Forum: Kultur
Kapitalismus-Talk bei "Anne Will": Armes Deutschland

Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer - trotzdem gibt es in Deutschland keine Revolution. Warum? Bei "Anne Will" versuchten sich die Gäste an einer Antwort - und scheiterten.

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Meckerliese 08.05.2014, 08:27
1. oh je

Schickt doch Anne Will endlich in Rente. Die kann es einfach nicht.
Unnötige Sendung. Kam wie immer nichts raus nur blablabla....

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paulvernica 08.05.2014, 08:31
2. mangelndes Selbstbewussein ?

Zitat von sysop
Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer - trotzdem gibt es in Deutschland keine Revolution. Warum? Bei "Anne Will" versuchten sich die Gäste an einer Antwort - und scheiterten.
Ich denke das passive hinnehmen dieser Verhältnisse durch die Bevölkerung, liegt auf der einen Seite an einer immer noch vorhandenen
Obrikeitshörigkeit der Bevölkerung und daran dass es einfach an Selbstbewusstsein fehlt sich für die eigenen Interessen einzusetzen und auch mal was zu fordern.

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Palmstroem 08.05.2014, 08:31
3. Kapitalismus - Ein Erfolgsmodell

Ungleichheit ist nun mal ein erfolgreiches Evolutionsmodell. Und niemand will freiwillig "gleich" sein.
In Deutschland macht die Umverteilung über die Sozialquote inzwischen fast eine Billion oder mehr als ein Drittel des BIP aus. In den "Goldenen 60ern" lag diese Quote noch unter 20%.
Der Kapitalismus hat allein in den letzten zwei Jahrzehnten vor allem in Asien rund zwei Milliarden Menschen aus der Armut geholt. Welches System war je erfolgreicher!
Allerdings müsste eine Voraussetzung eines kapitalistischen Erfolgmodells konsequenter durchgesetzt werden - der Kampf gegen Monopole - egal ob privatwirtschaftliche oder staatliche Monopole.

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el_realist 08.05.2014, 08:31
4. 42% Lohnsteuer?

Schlecht recherchiert, lieber SPON, das sind vielleicht die Gesamtabgaben, aber nicht die Lohnsteuer. Die Besteuerung von Kapitaleinkünften ist ebenso hoch, wie die von Einkünften durch Arbeit, nur ohne Sozialbeiträge. Meiner Meinung nach sind die hohen Abgaben der Hauptgrund dafür, dass man kein Vermögen mehr bilden kann, Stichwort "kalte Progression", aber das wird gerne unter den Teppich gekehrt. Wir wollen das so, weil die Mehrheit so wählt. Ich versuche, mit Aktien reich zu werden, das ist meiner Meinung nach der einzig gangbare Weg, da man bei diesen Erträgen nicht so viel Abgaben hat. Durch die vielen Abgaben lohnt sich Arbeit einfach nicht mehr...

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galbraith-leser 08.05.2014, 08:32
5. Ungleichheit ist der Kern des Kapitalismus

Die Frage, die hinter der Systemfrage steht, ist die Frage nach der Natur des Menschen. An ihr ist Marx letztlich gescheitert, denn der Mensch strebt von Natur aus nicht nach Gleichheit, sondern will sich durch Leistung einen Vorteil verschaffen, z.B. bei der Nahrungssuche, bei der Partnerwahl etc. Wenn sich Leistung nicht mehr lohnt, strengen sich die Leute nicht mehr an und das System geht den Bach runter. Siehe DDR. Interessant ist, dass der auf dem Leistungsgedanken aufbauende Kapitalismus gerade im Begriff ist, seine eigene Grundlage zu zerstören, da - und das ging aus der Diskussion ja auch hervor - sich Arbeit (= Leistung) nicht mehr wirklich lohnt. Denn Einkünfte auf Kapital sind keine eigene Leistung, sondern basieren auf der Leistung anderer. Das ist grundsätzlich nicht verwerflich (o.k. echte Kapitalismuskritiker werden hier schon widersprechen), aber es funktioniert nur im begrenzten Umfang. Und genau auf diese Grenze bewegen wir uns gerade zu. Was danach kommt? Keine Ahnung, aber vermutlich nichts Gutes.

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marthaimschnee 08.05.2014, 08:34
6.

Es ist immer lustig, wenn nur die Wahl zwischen schwarz und weiß besteht, Kapitalismus oder Sozialismus. Zu anderem ist man offensichtlich nicht fähig. Daß man den Kapitalismus durchaus unter Kontrolle bekommen könnte, wenn man es denn wollte, nämlich durch einen Staat, der entschieden regiert, statt zaghaft und ängstlich zu reagieren, wird vollkommen außen vor gelassen. Es muß schließlich nicht als Naturgesetz hingenommen werden, daß das Kapital höhere Erträge als Lohnarbeit liefert. Nur wird das nicht passieren, solange wir von den Lakaien des Kapitals regiert werden! Und solange daß deutsche Wahlvolk dumm genug ist, sich hier den gigantischen Wohlstandsverlust durch die Arbeitsmarkt- und Rentenreformen, die Steuersenkungen für Unternehmen und Reiche sowie die massive Wirtschaftssubventionierung als persönlichen Vorteil verkaufen zu lassen, wird es selbstverständlich keine Revolution geben. Uns geht es doch gut, signalisieren schließlich die ganzen CDU Wahlplakate. Und wer's nicht glaubt, kann sich ja mit Somalia vergleichen, daß paßt immer!

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Hilfskraft 08.05.2014, 08:35
7. Buch-Promoting

in Sendungen dieser Art stellt mindestens einer sein neuestes Buch vor.
Was soll das?
Wenn es wirklich um echte Probleme geht, dann macht man sich die Ernsthaftigkeit damit selber kaputt.
Nun zur Frage, warum es keine Revolution gibt?
Meiner Meinung nach, hat jeder von uns das Gefühl, das er sich nur lächerlich macht, wenn er auf die Straße ginge.
Die Medien haben für sich das Monopol der Volkesmeinung vereinnahmt und das Volk lässt die Medien machen.
Und, gerade deshalb sollte hier doch etwas mehr Verantwortungsgefühl seitens der Medien gepflegt werden, statt Bücher zu verscherbeln...
Außerdem kommt es blöd für mehr Reichtum zu revoltieren, so lange man satt und trocken gehalten wird.
Perfides System mit Langzeitwirkung.

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gestiefelterkater33 08.05.2014, 08:36
8. optional

Ich glaub viele die arbeiten haben auch Kapital mit dem sie zocken könnten ? Oder nicht ? Naja..vielleicht nicht alle, aber ich versuchs..... Habe gerade bei 5 Euro Gazprom Aktien gekauft....obwohl ich arbeite als Angestellter....

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Dramaturg 08.05.2014, 08:36
9. Fragen und keine Antworten?

Punkt 1: Der Sozialismus IST die bessere Alternative.
Punkt 2: Aber er wird nicht neben einem System bestehen können, dass für Profit förmlich über Leichen geht.
Punkt 3: Die Menschen in Deutschland haben diese Alternative abgeschrieben, Dank massiver westlicher Propaganda während und nach dem Kalten Krieg.
Punkt 4: Ich erinnere an Brecht's Satz: Kommunismus ist eine einfache Sache, die schwer zu machen ist.
DARIN und in der nach wie vor noch nicht wirklich stattgefundenen Menschwerdung der Menschheit liegt das Scheitern einer besseren Gesellschaft begründet.

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