Forum: Kultur
Klimaschutz als Trend: Niemand braucht Glamour-Ökos
Uwe Anspach/ DPA

Jahrelang waren wir Umweltschützer die uncoolen Spielverderber. Das ändert sich gerade, Klimaschutz ist das neue große Ding. Aber wer es ernst damit meint, muss mehr tun, als saisonales Gemüse essen.

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f36md2 01.06.2019, 16:53
10. Alles nur Show!

Am letzten Wochenende eine Einladung zum "runden Geburtstag", der Samstag vor der Europawahl. Nach dem Essen sprachen viele Gäste die Wahl an: "Wo soll ich am Sonntag nur das Kreuz hinsetzen?" Die Grünen hat durchgehend postive Kommentare. Gegen 23 Uhr bin ich dann zurück, ich als SPD-Mitglied einziger Besucher mit dem Fahrrad?! Und was stand so auf dem Hof herum? Vorwiegend Geländewagen....? Das ist die "grüne" Realität! Und die Regierungsrealität beantwortet Kretschmann in BW. Alles nur Show!

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strixaluco 01.06.2019, 16:55
11. jaja, Müsli

Dass man mit auch nur halbwegs ökologischen Einstellungen mal belächelt wurde, allerdings, aber wir sind noch sehr weit weg davon, die Sache ernst zu nehmen. Berufe in Industriesparten, die massiv Natur zerstören und Umwelt vermschmutzen, werden üppigst bezahlt, und Leute, die von Natur und Umwelt etwas verstehen, werden so behandelt, als ob ihr Beruf ein Hobby wäre und ihr Fach nur zur Dekoration da. Wahlweise gibt es teils unverschämt schlecht bezahlte befristete Jobs oder Behördenstellen, wo man oft in etwa so arbeiten darf, als ob das Finanzamt den Bürgern die besten Tipps zur Steuerhinterziehung geben würde. Es soll "grün" aussehen, aber am besten als technisches Ersatzprodukt, und ob es der Umwelt am Ende wirklich gut tut, ist egal. So läuft das definitiv nicht. Es läuft auch gerade bei den "Grünen" nicht wirklich, da hat sich an vielen Stellen sehr viel Selbstbetrug eingeschlichen.
Wenn die Leute anfangen, für gesunde Natur und Umwelt, also ihre Lebensqualität, ihre Gesundheit, auch richtig Geld auszugeben, glaube ich, dass sich etwas geändert hat, vorher nicht.

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12. Der schlimmste Feind...

Liebe Ferda Ataman, ich bin kein Freund des Kapitalimus - falls wir dasselbe darunter verstehen. Aber dass er der schlimmste Feind der Umwelt sei, kann man vorerst, aus der Sicht von Bitterfeld, Caracas, Tschernobyl oder des Baikalsees, jedenfalls bezweifeln, oder? tf

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ganzeinfach 01.06.2019, 16:56
13. Was man als Ôko-Fuzzi alles tun "könnte"

Nein - Mülltrennung ist schon Standard. Aber ein paar Dinge gibt es schon: zB. Allee-Bäume begiessen und darunter mit Kräutern bepflanzen (easy). Das Kies-Problem beseitigen. a) die öden Wüsten vor den Betonbunkern mit einer Handvoll Substrat betupfen, und darin zB. Malven-Samen säen. Sieht bald seht hübsch aus (schon Mittelklasse). b) Die Kiesklebedächer auf den öden Flachdächern entfernen und mit einer leichten Extensiv-Begrünung (8cm Substrat) nett gestalten. Winterhart. Hilft Bienen, Käfern, Insekten etc. als Strasse durch die unüberwindbaren Betonwüste in Städten. Dann Moore regenerieren (hohe Schule, da brauchts Fachkräfte) sowie zB. die netten stillgelegten Kohlegruben begrünen (hohe Schule, da der Abraum häufig giftig und oder radioaktiv). Wenn man das alles hinbekommen hat, dann bleibt das CO2 gebunden, die Tiere und Pflanzen entwickeln sich hervorragend, das Regenwasser wird gespeichert und die Feinstäube bleiben am Boden. Na also - wäre ganzeinfach - wo fangen wir an?

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t_mcmillan 01.06.2019, 16:59
14. Die Schnittmenge ist groß

Die Schnittmenge zwischen Umweltschutz und Klimaschutz ist sehr groß. Der einzige Knackpunkt ist die Atomenergie. Wobei es auch aus Sicht der Jungen nicht gut sein kann, der Nachwelt über zehntausende von Jahren hochproblematischen Müll zu hinterlassen. Andererseits haben sie recht: Was interessiert, was in zehntausend Jahren ist. Es geht um die nächsten hundert Jahre.
Aber unabhängig davon: Wir müssen sehr viel ändern, es bleibt und nix anderes übrig.

