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Künstler outen Rechtsextreme: Gezielte Eskalation
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Aktivisten wollen über eine Online-Plattform Rechtsextreme identifizieren. Die Macher halten das nicht für Denunziantentum. Sondern für Kunst. Richtig so.

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Corona17 03.12.2018, 21:56
110. Teil der Kunst

Diese Kommentare hier mit dem geheuchelten Schaum vor dem Mund sind das Schönste an dieser Kunstaktion.

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equigen 03.12.2018, 21:56
111. Gesetze und Menschenrechte sind nicht relativ

Sie gelten für alle Deutschen. Wer die Freiheit und die Würde des Anderen beschädigt gehört bestraft. Egal ob er rechts, links oder in der Mitte steht. Das ist unerheblich. Also ist die Aktion keinen Deut besser, als das was die AfD mit dem Internetpranger für Lehrer angedacht hatte.

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nachtmacher 03.12.2018, 22:02
112. na ja, die Rechten sind doch lernfähig.. langsam zwar aber lernfähig

Zitat von Little_Nemo
Das sähe ich im Grunde auch so, wenn die Rechten das nicht seit langem auch so machen würden, und noch um einiges schlimmer. Die schicken Andersdenkenden Todesdrohungen, führen schwarze Listen, hetzen ihre Gesinnungsgenossen zu Gewalt und Mord gegen ihre Gegner auf, veröffentlichen Namen, Fotos und Adressen ihrer Gegner im Netz, verabreden sich zu Aufmärschen und Gewaltaktionen usw. Und wenn sie Gegenwind kriegen verstecken sie sich scheinheilig hinter den Moralvorstellungen, den rechtstaatlichen und demokratischen Regeln ihrer Gegner, obwohl und gerade weil sie diese ablehnen und hassen. Wenn man sich also über solche Reaktionen von Links aufregen möchte, sollte man der Wahrheit zuliebe auch nicht vergessen zu erwähnen, dass man von Rechts noch ganz anderes gewohnt ist.
und kopieren die Antifa nicht nur beim Outfit. Die Methoden der Bedrohung, Sachbeschädigung und Körperverletrzung sind da auch durchaus verbreitet. Auf diversen Foren wie "Indymedia" werden seit Jahren Adressen, Photos etc. von vermeintlichen und richtigen Rechten verbreitet. Wie der Eine heisst, so schaut der andere aus!
Der Blockwart hat wieder Konjunktur! Im modernen Gewande, aber die Methode ist die Gleiche. Inclusive der Formulare "zum Abschwören"... wegenb "Entfernung vom Rechtsstaat". Sorry, ich will nicht, dass Rechte meinen für mich zu Sprechen und ich will auch nicht dass selbsternannte, selbstgerechte "Künstler" der Verteidigung des Rechtsstaates in meinem namen übernehmen! Wenn das ernst gemeint sein sollte, dann sind die "Künstler" genau zu dem geworden, was sie angeblich bekämpfen! Riecht danach, sieht so aus und das Ergebnis ist auch das Gleiche! Also ist es das Gleiche!

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bigkahoona 03.12.2018, 22:05
113. @#90 watsollsdenn

Schade nur, dass es auf so unfruchtbaren Boden fällt. Kunst soll ja bekanntlich zum Nachdenken anregen und der Gesellschaft zuweilen den Spiegel vor das tumbe Gesicht halten.
Viele der Kommentatoren hier würden jedoch vermutlich auch in einer Kandinsky-Ausstellung von "Gekrakel" sprechen, das ebensogut ein dressierster Affe hätte zeichnen können.

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spon_2714136 03.12.2018, 22:06
114. Lieber SPIEGEL...

Es ist bekannt, dass Kommentare Ihre journalistische Freiheit auch nutzen sollen, um Klickzahlen mach oben zu treiben. Aber finden Sie nicht, dass Sie hier einen sehr hohen Preis zahlen?
Sind Sie sicher, dass der moralische Kompass noch stimmt? Ein Online-Pranger mit Info für den Arbeitgeber? Als soziale Skulptur in Tradition Beuys ‘? Ist das Ihr Ernst?

