Forum: Kultur
Krankheit Depression: Keine Frage des Zusammenreißens
REUTERS

Die teilweise verständnislosen Reaktionen auf den Suizid des Sängers Chester Bennington zeigen einmal mehr, wie viel Unwissen noch immer über das Wesen der Krankheit Depression herumgeistert.

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hotgorn 27.07.2017, 10:43
280.

Zitat von nobody_incognito
Das ist lustig. Der Zustand der Welt lässt sich aber nur mit "falschen Gedanken" erklären. Was würde es für einen Sinn machen überhaupt nachzudenken, bzw. wozu sollte unser Verstand gut sein, wenn es nicht darum ginge zu *richtigen* Gedanken zu gelangen? Eine andere Frage ist die der subjektiven Interessen. Die scheinen irgendwie dominant und daraus resultiert so das Gefühl der Ohnmacht und Perspektivlosigkeit.
Anders Ausgedrückt Chester Bennington war nicht krank das haben Sie mit Ihrer Ferndiagnose herausgefunden. Mit Verlaub, Sie sind ein... .

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mucschwabe 27.07.2017, 11:09
281. @ fabiennekuhn1982

Da geb ich Ihnen als Angehöriger eines depressiven Menschen recht. Ich bin kein Psychologe, aber ein Charakterzug eines depressiven ist es ja, am liebsten in einem riesigen Ozean der Liebe mit alle Menschen zu verschmelzen. Und Wut wird da gerne unterdrückt. Ich bin immer froh um jeden Wutausbruch und denke mir! Hey, es geht wieder besser. Da ist Rebellion und Widerstand. Angst macht es mir, wenn kaum oder gar keine Gefühle mehr wahrnehmbar sind. Dann kommen bei mir die Sorgen. Die Einstellung hat aber leider nicht jeder in meiner Familie.

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müllers 27.07.2017, 11:11
282.

Zitat von hotgorn
Jeder Depressions und Psychose Fall ist isoliert zu betrachten, was erlaubst Du Dir eigentlich?!?
Ich bin zwar persönlich gerade nicht angesprochen, finde aber den Wegfall des Siezens wie den Tonfall unverschämt, der selbst nicht zu rechtfertigen ist, wenn man persönlich getroffen sieht.

Und zur Sache: Natürlich geht es nicht nur um "Gedanken", sondern um die Wahrnehmung. Und Wahrnehmung ist ganzheitlich, besteht aus Gedanken und Gefühlen. Daher ist ja Depression nicht dadurch heilbar, dass man "richtige" Gedanken implantiert

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müllers 27.07.2017, 11:14
283.

Zitat von müllers
Das finde ich eine völlig richtige und notwendige Feststellung! Der Selbstmord eines Depressiven beruht nicht auf einer Güterabwägung von Gründen und Gegengründen, von Moral und Verzweiflung. Man ist ist einem Tunnel, der Zug rast, und es gibt nur einen Ausgang ...
Wobei ich jetzt unbedingt hinzufügen will, dass es natürlich Ausgänge gibt, den aber derjenige nicht sehen kann. Auch kann der Zug gestoppt werden - wenn man sich Hilfe sucht.

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hotgorn 27.07.2017, 11:21
284.

Zitat von müllers
Ich bin zwar persönlich gerade nicht angesprochen, finde aber den Wegfall des Siezens wie den Tonfall unverschämt, der selbst nicht zu rechtfertigen ist, wenn man persönlich getroffen sieht. Und zur Sache: Natürlich geht es nicht nur um "Gedanken", sondern um die Wahrnehmung. Und Wahrnehmung ist ganzheitlich, besteht aus Gedanken und Gefühlen. Daher ist ja Depression nicht dadurch heilbar, dass man "richtige" Gedanken implantiert
Der hat mich in einem anderen Thread um einiges schlimmer angegriffen. Okay ich werde beim Sie bleiben (ist ja auch ein anständiges Forum in dem man sich Siezt) aber werde keinem Esoterikspinner erlauben psychische Krankheiten zu negieren.

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fabiennekuhn1982 27.07.2017, 11:23
285. @mucschwabe

Ja,das ist leider nicht nur ein Problem in ihrer Familie,sondern auch ein gesellschaftliches!Bleiben sie dran! :-)

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alivenkickn 27.07.2017, 12:06
286. Zusammenreißen? Alter Schwede. Da ist nix mit zusammenreißen

Als ich den Titel des Artikels laß war mein erster Gedanke: Wenn man an einer Depression is nix mit zusammenreißen.
Nachdem ich den Artikel gelesen habe konnte ich nur nickend zustimmen.
Vor 20 Jahren war ich 12 Wochen in Behandlung in der psychosomatischen Abteilung in einer Wicker Klinik weil ich an einer Depression litt. Diese 12 Wochen waren trotz der "Schmerzhaftigkeit" der div Behandlungen/Angebote wie Gesprächstheraphie und anderen "Angeboten" die beste Erfahrung in meinem Leben. Es war die Hilfe dieser "Fachleute" die mich in die Lage versetzten wieder in den Alltag - das Leben zurückzukehren. Bildlich saß ich in einem tiefen Loch. Alles was ich sah war ein kleiner heller Fleck wenn ich in diesem Loch nach oben schaute. Gleichzeitig wußte ich das ich es ohne Hilfe nicht schaffen würde aus diesem Loch herauszukommen.

