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Kontrolle der Finanzmärkte: Wie Politik sich dem Kapital beugt
DPA

Markt und Staat stehen sich unversöhnlich gegenüber - so ein Kernpfeiler des liberalen Dogmas. Unsinn. In "Der Souveränitätseffekt" zeigt Joseph Vogl, wie die Politik kritische Teile ihrer Macht abgegeben hat.

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spon-facebook-10000283853 10.03.2015, 13:58
10. Staat ist Gewalt - Wirtschaft ist Kooperation

Atemberaubend, wie hier Täter und Opfer verdreht werden.

"Die Wirtschaft" - also wir alle - haben keine Polizei, wir haben keine Macht andere zu zwingen etwas zu tun.
Marktwirtschaft gibt es nur durch FREIWILLIGE KOOPERATION - Man bietet etwas zum Tausch und kann nichts anderes tun als hoffen, dass es jemand braucht.
Egal ob man das "mächtige" Apple oder "Google" ist.

Auf Freiwilligkeit ist der Staat nicht angewiesen - er droht mit physischer Gewalt. (Polizei)

GERADE bei "Finanzmarktkontrolle" - er macht sich das Handeln von Menschen zum Untertan und verhindert dass Preise frei verhandelt werden, damit er seine Macht erhält.

Die Verbindung von Lobby und Politik ist nicht wegen der Lobby problematisch (Lobbyisten sind wir alle) - sondern wegen der Politik, die mit dem Gewaltmonopol den einen stark und den anderen schwach machen kann - ganz so, wie es für den politischen Machterhalt wichtig ist.

Nicht die Wirtschaft (also unser freies Handeln) muss "reguliert" werden - sondern die Gewalt des Staates muss durch Verkleinerung des Staates in Schach gehalten werden.

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Am_Rande 10.03.2015, 15:02
11. Welcome to the Greylight Zone

In der Grauzone zwischen Wirtschaft und Politik haben Expertenkomitees, improvisierte Gremien oder informelle Konsortien aus politischen und ökonomischen Akteuren die Regierungsgeschäfte übernommen und wurden mit ihrer Notstandspolitik ausschließlich durch Zwangslagen und Ausnahmefälle legitimiert.

- so der Artikel.
Und es mag sein, dass einige linke Denker diesen Umstand kritisieren.

Aber die meisten Linken können (oder wollen) zwischen Korporatismus – um den handelt es sich – und Freier Marktwirtschaft nicht unterscheiden.
Die radikalste Kritik am herrschenden Korporatismus liefern die Denker des Klassischen Liberalismus, die Manchestermänner, die Vertreter der freien Marktwirtschaft.
Wer im Zeitalter des Neo-Liberalismus, der erklärten Ideologie des Korporatismus, nach immer noch mehr Staat ruft, ist zwar Linker, aber nicht sehr intelligent.

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rolli 10.03.2015, 15:08
12.

Tatsache ist, dass sich die Wirtschaft die Politik unter den Nagel gerissen hat und diese zwangsvereint hat. Die klassische Definition von Faschismus eben. Man kann in Deutschland ohne viel falsch zu machen von einem Neoliberalfaschismus reden, der auf politische oder ökonomische Definitionen pfeift, und sich das nimmt, was er kriegen kann, und das sieht so aus, als ob das das Ganze ist.
Neoliberalismus als solcher ist schon, von seinen Begründern her ein faschistisches Gebilde und hat sich zuallererst in faschistischen Juntas durchgesetzt, und - bei der unterschwelligen Haltung der Deutschn, ist es kein Wunder, dass sich diese Religion hier besonders extrem durchsetzt.
Hayek, ein Antidemokrat reinsten Wassers, der lieber eine Diktatur als Demokratie wollte, Mises, der in vielen seiner Aussagen ein völkischer Rassist war, und Friedman, ein fortgeschrittener neoliberaler Diktator, sie alle haben dazu beigetragen, dass die Wirtschaft endlich das Joch von Moral, Anstand und Ethik abstreifen konnte, und sie haben mit dem homo oeconomicus eine neue Menschenrasse geschaffen, die alle Rechtfertigung für Schandtaten der Schlechtmenschen hergibt. Alles ist erlaubt ( auch Mord und Totschlag, Betrug und Menschenfeindlichkeit ) wenn es dafür ökonomische Gründe gibt. Die Wirtschaft macht mehr als 3/4 tel aller Bundestagmandate aus. Da braucht es keine Lobbyisten mehr. Die kriegt all das gebacken was sie will, und die Menschen in Deutschland - gerade hier - schlucken alles.

