Forum: Kultur
Kraftklub-Sänger über rechte Gewalt: "Verständnis bringt gar nichts"
Hotel Rocco

Mit "9010" veröffentlicht Felix Kummer einen melancholischen Rap-Song über die rechte Gewalt in seiner Heimat Chemnitz. Ein Gespräch über wegschauende Politiker, eine deprimierte Stadt und #wirsindmehr-Konzerte.

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spon-1178958794633 28.06.2019, 15:30
1. Auf den Punkt!

Felix Kummer definiert genau das Problem, das die Menschen im Westen mit der AfD-Affinität im Osten haben: Die AfD wird dort gewählt, OBWOHL die Menschen dort wissen welche schreckliche Ideologie diese Mischpoke vertritt. Die wissen das, also gibt es keine Entschuldigung mehr. Man bleibt auf der Verliererseite, weil man alles kaputt macht.

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dirk.resuehr 28.06.2019, 15:41
2. Wo

er Recht hat, hat er Recht. Verständnis für was? Da irren auch Herr Gauck und trauriger, der MP Sachsens. Der redet mit den Gemeinten, erreicht überhaupt nichts und will nun sogar mit ihnen koalieren. Gehts noch? Was haben diese Politiker an Werten? Was an Einsichten? Das ist genau der furchtbare Kardinalfehler der falschen Toleranz. Nein, man muß nicht reden, man muß sich wehren! Sieht so aus, als hätten wir den Osten seit der Wende schön vergeigt und vergeigen ihn noch immer.

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alibaba0815 28.06.2019, 15:55
3. Parteiversagen

Ich komme selbst aus den „neuen“ Bundesländern, allerdings bin ich aus wirtschaftlichen Gründen in den „Westen“ gezogen. Ich habe noch gute Kontakte in die alte Heimat. Was seit der Wende wahrgenommen wird ist, dass sich die Parteien nicht für die Interessen der Bürger einsetzen. Man hört nicht auf „das Volk“ (Tradition seit der Wende), sondern nur darauf, was Unternehmen nützt oder Reiche noch reicher macht. Da ist in der Wahrnehmung viel Ungerechtigkeit. Aber die Parteien ändern nichts.

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monsieurkai 28.06.2019, 16:00
4. Danke für den Einblick

Weiterso im Osten. Ich kenne den Osten nur von kurz nach der Wende: Prenzlberg 1991,Wolgast und Finsterwalde 96. Ich kenne coole Leute von dort:Ossis,Wessis, Mosambikaner. Es war schon recht trist damals in der Provinz, und die riesigen Wessi-Tankstellen wirkten wie fremd. Aber hoffentlich hat der Osten seinen urtümlichen Charme erhalten.
Courage an alle, die dem braunen Mob widerstehen und bleiben.

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.patou 28.06.2019, 16:03
5.

Guter Mann, der das ganze Elend ziemlich auf den Punkt bringt. Und vor allem endlich mal ein Lebenszeichen von der anderen Seite.

Trotzdem ein deprimierendes Interview. Besonders der Teil über Schleichwege oder das Vermeiden bestimmter Gebiete. Und da fabulieren diejenigen, die für solche unfassbaren Zustände verantwortlich sind bzw. sie herunterspielen, von angeblichen no-go areas in westdeutschen Großstädten, die man in der eigenen Region verhindern möchte. Dabei sieht es dort offenbar längst viel schlimmer aus.

Ich habe größten Respekt für alle, die dort nicht wegziehen und Flagge zeigen. Aber ich habe vollstes Verständnis für jeden, der die Flucht ergreift.

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loncaros 28.06.2019, 16:33
6.

Die Mitte Ostdeutschlands wohnt und arbeitet mittlerweile im Westen.

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charlybird 28.06.2019, 16:36
7. Nun also doch.

Schön, dass Sie sich entschlossen haben, dieses Interview in das Forum aufzunehmen, der gute Mann spricht hier nämlich einen ziemlich reinen Klartext, auch was die Haltung und Reaktion des politischen Establishments seit Jahren dort hingelegt hat.
Und das war alles andere als souverän und dem Lande dienlich.
Gerade die CDU hat dort drüben eine Rasurpolitik betrieben, die alles was dort rechtsstachelig herausragte kommentarneutral mitgeschoren hat. Bis heute.
Die Beschreibung dieses unseligen Kretschmer, den man kürzlich noch bei Anne Will in lächerlichster Form erleben durfte, trifft's dabei punktgenau.

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JaWeb 28.06.2019, 17:02
8. Stimmt

Interessantes Interview mit einem Mann, der Klartext redet und dem ich zustimme:
"Aber jetzt wurden die Unerhörten drei Jahre lang in jeder Talkshow angehört. Und daher ist es jetzt an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen: Wenn du jetzt noch AfD wählst, dann stärkst du ganz bewusst rechtsradikale Strukturen. Das ist keine Professoren-Partei mehr, das sind keine intellektuellen Euro-Kritiker mehr, da sind stramme Faschos in dieser Partei. Und da muss man jetzt, finde ich, auch mal meine Ängste wahrnehmen, dass ich künftig nicht von Faschisten regiert werden will."

Ansonsten erinnert mich manches, was er über Sachsen sagt, an die Verhältnisse hier in Vorpommern.

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seamanslife 28.06.2019, 17:06
9. gut beobachtet

Zitat von loncaros
Die Mitte Ostdeutschlands wohnt und arbeitet mittlerweile im Westen.
Wenn die Urlaubszeit wieder vorbei ist zieht an der Ostseeküste wieder eine himmlische Ruhe ein. Dummerweise wird davon keiner satt und viele gut betuchte Westrentner haben sich mittlerweile dort ein Häuschen zugelegt. Wenn man die Autobahn nach Meckpomm fährt wird man empfangen mit "Willkommen in MV, ein Land zum Leben", gilt aber nicht für Einheimische. War eine Idee von Landwirtschaftsminister Backhaus. Der spielt aber auch finanziell in einer anderen Liga als der Michel.

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