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Kodak-City-Fotografin Leutenegger: "Wie eine Reise in die Vergangenheit"
Catherine Leutenegger

Blattgold an den Wänden, Auslegeware auf dem Boden: Die Schweizer Fotografin Catherine Leutenegger zeigt das Ende des früheren Technologie-Vorreiters Kodak - und einer ganzen Stadt.

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Max Klee 28.06.2014, 16:07
1.

So elend siehts dort gar nicht aus, das ist nichts verglichen mit dem Niedergang von Detroit. Ohnehin findet man in den USA zahlreiche aufgegebene Städte oder Dörfer, etwa an Orten wo früher Gold gefunden wurde oder Rohstoffe abgebaut wurden. Dann hätte die Fotografin auch einen Tag in Brownsville, Brooklyn verbringen können, gleich um die Ecke und noch mehr Elend.

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Jonny_C 28.06.2014, 17:25
2. 100% Zustimmung !

Zitat von Max Klee
So elend siehts dort gar nicht aus, das ist nichts verglichen mit dem Niedergang von Detroit. Ohnehin findet man in den USA zahlreiche aufgegebene Städte oder Dörfer, etwa an Orten wo früher Gold gefunden wurde oder Rohstoffe abgebaut wurden. Dann hätte die Fotografin auch einen Tag in Brownsville, Brooklyn verbringen können, gleich um die Ecke und noch mehr Elend.
Jedenfalls auf den Fotos sieht es noch "ganz gut" aus in Rochester.
Kein Vergleich mit Detroit !
Dort verrottet wirklich alles, inklusive der noch vorhandenen Menschen.
Ich weiss nicht wie es in Detroit heute aussieht und ob da inzwischen etwas passiert ist, aber vor 3 Jahren kam es mir vor wie der Vorhof zu einer Industrie-Hölle. Meine Kollegen und ich sind 2x überfallen worden auf offener Strasse und am hellichten Tag. Bei zweiten Mal sind wir nur knapp mit dem Leben davon gekommen.......

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cherrypicker 28.06.2014, 17:47
3. Bildschirme aus den 80ern?

Wer's glaubt, wird selig. Die Röhrenbildschirme waren ja nun bis Mitte der Nuller Jahre noch recht weit verbreitet, wurden aber im Regelfall alle vier bis fünf Jahre erneuert. Und die Darstellung auf dem Bildschirm kann einfach daran gelegen haben, dass die Mitarbeiter auf einen Mainframe-Computer zugegriffen haben, der eben noch eine alte Benutzeroberfläche hatte.

In vielen deutschen Büros sah es zu der Zeit nicht anders aus: Die alten Netzwerke liefen ja sehr stabil, es gab keine Notwendigkeit, sie sofort auszutauschen.

DAS ist also nun wirklich kein Merkmal für den Niedergang eines Unternehmens.

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capote 28.06.2014, 17:58
4. Kadachrome

Die Firmenleitung hat alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte.

Ich bin sicher, wenn man heute noch in einem Gebäude weiter Kodachromfilme herstellen würde, vielleicht 1/10000 der Menge in Spitzenzeiten weltweit und die Entwicklung anbieten, könnte so eine kleine 200-Mann-Firma auch noch davon leben und als Innovation neu auch im 6 X 6 Filmformat.

Es gibt noch genügend hochwertige ZEISS-, LEICA- und HASSELBLAD-Kameras deren Besitzer die einfach weiter benutzen würden, wenn es die Kodachromfilme noch geben würde.

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alles war gut 28.06.2014, 19:29
5. Tristesse

Zitat von sysop
Blattgold an den Wänden, Auslegeware auf dem Boden: Die Schweizer Fotografin Catherine Leutenegger zeigt das Ende des früheren Technologie-Vorreiters Kodak - und einer ganzen Stadt.
wird von den Photographen des künstlerischen Ausdrucks wegen ja gesucht. Seit ich 1984 das erste Mal dorthin kam sah die Umgebung des Kodak Headquarters und des gesamten Zentrums von Rochester nicht wesentlich besser aus. Die Zentren amerikanischer Städte sehen grundsätzlich nicht gut aus, abgesehen von NY, Boston und San Franzisco. Der Niedergang von Kodak ist natürlich bedauerlich, wäre aber selbst von den besten Managern nicht aufzuhalten gewesen. Die Welt der digitalen Fotografie ist eine Gerätewelt, in der Kodak noch nie wirklich herausragendes geleistet und damit Geld verdient hat. Die Gewinnmargen bei Film lagen bei 30%, weshalb sich keiner traute, mit Macht in die Gerätewelt einzusteigen, wo die Margen eher bei 3% liegen.