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vantast64 10.03.2015, 15:15
13. Der arme Mann braucht einen starken Staat, die Reichen stört der Staat nur

bei ihren Geschäften.Da die Reichen aber oft zu gierig sind, muß der Staat als Reparaturbetrieb auftreten und die Reichen und die Gesellschaft vor zu großen Verlusten,Schäden schützen. Auch Kapitalisten brauchen einen Staat, aber der soll möglichst schwach und korrupt sein.

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wiseguyno1 10.03.2015, 15:52
14. Gähn...

Zitat von Bibe
... ist Literaturwissenschaftler und hat vermutlich kein Unternehmen oder gar eine Bank je von innen erlebt resp. dort gearbeitet. Klar, dass man mit solch steilen, aus der dünnen Luft des marxistisch-strukturalistischen Kosmos' gesaugten Thesen hierzulande auf die meinungsbildenden Top-Plattformen schafft, wo all die anti-liberalen Geistesgrößen unterwegs sind.
Ihr Beitrag ist auch nur eine neue Variante des altbekannten "Der hat ja keine Ahnung", gepaart mit den üblichen billigen Verbalattacken.
Statt sich mal an die Argumente des Autors zu wagen nur der Versuch einer persönlichen Diskreditierung.

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franz.v.trotta 10.03.2015, 16:19
15. Schäuble

exekutiert den Willen der Finanzmärkte. - Wie die Demokratie demontiert wird, lässt sich schön in Griechenland beobachten. - Aber, man muss auch das Positive sehen: Die Reichen werden reicher!

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pevoraal 10.03.2015, 16:42
16. nichts Neues

Heute ist die Politik der Erfuellungsgehilfe der Wirtschaft. Als Dank gibt es dann gutdotierte Posten nach dem Ausscheiden. Und der dumme Michel merkt es nicht- noch nicht.

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charlybird 10.03.2015, 17:17
17. Wenn Sie das Interview

Zitat von Bibe
... ist Literaturwissenschaftler und hat vermutlich kein Unternehmen oder gar eine Bank je von innen erlebt resp. dort gearbeitet. Klar, dass man mit solch steilen, aus der dünnen Luft des marxistisch-strukturalistischen Kosmos' gesaugten Thesen hierzulande auf die meinungsbildenden Top-Plattformen schafft, wo all die anti-liberalen Geistesgrößen unterwegs sind.
in der Printausgabe gelesen hätten, würden Sie so etwas nicht schreiben, es sei denn, Sie benutzen ausnahmslos die ideologische Einbahnstraße. Im übrigen brauch ich keinen Hund, um Hundesch....e zu erkennen, soviel zur These, dass man ein Unternehmen besessen oder ihm vorgestanden haben muss, um eine systemkritische Meinung zu vertreten.
Das viel größere Problem in meinen Augen ist nämlich, dass die meisten Mitschwimmer dieser Entwicklung in der westlichen Hemisphäre nicht sehen wollen, was nicht sein darf, nämlich wachsende Armut durch Lohndumping, Investitionsschutz vor AN -Schutz, schleichender Sozialabbau durch eklatante Verteuerung von Grundbedürfnissen ( Miete, Energie, Gesundheit,....),
Verdeckung vorhandener Arbeitslosigkeit durch Unternehmenssubventionen, sowie einer unglaublichen Steuerungerechtigkeit auf Kosten von Steuerzahlern ( Konzerne vs. Mittelstand und AN), plus das Anwachsen mangelnder Chancengleichheit etc., ich könnte noch weitermachen, aber ich finde, das sind schon ziemlich dicke Hämmer.

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tkirchner 10.03.2015, 17:19
18. Währungsstabilität statt Beschäftigung?

Währungsstabilität statt Beschäftigung? Die Idee der Phillips-Kurve ist seit der Stagflation in den 1970ern gründlich diskreditiert, geistert aber immer noch in den Schriften von Geisteswissenschaftlern und Literaten umher.

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