Forum: Kultur
Kriegsende 8. Mai 1945: Es waren die Deutschen, nicht die Nazis
DPA/ WDR

Helmut Schmidt sagt, dass er kein Nazi war, und die Republik atmet auf. Dabei führt der Altkanzler nur vor, wie sich mancher aus der Tätergeneration doch noch retten will.

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Gorge11 09.05.2015, 12:06
300. Der Dietz ist ein Fuchs

und nur das kann der allgemeinen Verblendung abhelfen.
Das Stuttgarter Schuldbekenntnis sollte
eigentlich das Treysaer Schuldbekenntnis werden.
Denn da fing alles an, mit er Kirchenkonferenz zur
(Bejahung der ) Vernichtung unwerten Lebens,
so um 1930 rum.
Viele Protestanten aus den Oderöstlichen Gebieten vertrieben sind dann in Freikrichen gewechselt,
um den Makel abzuschütteln.
Adenauer als vehement katholischer Mensch
und Politiker, hat dann gesagt, wir (die Katholoken)
seien es auch gewesen.
Aus Treysa kommt auch Guido Knopp,
Er hat mitgeholfen das mühsam erarbeitete
wieder zu vernichten.
Der Schmidt wollte immer nur Karriere machen,
nicht aus Karrieregeilheit, sondern weil er denkt,
er sei der einzige der regieren kann.
Das dachte Adenauer auch von sich,
er hat aber zunehmend weniger beim Kaiser mitgemacht,
beim Führer gar nicht, Schmidt schon.
Brandt is abghehauen

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spmc-135322777912941 09.05.2015, 12:06
301. Einstein .....

sollten sie nicht bemühen. Der hat schon 1898 seine deutsche Staatsbürgerschaft abgegeben, war staatenlos, danach Schweizer, auch Österreich-Ungar war er, danach wurde er Preusse und 1933 ganz kurzfristig Deutscher, gab aber seinen Pass wieder ab als die Nazi an die Macht kamen. Der ist nicht vor den Nazis geflohen. wäre er geblieben hätte er es viellicht getan oder an der deutschen Atombombe gearbeitet, wer weiß das schon, aber als Deutschen reklamiere ich Einstein nicht. Ich glaube auch nicht dass er sich je als ein solcher gefühlt hat. Er war ein Weltbürger.

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charlybird 09.05.2015, 12:07
302. Ihre umfassende

Zitat von attatroll1
Ich bin kein ausgewiesener Helmut Schmidt-Fan, aber: dieser Mann hat für unser Land eine Menge geleistet - von Ihnen kann man das bisher nicht sagen. Laut wikipedia sind Sie 44 Jahre alt. In Ihrem Alter hat Helmut Schmidt während der Hamburger Sturmflut durch seinen Einsatz viele Menschenleben gerettet. Sie dagegen haben bisher außer Elaboraten über die Beatles und "theatraler Wissensperformance" (was immer das sein soll) nur noch dümmliche Artikel in diversen Magazinen vorzuweisen. Schade! Ich hätte Sie gern erlebt in der Zeit zwischen 1933 -1945. Das jemand wie Sie als aktiver Widerstandskämpfer in Erscheinung getreten wäre kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen; eher sehe ich Sie als einen typischen Mitläufer. Wie sehr sich Linke und Grüne verbiegen und anpassen können wir ja gerade jetzt wieder erleben. - Aber es ist immer einfach, sich 70 Jahre später zurückzulehnen und andere zu verurteilen während man selbst sicher im Trockenen sitzt und sich den Allerwertesten an der Zentralheizung wärmen kann. - Sie dürfen sich gerne schuldig fühlen, wenn Sie das unbedingt wollen. Aber lassen Sie dabei doch bitte die Millionen Deutschen außen vor, die lange nach 1945 geboren sind und die keine Veranlassung dazu haben.
Diezbeleidigung ist erst einmal vollkommen lächerlich, außerdem würde man Ihren Beitrag selbst in einfachen Lehranstalten als: Thema verfehlt, setzen sechs, ansehen.
Es ist zunächst einmal vollkommen egal, was Schmidt geleistet hat, er hat später auch einiges verbockt, aber es hat nichts mit der These von Georg Diez zu tun , zu der sie, außer persönlichen Beleidigungen, eben nichts zu schreiben haben.
Die Deutschen haben sich schuldig gemacht, vor allem die, die es danach als Betriebsunfall angesehen und die Schuld Adolf Hitler zugeschoben haben. Adolf Nazi, wie Schmidt sich übrigens gerne ausdrückt, war aber nun mausetot, also war alles gut ???
Schon mal Fotos aus der glorreichen Zeit gesehen, wo unzählige von begeisterten Deutschen mit der Hand fast am Himmel kratzen. Und nach 45 war von den übrig gebliebenen keiner dabei ?
So ähnlich, kommt es auch bei Herrn Schmidt rüber. Man hatte seine Pflicht getan, von den Verbrechen natürlich nichts gewusst, als Frontsoldat ???? (wer's glaubt) und war viel zu klug und arrogant um Nazi zu sein. Letzteres mag sein, aber er war dabei. Das ist Fakt.
Und die Millionen Deutschen mit der Gnade der späten Geburt, haben sicherlich keine Schuld, aber eine Verantwortung gegenüber der Geschichte, denn es waren unsere Väter und Mütter, Opas und Omas etc. pp.....