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mully 28.06.2014, 19:37
6. Zum Monitor

Zitat von cherrypicker
Wer's glaubt, wird selig. Die Röhrenbildschirme waren ja nun bis Mitte der Nuller Jahre noch recht weit verbreitet, wurden aber im Regelfall alle vier bis fünf Jahre erneuert. Und die Darstellung auf dem Bildschirm kann einfach daran gelegen haben, dass die Mitarbeiter auf einen Mainframe-Computer zugegriffen haben, der eben noch eine alte Benutzeroberfläche hatte. In vielen deutschen Büros sah es zu der Zeit nicht anders aus: Die alten Netzwerke liefen ja sehr stabil, es gab keine Notwendigkeit, sie sofort auszutauschen. DAS ist also nun wirklich kein Merkmal für den Niedergang eines Unternehmens.
Schwarz/weiß hat es in den 80ern computertechnisch nicht gegeben, da war "Hercules-Grafik" angesagt. Diese gabe es in grün (Standard) und bernstein für Monitore (weiß kannten nur Heimcomputer). Nur mal so als Info...

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stammtischhistoriker 28.06.2014, 22:22
7.

Zitat von mully
Schwarz/weiß hat es in den 80ern computertechnisch nicht gegeben, da war "Hercules-Grafik" angesagt. Diese gabe es in grün (Standard) und bernstein für Monitore (weiß kannten nur Heimcomputer). Nur mal so als Info...
oje, das ist jetzt ein Nerd-Fest, aber ich muss Ihnen widersprechen. Es gab die Hercules Monitore natürlich in Schwarz/Weiss, seltener als Bernstein, aber ich hatte selbst so einen an meinem "Turbo XT", als Schüler in den Mitte/Ende Achtzigern.
Zu den Röhrenmonitoren um 2007, das war leider noch oft Standard, ich hatte auch erst ab 2008 einen Flachbildschirm im Büro, dann auch gleich zwei :)

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geotie 29.06.2014, 02:36
8.

Zitat von alles war gut
wird von den Photographen des künstlerischen Ausdrucks wegen ja gesucht. Seit ich 1984 das erste Mal dorthin kam sah die Umgebung des Kodak Headquarters und des gesamten Zentrums von Rochester nicht wesentlich besser aus. Die Zentren amerikanischer Städte sehen grundsätzlich nicht gut aus, abgesehen von NY, Boston und San Franzisco. Der Niedergang von Kodak ist natürlich bedauerlich, wäre aber selbst von den besten Managern nicht aufzuhalten gewesen. Die Welt der digitalen Fotografie ist eine Gerätewelt, in der Kodak noch nie wirklich herausragendes geleistet und damit Geld verdient hat. Die Gewinnmargen bei Film lagen bei 30%, weshalb sich keiner traute, mit Macht in die Gerätewelt einzusteigen, wo die Margen eher bei 3% liegen.
Etwas großes haben die in der Digitalen Bilderwelt haben die schon vollbracht, sie haben es erfunden. Leider haben die gerade wegen den 3% den weiteren Weg anderen überlassen. Selbst Schuld, vor allem wollte der Eastman in Bildung investieren?

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ladidel 29.06.2014, 07:38
9. Sinn nicht kapiert

Diejenigen, die sich hier über technische Nebenkriegsschauplätze wie die Frage auslassen, ob nun S/W, bernstein oder sonstige Monochromdarstellung status quo war, haben den Sinn dieser Fotoserie nicht verstanden und das begleitende (!) Interview ebensowenig.

Es geht um die Dokumentation des Sterbens von einem Stück entschleunigter und analoger Welt. Um das Sterben einer Wirtschaft, von Arbeitsplätzen, von Identifikation und von Verlust.

Wer das nicht kapiert, der sollte die Pixel seiner digitalen Kamera zählen, aber sich nicht total am Thema vorbei zu diesen hervorragenden, bedrückenden und intensiven Bildern äußern. Ob im Interview von der Fotografin irgendeine Ausgabetechnik auf alten Monitoren komplett richtig beschrieben wurde, ist doch komplett irrelevant und ändert nichts (!) an der hohen Qualität der Bilder.

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