Forum: Kultur
Kriegs-Epos "The Pacific": Napalm im Paradies

Blutbad unter Palmen: In einem monströsen TV-Zehnteiler nehmen sich Steven Spielberg und Tom Hanks den Zweiten Weltkrieg im Pazifik vor. Eine Geschichte über den Verlust der Unschuld - in der US-Soldaten schon mal aus Spaß überlebende Japaner zu menschlichen Zielscheiben machen.

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danielgerke 15.07.2010, 11:10
10. ICH will das sehen!

Zitat von sanhorst
Wer will das sehen? Oder ist das versteckte Werbung?
ICH möchte das sehen und auch HIER darüber lesen...warum denn auch nicht...was hat das mit Werbung zu tun??? Dann dürfte ja kein Medium auf der Welt mehr einen Kulturteil, Theaterstücke, Büche und Filme besprechen... was für ein Unsinn!

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Rübezahl 15.07.2010, 11:14
11. Wir Kriegskinder

Ein Soldat, verwundet mit Bauchschuß im Lazaretzug liegend, schreit die ganze Ncht herzzerrißend nach Mama und Papa.
Ich lag im Alter von vier Jahren im selben Zug und höre ihn noch heute jede Nacht schreien.
Über uns Kriegskinder gibt es keine Filme, wir sind traumatisiert und leiden still.
Wer wirklich wass erlebt hat, der kann darüber nicht sprechen, der braucht auch solche Filme nicht !

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Backpacker 15.07.2010, 11:16
12. nichts verstanden

Der Autor hat nichts verstanden.
Die Aufteilung von einer (Teil)-Folge für Ivo Jima und drei Folgen für Peleliu sollte eben die grosse Aufmerksamkeit die Ivo Jima schon immer erhalten hat ausgleichen. Zu Gunsten einer Schlacht, die härter, länger und entbehrungsreicher war, und eben von der Geschichte fast vergessen, zur großen Frustration der beteiligten Veteranen.

Überhaupt, faszinierend wie der Autor es geschafft hat im einleitenden Absatz die Marines als Mörder darzustellen, die zum Spass vermeintlich unbewaffnete und wehrlose Japaner zusammenzuschiessen. Sehen Sie sich die Szene nochmal an, v.a. die 5 Minuten davor.

Es ist zig-fach belegt, dass die japanische Streitkräfte eigene Soldaten, tote und lebendige, in Sprengfallen für die US-Marines umzufunktionieren (übrigens auch tote und verwundete Marines, was bis zu diesen Zeitpunkt einfach kein Land in einem bewaffneten Konflikt zwischen westlichen Staaten gemacht hat). Dass alliierte Truppen dann nach solchen Vorfällen keinen Überlebenden eines Gefechts zu nahe an sich heran gelassen haben, ist denke ich verständlich.
Ich war selbst in Kanjanaburi und am Hellfirepass und habe dort die Zeugnisse der wirklich unmenschlichen Grausamkeit der Japaner gegenüber ihren Gefangenen gesehen, da sich das auch unter den Truppen herumgesprochen hat, ist es kein Wunder, dass es auf US Seite auch Fälle von Kriegsverbrechen ggü. Japanern gegeben hat.

Überhaupt richtet sich diese Serie (die ich zeitlich mit der US-Austrahlung gesehen habe) nicht an die durchschnittlichen Festlandeuropäer, der keine Ahnung vom Pazifikkrieg der Holländer, Briten, ANZAC und USA haben. Entsprechend fehlen dann da die politischen und stratischen Zusammenhänge, die Deutsche bei der "Band of Brother" Serie natürlich besser verstanden haben.

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Walter Sobchak 15.07.2010, 11:22
13.

Zitat von Rübezahl
Wer wirklich wass erlebt hat, der kann darüber nicht sprechen, der braucht auch solche Filme nicht !
Und all die anderen?
Die Serie ist leider viel zu langweilig, die Charaktere ueberhaupt nicht interessant. Aber vielleicht liegt das auch einfach daran, dass wir das alles schonmal gesehen haben.

