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Kommunismus-Talk bei "Hart aber fair": Keine Revolution, nirgends

"Profit ist out, Gemeinsinn in", erklärte Frank Plasberg seinen Talkgästen - doch die wollten vom Abwracken des Kapitalismus nichts wissen. Bonzengier und Bonus-Banditen sind zwar pfui, doch selbst der größte Kritiker fand keine Lösung des Problems.

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SNA 26.03.2009, 09:41
1. Freiheit statt Sozialismus - der schwarz/weiß Mohr

Zitat von sysop
"Profit ist out, Gemeinsinn in", erklärte Frank Plasberg seinen Talkgästen - doch die wollten vom Abwracken des Kapitalismus nichts wissen. Bonzengier und Bonus-Banditen sind zwar pfui, doch selbst der größte Kritiker fand keine Lösung des Problems.
Leider ein äußerst oberflächlicher Artikel, der weder der Sendung, noch des Themas gerecht wird.

Der Autor schreibt: "Rasch steuerte die Debatte aber auf das schön plastische Thema von Bonzengier, Maßlosigkeit und sozialer Ungerechtigkeit zu und damit weg von jeglicher Kontroverse über das eigentliche Thema: Brauchen wir den Systemwechsel? Muss der freie Markt abgeschafft werden? Helfen Verstaatlichungen? Wäre ein neuer Anlauf zur sozialistischen Planwirtschaft denkbar?"

Da haben wir es wieder, das gute alte bipolare Denken des kalten Krieges. Der Systemwechsel ist für den Autor nur denkbar als Wahl zwischen Marktwirtschaft und Planwirtschaft.
Wer im Jahre 2009 immernoch meint, weil der Sozialismus versagt hat, sei der Kapitalismus das letzte Wort der Geschichte zur Frage des besseren Gesellschaftssystems, der gehört zu den ewig gestrigen. Wer einen Funken Realitätswahrnehmung hat, erkennt, dass der "Sieg" des Kapitalismus wohl eben nur der Sieg des Zweitschlechtesten über den Schlechtesten war.

Nachdenken über ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem erfordert die Aufgabe dieses digitalen Denkens in Null und Eins. Aber leider fehlt es dem Autor daran mehr als den Teilnehmern der Plasbergschen Sendung.

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Peter Sonntag 26.03.2009, 09:41
2. Geld her !

Nicht nur die Bonzen sind gierig und maßlos, sondern alle Menschen in unserer Gesellschaft. Die Ungerechtigkeit besteht nur in den ungleichen Chancen des sich Bereichernkönnens.
Der Egoismus gehört zur menschlichen Natur, und wenn das nicht erkannt oder bestritten wird, dürfte es immer so weitergehen.
Mindestens bis zur nächsten Wahl wird das Ausschütten und Verschenken von nicht vorhandenem Geld fortgesetzt werden. Danach könnten ja alle Schulden mit einem Federstrich beseitigt werden.

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lawrence_sterne 26.03.2009, 09:43
3. Keine Revolution, nirgends: Kopper

Und wieder hat niemand Kopper gefragt, warum er als Chef der Deutschen Bank diese massiv ins Investmentbanking gedrängt hat während er privat, nach eigener Aussage, "dieses Giftzeug" nie angefasst hätte und SEIN Geld immer absolut konservativ angelegt hat.

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descartes101 26.03.2009, 09:45
4. Rettungspaket

Zitat von sysop
"Profit ist out, Gemeinsinn in", erklärte Frank Plasberg seinen Talkgästen - doch die wollten vom Abwracken des Kapitalismus nichts wissen. Bonzengier und Bonus-Banditen sind zwar pfui, doch selbst der größte Kritiker fand keine Lösung des Problems.
Wenn die sog. 'Bonzen' und 'Bonusbanditen' mit ihrem eigenen Vermögen für die Verluste der von ihnen 'gemanagten' Firmen, Transaktionen und für den Betrug an Kunden einstehen müssen, auch im Nachhinein und ohne Verjährungsfristen, hat vielleicht sogar unser hochgelobter Kapitalismus eine kleine Überlebenschance. Kapitalflucht muss natürlich unmöglich gemacht werden.

Wenn es an die eigene Geldbörse geht, werden die meisten dann doch noch vernünftig.

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Hennes 26.03.2009, 09:49
5. Placebo TV

Weder Erkenntnis noch Wechsel gehen von solchen Sendungen aus. Sie werden in ihrem Stellenwert maßlos überschätzt.

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Horst Ziegler 26.03.2009, 09:50
6. Plasberg: Neue Macht des Staates

Zitat von sysop
"Profit ist out, Gemeinsinn in", erklärte Frank Plasberg seinen Talkgästen - doch die wollten vom Abwracken des Kapitalismus nichts wissen. Bonzengier und Bonus-Banditen sind zwar pfui, doch selbst der größte Kritiker fand keine Lösung des Problems.
Gemeinsinn und Eigensinn oder Altruismus und Egoismus. Jedenfalls haben sich die Profiteure auf das Recht und nicht auf die Gerechtigkeit berufen. Vertrag ist Vertrag. Basta. Das brint mich zu bestimmten Überlegungen:

Der Mensch ist unterschiedlich begabt, hat ein unterschiedliches Elternhaus und kommt in seinem Umfeld unterschiedlich an. Auf diesem Hintergrund funktioniert Gesellschaft. Wie das Aristoteles ausdrückte ist unten kurz notiert.

