Forum: Kultur
Kampf um die Demokratie: "Dieses Land ist unser Land"
DPA

Der Kampf um die Demokratie wird härter: Gegen den immer aggressiveren Ausschluss ganzer Bevölkerungsgruppen hilft nur eine neue breite Bürgerrechtsbewegung.

Seite 1 von 18
grumpy53 25.02.2018, 15:15
1. Essen nur noch für Deutsche vs wer bestimmt wo es lang geht

Die Sache für Essen nur für arme Deutsche bezieht sich vermutlich auf die Entscheidung der Tafel in Essen, befristet keine _weiteren_ Migranten zuzulassen. Das in eine rechte Ecke abzuqualifizieren, ist mir zu billig und zu einfach. Man kann nicht einem ehrenamtlichen Verein die Fehler der deutschen Politik anlasten, gerade in so einem Brennpunkt. Dass Arme und Migranten gegeneinander ausgespielt werden, hilft gerade der AfD. Da will ich nicht hin. Ich will das Probleme angegangen werden, solidarisch, gerecht, verfassungsgemäß und menschlich. Ich will, dass man sich für einen Journalisten einsetzt, auch wenn er eine kritische Meinung zu Deutschland äußert. Denn ich will, dass man seine Meinung sagen kann. Nein, nicht nach dem Motto: "Man wird doch mal sagen dürfen... " und dann kommt Menschenverachtung und Rassismus raus. So nicht. Aber jemand, der ohne rechtsstaatliches Verfahren eingesperrt und zur politischen Geisel gemacht wird, der hat meine Unterstützung, auch wenn er eine andere Meinung zur deutschen Politik hat. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich wünsche mir, dass wir nicht streiten, sondern mit einander sprechen, dass wir einander nicht ausgrenzen, sondern solidarisch für unsere Rechte eintreten. Ich wünsche mir, dass die Schere Arm und Reich nicht noch weiter auseinander geht, sondern dass es gerecht zugeht. Dass Familien gefördert werden, Schulen vernünftig ausgestattet werden und Einkommensschache sich nicht abgehängt fühlen. HIer ist längst nicht alles perfekt, aber wenn ich mir (auch kränkelnde und reformbedürftige) soziale Netze angucke, medizinische Versorgung, Infrastruktur, demokratische Willensbildung und Sozialgefüge, dann fallen mir fast nur Länder ein, wo das viel, viel schlechter ist. Aber Demokratie, Freiheit, das Recht auf Wahlen, freie Presse, das Recht darauf, nicht aufgrund Religion, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung verfolgt oder benachteiligt zu werden, ist kein Automatismus, keine Selbstverständlichkeit und nicht einfach für umme zu haben. Ich wünsche mir, dass sich viele finden, das zu erhalten und zu verteidigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
was soll der scheiß 25.02.2018, 15:17
2. jetzt geht's los

von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lykanthrop_ 25.02.2018, 15:26
3.

Warum gibt es keine Partei der Frauen ?
Sie könnten die Macht an sich reißen und feministische Träume würden war.
Weil die Welt komplizierter ist als die gegen wir. Solange wir an dem Narrativ festhalten wir befänden uns im Krieg, wird es keinen Frieden geben. Anstatt die Bevölkerung in immer mehr Kleinguppen zu spalten, sollten wir das Gemeinwohl neu entdecken und gemeinsam an etwas arbeiten das größer ist, als jeder Einzelne. Eine neue demokratische Bewegung muss mehr sein als die Alternative der AfD.
Denn wenn das Land unser ist, wer sind und was wollen wir ?
Jeder will etwas anderes und das ist der Nachteil der Demokraten, es gibt heute kein Wir mehr, wenn man genauer hinsieht gibt es nur noch ein ich.
Das Wir ist in seiner Existenz bedroht und wird vom Neoliberalismus aufgefressen.
Nationalismus und Rassismus sind auch das Ergebnis eines Mangels an Wir.
Wir sollten es nicht den Rechten überlassen ein neues Wir zu definieren und die Menschen damit zu ködern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
crazy_swayze 25.02.2018, 15:29
4.

Das einzige Wasser auf die Mühlen der AfD ist die Weigerung der anderen Parteien, rational an das Thema Flüchtlingskrise heranzutreten.
Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Aus Betroffenheit (und Angst, als "Nazizeit-Vergesser" zu gelten) nehmen wir 1,5 Mio. kulturfremde Menschen auf und wundern uns dann, dass die Mehrheitsbevölkerung mit dieser überwiegend unschönen Fremdkultur (in Sachen Frauenrechte, Machismo und Aggressivität) nicht umgehen kann.
Ich kann immer noch nicht fassen, dass eine CDU das erlaubt hat.
Spätestens bei dem Faktum, dass diese Menschen 4.000km zwischen sich und den Krieg gebracht haben, kann man beim Begriff Flüchtling stutzig werden.

