Forum: Kultur
Journalismus: "Okay, Frau Merkel, das schreib ich so!"
DPA

.. und wer legt fest, was in der Zeitung steht? - Wie Journalisten arbeiten, ist vielen Menschen nicht klar, deshalb vertrauen sie Medien nicht mehr. Dabei hat sie die Demokratie so dringend nötig.

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herr wal 08.02.2017, 10:25
460. Vielleicht ist Herr Seibert ja auch der Maulwurf des ZDF in der Bundesregierung.

Zitat von max-mustermann
"Man muss im Grundgesetz nicht lange blättern, bis man den Satz findet: "Eine Zensur findet nicht statt."" Wow das ist ihr einziges Argument ? Weil es im GG steht ! In der Verfassung stehen auch so Sachen wie "Eigentum verpflichtet" interessiert aber auch kaum jemanden. Aber mal ganz davon abgesehen, ich glaube auch nicht das Seibert oder sonst jemand von der Regierung bei irgend einer Redaktion anruft und sagt was gebracht werden darf und was nicht. Aber das ist auch gar nicht nötig, in den Aufsichtsräten der Öffis sitzen nicht umsonst Leute mit entsprechenden Parteibüchern. Und auch ansonsten wissen viele Journalisten was sie bringen können und was nicht. Sei es aus eigener übertriebener PC oder weil sie eben genau wissen wie der Chef so tickt, sprich vorauseilender Gehorsam denn auch hier gilt meist wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing.
Mit anderen Worten: Heißt die heimliche Bundeshauptstadt vielleicht Mainz ? Jenes Mainz, das wir sonst nur kennen, wenn es singt und lacht ? Wird wohl gerade demnächst wieder hochaktuell, und auch brisant.

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larsmach 08.02.2017, 10:40
461. Fragen wie in der DDR - und mangelnde Bereitschaft zu Eigenverantwortung

Westdeutsche Journalisten, die mit Kind und Kegel als Korrespondenten in der DDR wohnten, bekamen ähnlich absurde Fragen wie die werte Kolumnisten nach Lesungen: "Woher bekommen Sie Ihre Weisungen?", fragten ihre ostdeutschen Kollegen ungläubig wie ein ehemaliger Korrespondent in einem Dokumentarfilm erzählte.
Das fußt offenbar auf einem unglaublich tiefen Gefühl von Bedeutungslosigkeit gegenüber "Obrigkeiten": Die Menschen reden sich klein - um dann über "die da oben" zu meckern - und vielleicht auch hier und da ganz bequem persönliche Verantwortung für sinnvolles Handeln abzuschütteln. Dann ist am hohen Wasserverbrauch pro Kilo Rindfleisch plötzlich "die Merkel" schuld, und an den Arbeitsbedingungen für amazon, an den Lkw-Schlangen auf Autobahnen, am Aussterben der Innenstädte... - sowieso!
Der liebe Hagen Rether hat diesen Mechanismus des Kleinredens der eigenen Rolle und Verantwortung einmal vorzüglich in seinem Kabarettprogramm auf den Punkt gebracht.

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e.pudles 08.02.2017, 10:41
462. Neutral

Die Medien sind so neutral, in diesem Fall SPON, dass sie unter dem Pseudonym:
"Anzeige" gratis Werbung für das Buch der Autorin des Artikels machen.

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Tikal69 08.02.2017, 10:45
463.

Zitat von hcbruns
Viele Kommentare in diesem Forum sind dermaßen überheblich, dass es kaum noch auszuhalten ist. Wenn eine Journalistin versucht zu erläutern, dass bei ihr weder Fremdsteuerung noch Zensur stattfinden, wird sie sofort angefeindet.
Lieber Forist - entschuldigen sie, aber ihre Meinung ist ein wenig unterkomplex.
Natürlich haben alle großen Verlagshäuser eine eigene interne Agenda. Diese ist auch kein großes Geheimnis und auch nicht grundsätzlich anstößig. So ist z.b. die Springer dafür bekannt, dass eher eine proamerikansiche, proisraelische und eine neoliberale Berichterstattung betreiben.
Wenn sie als Journalist eine grundsätzlich andere Einstellung zu diesen Themen haben, werden sich sie doch wohl kaum bei der Welt für welche Position auch immer bewerben.
Entweder werden sie sich der dortigen Berichterstattung anpassen oder man wird ihnen sehr schnell zu verstehen geben, dass ihre Denkweise nicht erwünscht ist.
Das Gleiche gilt auch für unser öffentlich-rechliches "Staatsfernsehen".
Einem Claus Kleber muss niemand andrufen. Er ist ein lupenreiner Transatlantiker und alle seine Beiträge im heute Journal spiegeln diesen Geist wieder.
Sie sehen als, dass die "Zensur", wenn man davon sprechen möchte, eher im Vorfeld stattfindet und nicht erst beim Schreiben der Artikel.
Die gleichen Mechanismen finden sie übrigens in vielen Teilen der Gesellschaft und auch in Unternehmen. Oder glauben sie, dass jemand in einem Unternehmen Karriere machen kann, der ein grundsätzliches Probem mit dessen Politik hat.
Wohl kaum, oder?