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Besser-als-gutmensch 15.07.2010, 11:24
14. Kein Titel

Zitat von jocurt1
über die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch ein Film zu machen. Viele Mechanismen des anonymen, gesichtslosen gegners, den man verachtet und nicht versteht, haben wir auch dort.
Sie verstehen also die Taliban? Den Krieg am Hindukusch zu kritisieren finde ich wichtig und richtig. Das geforderte Verständnis für fehlende Frauenrechte und Auspeitschen beim Besitz von Musikkasetten mag sich bei mir nicht einstellen.
Zitat von jocurt1
Übrigens auch die Taliban, oder was auch immer die Leute sein werden, die wir so als "Gegner" titulieren, haben auch keine Haager Landkriegsordnung unterzeichnet. Was soll mir das jetzt sagen ???
War mein Text so schwer verständlich? Mein Anliegen ist lediglich, dass Krieg für beide Seiten "schmutzig" ist. Ich habe auch nur darauf hingewiesen, dass die Japaner "kein Kind von Traurigkeit" waren, was Menschenrechtsverletzungen angeht. Dies kam in meinen Augen nicht deutlich genug heraus.

Was es Ihnen sagen soll, wenn der Gegner kein Hoher Vertragspartner der Genfer Konvention ist, bzw. sich nicht an diese hält möchte ich Ihnen gerne erklären. Die Genfer Konventionen sind ein zweiseitiges Rechtsgeschäft, d. h. nur verpflichtend, wenn beide Parteien Hohe Vertragspartner sind. Es hat sich aber im Völkergewohnheitsrecht herausgebildet, dass beim Konflikt eines Hohen Vertragspartners mit einem Nichtunterzeichner letzterer durch faktisches Anerkennen der Konventionen einen ähnlichen Status erlangen kann.
Da die Taliban jedoch die Genfer Konventionen in ihrer Art der Kriegsführung nicht anerkennen (Gezielte Tötung von Kindern als "Spione" der USA, Entführungen, Selbstmordattentate, ...), so sind die Genfer Konventionen auf eben diese Taliban nicht anzuwenden. Ähnlich verhielt es sich mit den Japanern im 2. Weltkrieg.

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stesoell 15.07.2010, 11:26
15. (o)(o)

Zitat von pietro-del-cesare
"Saving Private Ryan" - von der Normandie in den Pazifik verlegt? Sehr originell.
Interessant. Ihrer Meinung nach sollte Geschichte originell sein. Vllt. auch lustig?
Zum Thema:
Band of Brothers fand ich sehr gut. I.V.m. "The War" sicherlich ein gutes Stück Zeitgeschichte im TV Format.

Ich werde mir "The Pacific" ansehen.

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juergw. 15.07.2010, 11:26
16. Ich auch .....!

[QUOTE=niederbayernsfußballfan;5869717]ich...

ich werds mir heute auf jeden fall anschauen weil ich einfach geschichtsinteressiert bin und mich auch vor allem für den krieg im pazifik interessiere.
Hoffendlich sieht man auch die Szene wie dei GI`s den toten
Japaner die Goldzähne rausreissen.
Beschriebén von N.Mailer in die "Nackten und die Toten"

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stesoell 15.07.2010, 11:30
17. (o)(o)

Zitat von Rübezahl
Ein Soldat, verwundet mit Bauchschuß im Lazaretzug liegend, schreit die ganze Ncht herzzerrißend nach Mama und Papa. Ich lag im Alter von vier Jahren im selben Zug und höre ihn noch heute jede Nacht schreien. Über uns Kriegskinder gibt es keine Filme, wir sind traumatisiert und leiden still. Wer wirklich wass erlebt hat, der kann darüber nicht sprechen, der braucht auch solche Filme nicht !
Schade, dass Sie nicht darüber sprechen und solche Filme nicht brauchen.
Dankbar dennoch, eben weil solche Filme dadurch ihre Berechtigung erhalten.
Natürlich sind sie notwendig. Gerade für jene Generationen, die ihre "Kriegserlebnisse" aus Call of Duty (ein Computerspiel) reflektieren müssen.