Was die Unkenntnis und die daraus oftmals resultierende "Verurteilung" oder eben Aussagen wie "Verdammt noch mal. Nun reiß Dich mal zusammen." vieler Teile in der Bevölkerung betrifft . . .

Frei nach Nuhr sag ich jetzt einfach mal: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal xxx xxxxxx halten. Tut auch gar nicht weh.

Was ich bemängel ist das es wenig gute Therapeuten (das Verhältnis Patient und Therapeut sollte im besten Fall für Beide stimmig sein) gibt und die langen Wartezeiten die man in Kauf nehmen muß wenn man einen Therapeuten gefunden hat. Bis zu 1 1/2 Jahren Wartezeit ist ein Unding. Hier ist die Politik gefragt die Rahmenbedingungen zu ändern. Die Rahmenbedingungen - Bürokratie - die mit dem Beruf von Therapeutin verbunden ist, sind schlicht und einfach eine Katastrophe weil sie viel "Behandlungszeit" in Anspruch nehmen.

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postnational 27.07.2017, 12:33
287. Und wech.

Zitat von müllers
Wenn Menschen wie Sie so starr an Ihren eigenen Vorstellungen festhalten, und nich mal in der Lage sind, von Ihnen abweichende Erfahrungen zur Kenntnis zu nehmen, geschweige zu akzeptieren, sondern immer nur auf die Wahrheit und Gültigkeit der eigenen Erfahrung insistieren , ist das gerade nicht ein Zeichen von Stärke und Selbstbewusstsein - vorsichtig formuliert. Ihre teilweise aggressive Abwehr gegen meine positiven Erfahrung mit der Psychoanalyse gipfelt nun in dem "Ratschlag", mich von einer Psychologie zu emanzipieren, die mich gesund gemacht hat. Könnten Sie da mal auf die Suche nach Ihren Gründen begeben, möglicherweise auch mit Hilfe des Ihnen begleitenden, "channelnden" Therapeuten? Eine weitere Diskussion mit Ihnen auf dieser Ebene halte ich jedenfalls für fruchtlos.
Okay, Sie behaupteten, die Übertragung sei eine therapeutsche Methode, obwohl sie wie die Projektion ein Erklärungsmodell der Psychoanalyse ist, und drauf hingewiesen haben Sie als Methode einfach irgendetwas hingestellt, was eine Beschreibung von Empathie war, "Der Klient überträgt unbewusst die Gefühle auf den Therapeuten", wie Sie das nannten und wie Esoteriker das "Channeln" nennen, und jetzt behaupten Sie, ich hätte einen channelnden Therapeuten. Sie täuschen hier Fachkompetenz vor, die sich nicht im Ansatz haben und qualifzieren andere auch noch als zu blöd, weil ihre Pose selbstverständich nicht überzeugt. Ja, Typen wie Sie, treiben Depressive in den Selbstmord, so wie Sie sich mit Ihrer Geistfeindlichkeit an meine Beiträge rangehängt haben, um mir das Chaos in Ihrem eigenen Gehirn anzulügen – und ja, die Auseinandersetzung mit Ihnen war in jeder Beziehung fruchtlos, und eine gute Therapie vermittelt Techniken, sich gegen Gerempel von Ihresgleichen effektiv zu wehren und Ihren Charakter zu erkennen, sich an anderer Schwäche hochzuziehen, was für viele Menschen schwer ist, die sich so eine kranke Lust am Triggern gar nicht vorstellen können.

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nobody_incognito 27.07.2017, 13:15
288.

Zitat von TS_Alien
Ich verstehe den Tenor vieler Beiträge nicht. Einerseits beschweren sich viele Depressive über mangelnde Hilfen. Andererseits nehmen viele Depressive die angebotenen Hilfen nicht wahr. Weil sie mit Unannehmlichkeiten verbunden sind, z.B. bei einer stationären Behandlung. Was erwarten die Erkrankten? Die Fee mit den drei Wünschen gibt es nur im Märchen. Das ist unfair der Gesellschaft gegenüber. Die Gesellschaft kann nicht alles leisten. Die Betroffenen und ihr Umfeld müssen auch dazu beitragen. Und wenn es subjektiv gar nicht anders geht und am Ende ein Suizid steht, dann darf man diesen nicht der Gesellschaft anlasten.
An sich geht's hier um Verständigung. Ist halt die Frage wer was davon hat wenn Dinge nicht verstanden werden. Kann man sie nicht verstehen, will man nicht verstehen, letztlich bringt es niemandem was ob jemand Suizid begeht oder mit Stimmungsaufhellern oder Tranquilizern vollgepumpt wird.

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