Forum: Kultur
Krimi-Vote: Wie fanden Sie den Kumpel-"Tatort"?
WDR/ Thomas Kost

Ermittlungen in der sterbenden Bergwerksbranche: Der Dortmund-"Tatort" am Sonntag war ein starker Milieu-Krimi - der am Ende aber zu viele Aspekte verhandeln wollte. Oder Sind Sie anderer Meinung?

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thermo_pyle 21.01.2019, 06:26
1. Psycho Schreihälse...

Oh mann, ich glaube ich werde alt: Ich kann mit diesen TATORTen nichts mehr anfangen... mein Eindruch: Jeder neue TATORT soll ein (unverstandenes) Kunstwerk werden, aber mit Unterhaltung hat das nichts mehr zu tun. Ich liebe Krimis a la FRIESLAND, NORD BEI NORWEST, etc. . Aber so was wie gestern ist nicht mein Ding...dann lieber realitätsfremde aber humorvolle Unterhaltung, beovr man am Montag wieder in die raue Realität eintaucht...

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Einhorn 21.01.2019, 06:51
2.

Ehrlich gesagt, bei mir ist nur der Egoptrip der Praktikantin Nora im Gedächtnis geblieben. Und die Hoffnung, dass die Figur sich nach diesem Auftritt eine neue Aufgabe sucht. 2 Psychos pro Team sollten selbst für einen Film ausreichen.

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wiesenflitzer 21.01.2019, 07:00
3. Langsam nervt es.

Ich war bis jetzt ein Fan des Dortmunder Tatortes. Auch wegen des gutes "Stoffes" und der Nähe zu den alltäglichen Problemen der Ruhrpottmenschen. Was jedoch völlig aus jeder Balance herausfällt, ist das immer nerviger werdende "Nicht-Zusammenspiel" der Ermittler. Jeder macht quasi was er will, wann er es will. Und das auch noch möglichst alleine. Das ist so weit weg jeder Realität eines Ermittlerteams der Kripo, man könnte heulen. Nur noch kranke, und/oder genervte/gereitzte/verstörte Ermittler. Was geht in den Köpfen der Regisseure bloß vor, dass diese (beim Tatort ist das ja quasi durchgehend ein Muss!) immer nur psychisch labile oder kaputte Kommissare an die Arbeit lassen? Bei mir laufen solchen Typen nicht herum!

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minimalmaxi 21.01.2019, 07:01
4. Rüpel-Hartmann

Es mag modern sein, aber der Tatort-Trend, jeden Kommissar mit einem sehr persönlichen Traumata und Problem auszustatten, geht mir mittlerweile auf die Nerven Und wenn das auch noch so ein jähzorniger, ungewaschener Rüpel wie Faber ist, finde ich das einfach grenzwertig und schalte um. Meine Begeistrung für Tatort-Krimis hat deutlich nachgelassen.

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!!!Fovea!!! 21.01.2019, 07:18
5. Dünn, dümmer, am dünnsten

ein Garant für Geschmacklosigkeiten erster Güte, den der Dortmunder Tatort einst war, ist jetzt zu einer Langeweile mutiert.

Wenn die Person Faber nicht ernsthaft in Szene gesetzt wird, plätschert der Krimi mit Erziehungsauftrag einfach vor sich hin.

Entsetzlich konstruierte hanebüchende Story.

Vor allem, das einer ein komplettes Stahlwerk in die Luft jagen will, nur weil er einen Job in der Geisterbahn bekommen hat, welcher wahrscheinlich deutlich gesünder ist, als unter Tage zu arbeiten....Super Logik!

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zeisig 21.01.2019, 07:45
6. Was haben Sie gesehen?

Faber ist die Ruhe selbst, egal ob um ihn herum Alle verrücktspielen und herumbrüllen. So entspannt, wie der den Reichsbürger beruhigt und für dessen unblutige Festnahme gesorgt hat - also ich weiß nicht, was sie gesehen haben. Jähzorn trifft als Attribut für diesen Komisar jedenfalls nicht zu.

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sternenguckerle 21.01.2019, 07:59
7. Prima-Hartmann

Endlich dürfen die Kommissare auch mal eine eigene Geschichte, Charakter und Vergangenheit haben, und schon wird wieder auf kleinklein Niveau darüber gemosert. Die meisten der Kommissare der 70er und 80er Jahre waren blasse Gestalten ohne Profil, die offenbar außer Dienst kein Privatleben hatten und eindimensional wirkten. Da lobe ich mir den tollen Jörg Hartmann, der einen ausgezeichneten Charakter spielt, wie es ihn millionenfach gibt: als ein Individuum.

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GinaBe 21.01.2019, 08:02
8.

Ausnahmsweise habe ich mal den Tatort aus Dortmund angeschaut, weil mich die Milieudarstellung interessiert hat- selbst aus dem Pott kommend.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Reihensiedlungen sahen aus wie hier, die Stammkneipe wirkte echt, die Sprache, die Gesichter...
Der PLOT allerdings, das war zu befürchten, suhlte sich in Großaufnahmen überforderter Kriminalbeamter, die offensichtlich an einer Belastungsstörung litten. 2 verdächtige starben durch eindeutiges fehlverhalten, wodurch die Schuldfrage der Beamten sichtbarer im Drehbuch stand wie der eigentliche Fall, der ziemlich verzerrt und verwirrt wurde, weil zuzüglich zum Mord des gegen den Einigungsvertrag rebellierenden Kumpels m.e. nach zuviele andere Sujets eingearbeitet wurden, um die Spannung zu erhöhen. Die Sachbearbeiterin vom Verfassungsschutz trat für mich eher unangemessen auf, rekelte sich neben Faber und auf der Fensterbank, als wolle sie ihn verführen. Ihr Vor- Wissen immer wieder sollte wohl warnen und verblüffen: big brother is watching you!
Reichsbürgertum samt Einblick in deren Welt, in die Faber zunächst locker einspazieren konnte -samt späteren Waffenhandel- darf es auch ein bißchen mehr sein?
Handlungsspielräume wurden so überladen und leicht absurd gezeichnet. Ich vermute, Beamte des Öffentlichen Dienstes zudem in permanenten Gefahrensituationen unterwegs landen eher zu früh als zu spät im Vorruhestand, nämlich, wenn sie Belastungen auch nur ansatzweise nicht gewachsen sind.
DAS hier war schon sehr realitätsfern!

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meinungsforscher 21.01.2019, 08:33
9. weniger

Früher war der Plot einfach: Mord - Ermittlung - Täter gestellt. Heute muss es in jedem Tatort mindestens 4 oder 5 Handlungsstränge parallel geben. Die Story, vor allen Dingen zum Thema Verfassungsschutz, wirkte reichlich konstruiert. Die Personen insgesamt gut und authentisch gespielt; vor allen Dingen das Team der Kommissare. Etwas weniger Egotrip und mehr Teamplay wäre wünschenswert. Ruhrpott-Notalgie etwas zu dick aufgetragen. Insgesamt aber ein annehmbarer Tatort dank Faber, aber weniger ist manchmal mehr!

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