..ein Diskurs, der wirklich offen ist und überraschend und nicht bloß das Weltbild des Zuschauers oder des Redakteurs bestätigt."

Dann auf Herr Dietz - Es gibt bei uns einige Diskurse, die geöffnet werden müssen, nicht wahr?
Vielleicht gewinnen die Mainstream Medien dann ja wieder verlorenes Terrain zurück?
Allein, mir fehlt der Glaube. Die Inhaber der Diskurshoheit haben diese noch nie geöffnet.

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rabenkrähe 10.05.2013, 17:30
61. nene

Zitat von sysop
Drohnen, Merkel, Krise: Die deutschen TV-Nachrichten tun so, als würden sie uns Zuschauer informieren. Tatsächlich stampfen sie uns in die Passivität, sie machen uns dümmer und letztlich uninformierter. Wie es besser ginge, zeigt die BBC.
..........

"Der Journalismus" macht zwei Fehler: a) das INett zu ernst und als Maß der Dinge zu nehmen und b) sich Profitgeierei unterzuordnen.
rabenkrähe

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Freiberufler 10.05.2013, 17:31
62. Zwangsgeld ist für mich das Geld, das die Privaten mir über die Werbung abnehmen

Bei den Öffentlich-Rechtlichen habe ich indirektes Mitspracherecht. Und soagr direktes, denn diese sind über Kontaktadressen zugänglich und antworeten sogar qualifiziert. ----------- Schon einmal wirklichen Kontakt bei Pribvatsendern gesucht? Ja, dieser Versuch versandet sofort in dem absolut Blödsinnigen, was die auf ihre Website packen. ________________________ Sie, die Privaten sind es, die uns zum Zahlen zwingen! Sie nennen sich "Freee-TV". Kaum ein Wort, das mehr Neusprech wäre als dieses, also eine offene Lüge. ________________________ Ach ja, für die Korinthenkacker unter den Deutschen, die, für die sowieso nur Geld und das Billiger zählt (wahrscheinlich die Mehrheit): Privatfernsehen ist etwa dreimal so teuer wie Öffentlich-Rechtliches, etwas 500 Euro pro Jahr pro Nase, ein sehr hohes Zwangsgeld! Klar wird diese Zahl in den Medien einfach ignoriert! Aber die Inhalte des Privatfernsehens sind, Verzeihung, auch etwa fünfmal so Scheisse wie die des ÖRR. Oder kann sich irgend jemand auch nur an einen einzigen Beitrag erinnern, die die Qualität der Beiträge von z.B. Phoenix oder wie "Food Inc." der ARD erreichen? Ich jedenfalls nicht, und diese Qualifizierung änderte sich auch nicht, wenn es einer oder zwei pro Jahr wären, denn die Öffentlich-Rechtlichen produzieren von der guten Qualität mindestens einen pro Woche. ________________________ Warum vergisst man so leicht, das beim privaten Fernsehen JEDER Beitrag von der Industrie bezahlt sein kann? Und deswegen versucht, mich und Sie in die Irre zu führen. "Freee-TV"? Tja, nachdenken vor Sprechen. ---- Und der Beitrag des Herrn Redakteurs strotzt auch nur so vor brutalverurteilenden Worthülsen. Weniger wäre mehr gewesen. Ausgewogener wäre viel mehr gewesen. __________________ Gruss vom Freiberufler

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Demokrator2007 10.05.2013, 17:32
63. Die ÖR´s sind lokal Spitze

Zitat von prqc
Normalerweise ist Herr Diez nicht ganz auf meiner Wellenlänge - aber diesmal spricht er mir aus dem Herzen! ARD/ZDF machen Fernsehen für das personifizierte Mittelmass. Meine Lösung: Das ZDF privatisieren und an ausländische Investoren verkaufen, die ARD strategisch neu ausrichten (vor allem in der Verwaltung und bei den Regionalsendern kann wirklich gespart werden) und knallhart auf umfassende INFORMATION der Staatsbürger. Für Geschichten wie Champions League/Olympia/WM machen ÖR und Private ein gemeinsames Angebot für Deutschland und erwerben die Lizenzen gemeinsam! Und vor allem: Nicht nur einfach nur Absolventen von Journalistenschmieden reinlassen, sondern auch Quereinsteiger, die auch Ahnung von Themen wie der Wirtschaftskrise oder meinetwegen der Hintergründe des Syrien-Krieges oder der EU haben. Und dann kann man den unseligen Rundfunkbeitrag auch auf €5 pro Haushalt kürzen!
Als hätten wir nicht genug befriedigte Privat- und Businessinteressen im Unterschichtenfernsehen von RTL und SAT1/ProSieben.

