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Kapital und Moral: Die Krise der Konservativen
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Konservatives Denken ist auf das Bewahren aus - glaubt man immer. Aber warum reden dann so viele Politiker Staat und Demokratie schlecht?

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tom2strong 09.09.2018, 15:07
70. Grandioser Diez

Ja, so. Es scheint diesen Sog zu geben, dem wir glaubten in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu entfliehen. Den Sog zurück in totalitäre, faschistoide Strukturen. Wahrscheinlich hat das tatsächlich auch mit dem zu tun was sich Kapitalismus nennt. Es war jedenfalls sehr schön in dieser Zeit etwa ab 20 Jahre nach dem Krieg gelebt zu haben. Eine schönere Zeit hätte man sich kaum aussuchen können. Für die Eliten wird es auch weiterhin noch ein Weilchen gut laufen. Für die Meisten wird es bald anstrengender als es schon ist. Aber auch darauf kann man sich einstellen. Wir werden schon nicht gleich verhungern.

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cobaea 09.09.2018, 15:13
71.

Zitat von haralddemokrat
...Aus meiner Sicht ist Demokratie nur dann Demokratie, wenn die Betroffenen Menschen an dieser Demokratie aktiv beteiligt werden, sich beteiligen können. Wie zum Beispiel durch Volksabstimmung, direkter Beteiligung an weitreichenden, auswirkenden Entscheidungen. Dies ist ja nicht gegeben, da die Regierenden ihrem eigenen Volk nicht trauen. Dieses von der Demokratie entfernt Halten hat zu den heutigen Zuständen geführt. Die Bürger werden nicht aktiv an der Politik beteiligt und damit verliert sich auch das Gefühl und Verständnis für Demokatie, für z.B. gelebte Toleranz aber auch Vertrauen..
Sie behaupten also, es gebe 1. keine Volksabstimmungen (zumindest in Deutschland) 2. die Menschen könnten sich nicht aktiv an der Demokratie beteiligen und diese beiden Punkte hätten "zu den heutigen Zuständen geführt". Zu 1: Es gibt in der Bundesrepublik nur auf Bundesebene keine Volksabstimmungen - auf Landes- und Gemeindeebene sind solche durchaus möglich und werden auch durchgeführt. In Bayern z.B. gibt es für solche Bürgerentscheide nicht einmal ein Quorum. In Baden-Württemberg war es etwas kompliziert eine landesweite Volksabstimmung zu Stuttgart 21 durchführen zu können, aber man hat es geschafft. Bürgerbegehren gab es auch schon in Hamburg und Berlin und auf kommunaler Ebene sowieso. 2. Um sich aktiv an der Demokratie beteiligen zu können, braucht man nicht erst Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln. Es steht Jedem und Jeder frei, sich in Parteien oder anderen Gruppierungen zu engagieren. Wo ist das denn verboten? 3. Staaten mit jeweils das ganze Land umfassenden Sachabstimmungen sind extrem selten - ich kenne nur die Schweiz, die das regelmässig macht. Dort beteiligen sich dann an den Sachabstimmungen maximal 50% der Stimmberechtigten (meistens nicht einmal so viele). In anderen Staaten sind solche Abstimmungen Ausnahmen (Norwegen, Irland z.B.) Wollen Sie nun sagen, alle anderen Länder seien keine Demokratien?

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cobaea 09.09.2018, 15:24
72.

Zitat von herrderlueste
Die echten Konservativen wurden doch schon vor twei Dekaden endgültig vernichtet von den PSeudolinken in unserem Mainstreammedien. "Dank" dieser Zerstörung haben allerlei Strömungen den Namen "konservativ" angenommen. Jetzt haben wir von rechts etwas, dass nciht wirklich repräresentiert, sodnern einfach nur dagegen ist, gegen den Mainstream. Und dieser Mainstream wurden von links übernommen, leider handelt es sich nciht um die guten Linken, sodnern um eine fast schon Sektenhafte Gruppe, die aus einem reichen Elternhaus kommt, eine eigene absurde Weltvorstellung hat(Feminismus) und nur theoretisch daran interessiert ist den Armen zu helfen . In Wirklicheit hat sie nur Abscheu gegenüber dem "kleinen Mann". Und das ist das ganze Poblem unserer Zeit, wir haben zwei "Seiten", die das Volk nicht wirklich repräsentieren. Wir bräuchten tatsächlich die Konservativen die für etwas menschliches stehen und wir bräuchten die Sozialdemokraten. Leider haben wir keines, zumindest in der Politik.
Selten so gelacht. Es gibt jetzt "gute" und "böse" Linke (bisher dachte ich, für Leute Ihres Schlages seien alle Linken böse). Und die "bösen" Linken stammen alle aus einem reichen Elternhaus (so viele reiche Elternhäuser gibt's?) und hängen der "absurden Weltvorstellung" an, Männer und Frauen seien gleichwertig und sollten deshalb die gleichen Rechte und Pflichten haben (nennt sich Feminismus) und sind nicht daran interessiert, Armen zu helfen, weil sie nämlich "den kleinen Mann" (was ist mit der "kleinen Frau"?) verabscheuen. Sozialdemokraten wären dann aber offenbar "gute" Linke? Oder sind die schon gar nicht mehr links? Jedenfalls dürfen sie nur aus prekären Verhältnissen stammen und nicht für Gleichberechtigung sein - sonst wären sie ja wieder "böse" Linke. Das wird ganz schön schwierig mit diesen Abgrenzungen...

