Forum: Kultur
Kriegsende 8. Mai 1945: Es waren die Deutschen, nicht die Nazis
DPA/ WDR

Helmut Schmidt sagt, dass er kein Nazi war, und die Republik atmet auf. Dabei führt der Altkanzler nur vor, wie sich mancher aus der Tätergeneration doch noch retten will.

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rohanseat 08.05.2015, 17:34
1. Wa war denn wohl

ein NAZI.Da ist die große frage f+r mich.-einer der mitglied war? einer der blockwart war? einer der örtlicher parteileiter war?--Mein schwiegervater hat in russland an der front gestanden und siene aussage war nur."wir hatten mit uns selbst genug zu tun um am leben zu bleiben und es war uns gleich wer NAZI war oder nicht"> leben wollten wir<
Ich habe in erinnerung das meine eltern immer wieder sagten uns war nichts bekannt.-Ich jahrgang 142 kann mich absolut nicht zu den mesnschen zählen die für diese vergangehit verantwortlich sind.--Nach meiner meinung sind es politiker die ständig ermahnt werden müssen was war.
Es waren auch politiker wie es auch in anderen ländern gerade jetzt ist (Putin, Assad und andere) die unglück über ihr volk bringen
Wir als bürger können nur alle vier jahre eine "schwache" änderung herbeiführen in der hoffnung das es gut geht.-

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munsterm 08.05.2015, 17:35
2. Falsche Einschätzung des Täterkreises

Also meiner Meinung nach haben Schmidt und Walser keine Schuld auf sich geladen. Sie haben nicht dazu beigetragen, dass Hitler an die Macht gekommen ist. Das waren vor allem jene 43,9% die Hitler bei den Reichstagswahlen unterstützt haben und natürlich jene, die in der SS, Gestapo, Wehrmacht etc. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Einfache Befehlsempfänger wie Schmidt und Walser haben nach der Errichtung des totalitären Regimes unter Zwang gehandelt. Das macht sie nicht zu Helden, wie einen Oskar Schindler oder einen Stauffenberg. Aber das macht sie auch nicht zu Schuldigen.

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grubreg 08.05.2015, 17:36
3. Wie bin ich dankbar,

lieber und und wirklich sehr geehrter Herr Diez, dass Sie das einmal derart klar aussprechen. Leider lese ich diesen gedanken (Überschrift) in SPON nur diese Mal, wie auch sonst nicht. Wirklich "NICHT", "KAUM" wäre schon wieder Schönfärberei.
Es ist DIE entscheidende Eigenschaft der Bundesdeutschen, dass eben immer die anderen Schuld haben - eine Gesellschaft, die sich bis heute erfolgreich weigert, erwachsen zu werden.

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udar_md 08.05.2015, 17:38
4. Herr Diez,

wie lange haben Sie unter eine Diktaturregime gelebt? Es einfach über andere zu urteilen, wenn man in einem quasi demokratischen Land lebt.

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charlybird 08.05.2015, 17:41
5. Jau, Herr Diez,

da sag ich mal 100 Prozent d'accord. Es ist in der Tat unerträglich, wie die neu Gesalbten unserer Geschichte sich immer und immer wieder in semantische Nebelschwaden verdrücken, wenn es ans Eingemachte geht. Besonders schön wird’s auch dann, wenn man sich auf die Pflicht und weiteres Blah Blah beruft.

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Eduschu 08.05.2015, 17:46
6.

Im Unterschied zu Helmut Schmidt war ich nicht Teil jener Deutschen. Trotzdem will er mich dafür in die Verantwortung nehmen.

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visitor_2007 08.05.2015, 17:49
7. Wissen wollen..

Ich weiss nicht, was Herr Schmidt gewusst hat oder nicht.

Ich weiss aber, was meine Mutter - Jahrgang 1924 - mir erzählt hat:
"Jeder hat damals gewusst, dass er/sie in einem Lager verschwindet und nie mehr gesehen wird, wenn er/sie sich unliebsam verhält oder redet. - Jeder wusste das.."

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walu 08.05.2015, 17:53
8. Sehr gut, Diez

Helmut Schmidt ist auf dem besagten Auge komplett blind, und was daran besonders nervt: er WILL es so. Die Schmidt'sche Leier der Selbstgerechtigkeit kann man entweder abschalten (mit dem Fernseher). Oder man haut ihm das Gebilde der Selbstentschuldung, das er seit Ewigkeiten wie eine Monstranz - und unwidersprochen - vor sich her trägt, endlich einmal um die Ohren. Die 'öffentliche Debatte' sollte sich freuen, dass Georg Diez das nun übernimmt. Es war längst fällig.

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Astir01 08.05.2015, 18:03
9. Unschuldige Nazis?

Man muss sowohl den Begriff des Nazis als auch die Zuweisung von Schuld voneinander trennen, um den Überblick zu behalten.

Als Nazi müssen alle gelten, die "fest auf dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung" standen, und nicht nur die Wähler und Mitglieder der NSDAP und ihrer Organe. Das trifft auf den größeren Teil der damals lebenden Erwachsenen zu, und geht mit der kollektiven Schuld einher, das Nazi- Regime ermöglicht und getragen zu haben. Eine Beförderung zum Offizier konnte auch abgelehnt werden. Sie anzunehmen begründet sowohl eine individuelle Schuld (es sei denn, der Offizier leistet aktiven Widerstand, so wie v. Stauffenberg) als auch eine verschärfte Kollektivschuld. (auch für Herrn OLt. & Kanzler a.D. Schmidt)

Hinzu kommt noch die individuelle Schuld eines jeden, der einen persönlichen Anteil an den Kriegsvorbereitungen, den Kriegsverbrechen und den Verbrechen gegen die Menschlichkeit hatte. Der mag beim einen größer, beim anderen kleiner und beim dritten indirekter Natur sein, aber er ist überall dort vorhanden, wo den Verbrechen des Regimes Vorschub geleistet wurde. Dabei musste es sich keineswegs um Nazis handeln, und die Tätigkeit, etwa das Fahren eines Gefangegentransports, die Konstruktion eines Krematoriums, musste nicht unbedingt im Bewußtsein einer Greueltat geschehen. Selbst, wenn diese Täter von nichts wussten, und zum Großteil nicht einmal eine Alternative hatten, verringert das ihre Schuld keineswegs.

In den Vorwurf der kollektiven Schuld mit einbeziehen lassen müssen sich auch all jene, die aktiv weggeschaut haben, nicht wissen wollten, sich in naivem Irrglaube an die Propaganda- Lügen klammerten, um nicht sehen und erkennen zu müssen, dass gerade im Namen aller Deutschen die schlimmsten denkbaren Verbrechen im Gange waren.

Von Schuld frei sprechen können sich höchstens jene, die 1945 jüger als 12 waren, oder aber unter Riskiko ihres Lebens aktiv oder wenigstens passiv Widerstand gegen das Regime geleistet haben. Es lediglich oder nur im Nachhinein innerlich abgelehnt zu haben, kann einen Deutschen zwar von individueller Schuld freisprechen, nicht aber von der Kollektivschuld.

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