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nobody! 09.05.2015, 12:09
303. Tätergeneration...

Dieses Wort Tätergeneration sollte man nicht so voreilig benutzen. Ich denke es ist grundlegend falsch eine ganze Generation kollektiv zu verdammen. Die Diskussion wer die Täter waren ist dabei eine ganz andere, aber eine ganze Generation so verallgemeinernd zu bezeichnen ist genauso verkehrt als würde man von einer Opfergeneration sprechen. Man vergisst hierbei die Soldaten, die zum Dienst gezwungen wurden oder die Leute, die aus Angst nichts gegen das Regime unternommen haben, oder auch die Widerstandskämpfer in Europa. Dass viele in dem braunen Sumpf mitgeschwommen sind steht dabei außer Frage. Guter Journalismus sollte aber nicht so polarisieren und verallgemeinern!

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localpatriot 09.05.2015, 12:12
304. Die Unschuld in die Schuhe schieben.

Eric Hobsbawm, der britische Historiker und Flüchtling aus Nazideutschland befasst sich in seinem Buch 'The age of extremes' mit Schuld in Bezug auf die Hitlerjahre. http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Hobsbawm

Er bemerkt unter anderem dass Österreich aus unerklärlichen Gründen nach dem Kriege plötzlich zu den Unschuldigen zählte.

Also verteilt Herr Diez die Schuld über alle Deutschen, und die Welt der Sieger verteilte Unschuld über alle Oesterreicher.

Rein persönlich möchte ich da auf den Spielfilm 'Der Bockkerer' hinweisen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Bockerer_(Film)

Ebenso auf die Geschichte eines Bekannten welcher 1938 aus Wien fliehen musste und erst nach seiner Befreiung aus Auschwitz wieder in der Lage war zurückzukehren.

Herr Diez sollte seine Konzepte verfeinern.

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scoopx 09.05.2015, 12:13
305. Denunzianten

Die meisten unserer Vorfahren waren wohl keine fanatischen Nazis, aber eines waren sie: Denunzianten. Um wirklich zu wissen, wie die Leute damals dachten und handelten, sollte man Hans Fallada lesen. In "Jeder stirbt für sich allein" steht es im Detail.

Was mich vor allem überraschte waren nicht die Grausamkeiten im Gestapo-Gefängnis sondern die Leichtigkeit, mit der die Fahnder an alle erdenklichen Informationen kommen konnten. Die Bewohner eines Mietshauses zum Beispiel wußten im Detail, welche Radiosendungen ihre Nachbarn hörten, ob sie Kirchgänger waren, wieviele Schulden sie ungefähr hatten, wieviel sie fürs WHW gespendet hatte usw usw, und gaben bereitwillig alles an die Gestapo weiter. Zwang war dazu nicht nötig.