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cobaea 09.09.2018, 15:33
73.

Zitat von zeisig
Herr Diez sollte sich einmal fragen, wann diese negative Entwicklung des Konservativismus ungefähr begonnen hat. Bei genauem Hinsehen stellt man schnell fest, daß die Frage der Migration dabei von großer Bedeutung ist.
Also begann die Krise des Konservativismus bereits lange bevor sich dieser zu formieren begann? Denn Migration ist bekanntlich so alt wie die Menschheit.

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Ruhrsteiner 09.09.2018, 16:00
74. Der Ansatz (kapitalistischer) Konservativismus sei Ursache für den

Umstand, warum so viele Politiker den Staat und die Demokratie schlecht reden, "by the way" so auch noch dem Faschismus Tür und Tor öffnen, ist historisch für die 30´er Jahre in Deutschland (die letzten Jahre der Weimarer Republik) partiell nachvollziehbar, geht aber an der aktuellen Populismus-Problematik vorbei. Meine Kritik geht noch weiter, denn das Entscheidungsverhalten US-amerikanischer Wähler - soweit es die Wahl von D.. Trump betraf - war und ist ein anderes als das vieler Europäer, auch der Deutschen. Herumtheoretisieren führt zu keinerlei Lösungsansätzen bei den aktuellen deutschen "Populismus-Problemen" (oder warum so viele Politiker Staat und Demokratie schlecht reden; Zitat, s.o.,) da spielen noch ganz andere entscheidende Ursachen ein Rolle...

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wynkendewild 09.09.2018, 16:23
75. Gedanken

Die politische Linke befindet sich doch in der Krise, während die Rechten an Stärke zu gewinnen scheinen. Weil die Linke schlicht und einfach kein Klientel zu vertreten scheint, besonders nicht die, für die man sich vordergründig einzusetzen scheint.

Alles wird tabuisiert was nicht in Weltbild passt, wie soll man so bitte schön Antworten auf irgendwas finden?

Tja, in diese Lücke stoßen halt die Rechten und das mit Erfolg so wie es scheint. Weil die Linke und da beißt die Maus keinen Faden ab, eher ein Ausdruck der kapitalistischen Wohlstandsgesellschaft darstellt,somit also mehr dem Hedonismus zuzuordnen ist und rein kindischer Natur.

Man vertritt Dinge und Thesen, die dem eigenen Wohlbefinden dienen und nicht dem Wohl der Allgemeinheit. Deshalb werden auch Wöter wie "Volk" strikt gemieden.

Auch deshalb erleben wir eine rechte Renaissance, weil die einfach die besseren Antworten zu bieten scheinen. Nicht das es so wäre, aber gegen Empfindungen kommt man halt nur sehr schwer an. Wenn nämlich zwei Dinge ähnlich aufgebaut sind, dann nimmt man automatisch immer das was einem vom Gefühl oder den Gedanken her "ehrlicher" und logischer erscheint.

MfG:
wynkendewild

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syracusa 09.09.2018, 16:27
76.

Zitat von tormos
Nun, ich glaube tatsächlich, dass Volksentscheide sehr viel zu einer Demokratie beitragen würden. Es ist klar, dass die Menschen dafür sensibilisiert werden müssen, aber nach 2-3 Entscheidungen würde ihnen die Tragweite ihrer Wahlen durchaus bewusst werden
Das Beispiel Schweiz beweist, dass Sie damit völlig falsch liegen. Volksabstimmungen können durch Populisten initiiert und nach Belieben gesteuert werden. In der Schweiz führte das bis hin zu Menschenrechte aushebelnden und die Unregierbarkeit herbeiführenden Wahlergebnissen.

