Forum: Kultur
Kommentar zur Höhlenrettung: Die Kosten der Menschlichkeit
Bergwacht Bayern

Der Höhlenforscher Johann Westhauser ist wieder an der Erdoberfläche - aber die Debatte geht weiter: Muss die Gemeinschaft für die horrenden Kosten der Rettung aufkommen? Und warum steigt einer überhaupt so tief in die Erde?

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tobias-S 20.06.2014, 09:00
30. uneingeschränkt Klasse

Allein eine Diskussion über die Kosten der Rettung zu starten, ist meiner Meinung nach, eine billige miese Buchhaltermentalität. Aber neben der Selbstverständlichkeit alles menschenmögliche getan zu haben, einen verletzten, in Not geratenen Menschen zu helfen, möchte ich allen Buchhaltern entgegenhalten, dass es in einer Zeit und Welt, in der sich derzeit wieder zigtausende Menschen massakrieren, sich dagegen länderübergreifend Spezialisten zusammentun um eine humanitäre Spitzenleistung zu vollbringen, über einen langen Zeitraum und dazu medial begleitet, ist unbezahlbar. Jeder Cent war besser angelegt, als in jeglichen Blockbuster, Weltraumflug, -sprung etc... .

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gag67 20.06.2014, 09:02
31. Danke

Natürlich muss für diese Rettung die Allgemeinheit aufkommen. Kosten sollten nie eine Rolle spielen, wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen. Kritischer sehe ich allerdings, dass unzählige Menschen sich zur Rettung ebenfalls in nur schwer kalkulierbare Gefahr begeben müssen. Dafür haben sie Respekt verdient. Das ist vergleichbar mit einem Feuerwehrmann, der in ein brennendes Haus läuft oder einem Polizisten, der einen bewaffneten Verbrecher verfolgt. Für diese Menschen gibt es eigentlich keinen Grund ihr Leben zu riskieren und doch machen Sie es. Danke dafür.

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silberstern 20.06.2014, 09:04
32.

Mal akute Betroffenheitshaltung für einen Moment abgelegt. Nur in Deutschland sterben jeden Tag tausende von Menschen weil Ihnen eben nicht die bestmögliche Versorgung zuteil wurde, koste es was es wolle. Kein Mensch kräht danach weil diese Schicksale nicht live in allen Medien übertragen werden.

Selbst wenn nun im konkreten Fall keine Chance für eine Refinanzierung der Aktion besteht sollte man zukünftig eine Versicherung für solche Extremsportarten verpflichtend machen.

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LiRaWiWi 20.06.2014, 09:06
33. Eigentlich verbietet sich schon die Frage......

Der Höhlenforscher war als Wissenschaftler unterwegs und nicht aus reinem Abenteurertum ( wie z.B. manche Extremsportler).
Der Staat verdummt/veruntreut Milliarden von Steuergeldern für Bankenrettungen die durch kriminelle Machenschaften einiger Weniger und ans verbrecherische grenzende Liberalisierungs-Gesetzen ermöglicht wurden und bis dato wurde keiner der Betroffenen auch nur ein Haar gekrümmt .
Politiker verschwenden aus Inkompetenz , Ignoranz oder Korruptheit Milliarden ( Flughafen Berlin , Elb-Philharmonie , S21 ) und der Steuerzahler wird zur Kasse gebeten .
Der in diesen Zusammenhängen banale Betrag auch nur zu diskutieren zeigt wo unsere Gesellschaft steht bezw. wo manche Menschen sie gerne stehen sehen würden.

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lavendelfeld 20.06.2014, 09:10
34. Danke