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Aushilfsgenie 08.02.2017, 10:53
464. Oha

Bei vielen richtigen Anmerkungen und aller berechtigten Kritik am Journalismus von heute ist doch die Frage, was man als Bürger beziehungsweise Publikum daraus macht. Und die hier wieder ausgebreiteten Verschwörungstheorien sind einfach nur lächerlich. Jeder Journalist, jede Journalistin ist subjektiv. Es gibt (bei aller Mühe) keinen objektiven Journalismus eines einzelnen. Jeder hat seine eigene Denkweise und natürlich fließt die auch immer in eine Berichterstattung ein.
Der Journalismus in Gänze (!) ist dafür da, uns möglichst breit zu informieren und (ja, auch das!) Ereignisse einzuordnen und zu erklären. Spätestens beim Einordnen MUSS es subjektiv werden. Es geht also darum, sich ein breites Bild zu verschaffen und (hier wird es kompliziert) selbst zu denken und aus den vielen Puzzleteilen, die die Medien zu bieten haben, eine eigene Meinung zu bilden.
Im Übrigen gilt die Subjektivität selbstverständlich für ÖR-Jorunalisten, aber eben auch für PI-News, die NZZ, die taz, RT Deutsch, das Neue Deutschland, Breitbart oder die Achse des Guten. Alle müssen zunächst zwingend mit der ultimativen Instanz abgeglichen werden: dem Hirn des Publikums.
Es ist einfach, diejenigen pauschal für subjektiv zu erklären, die nicht die eigene Meinung vertreten. Ich kann es nur wiederholen: So einfach ist die Welt nunmal leider nicht.
Die Medien haben in den letzten Jahren sicherlich vieles falsch gemacht und täten gut daran, so einiges zu überprüfen und zu ändern (was aber auch passiert). Völliger Blödsinn sind allerdings die hier immer wieder auftauchenden Verschwörungstheorien mit entsprechendem Mimimi.

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An124 08.02.2017, 10:57
465. lügenpresse ?

Wir brauchen aus meiner Sicht mehr Berichterstattung die von Fakten lebt. Der gängige Journalismus der sich der Meinung oder Überzeugung des Journalisten aufbaut oder der sich von Gefühlen und dem gesellschaftlichen Schablonendenken in gut und böse, rechts oder links wiederfindet ist überholt. Wir haben zu viele Journalisten und die Qualität wird immer schlechter. Schlimmstes Beispiel für mich das ZDF Morgenmagazin oder die Springer Presse. Eine Erneuerung ist überfällig.

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leroyrs 08.02.2017, 10:58
466.

