Forum: Kultur
Kunsterbe Cornelius Gurlitt: Tod eines Phantoms
Markus Hannich/ BILD-Zeitung

Seine geliebten Bilder sah er nie wieder: Zwei Jahre nach der Beschlagnahmung der wertvollen Werke ist der Kunsterbe Cornelius Gurlitt gestorben. Sein Fall steht für den schwierigen Umgang mit Nazi-Raubkunst. Was wird aus seiner Sammlung?

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liborum 06.05.2014, 19:41
1. Wem?

Wem hätte es geschadet, wenn die Staatsanwaltschaft soviel Menschlichkeit aufgebracht hätte, auf das absehbare Lebensende des Herrn Gurlitt zu warten?
Wären die Kunstwerke weniger wert gewesen, der "Skandal" kleiner?
War die Profilierungssucht größer?

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kantundco 06.05.2014, 19:53
2. Auch so kann man den Fall beenden.

Einen alten Mann mit zumindest dubiosen Methoden der Strafverfolgung so fertig machen, dass er das zeitliche segnet. Ich hoffe nur, dass es Erben gibt und nicht der Staat posthum noch siegt. Es kann nicht sein, dass Sonderlinge von der Mehrheit aufgrund ihrer nicht angepassten Lebensführung verfolgt werden.

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spadden 06.05.2014, 19:54
3. Nicht

die Suche nach Gerechtigkeit hat begonnen sondern die Suche nach Tricks um möglich viel Geld aus dem Vermögen für sich abzuzweigen. Alle Bilder gehören in ein neues Museum um Herrn Gurlitt damit eine letzte Ehre zu erweisen.

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c.PAF 06.05.2014, 19:55
4.

Zitat von sysop
Seine geliebten Bilder sah er nie wieder: Zwei Jahre nach der Beschlagnahmung der wertvollen Werke ist der Kunsterbe Cornelius Gurlitt gestorben. Sein Fall steht für den schwierigen Umgang mit Nazi-Raubkunst. Was wird aus seiner Sammlung?
Der gute Mann ist noch nicht einmal kalt, da wird schon diskutiert, was mit den Kunstwerken geschehen soll. Traurig.

Eine klare Mitschuld an dem Tod sehe ich bei der Staatsanwaltschaft, die das "Verfahren beschleunigt" hat... Strafrechtlich wohl nicht relevant, aber moralisch sicher eine deutliche Mitschuld.

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rbn 06.05.2014, 19:58
5. im Prinzip haben Sie recht, auch mir tut dieser stille Mann leid,

Zitat von liborum
Wem hätte es geschadet, wenn die Staatsanwaltschaft soviel Menschlichkeit aufgebracht hätte, auf das absehbare Lebensende des Herrn Gurlitt zu warten? Wären die Kunstwerke weniger wert gewesen, der "Skandal" kleiner? War die Profilierungssucht größer?
aber wahrscheinlich waren alle mit dieser einzigartigen Sache überfordert. Ein Milliardenvermögen nicht auf der Bank, sondern in Wohnungen zu lagern, hat die Staatsanwaltschaft zu Recht veranlasst, diese Werte erst einmal zu sichern. Ohne diese vorsorgliche "Beschlagnahme" wäre eine Rückerstattung an die Eigentümer vielleicht nie zustandegekommen. Wer sagt uns, dass die Erben die Sammlung nicht auch einbehalten hätten.

Davon abgesehen, ist es nicht möglich, auf den Tod eines alten Mannes zu warten.

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Keycard 06.05.2014, 20:00
6. Ein trauriger Skandal

Diese ganze Angelegenheit ist ein trauriger Skandal. Ich hoffe instaendig, dass die Profilierungssucht einer grossen Anzahl von Leuten Folgen haben wird. Es wird sich vermutlich herausstellen, dass eine aeusserst geringe Zahl von Gemaelden tatsaechlich restituierbar ist. Schade weiterhin, dass wohl ein Grossteil der Kunstwerke den Museen unseres Landes verloren gehen werden zugunsten des satten Profiteur-Staats Schweiz (wenn das Geruecht um eine "Institution in der Schweiz" stimmt).

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bongth1 06.05.2014, 20:07
7. ...

in dem moment wo er seine bilder zurück verlangt verstirbt er ... trauriges schiksal
meiner meinung sollten die bilder in einer Galerie ausgestellt werden wo er namentlich genannt wird oder einen ganzen Flügel ihm widmen . da diese bilder sehr viel an wert haben sollte eine Finanzierung auch nichts entgegen stehen . so hat die Öffentlichkeit auch was davon .. ob es nun raubkunst is oder nicht sollte in diesem fall keine rolle mehr spielen kuns ist kunst .. und diese sollte man sehen können meiner meinung nach

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goldring 06.05.2014, 20:08
8. @2

Gurlitt ist nicht "von der Mehrheit verfolgt" worden, sondern unterliegt dem Recht wie jeder andere auch. Dass die Staatsanwaltschaft bei einem derartigen Bilderfund ermittelt, ist doch wohl absolut nachvollziehbar.

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outsider-realist 06.05.2014, 20:09
9.

Zitat von liborum
Wem hätte es geschadet, wenn die Staatsanwaltschaft soviel Menschlichkeit aufgebracht hätte, auf das absehbare Lebensende des Herrn Gurlitt zu warten? Wären die Kunstwerke weniger wert gewesen, der "Skandal" kleiner? War die Profilierungssucht größer?
Alter schützt nicht vor Verfolgung, wenn es um Raubkunst geht. In dem Fall wurde einiges falsch gemacht, aber auch einiges richtig.
Die Bilder, die vor kurzem in Österreich in der vermüllten Hütte zufällig gefunden wurden, wären im schlimmsten Fall nun dem Bagger zum Opfer gefallen.

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