Forum: Kultur
Karneval: Nicht so gemeint und nicht so wild
DPA

Was bleibt der fleißig braven Mitte / wenn nicht mal mehr der Griff zur Titte / noch als Flirt gilt oder Spaß? / Da muss man sagen, uff, das war's.

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JackGerald 05.03.2019, 16:23
20. @ Nr. 11 Velbert2

Genau das war auch mein erster Gedanke - wenn es nur aus dem richtigen Lager kommt, dann ist anscheinend alles erlaubt. Aber das Schöne daran ist, dass sich die besonders guten Menschen durch genau solche Reaktionen immer wieder selbst entlarven.

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Cogitatio33 05.03.2019, 16:28
21. Tätääääää...hört hört...

Woche für Woche eine Plage
Da stellt sich mir allmählich die Frage.

Warum tu ich mir das nur an
Ich armer weisser (nicht ganz so reicher) Mann.

Ich muss und will alles und alle verstehen
Bin mit einem Gerechtigkeitssinn versehen.

Doch stelle ich schön langsam fest
Die Einseitigkeit ist eine Pest.

Was bringt's wenn ich offen und aufgeschlossen bin
Und mich austausche mit Mitgefühl und Sinn.

Wenn ein Selbsterkärtes Sprachrohr der Nation
Nun nur einseitig denkt - wahrscheinlich aus Frustration.

Und folglich meine Aufgeschlossenheit
Mich behindert weit und breit.

Denn ich versuche unverdrossen
Zu argumentieren - doch das Sprachrohr ist verschlossen.

Haut einfach drauf, verallgemeinert nur
Dass ist für mich das Gegenteil von Kultur.

Tätäää, tätäää, tätäää... ;-)

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zooey_radieux 05.03.2019, 16:29
22. Die Essenz Stokowskis?

"Ein guter Witz zielt zwar auf die
die oben sind und bitte nie
auf die Armen und die Schwachen
über die eh alle lachen"

Die gesamte Sichtweise Stokowskis steht in diesen 4 Zeilen. Alles ein ist Klassenkampf; Männer gegen Frauen, Weiße gegen Farbige, Genderbinäre gegen Gender Non-Binäre. Oder präziser ausgedrückt: Jene, die scheinbar die Macht haben, gegen jene, die keine haben. Eine Sichtweise, die einem vergleichbaren Schubladendenken entspricht, wie sie es den echten Rassisten, Misogynisten und Homophoben vorwirft. Eine Einteilung und Vorverurteilung der Menschen anhand von Merkmalen, die sie sich selbst nie aussuchten (Vornehmlich das Geschlecht). Eine Einteilung und Vorverurteilung, die vergisst, das Menschen nicht ihr Merkmal sind, sondern Individuen. Was dieser Kommentar mit AKKs langweiligen Witz zu tun hat? Nun, dass eine Gruppenzugehörigkeit nichts über die Qualität des Individuums aussagt und daher niemand schützenswerter als jemand anderes ist, wenn es um Humor geht.

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ds365 05.03.2019, 16:31
23. Die Notwendigkeit einer Reformation des Karnevals

Der im Karneval ausgelebte Sexismus, Rassismus und Chauvinismus kotzt mich an. Nichts aber auch gar nichts daran ist lustig.

Dass ein in der Zeit zurückgebliebener B-Komiker wie Bernd Stelter darin seine Erfüllung findet, wundert mich nicht. Dass aber eine AKK auf den gleichen Zug aufspringt, enttäuscht mich. Ich habe bei dieser Politikerin mehr Hirnschmalz erwartet.

Der Karneval in dieser Form braucht dringend eine Erneuerung.

Die Büttenrede von Fr. Stokowski bringt diese Erkenntnisse nur in eine verdauliche Form, an der Brisanz ändert sich nichts.

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pecx 05.03.2019, 16:33
24.

Köstlich!

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Yogi Berra 05.03.2019, 16:33
26. Ich bin sehr angenehm überrascht,

das Leitmotiv ist zwar das gleiche wie in so ziemlich jedem Artikel von Frau St. (unermüdlich wie ein Batteriehäschen schleudert sie als neuzeitliche David/in ihre Emanzenkiesel gegen uns böse, alte, weiße Goliathe), aber immerhin diesmal in einer neuen, unerwarteten und, muss man schon sagen, ganz gelungenen Form.

Leider wird uns diese jahreszeitlich bedingte Koloratur aber bei den nächsten Beiträgen nicht mehr erfreuen. Dann geht es wahrscheinlich zurück in den alten, grauen Ideologietrott und man fühlt sich bei der Lektüre wieder, als müßte man noch trotz heftigen Katers ein Kapital von Heinrich Böll lesen, und zwar eines über Genderfragen, das im Erfurt des Jahres 1974 spielt.

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holgerbeckerhh 05.03.2019, 16:35
27. die Richtung macht's

Zitat von Velbert2
Als Jan Böhmermann über Erdogan herzog waren viele der Meinung, dass Satire alles darf. Wenn Bernd Stelter und Annegret Kramp-Karrenbauer nun im Karneval sich satirisch äussern - im übrigen wesentlich zivilisierter als damals Jan Böhmermann - wird daraus ein Skandal produziert. Über Leute aus dem anderen politischen Lager oder der Klientel des anderen politischen Lagers akzeptiert man Satire gerne. Ist man selber betroffen ist das Geschrei gross.
Der eine tritt nach oben, gegen einen mächtigen Menschen mit eigener Presseabteilung und eigener Justiz, die andere tritt nach unten auf eine Minderheit, die es eh nicht leicht hat in unserer Gesellschaft.
Im Karnevall wird traditionell "nach oben" gepiesackt und die Politik aufs Korn genommen. Frau Kramp-Karrenbauer hat etwas anderes getan, das darf jeder bewerten wie er möchte, ich find's geschmacklos.

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santoku03 05.03.2019, 16:35
28.

Zitat von fallobst24
Aber man spiegele doch die ständigen Aussagen zu Geschlecht (Männer -> Frauen) und Hautfarbe (weiß -> schwarz) und entscheide selbst, ob derlei negative Anmerkungen zu "Schwarzen" oder "Frauen" oder "schwarzen Frauen" rassistisch und/oder sexistisch wären.
Ja, das Spiegeln - das war zu Zeiten des Feminismus der 1970 Jahre (des Feminismus also, der diesen Namen noch verdiente) die Standardmethode um Diskriminierung zu entlarven. Ist leider heute nicht mehr angesagt, warum auch immer.

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santoku03 05.03.2019, 16:37
29.

Zitat von Velbert2
Als Jan Böhmermann über Erdogan herzog waren viele der Meinung, dass Satire alles darf. Wenn Bernd Stelter und Annegret Kramp-Karrenbauer nun im Karneval sich satirisch äussern - im übrigen wesentlich zivilisierter als damals Jan Böhmermann - wird daraus ein Skandal produziert. Über Leute aus dem anderen politischen Lager oder der Klientel des anderen politischen Lagers akzeptiert man Satire gerne. Ist man selber betroffen ist das Geschrei gross.
Sie haben nicht verstanden. Das Austeilen im Karneval geht traditionell gegen die Mächtigen. Gegen Minderheiten und Schwächere treten hat mit Karneval und Satire nichts zu tun.

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