Zitat von hcbruns
Viele Kommentare in diesem Forum sind dermaßen überheblich, dass es kaum noch auszuhalten ist. Wenn eine Journalistin versucht zu erläutern, dass bei ihr weder Fremdsteuerung noch Zensur stattfinden, wird sie sofort angefeindet. Folgendes Muster is immer wieder zu entdecken: - Es wird vergessen, dass jede Zeitung und jede Nachrichtensend natürlich eine Auswahl treffen müssen. Viele Kommentatoren in diesem Forum scheinen der Meinung zu sein, dass nur die Auswahl, die sie treffen würden, die richtige ist. (Leute, die Welt ist kompliziert, und nicht jeder hält das gleiche für wichtig. Ist das so schwierig zu kapieren?) - Einige Kommentatoren in diesem Forum sind offenbar der Meinung, dass nur ihre Meinung die erlaubte ist. Wenn sie eine abweichende Meinung in er öffentlichen Presse lesen, vermuten sie sogleich, dass ihre unterdrückt wird. (Leiden diese Menschen unter einem Minderwertigkeitskomplex?) - Einige Kommentatoren scheinen zu denken, dass sie selbst ihre Meinung ungefiltert und unbegründet in den Internetforen herausschreien dürfen, dass Journalisten ihre Meinung aber nicht kundtun dürfen. (Beruht das auf Überheblichkeit oder der Unfähigkeit zu erkennen, das auch andere Meinungen begründet sein können, aufgrund unterschiedlicher Gewichtung der beteiligten Faktoren?) Fazit: Es gruselig, was hier teilweise zu lesen ist. Besserwisserei ohne Ende.
Verstehen Sie mich nicht falsch, aber auch Ihr Statement hat etwas von Besserwisserei. Prinzipiell kann man das natürlich auf jeden Post (auch auf meinen) anwenden. Ich fand z.B. die gewählte Überschrift alles andere als neutral. Es wirkt genervt und wird auch durch die Erläuterung, dass Menschen keine Ahnung von Journalismus haben, in diese etwas überhebliche Richtung gesteuert. "Ihr habt keine Ahnung von meinem Job, also haltet einfach die Klappe". Wenn Frau Stokowski nun das Thema, das ihr offensichtlich am Herzen liegt aufgreift und zur Diskussion freigibt, dann darf man auch seinen eigenen Senf dazu geben - unabhängig davon, ob das eigen Geschriebene richtig oder falsch ist. Ich finde es äußerst wichtig, auch andere Standpunkte und Meinungen zu lesen - selbst wenn sie mir nicht gefallen, um manchmal auch die eigene Haltung zu Themen zu überdenken. Falsch sind aus meiner Sicht Statements wie Ihre, ahnen lassen, wie unerträglich es Ihnen zu sein scheint, andere Meinungen zumindest zuzulassen. Wenn der Spiegel dies jedoch nach Prüfung tut, sollte das für Sie eine Selbstverständlichkeit sein, das zu akzeptieren. Ein Satz aus Ihrem Text "Einige Kommentatoren in diesem Forum sind offenbar der Meinung, dass nur ihre Meinung die erlaubte ist.". Was genau machen Sie nun besser ? Ich kategorisiere Ihren Beitrag als Holzhammerpost, der den ewig Gleichen zeigen soll, wo der Hammer hängt. Sie pflegen eine merkwürdige Haltung zur Diskussionskultur. V.a. setzen Sie rechte Gesinnung mit der Kritik an Medienarbeit gleich. Das ist zu einfach. Das mag zwar in manchen Fällen sogar stimmen, ist aber auch hier kein Grund in Schubladendenken zu verfallen...

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jjcamera 08.02.2017, 11:07
467. Grundregel

Eine der Grundregeln des Journalismus: entscheidend ist nicht, worüber man berichtet (das machen alle!), sondern worüber man nicht berichtet.
Eine funktionierende Demokratie setzt Bürger voraus, die vergleichbar gut, gründlich und vor allem unabhängig informiert sind, beziehungsweise ihre Informationen aus verschiedenen Medien herausfischen, sie vergleichen und sich danach eine Meinung bilden, eine, die zum Beispiel ein Wahlergebnis beeinflussen kann.
Man erkennt sofort, dass ein einseitig und schlecht informierter Mensch mit zu wenig Bildung, um diese Informationen zu verarbeiten oder zu bewerten, sich für eine Demokratie nicht eignet. Der ist in einer Diktatur besser aufgehoben.

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fabianw83 08.02.2017, 11:12
468.

Zitat von spon_2316845
Es tut mir leid, aber wenn ich als Schweizer Deutschen Medien lese, dann fällt mir auf, das Schweizer Medien viel neutraler berichten. Die Öffnung der Grenzen für Flüchlinge war einfach nur gut. Wer auch nur zu fragen wagte, ob das nicht Rechtsbruch ist, wurde sofort in die rechte Ecke gestellt. Oder hier auf Spiegel-Online wurden schon Beiträge wie Schlagzeilen auf die erste Seite gestellt, über die man erst im Kleingedruckten erfuhr, dass es ein Kommentar ist. Die Deklaration als Kommentar gehört über die Überschrift. Klar natürlich, dass der Kommentar eine bestimmte politische Richtung verfolgte. Nein, lügen tun Deutsche Medien nicht oder die meisten nicht. Aber es scheint, dass die Kaste der deutschen Journalisten ein Club von Gutmenschen ist, der eine stark gefilterte Wahrheit verbreitet.
Es tut mir leid, aber als Deutscher muss ich fragen woher sie denn ihre Information von einer angeblichen "Grenzöffnung" haben. Bis vor der sogenannten Flüchtlingskrise oder besser Aufnahmekrise, konnte man ohne weiteres von Madrid bis Budapest fahren ohne an einer Staatengrenze aufgehalten oder kontrolliert zu werden. Wir leben Gott sei dank! in einem offenen Europa und einem Schengenraum. Wenn also immer wieder davon gesprochen wird, dass Grenzen geöffnet worden sind und damit angeblich Recht gebrochen wurde, so ist das objektiv falsch.
Warum sollten Journalisten also darüber berichten?

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runesmith 08.02.2017, 11:27
469. Data Mining Spiegel Online

Ich empfehle jedem mal folgendes auf Youtube anzuschauen: den Vortrag von David Kriesel: SpiegelMining – Reverse Engineering von Spiegel-Online. Dort kann dann jeder genau nachvollziehen, wie oeffentliche Meinung gesteuert werden soll.

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