Die BBC hat die hauseigenen Skandale (Saville,Kelly) erst mal runtergekocht bevor sie den Verantwortlichen bei der BBC "um die Ohren flogen",davon sind ARD und ZDF weit entfernt, wenn man mal vom "Kinderkanal Skandal" und der Drehbuchautorin

Doris Heinze

absieht.

Es ist aber sicherlich zutreffend das die Flagschiffe der ÖR´s zu stark auf 50plus Fernsehen getrimmt sind, allerdings findet man in den Regionalsendern alles was lokal wichtig ist und vieles darüber hinaus.
So sind sowohl die Kik-Reportage, AWD-Machenschaften und zuletzt der Amazon-Skandal nur wg. der Staatsmedien erfolgt und so geht es im kleinen (aber feinen) weiter.

Es stimmt allerdings, das der jugendliche Mainstream stark vernachlässigt ist und einer Programmreform bedarf.

Ansonsten halte ich die ÖR´s im Gegensatz zu den meisten Privatsendern für unverzichtbar-bin allerdings inzw.auch 50+.

Ciao
DerDemokrator

P.S. Ich bin auch Gelegenheits-Blogger und in diesem Zusammenhang schöpfe ich aus dem reichaltigen Fundus der ÖR-aktuell gerade

Abercrombie & Fitch - Wie man Giftmüll in Kult verwandelt (ARD-Plusminus_13.04.10) - YouTube

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raju56 10.05.2013, 17:34
64. Richtig!

Danke für diesen Beitrag. Es betrifft aber nicht nur Fernsehsender, auch die Zeitungen und Magazine haben da einen Nachholbedarf.

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birdie 10.05.2013, 17:37
65. Revolverjournalismus versus Qualität

Solange bei den hierfür Verantwortlichen die englisch verseuchte Mentalität des "publish and be punished" Vorrang hat, wird die verantwortungsbewusste, akribische Recherche vor einer Veröffentlichung nicht honoriert. Und der sensationsgeile Revolverjournalismus erreicht problemlos seine "Bild-dressierte Leserschaft". Warum? Denken tut weh!

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James Agee 10.05.2013, 17:41
66. Punktlandung

Auch wenn SPON sicherlich selbst nicht zeigt, wie innovativer Journalismus heute aussehen könnte, Herr Diez bringt es auf den Punkt. Die Ausbeutung von freien Journalisten, die Unfähigkeit zu stilistischen Innovationen und Visionen, die Blockade von neuen Formen und Köpfen - all das hat ein Niveau erreicht, dass es kaum noch auszuhalten ist. Doch statt sich diesen Herausforderungen zu stellen, spielen Verlage und Redaktionen lieber das Digitale gegen das Analoge aus und tun so, als wäre das Medium wirklich schon die Botschaft. In diesem Sinne, liebe SPON-Redakteure und Spiegel-Verleger: Zeigt Euch lernfähig!

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Chiff_er 10.05.2013, 17:42
67. Paste & Copy

Zitat von sappelkopp
...als wenn es bei SPIEGEL, SPON und vielen anderen anders wäre. Übrigens, ob sich ein altes Ehepaar - egal wo auf der Welt und auch egal warum - erhängt hat, jagt uns doch nur einen Schauer über die Haut; was ist daran guter Journalismus? Beispiele der Krise gibt es auch ohne solche "Hintergründe" genug. Nein, die Krise des Journalismus ist doch eher die, dass immer wieder Dinge nachgeschrieben werden, ohne sie wirklich erklärt werden. Ich bezweifel allerdings immer öfter, dass dies am Journalismus liegt, sondern denke, dass es die handelnden Personen sind, an denen das liegt. Journalisten haben die Aufgabe auszubrechen und die Dinge dann trotzdem zu zeigen, dann macht auch wieder das alte Ehepaar Sinn, wenn es dann Hintergrundinfos sind, die wirklich nötig sind.
Da werden mittlerweile per Paste und Copy Reuters Beiträge 1zu1 in die Lücken zwischen den Werbeanzeigen gefüllt,
Das nennt sich dann Journalismus,
Investigativer Journalissmus Fehlanzeige, bereits alle dem Rotstift zum Opfer(vermutlich mit Absicht) gefallen und die Verlage wundern sich dann, dass immer weniger Leute bereit sind, solche Machwerke zu kaufen,

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Edowino 10.05.2013, 17:43
68. Die 5. Gewalt im Staate wir gesteuert