Und das ist nur ein kleiner Aspekt. Die Menschen ließen sich bereitwillig gängeln, in jeder Hinsicht. In der NS-Zeit galt (um mit Michel Foucault zu reden): "Die Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln." Und fast alle haben das akzeptiert.

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Jerome E. Gruber 09.05.2015, 12:14
306.

Denn "DIE" insinuiert, es wären ALLE gewesen. DIE Nazis waren es allerdings schon.
Es waren auch nicht nur DIE Nazis. Es waren auch viele Mitläufer, die keine Nazis waren, die vielleicht in der Partei waren, aber die keineswegs Nazi waren und Menschen abschlachteten.
Aber Mitläufer liefen eben, wie es der Name eben sagt, mit und unterstützten dadurch mittelbar und unmittelbar auch das Nazi-Regime.
Und sicherlich waren sehr viel mehr Deutsche Nazis, als es nach dem Krieg gab... denn da waren plötzlich fast alle Nazis wie vom Erdboden verschluckt und es gab fast nur noch "Widerstandskämpfer". Oder eben bestenfalls "Mitläufer", was man sich dann liebend gerne durch ein Entnazifizierungsverfahren, das ja sehr oft durch Vetterlebestätigungen völlige Augenwischerei war, amtlich bestätigen ließ.

Es gab nur eine Minderheit, die Nazis und deren Helfern und Helfershelfern die Stirn boten und damit die eigene Karriere und die eigene Gesundheit und das eigene Leben aufs Spiel setzten.

Und DIESE Deutschen machen es eben aus, dass man nicht alle Deutschen jener Zeit über einen Kamm scheren kann.

Es kommt hinzu, dass damals die politische Bildung und das demokratische Bewusstsein völlig anders waren, als heute.

Falsche überbordende Verallgemeinerungen gibt es aber nicht nur auf der Seite von Gutwilligen, die in eine unausgewogene Sicht münden.

Sondern sehr viele, die "es nicht mehr hören können" und die der Meinung sind, "es reicht langsam", verallgemeinern überbordend in die andere Richtung. Sie hegen und pflegen ihren "Patriotismus" und "lieben" ihr Vaterland und sind "stolz" auf "ihr Land". Aber von den unstolzen Dingen "ihres Vaterlands" wollen sie nichts wissen weil sie ja nur Nachgeborene sind. Dafür, dass sie sich als Nachgeborene dann auch keine Grundlage für "Stolz" haben, dafür reicht die mentale Kapazität dann nicht.

Eine objektive Betrachtungsweise darf weder verallgemeinern noch übertreiben, sondern muss sich um eine ausgewogene und präzise Sprache bemühen.

Schmidt tat das ebensowenig wie der Urheber der Schlagzeile.

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soalso 09.05.2015, 12:18
307.

Zitat von Troll-Oberkommando
Naja, es kommt eben darauf an wo man gelebt hat und was man gemacht hat und was man für einen Informationszugang hatte. Heute steht diese Epoche plastisch und dicht erzählt vor uns. Nicht zuletzt durch die ausufernde filmische und literarische Aufarbeitung. Daher gibt man sich leicht dem Fehlschluss hin, dass die Informationen und das Wissen, dass wir heute haben, damals auch bekannt gewesen sein muss. Dabei muss man sich einmal vor Augen halten, mit was für einem irrsinnigen Tempo das Zerstörungswerk des NS_Regimes entwickelt wurde! 13 Jahre sind eine sehr kurze Zeit und der geballte Horror wurde erst in den letzten 2 bis 3 Jahren des 3. Reiches offenbar. So ist die Entscheidung zum planmässigen Holocaust erst 1941 gefallen und auch der Überfall auf die Sowjetunion ist ein schwer nachvollziehbarer Schwenk in der NS_Strategie, die ja zunächst gemeinsame Sache mit Stalin gemacht hatte und es abnickte, dass Stalin Polen und Finnland einnahm. Wer behauptet, der in Deutschland ansässige Normalbürger hätte das Ausmass dieses Zerstörungswerks schon 1935 oder 1937 erahnen können, der vertut sich da einfach. Die gesamte Außendarstellung / Rhethorik des Regimes gab dies nicht her, bzw. musste man gebildet oder besser informiert sein, um das ganze zu durchschauen, als ein Großteil der provinziellen Bevölkerung. Es ist ja auch kein Wunder, dass der Widerstand dann auch aus den Reihen der obersten Militärverantwortlichen kam, die dann tatsächlich auch Einblick in die Planspiele der NS-Führung erhielten (Stauffenberg-Attentat).
oh mann, was ein schenkelklopfer...