Aber zurück in unseren Unternehmern in der heutigen globalisierten Welt.

Ich schätze mal: 5 Millionen in der BRD betätigen sich als Unternehmer und etwa 1 Millionen sind "besoldete" Unternehmer in Aktiengesellschaften usf. Die Wut der Menschen richtet sich vornehmlich gegen die 1 Millionen besoldeten Unternehmer und Investmenbänkern, die sich das persönliche Risiko "Dick und Breit" absichern lassen und die Kunden untergehen lassen, wenn die Umstände es erfordern.

Gegen Typen wie Trigema haben die Menschen an sich nur dann etwas, wenn es Betriebe sind, in denen der Arbeitnehmer die eigene Persönlichkeit an der Garderobe abgeben muss. Was darauf hinausläuft: Im Betrieb ist man nicht mehr Kollege "Maier", sondern reduziert auf die Bandarbeitsfunktion oder Maschinenweberfunktion. Auch dann gibt es Wut.

Man muss also differenzieren, wenn es um das Zwischenmenschliche geht. Dennoch haben wir im Saldo einen Kapitalismus (sozial oder radikal), der darauf hinausläuft, dass die jeweilige Unternehmung schwarze Zahlen schreiben mus und deshalb wird mit allen Mittel und Tricks gearbeitet - nicht nur mit der Qualität und dem Preis eines Gutes.

Neue Verantwortung: Der Mensch steht immer im Vordergrund immmer und vor allem in einem globalisierten Kapitalismus. Hier ist die Verantwortung besonders groß, weil die Macht des Staates ausgehebelt wurde und wird.

Deshalb: In einem kapitalistischen System geht es besonders darum, dass immer Persönlichkeiten Unternehmer sind und nicht die Jungs, die von Beruf Sohn sind und sich dann auch noch als Unternehmer bis zum Scheitern austoben.

Die Politiker müßten deshalb bei globalen Handelsbedingungen auf einen gesunden nationalen und internationalen Wettbewerb achten. An diesem Punkt versagt aber Politik, weil sie sich instrumentalisieren lässt und sich zu Assistenten degradieren lässt. Beispiel: Die CDU kriecht zu Kreuze, dass zeigen die neuesten Beschlüsse zur Finanzmarktreform.

Nachtrag: Zum Nachdenken eine Grundeinteilung von Gütern des menschlichen Lebens nach Aristoteles:

1. Was einer ist: also die Persönlichkeit ( Gesundheit, Kraft, Schönheit, Temperament, moralischer Charaker, Intelligenz u. Ausbildung).

2. Was einer hat: Also Eigentum und Besitz in jeglichem Sinne.

3. Was einer vorstellt: Unter diesem Ausdruck wird bekanntlich verstanden, was er in Vorstellung anderer ist, also eigentlich wie er von ihnen vorgestellt wird. Es ist die Einschätzung von Ehre, Rang und Ruhm. Beispiel: von Guttenberg in der bürgerlichen Presse.

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Hennes 26.03.2009, 09:50
7. .

Zitat von descartes101
Wenn es an die eigene Geldbörse geht, werden die meisten dann doch noch vernünftig.
Siehe Hilmar Kopper. :-))

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tomu1 26.03.2009, 09:51
8. Die Revolution fällt aus

Von einem Extrem ins andere zu verfallen ist sicher nicht die Lösung.
Endlich die Manager und die Politiker für ihr Tun in Verantwortung zu nehmen und haftbar zu machen wäre notwendig.

Dafür wäre eine Revolution im Sinne eines Aufstandes der Massen nicht verkehrt. Bei der dann reiner Tisch gemacht wird und es den Herrschaften an die Pfründe geht und meinetwegen auch an die Hälschen geht.
Aber dafür sind wir Deutschen viel zu obrigkeitshörig und zu große A...kriecher. Da Lob ich mir die Franzosen die machen ordentlich Rapaz, siehe Sony etc. Doch bei uns wird kein Sturm der Empörung los brechen und das deutsche Völklein wird auch nicht aufstehen, sondern im Herbst die gleichen korrupten und vollkommen unfähigen Köpfe wiederwählen in unserer Pseudo-Demokratie.

Wie sagte schon Goethe, wenn der Deutsche wählen müsste zwischen Unordnung und Ungerechtigkeit, wählt er jederzeit die Ungerechtigkeit.

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Frank Werner 26.03.2009, 10:02
9. Die Welt regiert nicht das Geld!

Zitat von sysop
Bonzengier und Bonus-Banditen sind zwar pfui, doch selbst der größte Kritiker fand keine Lösung des Problems.
Die einzige Lösung heißt: Manager-Gehälter sind nicht meine Sache, wenn ich keine Aktien des entsprechenden Unternehmens besitze. Es ist daher privates Geld und damit für eine öffentliche Diskussion grundsätzlich ungeeignet.

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