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Anonym89 03.12.2018, 22:10
115. Rechtsstaatlichkeit und Moral adé? (1/2)

Mit Verlaub, ich halte die Initiative für ein absolut fatales Vorgehen, dass meiner Meinung nach auch den Grundprinzipien unseres Rechtsstaats zuwiderläuft. Diese Initiative als Kunst zu bezeichnen halte ich für vorgeschoben – ich kann keine Kunst darin erkennen Menschen an den Pranger zu stellen, so sehr ich auch mit Ihren Ansichten nicht übereinstimmen mag.
Die öffentliche Brandmarkung von Menschen einer bestimmten Gesinnung (und natürlich anderen, viel schlimmer betroffenen Gruppen) erinnert mich doch allzu sehr an das Vorgehen der Nationalsozialisten in den 30er Jahren. Man stelle sich vor, dass es anschließend Übergriffe auf diese Menschen gibt, deren Name und Foto öffentlichkeitswirksam mit Rechtsextremismus in Zusammenhang gebracht wird. Was tun wir, wenn Steine in die Fenster der Wohnungen, Läden und Betriebe solcher Menschen geworfen werden (wir haben vergleichbare Aktionen gegen die AfD ja bereits in der Presse lesen können)? Rechtfertigen wir uns als Gesellschaft dann damit, dass wir deren Gesinnung verabscheuen? Oder gar als gerechtfertigte Vergeltung für aktuelle sowie historische Verbrechen? Ist der nächste Pogrom gerechtfertigt, wenn der denn nur gegen Rechtsextreme geht?
Reicht die Gesinnung eines Menschen heute aus, um Ihn/Sie öffentlich zu denunzieren und potentiell auf seine Entlassung und damit den Verlust der Lebensgrundlage für Ihn und möglicherweise seine Familie (d.h. inkl. unschuldige Kinder) hinzuwirken? Wo ziehen wir dann die Grenze wann wir jemandem diesem Schicksal zuweisen? Bei drei Demos? Bei zwei? Bei einer? Bei einem geschmacklosen Witz? Diese öffentliche Brandmarkung wiederspricht in höchstem Maße meinem Rechtsempfingen und ist meiner persönlichen Meinung nach nur unweit von einer Gestapo 2.0 entfernt. Jeder Bürger dieser Republik hat das Recht für seine Überzeugung demonstrieren – mit dem relevanten Zusatz: „friedlich zu demonstrieren“. Wenn wir die Ausschreitungen jedoch als Anlass nehmen, um hier Menschen an den Pranger zu stellen, frage ich mich wo die ZBS-Liste der linksextremen Gewalttäter vom G20-Gipfel in Hamburg ist – mit Ausschreitungen, Gewalttaten und Zerstörungen öffentlichen und privaten Eigentums in einem ungleich größeren Ausmaß.

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nickellodeon 03.12.2018, 22:10
116. Wsf

Dann war die DDR und die Stasi auch kein Unrechtsregime, sondern ein Kunstobjekt? Wann kommt dazu die Ausstellung the Art of Stasi?
Oder habe ich das jetzt falsch verstanden und der Autor wollte nur provozieren um Einnahmen zu erzielen? Wenn nicht, sollte er sich (und vor allem unsere staatlichen Sicherheitsorgane) die Frage stellen, ob er noch auf dem Boden des Grundgesetzes steht!

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om108 03.12.2018, 22:11
117. Rechtsextreme Organisationen

legen seit langem umfangreiche Datenbänke an, in denen kritische Journalisten, Antifaschisten, Linke, linke Aktivisten, gegen rechts engagierte Bürger aufgelistet werden, mit dem Ziel, sie zu terrorisieren und einzuschüchtern. Die hohe Zahl rechtsextremer Delikte gegen Personen, die den Rechten die Stirn bieten ist erschreckend. Die wachsende Zahl von Rechtsextremen in der Polizei und der Bundeswehr ist mehr als beunruhigend. Wenn über derartige Bilddateien erkennbar ist, das für Rechtsextreme in staatlichen Institutionen Arbeitsverhältnisse bestehen und somit die Möglichkeit besteht, diese Arbeitsverhältnisse aufzukündigen, so hat das nichts mit Denunziantentum zu tun, sondern vielmehr mit der Notwehr der Zivilgesellschaft, eine rechtsextreme Übernahme der Gesellschaft zu verhindern.