Demokratie ist nun mal nicht die Diktatur der Mehrheit. Wenn wie beim Brexit die Souveränitätsrechte von 49% der Wähler zugunsten von 51% der Wähler komplett negiert werden, dann hat das mit Demokratie nichts zu tun. Wahlen und Wahlergebnisse sind nun mal nicht der zentrale Wert der Demokratie, sondern Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Wahlen sind nur eine von vielen Möglichkeiten, und dazu bei weitem nicht die beste, um das Gleichheitsprinzip zu verwirklichen. Demokratie ist die Herrschaft des Volks, und keineswegs die Herrschaft der Wählermehrheit.

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spmc-12355639674612 09.09.2018, 16:41
77. Direkte Demokratie

Zitat von Beat Adler
Ueberhebliches Gestammel mit exzellentem Gegenbeispiel: Die Schweiz! "Die meisten Menschen haben doch gar nicht die Ahnung die Tragweite ihrer Entscheidungen zu begreifen. Der Idealfall des gebildeten, wohl informierten Bürgers ist immer nur für eine kleine Randgruppe wahr." Das gehoert in die Kategoerie: Ich blicke durch, alle Anderen nicht! Das ist die Ausrede aller Politiker, die vor Angst vor ihren Stimmbuergern in die Hosen sch.......! "Also nein danke. Volksbefragungen veranstalten und anhand der Ergebnisse dann die Politik ausrichten (lies: der Tendenz des Volkswillens folgen, ohne zuzulassen dass die Populisten einfach eine Liste mit Forderungen durchsetzen) ist die eine Sache. Aber das Volk regelmäßig direkt befragen... nein danke. Da kommt wenig gutes bei raus." Die Schweiz ist das europaeische Land mit dem prozentual groessten Mittelstand zusammen mit der geringsten Armut, nicht trotz, sondern wegen extremer Wirtschaftsliberalitaet und extremen Kapitalismus, gewuenscht durch basisdemokratische Entscheidungen der Stimmbuerger und Dank einer Konkordanzregierung! Wer behauptet, dass Stimmbuerger nicht faehig sind ein Referendum zu durchschauen, ist nicht "nur" elitaer sondern extrem ueberheblich! mfG Beat
Sie vergaßen dabei aber zu erwähnen, dass eine direkte Demokratie desto besser funktioniert, je kleiner das betroffene Gemeinwesen ist. Das hat psychologische und statistische Gründe. Große Staaten werden mit einer direkten Demokratie nicht beliebig weit kommen.
Wenn wir in unseren Geschichtsbüchern blättern, stellen wir erstaunt fest, dass eines der stabilsten Staatengebilde überhaupt das Römische Reich war, das als Republik mit einer Art repräsentativen Demokratie knapp 500 Jahre und als Monarchie weitere 500 Jahre im Westen bzw. 1500 Jahre im Osten bestand.

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Ruhrsteiner 09.09.2018, 16:56
78. an den kretisch-mykenischen Minos zu Knossos/66.:

Wie wäre es ganz einfach mit "Eigentum verpflichtet?"

Nein, ich halten den Vorschlag, den übrigens Christian Lindner gemacht hat, im Grundgesetz eine Amtszeit der Bundeskanzlerschaft in Person auf höchstens zwei Legislaturperioden zu befristen, schon für demokratiestabilisierend, wenn ich jetzt an die Politik- bzw. Koalitionsverdrossenheit vieler AfD-Wähler denke, die bei der letzten Bundestagswahl diese Partei schlichtweg aus ihrer Politikverdrossenheit heraus, aus Protest gewählt haben. Demokratie darf sich nicht einfach auf das "Kreuzchenmachen" auf Wahlzettel reduzieren, oder Parteimitgliedschaften. Demokratie muss von der Gesellschaft akzeptiert und getragen werden. Und dabei muss die Demokratie die Menschen erreichen, nicht die Menschen die Demokratie. (vgl. Platon, über den Staat - z. B.die bekannte Definition von Staat). Spätestens alle 8 Jahre wechselnde Kanzlerschaften hieße auch garantierte "Politikwechsel" spätestens alle 8 Jahre. Bereits dadurch, dass die politisch entscheidenden Personen wechseln.

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merkel123 09.09.2018, 17:01
79. Diez wieder depressiv

Ja, Herr Diez, die konservative Konterrevolution laeuft weltweit erfolgreich, und alles Linke ist demgemaess auf dem Rueckzug. Der Menschheit wird es gut tun. Ich hoffe doch, dass sich Ihre Stimmung etwas bessert, wenn Sie heute mit dem nordkoreanischen Brudervolk den 70. Gruendungstag der DVRK feiern. Blumen und Verbeugung fuer Kim nicht vergessen!

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