das wissen, was wir über die ns zeit haben stammt aus filmen. eine wissenschaftliche aufarbeitung hat es natürlich nie gegeben...

klar, wenn man sein wissen aus filmen hat, nun ja...

die vernichtung der juden war eine industrialisierte prozedur, an der viele, wenn nicht massen, aktiv beteiligt waren. wer hierbei von unwissenheit faselt, der hat den schuss nicht gehört...

klar wird es privilegierte kreise gegeben haben, die vllt nie in berührung mit dieser maschinerie gekommen sind und daher wenig kenntnis von der situation hatten. wie zum beispiel die hitler 'vertraute', wie ein forist vorher schrieb oder entlegene gegenden wie vereinzelte dörfer, etc.

aber ein offizier, der von nichts gewusst haben will? der sich nie mit anderen (politisch!) unterhalten hat? der nie zumindest anzeichen erkennen konnte? ganz zu schweigen von der ideologie...

abgesehen davon, dass ich schmidt eh schon für viel zu senil halte und die medien doch bitte davon absehen mögen, diese leute in den fokus zu rücken, weil sie nur noch sich selbst schaden können, da im alter einiges abgeschält wird und dafür der kern des wesens mehr hervortritt, was im falle von schmidt nur deutlich macht, dass er mindestens ein verdränger, ein nicht wahr haben wollender oder auch ein gezielt wegschauer ist und so ein ehemals respektabler mensch (wenn man ihn denn überhaupt so wahrgenommen hat) seine würde verliert.

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pecos 09.05.2015, 12:20
308. Die Fragen sind ein hauptproblem ...

... in Beiträgen wie diesen, denn man fixiert sich zu sehr auf "klare Aussagen" zu der "grossen Schuld".
Das gibt etwa jedem Mitläufer "einfachem" Parteigenossen die Möglichkeit zu sagen: ich war kein Nazi, weil er damit sagen kann: ich war kein 100%iger Nazi. Damit im Zusammenhang steht die Fixierung auf das Wissen über den Massenmord in den KZs: die Formulierung "Ich habe von nichts gewusst" ist meistens die Antwort auf die Frage "Was hast du vom Mord in den KZs gewusst?"

Das gibt all den kleinen Tätern die Möglichkeit zu sagen: "ich/wir war/en kein/e Nazi (weil ein Nazi ja ein 100%iger sein musste und ich/wir war/en bis auf Ursel und Kurt nur 75%ig) und ich/wir habe/n auch nichts gewusst (von Cyclon B; aber von dem Abtransport aus der Nachbarschaft schon - danach aber fragt ja gottseidank keiner).

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Pandora 09.05.2015, 12:21
309. Sehr verehrter Herr Diez,

Wozu vergeuden Sie Ihre Zeit, Mühe und den webspace für so einen langen Artikel, wenn Sie Ihre Aussage doch rundheraus so zusammenfassen könnten: "Die Deutschen waren und sind allesamt überzeugte Nazis und werden auch immer so bleiben".
Halt! Mit Ausnahme von Günter Grass: Obwohl er sich freiwillig zur SS gemeldet hat, wurde ihm von Klaus Kleber im öffentlichen TV attestiert, dass er "in die Fänge der Nazis geraten" sei, also ein unschuldiges Opfer war, dem natürlich erlaubt war, andere Personen aus der SS umso härter zu verurteilen.

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