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Kinderschänder Kinski: Das Böse bleibt
DPA

Nach den Missbrauchsvorwürfen seiner Tochter Pola wird deutlich: Die Fans Klaus Kinskis haben einen Kriminellen vergöttert. Das Böse, das er als Leinwandstar nur spielte, wird nachträglich beglaubigt durch seine Niedertracht im wahren Leben.

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haku210 14.01.2013, 13:22
350. Ausnahmeschauspieler?

Zitat von jenom
Aus der Stimme eines Schauspielers das "Böse" herauslesen zu wollen ist mehr als peinlich. Da weiß wohl jemand nicht, was den Beruf eines Schauspielers ausmacht. Die verleumderischen Behauptungen der Tochter sind nicht bewiesen, würde Kinski noch leben hätte sie einen Verleumdungsprozess am Hals. Aber so stürzen sich die Mittelmäßigen auf den hervorragenden Ausnahmeschauspieler Klaus Kinski - einen der interessantesten Künstler Deutschlands.
Ausnahmeschauspieler?
Der Typ war ein Psychopath und hat lediglich immer sich selbst gespielt. Schauen Sie sich mal seine Wutausbrüche und Schimpftiraden an. Der hat schon zu Lebzeiten in die geschlossene Anstalt gehört.

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Olaf 14.01.2013, 13:54
351.

Zitat von kuschkusch
Kinski war anders als der Mainstream. Völlig anders, nicht besser! Und das anders sein reicht heute leider immer noch aus, um ihn und seine Fans abzugrenzen.
So anders nun auch wieder nicht, wie man sieht. Sei jemand auch noch so begabt, er bleibt ein Mensch. Ihn also über jede Kritik zu erheben ist immer falsch.

Wir haben es ja gesehen, an den Skandalen der letzten Jahre, ob Priester, Reformpädagoge oder Schauspieler, alle diese Größen hatten ihre dreckigen Geheimnisse, und die Umgebung hat weggesehen weil sie dieses ungeheuerliche nicht wissen und sehen wollte. Der Erhalt des eigenen Weltbildes war wichtiger.

Das Böse ist und bleibt banal und sein bester Schutz ist die menschliche Ignoranz, welches nach dem äußeren Schein einer Person urteilt und sagt: "Der? Das kann nicht sein!"

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Rainer Helmbrecht 14.01.2013, 16:01
352.

Zitat von sanctum.praeputium
Dass sich jeder Erwachsene, der sich Kindern nähert, potentiell dem Verdacht der Pädophilie ausgesetzt sieht, ist ein Import aus den Ländern der protestantischen Prüderie. Es entspricht der political correctness überall lüsterne alte Männer zu vermuten. Unsere Gesellschaft ist mit "Politischer Korrektheit" vergiftet. Wir sind sehr weit von einer offenen Gesellschaft entfernt.
Das kann man auch anders sehen. Ich sehe das Problem darin, dass sich sogar hohe Würdenträger der RKK nicht beherrschen können, wenn es darum geht, Kinder zu missbrauchen.

Ich halte es nicht für vergiftet, wenn man Kinder als selbständige Menschen betrachtet und sie vor solchen Menschen? schützt.

MfG. Rainer

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Sumerer 14.01.2013, 16:39
353.

Zitat von reuanmuc
... Überall, sei es in der Politik, im Arbeitsleben oder in der Kunst, immer wird das Schlechte stärker hervorgehoben als das Gute. Damit verbunden ist eine Lust an der öffentlichen Bestrafung und der Genugtuung, wenn Andere bestraft werden. ...
Der gegen Kinski laut gewordene Vorwurf lautete: Inzest mit einer Minderjährigen.

Selbstverständlich gibt es auch andere Formen gelebter Sexualität, die aber nicht generell alterabhängig zu verurteilen sind. Und auch Homosexualität kann nicht generalisiert verboten werden, wenn sie der hormonell gesteuerten Gehirnentwicklung eines Menschen entspricht und eine solche gelebte Sexualität auch seinem Alter entspricht.

Was ich meine ist, dass das Thema auch differenziert diskutiert werden sollte. Es gibt einen konkreten Vorwurf. Und der, nicht auch anderes Sexualverhalten, sollte diskutiert werden.

Folglich dürfte gegen Inzest mit Minderjährigen, das ist ja der konkrete Vorwurf, den man dem Verblichenen macht, erst einmal medizinische und genetische Aspekte einzuwenden sein.

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elikey01 14.01.2013, 19:13
354. Auch Danke

[QUOTE=PsyDyn;11747075] Zitat von elikey01
Danke, zutreffender kann man es nicht formulieren. Zentraler Affekt bei Mißbrauchsopfern insbesondere von innerfamiliären Tätern ist die extreme Scham, verbunden mit einem kaum aufhebbaren Schuldgefühl, nun den Verwandten bloßzustellen, und begleitet von einem quälenden Zweifel, ob dies denn wirklich alles so passiert sein könne. Wenn Sie nachlesen wollen, was alles der therapeutische Prozeß in einer Patientin ebenso wie in einem psychoanalytischen Therapeuten auslösen kann — an extremer Anstrengung, an verwirrenden Gefühlen wie z.B. an Scham über die stattgefundene Sexualisierung — dann empfehle ich z.B. Gehde & Emrich (2007): "Auf der Suche nach dem Messeförster." Dort beschreibt auch die unter Pseudonym schreibende Patientin ihre Sicht der Dinge während der langen Therapie.
für den lit. Hinweis.