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im_ernst_56 01.06.2019, 17:00
15. Real existierender Konsumismus

Zitat von froh und heiter
Wenn wir nur noch kaufen, was wir wirklich brauchen, dann ...
dann..... werden sich viele Leute einen neuen Job suchen müssen und diese Suche könnte ziemlich schwer werden.

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dieter-ploetze 01.06.2019, 17:01
16. hauptfeind der ungeregelte kapitalismus

da gebe ich frau Ataman mal recht. den ungeregelten kapitalismus gilt es als erstes zu baendigen, wieder in
gesellschaftlich- und sozialvertraegliche bahnen zu leiten. umwelt- klimaschutz ist in, das stimmt und es ist auch hoechste zeit dazu. bedauerlicherweise ist allerdings der grossteil der gruenwaehler gut und besserverdienend und denkt niemals an verzicht sondern kann kraft des geldes weiterhin luxus geniessen. auch fliegen so viel er will, egal wie teuer es wird. gruenenchefin bayern zu ihrer vielfliegerei, dass sei ihre privatsache. auch koenne der einzene nichts bewirken, es muessten politische ge- und verbote her.
das klingt erstens hilflos und zweitens wird da ein kuenftiger staat vorgestellt, in dem alles geregelt zu sein hat.
ob das der richtige weg ist? rettung auf kosten jeder lebensfreude? so wird das wohl nicht gelingen und wuerde
nur ein zeitweiliger hype sein.

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Now Rob 01.06.2019, 17:05
17. Wer sich mit Umweltschutz beschäftigt,

kommt immer zur Systemfrage. Zu sozialen Themen genauso wie zur Außenpolitik, zu Machtstrukturen und unbezwingbaren Monstern. Bis er oder sie wieder im eigenen Haushalt, im eigenen Leben und vor der eigenen Haustür ankommt. Was kann ich allein bloß ausrichten, fragte sich die gesamte Menschheit. Der Weg zum wirklich konsequenten Schutz der Umwelt kann nicht an einzelnen Stellschrauben entlang bequem gegangen werden. Die jungen Leute gehen zur Demo, aber verzichten sie auch auf den Führerschein? Fahren sie mit dem Fahrrad zur Disko oder zum Festival? Verzichten sie auf Ballermann und Indien, wenn sie erwachsen werden? Brauche ich gleich zwei Autos, weil wir schwanger sind? Ist es richtig, die Katze zu streicheln und das Schwein zu essen? Brauche ich Fleisch wirklich oder will ich es nur, weil es so schön ungesund gesalzen ist und scharf angebraten das Fett Geschmacksträger für krebserregende Duftstoffe ist? Die Systemfrage muss in der Konsequenz zum Klimaschutz gestellt werden. Das ist der Grund, warum der Klimaschutz im jetzigen Kapitalismus nicht gelingen kann. Der Klimawandel wird abgewartet, bis er uns zwangsläufig in ein anderes Leben zwingt, was die Jungen treffen wird, aber nicht mehr die Alten. Die Jungen wird es so bisher unvorstellbar hart treffen. Ihre Lebensweise wird sich radikal verändern. Aber die Vorwürfe, die dann dann laut werden, werden von den jetzigen Menschen an den Stellschrauben nicht mehr gehört. Das ist die traurige Wahrheit.

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im_ernst_56 01.06.2019, 17:07
18.

Zitat von botschinski
Der schlimmste Feind der Umwelt...ist nichts Geringeres als der Kapitalismus. Jepp, danke dafür. Wird nicht oft so deutlich niedergeschrieben.
Kleiner Hinweis: Im real existierenden Sozialismus war es trotz geringeren Konsums um den Umweltschutz schlechter bestellt als im kapitalistischen Westen. Einfach weil sich der Sozialismus den Umweltschutz ökonomisch nicht leisten konnte. Das können Menschen, die Ende der 1970er oder Anfang der 1980er Jahre in der BRD geboren sind, natürlich nicht wissen. Übrigens war die DDR bis zu ihrem Ende maßgeblich daran beteiligt, dass die Weltmeere leer gefischt wurden.

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pmk123 01.06.2019, 17:11
19. Systemfrage

Das Ziel darf nicht sein den Kapitalismus abzuschaffen sondern so zu regulieren dass er nachhaltig wird. Also hohe Steuern auf umwelt- und klimaschädliche Prozesse und Produkte und die Entwicklung von umwelt- und klimafreundlichen Technologien. Und das alles geht am besten mit dem Kapitalismus. Im Kommunismus gab es kaum Innovation, siehe UdSSR.

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