Das beste Beispiel ist, wie die Medien und Fernsehen uns versuchen zu manipulieren, wie sie mit dem Kanzlerkandidaten Steinbrück umgehen: Erst versuchen sie seine Integrität zu beschädigen - mit allen Mitteln, auch durch lügen und durch Manipulation seiner Aussagen. Im Fernsehen wird er n u r negativ, egal was er sagt oder macht, gebracht! So wurde er in der FAZ z.B. gefragt, ob er auch findet, das Kanzlergehalt wäre zu h o c h … er antwortet: "Wenn ich mir ansehe, was ein kleiner Sparkassendirektor verdient, dann finde ich es nicht, wenn man die Verantwortung eines Kanzlers und einer Sparkasse in Kiel vergleicht!" Heraus kam in alle Mainstream-Blättern und Merkel-Hofberichterstattern (nicht nur die Bild): Steinbrück will mehr Geld, wenn er die Wahl gewinnt! Ein weiteres schlimmes Beispiel leistete sich die ARD in den Abendnachrichten: Sie berichtete, dass der Gabriel Tempo 120 auf den Autobahnen gerne sehen möchte. Der Steinbrück meinte es nicht und sagte, dass es nicht Ziel seines Wahlkampfes ist - heraus kam in den Nachrichten, dass die beiden sich noch nicht einmal in so einer Frage einig seien, wie wäre es, wenn sie an der Macht seien? Es wurde sogar noch ein zusätzlicher Kommentar dazu gebracht, um Steinbrück blosszustellen … so wird der Michel Tag für Tag verdummt. Zur Hilfe kommen dann noch sogenannte ZDF-Politbarometer, die natürlich nur eine Meinung bringen, die der Herren Chefredakteure! Und wenn - wie nach der Wahl in Niedersachsen, doch die SPD gewinnt, denn heisst es - trotz Steinbrück - der Herr Weil wurde bis fast zum Schluss kaum erwähnt, so dass die meisten Deutschen den SPD-Kandidaten in Niedersachsen noch nicht einmal kannten!

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sondevida 10.05.2013, 17:49
69. So kann man es auch sehen.

Zitat von sysop
Drohnen, Merkel, Krise: Die deutschen TV-Nachrichten tun so, als würden sie uns Zuschauer informieren. Tatsächlich stampfen sie uns in die Passivität, sie machen uns dümmer und letztlich uninformierter. Wie es besser ginge, zeigt die BBC.
Ich wohne seit 12 Jahren in GB und bin mittlerweile dazu uebergegangen mich hauptsaechlich durch deutsche Medien zu informieren.
Beim Irakkrieg fing es an, durch BBC News fuehlte ich mich gedraengt fuer den aufkommenden Krieg zu sein. Da wurde durch die BBC sehr parteiisch auf die patriotische Schiene gesetzt und nur Leute interviewt, die dafuer waren. Praesident Bush's Aussagen wurden verkuendet als waere er britisches Staatsoberhaupt, bei Berichten ueber die deutsche oder franzoesische Haltung wird von den Sprechern eine Augenbraue hochgezogen und spoettisch gelaechelt.
Dadurch habe ich die Nuechternheit der Tagesschau erst richtig schaetzen gelernt.
Nach 2 Wochen britischer Medien habe ich erst durch deutsche Medien erfahren, dass das Mars Rover Projekt ein ESA Projekt war und kein rein britisches, ich hatte mich schon gewundert.
Als es vor zwei Jahren heftig schneite bestanden die ersten 20 Minuten aus 'snow desaster news', 10 Reporter berichteten mit ernsten, besorgten Mienen ueber Schnee, dabei sah man noch deren Schnuersenkel. Zur gleichen Zeit gab es in D 2 Meter Schnee, Fluesse waren gefroren und das Winterwetter wurde kurz vorm Wetterbericht besprochen, nach Politik und wichtigen Weltereignissen.
Mir fiel schon oft auf, dass BBC Reporter immer mitten in die Menge gehen. Da wird schon mal durch ein afrikanisches Dorf oder den Tahirplatz gestampft, in die Kamera starrend die Umstaende erklaert waehrend Leute und Gegenstaende begrapscht werden, die die Reporter hervorheben wollen. Allen Ernstes, sie muessen die Gesichter der Menschen vor Ort sich anschauen, wenn sie die Aufmerksamkeit vom fuchtelnden Reporter nehmen. Da steht oft Belustigung bis Empoerung ins Gesicht geschrieben. Peinlich, Kolonialattituede eben.
Herr Diez, ich stimme zu, die ARD kann besser werden, aber bitte nicht BBC Style!

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