Deswegen wird die AfD gewählt. Dass dadurch die Demokratie abgeschafft wird, bei jetzt 16% Wählerstimmen (nach neuesten Umfragen), ist natürlich völliger Humbug.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
horstu 25.02.2018, 15:34
5. Populismus als Antwort auf liberale Autokratien

Während SPON sich weiterhin als Herrschaftstütze und politischer Massenmobilisator versteht, vertiefen sich die Defizite der westlichen Demokratien. Doch nicht im antiliberalen Populismus lauere die eigentliche Gefahr, analysieren klügere Köpfe wie Harvard-Professor Dani Rodrik, sondern in der wachsenden Durchliberalisierung unserer Demokratien hin zu "liberalen Autokratien" (vgl. "Die zweifache Bedrohung der liberalen Demokratie" vom 13.02.18). Dies sei ein Projekt "weltoffener Eliten", die die Demokratien zunehmend gegenüber Forderungen der Bürger nach Rechenschaftspflicht abschotten und sich hinter Vorwürfen von "Hass" und "Hetze" verschanzen. Diese Eliten haben ihren reinen Wirtschaftsliberalismus als "Freiheitlichkeit" und "Weltoffenheit" getarnt und bauen unsere regulierenden Nationalstaaten zunehmend zu einem einzigen unregulierten Weltmarkt um. Auf welcher Seite wollen SIE dabei stehen, werter Leser?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Maya2003 25.02.2018, 15:35
6.

"Warum zum Beispiel gibt es keine Geflüchteten-Partei... "

Könnte vielleicht daran liegen daß in Deutschland nur deutsche Staatsbürger das Wahlrecht haben. Oder hat der Autor das "vergessen" ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ditor 25.02.2018, 15:36
7. Anstellen und warten

"Sich anstellen und warten, bis die Tür der meist integrationsunwilligen Mehrheitsgesellschaft sich öffnet und man gnädigerweise um "Teilhabe" bitten darf."
Für diejenigen die ursprünglich als Gäste gekommen sind bleibt das der angemessene Weg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
keine-#-ahnung 25.02.2018, 15:40
8. "Gegen den immer aggressiveren Ausschluss ...

...ganzer Bevölkerungsgruppen hilft nur eine neue breite Bürgerrechtsbewegung."
Da hat doch nicht schon wieder jemand am Revolutionslikör genascht? Am hellerlichten Sonntagnachmittag?
Für eine "neue breite Bürgerrechtsbewegung" braucht es zunächst mal eine "breite" Beteiligung. "Free Deniz" und "#metoo" sind da ja eher nicht so der burner gewesen ... Blasenphänomene halt.
"die Einsicht dabei ist, dass Klasse, Herkunft und Geschlecht entscheidende Faktoren sind für neue Allianzen und neue politische Formen."
Da legts Dich nieder ... die "alle-Menschen-sind-gleich"-Fraktion will jetzt Koalitionen der Ungleichheiten schmieden - besser geht nimmer!
Wenn ich ein Linker wäre - und ich bin das nun wahrlich nicht - ich hätte versucht, meine Positionen mit vernünftigen Argumenten zu hinterlegen. Mit Rationalität. Nicht mit reinen Emotionen. Nicht mit geifernder Hysterie. Nicht mit Schmähungen und Beleidigungen. Das hätte funktionieren können ... sicher nicht garantiert, eber eben eventuell doch. Es gibt auch hier keine 100%ige Sicherheit.
Aber so haben sich die Linken auf Abwege begeben. Die Menschenrechtler. Die Regenbogenfarbigen. Die Gleichmacher. Die mit den vielen Forderungen für die Wenigen. Die ohne Lösungsangebote.
Immer angetrieben durch sich selbst. In einer kleinen Blase weniger, auserlesener Blicker ... die doch von innen so groß wirkte.
Und jetzt hat es sie erwischt - die Depression. Und nix scheint zu helfen.
Ein kalter Wind weht aus Russland herüber. Die Sonne scheint. Die Luft wird klar und rein. Das Atmen fällt leicht ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ttvtt 25.02.2018, 15:42
9. Verfall dieser Demokratie?

Warum eigentlich? Und warum der Ruf nach einer Bürgerbewegung? Zur Zeit gibt es doch starke Bürgerbewegungen: Pegida und die ganzen anderen Wutbürger. Und dass die Spinner der AfD im Bundestag sitzen, ist doch Zeichen einer starken Demokratie. Das Problem ist leider, dass eine Demokratie nicht notwendigerweise die beste aller Regierungsformen ist. Als Schaf verliert man immer in einer Demokratie, wenn die anderen Wölfe sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 18