Zwar lernt man gewiss niemals aus. Doch sind - leider - (neben der "grauen" Theorie) allzu viele Geschehnisse dieses Genre aus dem wirklichen Leben oft so "vertraut", dass man für sich selbst die Reißleine vor dem schier Unerträglichen ziehen muss, was Menschen Menschen antun können - und auch anderen Lebenwesen.

Wahrhaftig: Das Böse (im Menschen) bleibt, ebenso oft unbeantwortet die Frage nach dem Warum, wobei MACHT und defizitäre Selbstwertgefühle eine erhebliche Rolle spielen und der Kreis sich oft quasi eigendynamisch schließt.

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elikey01 14.01.2013, 19:24
355. Pola K.

Zitat von Rainer Helmbrecht
Wenn ich mich recht erinnere, hat sie ihrer Mutter die Vorkommnisse erzählt, aber die Mutter hat das gemacht, was Mädchen von Kinder-schändenden Eltern in der Regel erfahren, besonders zu den damaligen Zeiten. Die Mütter stehen nicht zu ihren Kindern, weil oft der Vater der Ernährer der Familie war, oder ist und die Mütter wirtschaftlich abhängig waren oder immer noch sind. Das Frau Kinski nun für ein Buch, Geld bekommt, scheint für Sie schlimmer, als der Missbrauch zu sein. Mal eine Frage, für wieviel würden Sie denn Ihre Unschuld verkaufen? Ob das Buch das Geld Wert ist, kann ich nicht beurteilen, aber das kann ja nicht vorbestimmt werden, die Arbeit mit diesem Buch hat ja auch einen Wert, so dass man ihr nicht vorwerfen kann, sie möchte Geld für nichts. MfG. Rainer
ist nicht die Einzige, die mittels Schreiben über solche (u.a. belastende) Erlebnisse (wie z.B. Mädchen-Beschneidung) und Veröffentlichen eines Buches einen Teil ihrer Therapie sehen.
Darüber hinaus gibt es eben Themen, die Öffentlichkeit herstellen sollen/müssen, damit eine Debatte in der Gesellschaft in Gang gesetzt wird und eine Ächtung einsetzt (wie z.B. zu Prostitution und einzig zur Gewaltverherrlichung und Entwürdigung der Frau hergestellte Pornografie - nicht zu verwechseln mit der Darstellung gegenseitiger "Fleischeslust").

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elikey01 14.01.2013, 19:49
356. Kinski

Zitat von Sumerer
Auch in diesen Szenen konnte Kinski sich im Zentrum des Geschehens betrachtet sehen (seht her, der Schmetterling läßt nicht von mir). Wenn das nicht der Fall war, rastete er regelmäßig aus; möglicherweise deshalb, weil er das (die mangelnde Zuneigung) als Ergebnis seiner eigenen Minderwertigkeit empfand? Kinski = eine Versammlung nichtverarbeiteter Komplexe?
wirkte h.E. selbst zeitweilig wie ein Schmetterling in ständiger Metamorphose, Reinkarnation. In Herzog fand er einen Seelenverwandten, meinte sich gut beraten, nur mit ihm zu drehen.
Trotzdem brachte er ständig Spott und Verachtung für Herzog zum Ausdruck, indem er u.a. erklärte, "Herzog sei ein miserabler, gehässiger, missgünstiger, vor Geiz und Geldgier stinkender, bösartiger, sadistischer, verräterischer, erpresserischer, feiger und durch und durch verlogener Mensch."

Er machte nie aus einem Herzen eine Mördergrube; wichtig war ihm letztlich auch, wieviel gezahlt und wo gedreht wird, weshalb er selbst Angebote von "Schundregisseuren" annahm.
So erklärte Kinski Fellini angesichts einer Gage, die er als eine Unverfrorenheit empfand, schlichtweg "Laß Dich in den A...ch fi...n".

Kann sein, dass Kinski die "Summe unverarbeiteter Komplexe" war, die ihre Ursachen womöglich auch in frühkindlichen Schlüsselerlebnissen gehabt haben mag.

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Sumerer 15.01.2013, 17:05
357.

Zitat von elikey01
wirkte h.E. selbst zeitweilig wie ein Schmetterling in ständiger Metamorphose, Reinkarnation. ...
Das ging vielleicht auch nicht anders. Kinski strebte in einfach jedem Dialog, die Durchsetzung seiner eigenen Überlegenheit an. Ging dies einmal nicht, verließ er meist fluchend und tobend und sein Gegenüber niederbrüllend das angerichtete Schlachtfeld.

Bei diesen Dialogen ging es zumindest ihm nicht um die Findung einer wie auch immer gearteten Wahrheit, sondern immer nur um die Durchsetzung seiner teils dann absurden Argumentation (Rabulistik?).

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