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takeo_ischi 15.07.2010, 11:33
18. .

Zitat von Rübezahl
Ein Soldat, verwundet mit Bauchschuß im Lazaretzug liegend, schreit die ganze Ncht herzzerrißend nach Mama und Papa. Ich lag im Alter von vier Jahren im selben Zug und höre ihn noch heute jede Nacht schreien. Über uns Kriegskinder gibt es keine Filme, wir sind traumatisiert und leiden still. Wer wirklich wass erlebt hat, der kann darüber nicht sprechen, der braucht auch solche Filme nicht !
Nein, Sie brauchen diese Filme vermutlich nicht, Ihnen reicht das Kopfkino. Das hört man auch von vielen Verwandten, die die Zeit erleben mussten. Man will eher vergessen.
Wer diese Filme braucht sind aber wir Nachgeborenen. Wir müssen wissen wie es damals wirklich war, fernab von propagandistischem Hurrapatriotismus auf allen Seiten.
Nur so kann verhindert werden, dass es wieder zu so etwas gewaltig Bösem kommt.

The Pacific taugt, da weit weg von jeglicher Glorifizierung, hervorragend als Antikriegsfilm.
Denn gerade, dass die Protagonisten charakterlich nicht scharf gezeichnet werden verhindert eindrucksvoll deren Verklärung zu Helden.
Nach dieser Miniserie sollte sich eigentlich niemand mehr freiwillig für Auslandseinsätze melden.

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frank_lloyd_right 15.07.2010, 11:43
19. Spielfilme haben meist nicht viel mit Realität

zu tun, sie romantisiern die Geschichte - und Hollywoodfilme romantisieren fast immer die amerikanische Geschichte(im Ausnahmefall auch mal die britische, wenn es in der Periode
noch gar keine "Amerikaner" gab).

Steven Spielberg fühlt sich offenbar der US-Generation verpflichtet (was kein Geheimnis ist), die im 2. Weltkrieg gekämpft hat, seine Epen sind ausnahmslosGlorifikationen derselben und haben es nicht so mit der wirklichen Realität (der Gegner wird immer als zahlenmäßigüberlegener Vollidiot präsentiert (was grotesk ist angesichtsder geschichtlichen Fakten), man denke an "Private Ryan") -
es ist wohl so, daß er Geschichte schreiben will,denn die Kinder lernen ja in der Schule so etwas nicht mehr.

Man sollte ihn aber *nicht* lassen, ich erinnere an "The Patriot" mit Mel Gibson, wo ausnahmesweise mal die Britenden amerikanischen Filmrealismus zu spüren bekamen...
ich denke, Meister Emmerich hatte den gedreht, und als
er den Vorwurf der Geschichtsfälschung hörte, meinte er,
das sei doch Unfug, weil Filme Gut und Böse und einen
krassen Plot nun einmal brauchen - so ist es ja,
und so sollte man es sehen. Aber wer tut das ?
Show Business, wer nimmt TV-Serien wie "Lost" oder
"Band of Brothers ernst ? Ich fürchte, es gibt Leute,
die das tun.

Clint Eastwood hat vor wenigen Jahren "den Pazifik"bereits ganz gut "abgedreht", ihm traue ich insgesamtdie besser Einstellung zu (von der Psyche her).
Hanks und Spielberg sind natürlich das schönere Paar,dem man keinesfalls über den Weg trauen sollte.

Solche Filme zu begrüßen, weil sie "das Grauen des Krieges
so schön vorführen", ist Bigotterie - die Art Bigotterie,
die aus jahrhentelanger Indoktrination
und Unwissenheit entsteht.

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