Forum: Kultur
Kunstmarkt-Stars: "Wer Geld mit Kunst machen will, muss Werke von Frauen kaufen"
Valentina von Klencke/ Ketterer

Robert Ketterer betreibt das umsatzstärkste Auktionshaus Deutschlands, der Galerist Johann König genießt den Status eines Popstars. Ein Gespräch über Konkurrenz, Kommerz und die Ökobilanz des Kunstmarkts.

BrunoGlas 17.10.2019, 23:12
1. der eine und der andere

... den einen, König, kenne ich, den anderen aber noch nicht. Dennoch, das Geschäft der beiden, vor allem von Johann König in Berlin, ist eine andere Liga im Kunsthandel, als man sich dies an anderen Orten in Deutschland so vorstellen könnte. Die ehemalige katholische Kirche St. Agnes in Berlin ist mittlerweile zum weltweiten Anziehungspunkt für die Enthusiasten der zeitgenössische Kunst geworden, die bei Events wie Art Week, nur für diesen einen Zweck, um einmal bei König's in good old Germnany gewsen zu sein, über den großen Teich jetten, sich am Flughafen eine Taxe bestellen, und dann drei Tage lang mit dem gleichen Fahrer durch die Stadt surfen. Diese Art Kunst, die hier verkauft wird, und die enormen Preise, die locker in die Millionen gehen, sind zugleich das Fieberthermometer der globalen Economy. Alles was zuviel an Geld verdient wird, wird in Kunst investiert. Wie dem auch sei, hier der Link zur Kirche St. Agnes, mit ihrer über 800 qm großen und über 12 m hohen Ausstellungshalle: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Agnes_(Berlin)

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dasfred 17.10.2019, 05:27
2. Kunst als Ware

Interessantes Interview mit zwei Teilnehmern am Kunstbetrieb, die ihre Ware zuerst als Anlageobjekte betrachten. Ich habe Bilder nie als Anlage, sondern ausschließlich als Dekoration gekauft. Da bieten Auktionen deutlich mehr Auswahl, weil eben auch Werke auf den Markt kommen, die heute bedeutend niedriger bewertet werden, als vor dreißig Jahren, weil sich der Geschmack und die Interessen geändert haben und heute viele Nachlässe zum Teil verramscht werden. Für Kunst als Anlage ist eher einen Abschätzung der zukünftigen Entwicklung und weniger das ästhetische Empfinden wichtig. Zu einem Bild oder Objekt sollte man zuerst einmal ein Gefühl entwickeln, bevor man es in die Wohnung holt.

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Korf 17.10.2019, 06:10
3. Kunst oder Handelsware

Wirkliche Kunst ist sperrig, widerständig, tiefgreifend. Sie taugt nicht zur Handelsware. Dafür eignet sich eher solides Kunsthandwerk, das sich durch seine Aufblasbarkeit dem Markt gefällig machen lässt. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

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outrageous 17.10.2019, 09:08
4. outrageous

Tja, Herr Ketterer, weil ja der Kunstmarkt bisher "bewiesen hat", dass Kunst von Frauen nur zu 2% Qualität hat. Immer schön weiter so. Ironie aus. ... Dieses Interview zeigt den ganzen festgefahrenen Zynismus dieser Branche.

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YvesBrunner 17.10.2019, 11:37
5.

Die beste Doku zu dem Thema: The price of everything.

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thoscha 17.10.2019, 13:00
6.

Sinnentleertes Geblubber über hinz - kunz & grunz! Und was kommt jetzt..? Die Quintessenz daraus ist doch fast immer
die Gleiche. Der Künstler & seine Kunst sowie der Marktwert des Künstlers & der seiner Objekte in welcher Form auch immer. Und jetzt lernen wir das die Ladys auf dem Vormarsch sind und ihre Werke endlich (für die Künstlerin) die Auf- merksamkeit bekommen, die Ihnen einst verwehrt wurde und jetzt zugestanden wird! Die monetären Auswirkungen sind der erfreulichere Nebeneffekt für sie, sowie der hier zitierte prozentual höhere Marktanteil im Verkauf ihrer Werke.
Lang lebe die Statistik! Doch wen interessiert das nun wirklich, frage ich mich. Hat sich der Geschmack in der Riege der Sammler und Kunstliebhaber verändert und tendiert jetzt in eine völlig andere Richtung? Wie erklärt sich das - so rein spekulativ gesehen? Die zwei Typen kommen aus KunstLiebhaber-Familien. Ihr Weg war doch schon mehr oder weniger
von Haus aus vorgegeben. Der tragische Unfall des einen der mit dem Verlust seines Augenlichts endete, zeigt hier aber auch das man erfolgreich sein kann ohne ich sehe was was du nicht siehst! Ich bitte dies nicht als Zynismus aufzufassen.
Letztendlich haben sie durch ihren Background und den ihnen eigenen Fleiß - es zu etwas gebracht und dieses auch als eine Art Institution etabliert. Man kann ihnen nur weiterhin alles Gute wünschen und sie daran erinnern auch zu teilen.

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Mastermason 17.10.2019, 16:15
7.

"Ich bin gegen jegliche Quoten, weil dann nicht mehr die Qualität entscheidend dafür ist, ob ein Kunstwerk ins Museum kommt."

Der einzige sinnvolle Satz in einem ansonsten recht inhaltslosen Interview.

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Hudson, Jane 20.10.2019, 09:42
8. Fake ist, was kommt

Nehmen wir noch einmal die Apistos, die als Detonation so laut war, dass keiner sie überhören konnte und es doch ein jeder tat. Das Megalomane wurde ausführlich als geschmacklos besprochen, ohne dass der Konnex zum Markt gesehen wurde. Eine völlig falsche Fake-Kunst für ein völlig falsches Publikum. Mit der Apistos wurde gezeigt, wie versunken längst alles ist. Allerdings hat sich der Markt völlig unbeeindruckt von dieser Implosion gezeigt. For the love of God ist stärker als alles andere, und erlaubt dem anderen großen Fake-Star erst seinen zelebrierten Antagonismus mit Shredder und Dismaland und Devolved Something. Fake ist, was kommt. Weil wir nichts anderes wollen. Partytalk.

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