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hansa_vor 03.12.2018, 22:12
118.

Zitat von Little_Nemo
Das sähe ich im Grunde auch so, wenn die Rechten das nicht seit langem auch so machen würden, und noch um einiges schlimmer. Die schicken Andersdenkenden Todesdrohungen, führen schwarze Listen, hetzen ihre Gesinnungsgenossen zu Gewalt und Mord gegen ihre Gegner auf, veröffentlichen Namen, Fotos und Adressen ihrer Gegner im Netz, verabreden sich zu Aufmärschen und Gewaltaktionen usw. Und wenn sie Gegenwind kriegen verstecken sie sich scheinheilig hinter den Moralvorstellungen, den rechtstaatlichen und demokratischen Regeln ihrer Gegner, obwohl und gerade weil sie diese ablehnen und hassen. Wenn man sich also über solche Reaktionen von Links aufregen möchte, sollte man der Wahrheit zuliebe auch nicht vergessen zu erwähnen, dass man von Rechts noch ganz anderes gewohnt ist.
Sie reden von #metoo , #Frauenland und #teamGinaLisa, oder?

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Anonym89 03.12.2018, 22:12
119. Rechtsstaatlichkeit und Moral adè? (2/3)

Ich verstehe beim besten Willen und größten Dissens mit Rechtsextremen nicht, wie wir uns anschließend als Gesellschaft noch auf das hohe Ross der Rechtsstattlichkeit schwingen wollen, wenn wir wissentlich solche Folgen in Kauf nehmen. Es erschließt sich mir auch nicht, wie wir unsere rechtsstaatlichen Grundsätze ("Unschuldig bis zum Beweis der Schuld" und "Im Zweifel für den Angeklagten") angesichts eines solchen Vorgehens weiterhin hochhalten wollen. Insbesondere wenn es um die (extreme) Meinung anderer geht, sind wir als Gesellschaft nach wie vor (meinem Empfinden nach in den letzten Jahren wieder verstärkt) sehr schnell Urteile über einen Menschen als Ganzes zu fällen. Mir graut es vor dem ersten Opfer, das diese Aktion hervorbringt. Was wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass es vielleicht genau diese hasserfüllte Demo war, die jemandem zum Umdenken bewogen hat, dieser Jemand seine Einstellung, sein Handeln sowie sein Wahlverhalten ändert und anschließend Opfer einer Vergeltungsaktion wird?
Auch kann ich die Doppelmoral dieser Initiative nicht nachvollziehen. Ich erinnere an den Aufschrei als Haftbefehle gegen 2 (oder war es einer?) Tatverdächtige im „Messertod“ von Chemnitz veröffentlicht wurden. Es mögen sich mir die juristischen Feinheiten entziehen. Jedoch kann ich in dem Vorgehen der Initiative im Grundsatz keinen Unterschied zu dem rechtswidrigen Veröffentlichen von Haftbefehlen erkennen. Man stelle sich vor, eine kleine Gruppe Rechtsextremer sammelt und veröffentlicht – im Namen der Kunst versteht sich – auf einer bekannten und ein breit zugänglichen Plattform eine Liste kriminell gewordener „Ausländer“ mit deren Vergehen, Namen, Foto, womöglich gar Anschrift und Arbeitsplatz und stellt gleichzeitig online vorbefüllte Ausweisungsbescheide des Innenministeriums für bzw. gegen diese Menschen zur Verfügung. Erkennt die sog. „Soko Chemnitz“ nicht die Parallelen? Oder ist die Ironie beabsichtigt? Falls ja: wenn ich die Nazimethoden – und für solche halte ich das Vorgehen der Initiative – verwende und sei es gegen Nazis, habe ich jedwedes Recht verloren, mich für moralisch besser zu erklären oder mich auch nur ansatzweise überlegen zu fühlen.

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