Forum: Kultur
Kunstauktion: Monet-Gemälde für 111 Millionen Dollar versteigert
Uncredited/Sothebys/ DPA

Für mehr Geld ist offenbar noch nie ein Werk von Claude Monet versteigert worden: Seine Heuhaufen in der Sonne - "Meules" - wechselten nun in New York für umgerechnet 98,8 Millionen Euro den Besitzer.

rheinhäuser 15.05.2019, 06:04
1. Echte Heuhaufen

Für den Preis kann man sich ja fast echte Heuhaufen vor das Fenster liefern lassen. Das Preis-Leistungsverhältnis passt überhaupt nicht. Da sind Spekulanten am Werk!

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der Pöter 15.05.2019, 07:58
2. Schönes Bild.

Aber dafür 111 Millionen Dollar bezahlen? Das ist doch krank. Und damit verschwindet es wahrscheinlich auch für die Allgemeinheit.

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paulsimoncelli 15.05.2019, 09:50
3. Na und?

Wenn jemand viel Geld für Kunst bezahlen will, soll er es doch tun. Im Gegensatz zu Spekulation mit Wohnraum kann ich da nichts verwerfliches dran finden. Ein Preis-Leistungsverhältnis gibt es in der Kunst nicht. Ob jemand krank sein muss, weil er sehr viel Geld für Kunst ausgibt, wage ich zu bezweifeln und ob Kunst gemacht wird damit sie der Allgemeinheit zur Verfügung steht ist doch auch eher fraglich.

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strixaluco 15.05.2019, 10:24
4. Eine Verachtung von Kunst und Künstlern!

Solche Spekulationen sind für mich reine Verachtung von Kunst und Künstlern. Ich wäre dafür, für Spekulationspreise, die den Gegenwert diverser Jahresgehälter haben, extrem hohe Steuern zu erheben und die Erträge der Künstlersozialkasse zugute kommen zu lassen. Werke von historischer Bedeutung gehören in Museen, und die können sie sich so nicht mehr leisten! Und zeitgenössische Künstler hätten viel davon, wenn Menschen, die Kunst kaufen wollen, nicht alles für einzelne überteuerte Spekulationsobjekte ausgeben würden! Bei solchen Geschäften geht es nur noch ums Geld, sonst nichts. Der eigentliche Wert eines Kunstwerks, seine Aussage, wird vernichtet, wenn es in irgendwelchen Exklusivkabinetts verschwindet!

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redebrecht 15.05.2019, 10:28
5. Wieder einen Dummen gefunden

So nimmt man den Reichen das Geld wieder ab. Irgendein Handwerker für Farben malt ein Bild, braucht dafür vielleicht 1-2 Tage, und dann beeinflussen die Leute sich gegenseitig, dass das Bild und der Handwerker so überragend wichtig sind, dass man das Bild unbedingt haben muss. OK. Reicher 2 wird das viele Geld natürlich an Reichen 1 bezahlen, der dadurch auch wieder reicher wird. Aber freut euch. Da steht nämlich der Staat und seine Bürger dazwischen. Der Staat wird sich seinen Anteil am Kaufpreis holen. Und je öfter das Bild zwischen den Reichen hin und her verkauft wird, desto besser für den Staat und die Steuereinnahmen und vielleicht auch für ein paar Arme.

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dasfred 15.05.2019, 11:38
6. Es gibt zuviel Geld und zu wenig Kunst

Also ich meine jetzt die Kunst, die man dann nicht an die Wand hängt, sondern aufgrund des Namens und der Seltenheit in Tresoren bunkert um zu spekulieren. Namenlose Bilder von hoher Qualität stagnieren eher im Preis, weil sie als Repräsentationsobjekt in der eigenen Wohnung oder der Firma an Interesse verloren haben. Selbst die Museen stellen sich darauf ein und stellen vermehrt große Namen in Sonderausstellung aus, um Publikum anzuziehen.

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doctiloquus 15.05.2019, 12:47
7.

Geld ist ein allgemeines Tauschmittel. Sinn ist, ein echtes Gut vorläufig einzutauschen einen (versprochenen) Wert, der dem Wert des Gutes entspricht.
Und hier kommt das KRANKE is Spiel, das im Forum schon öfter genannt wurde. Das Gut "Gemälde" wurde in ein Wertversprechen von 98 Mio. € getauscht. Diese Wertversprechen kann nun wieder in echte Güter getauscht werden, z.B. in 4900 (viertausendneunhundert) Kleinwagen. Jeder erkennt und spürt sofort, dass hier etwas nicht stimmt.

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neanderspezi 16.05.2019, 19:40
8. Dem Meistbietenden dürfte Geldhaufen in der Sonne angemessener sein

Große Kunst ist zum Spekulationsobjekt für Superreiche degradiert worden. Sie hat damit nicht mehr die Funktion, die visuellen Sinne vieler Betrachter mit der Bildidee des Künstlers und der Umsetzung in die magischen Bereiche tiefer Wahrnehmung und beseelten Ausdrucks zu entführen, sie hat nur noch den armseligen Dienst zu tun im Separee oder gar im Tresor eines Magnaten abzuhängen, der den Menschen mit seiner dem Kapital zugewandten Wichtigkeit letztendlich das entzieht, was für sie kulturelle Bereicherung und wertvolle Einsicht in das Wahrnehmungs- und Interpretationsspektrum eines Künstlers gewährt. Das rein monetäre Abgreifen von Kunst zur Selbstbefriedigung in kapitaler Großmannssucht ist der denkbar schäbigste Umgang mit Kunst und sollte geächtet werden. Wer große Summen leicht abdrücken kann, sollte seine Spendierhosen anziehen, sich dem Mäzenatentum widmen und unbekannte Künstler unterstützen. Damit hat er genug zu tun und macht sich obendrein nützlich, auch wenn er zur Kunst eigentlich keinen rechten Zugang hat.

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