Vielen Dank für diesen klarstellenden Kommentar, und das auch SPON hier so klar Position bezieht. Beim Lesen mancher Kommentare in der vorhergehenden Berichterstattung über diese spektakuläre Rettung wurde mir regelrecht schlecht! Der Mut und die Neugierde im Menschen treibt die Menschheit an, ermöglicht Fortschritt, Evolution...! Herr Westerhauser hat seine Arbeit wie fast jeder Forscher in den Dienst der Menschheit gestellt. Dafür sollten wir dankbar sein.
Und auch wenn man manchmal den Glauben daran verlieren möchte, wir sind diejenigen, die auch die Schwächsten, oder eben Hilfsbedürftigen in einer Gesellschaft tragen können! Das ist ein Privileg in Europa, in Deutschland! Ich bin glücklich und froh in einer solchen Solidargemeinschaft leben zu dürfen und wünsche mir, dass ich (wenn auch "nur" finanziell mittelbar durch steuern) etwas beitragen kann; und ich aber gleichzeitig auch weiß, wenn ich Hilfe benötige, kann ich mich darauf verlassen, dass jemand kommt. Ehrenamtliche oder auch nicht ehrenamtliche Helfer bei Feuerwehr, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk. Etc...
Uns geht es so gut, dass wir manchmal vergessen, dass all das nicht selbstverständlich ist!
Und ein einzelnes Menschenleben gegen viele oder gegen Geld aufwiegen zu wollen, zeigt eine mich anwidernde Amoralität! Die Welt ist schlecht, umso mehr sollten wir uns freuen, wenn es auch in einer solchen Welt noch Hilfe, Mitgefühl und Solidarität gibt.

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Capoocan 20.06.2014, 09:20
35. Selbstverständlich muss die Gemeinschaft zahlen

Denken Sie mal drüber nach - vielleicht haben Sie schon heute Gelegenheit dazu, während Sie auf die Retter warten, die Sie aus Ihrem Wrack schneiden, weil Sie so unvorsichtig waren, mit dem Auto zum Fußball zu fahren und vom Weg abkamen.
Wir alle begeben uns in Gefahr. Jeden Tag. Wer die Kosten für Westhausers Rettung nicht zahlen will, sollte sich mal fragen, wieso andere dann für seine Sportverltzungen aufkommen sollten. Die gefährlichste Sportart: Fußball, mit fast 500.000 Unfällen pro Jahr.

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Maler 20.06.2014, 09:24
36. optional

Leute, die so ein (auch oft unsinniges) Risiko auf sich nehmen (wie z.B. Mount Everest-Kletterer) sollten gezwungen werden eine Versicherung abzuschliessen, die eine solche Rettung abdeckt. Viele Menschen, die weniger Risiko eingehen und Pech haben, sind danach pleite.
Ich finde, das der jetzt Gerettete an den Kosten beteiligt werden sollte. Abgesehen davon stört mich die aufgeblasene Berichterstattung über diesen Fall.

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graylion 20.06.2014, 09:25
37.

Zitat von sysop
Der Höhlenforscher Johann Westhauser ist wieder an der Erdoberfläche - aber die Debatte geht weiter: Muss die Gemeinschaft für die horrenden Kosten der Rettung aufkommen? Und warum steigt einer überhaupt so tief in die Erde?
Warum muss mensch ueber Menschlichkeit diskutieren? Jegliche Alternative waere komplett induskutabel. wollen wir eine Gemeinschaft, die andere Menschen einfach in Stich laesst? Oder die den Drang, die eigenen Grenzen und die der Natur zu erkunden, bestraft? Was soll der Bloedsinn?

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fur1ou$$ 20.06.2014, 09:25
38. Versicherung

Interessanter Standpunkt. Kann mich dem nur anschließen. Auch wird er wahrscheinlich zu einem gewissen Grad versichert sein.
Das wir einander helfen, sollte doch selbstverständlich sein. Das ist das Prinzip jeder Versicherung. Sonst müssten wir für jeder Sportart, jede Alltagsbeschäftigung extra zahlen

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tiger56 20.06.2014, 09:27
39. Herzlicgen Dank an den Spiegel

der wegen dieser "Kostenübernahme" Diskussion ein Meinungbild (wenn auch nicht repräsentativ) ermöglicht. Das immerhin hier 3/4 der Bekundungen diese Kosten der Gemeinschaft zuordent stimmt mich zuversichtlich. Unvorstellbar wäre wenn ein Notfall passiert u. der zu Rettende muss im Geist erst abchecken ob er das finanzieren kann - ggf. auch die Familie belasten. Gemäß dem Motto: Nee keine Rettung - dann müssen die Kinder ihr Studium abbrechen - u. die Kosten für die Pflege der Mutter kann ich nicht mehr tragen.. Zudem sind die zuerwartenden Kosten u. der Rettungsaufwand in der Regel nicht abschätzbar... Wir alle zahlen auch dafür Steuern - u. das ist gut so..

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