Forum: Kultur
Landtagswahlen bei ARD und ZDF: Mitte! Mitte! Mitte!
Robert Michael/ DPA

Beim TV-Wahlabend rangen alle Parteien um die ominöse bürgerliche Mitte. Große Eklats waren nicht zu vermelden - nicht mal beim zuvor schwer in die Kritik geratenen MDR.

Seite 1 von 4
Schartin Mulz 28.10.2019, 10:53
1. Wie lange

ist es her, dass die SPD sich nicht traute, die rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag zu nutzen, die sich überraschenderweise durch das Scheitern der FDP und der AfD an der 5 %-Hürde ergeben hatte.
Was wurde die SPD in eine erneute GroKo gedrängt. Bloß nicht mit den Linken! Der Untergang des Abendlandes drohte.
Jetzt versucht man, sogar die CDU in eine Koalition mit den Linken zu drängen. Das ist grotesk.
Die Verantwortlichen der SPD müssten sich doch jetzt noch nachträglich in den Hintern beißen, wenn sie an 2013 denken. Wie stände die SPD wohl da, wenn sie 2013 die Regierung übernommen hätte? Sicher nicht schlechter als heute.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
larsmach 28.10.2019, 11:24
2. Mir scheint die LINKE in Teilen sozialdemokratisch

Mir scheint die LINKE in Teilen sozialdemokratisch im ursprünglichen Sinne zu sein - während die wilde noch junge AfD mit ihrem unerträglichen Rechten Flügel hoffentlich durch ihr eigenes Wachstum in die politische Mitte wachsen wird. Die ehemalige DDR hat sich ein weiteres Mal von einem tief im Westen geborenen Wahlkämpfer Themen namens Björn Höcke aufoktroyieren lassen, die für die Bürger herzlich irrelevant sind im Vergleich zu fortschreitender Automatisierung und dem deshalb wachsenden Prekariat nebst schrumpfender Kaufkraft für immer größere Teile der Bevölkerung. Hier wäre die SPD - schon lange! - gefragt, mit solchen gesellschaftlichen Entwicklungen umzugehen, doch von da höre ich seit Monaten nur "Schaulaufen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thequickeningishappening 28.10.2019, 11:30
3. # 1 Stimmt

Die Erste GroKo war notwendig. Die Zweite nicht mehr und Die Dritte Die Insolvenz ! Die letzte Chance hatte 100% Schulz und Die hat Er Zweimal nicht genutzt !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
olli0816 28.10.2019, 11:32
4. Wenn man die AfD - Wähler fragt

... verorten die sich auch in der Mitte, wenn auch ein bisserl weiter rechts. Das Fachwort dafür heißt "konservativ". Aber Hand aufs Herz: Weder die Linke noch die AfD sind in der Mitte, sondern an den Rändern und haben beide zusammen die Mehrheit.

Anscheinend finden es mehr als 50% der Thüringer legitim, für eine extreme Partei zu votieren. Nun ja, man bekommt, was man bestellt. In diesem Fall bestenfalls, wenn es zu einer Mehrheits-Regierung kommen sollte eine absurde Konstellation mit CDU und den Linken. Für mich käme das gleich nach einer Zahnwurzelbehandlung, so unpassend ist dieses Duo. Oder eine Minderheitsregierung, wo sich die Linke bei jedem Punkt eins abwürgen muss, um zu einem Ergebnis zu kommen. Ich weiß ja wirklich nicht, was besser ist.

Das Problem dabei ist neben der Unregierbarkeit, dass die alten großen Mitteparteien äußerst unglücklich agieren. Den Grünen und den Gelben kann man nicht viel anlasten, sie arbeiten gemäß ihrer Agenda solide vor sich hin. Die Grünen haben einen Dämpfer bekommen, den man sicher nicht zu ernst nehmen muss. Und die Gelben sind besser als erwartet. Beide Parteien haben keine großartige Bedeutung und das ist das enttäuschendste dran, dass die Solidität so wenig honoriert wird. Beide Parteien wollen aktiv was machen, haben aber zu wenig Zuspruch.

Was die SPD betrifft, war das Ergebnis erwartbar. Es scheint, dass diese Partei immer bedeutungsloser wird und niemand sie mehr ernst nimmt. Es ist kein Wunder, das Personal ist nicht gut und auch die Schwerpunktthemen sind nicht sonderlich gut gewählt und bei den wenigen guten Themen ist das Ergbenis häufig nicht ausreichend. Die CDU mit dem üblen Spitzenpersonal scheint gerade den gleichen Weg wie die SPD unter Frau Nahles zu gehen und es nicht zu checken, dass sie an der Spitze dringend Personen ändern muss. Und vielleicht mal ein Profil entwickeln, was sie vorhaben. Diese ständige Aussitzerei einer Frau Merkel wird schon lange nicht mehr goutiert und die Leute fangen an, darauf negativ zu reagieren. Völlig zu recht. Und man müßte einen vernünftigen Kandidaten als Bundeskanzler aufstellen und nein, Frau AKK ist es zumindest in diesem Leben nicht.

Geht das so weiter, werden wir in Zukunft häufiger Ergebnisse wie in Thüringen erleben. Da hilft es auch nichts, wenn so eine Partei wie die AfD in den Öffentlichen schlecht dagestellt wird. 1/4 der Wähler haben diese Partei gewählt. Das ist Fakt und der Schwäche der Altparteien geschuldet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hegoat 28.10.2019, 11:34
5.

Jahrzehntelang hielten SPD und CDU die Ränder unter Kontrolle und ließen keine nennenswerten Parteien links bzw. rechts von sich entstehen. Der Wahlkampf wurde. in der Mitte entschieden, wo die Zwergpartei FDP oft Zünglen an der Waage spielte. Dann beging Schröder in den 90ern den fundamentalen Fehler, die SPD nach rechts zu rücken und ermöglichte durch die folgende Abspaltung der WASG von der SPD und deren Zusammenschluss PDS einen plötzlich stärken Block links der SPD. Nahezu 20 Jahre später beging Merkel den gleichen fundamentalen Fehler und rückte die CDU nach links und ermöglichte damit einen neuen starken Block rechts der CDU. Das Ergebnis sehen wir jetzt in Thüringen. Meine Prognose: Die Linke und die AfD werden langfristig die Rollen von SPD und CDU einnehmen und die Altparteien finden sich da wieder, wo die FDP jahrzehntelang war. Gut, die SPD ist jetzt schon dort...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stereo_MCs 28.10.2019, 11:57
6. neue Definition von - geplatzt -

Selten so einen schlechten Artikel auf Spon gelesen.
Der Vorwurf, Spon würde sich zu bild.de entwickeln, konnte ich bisher immer als Unsinn abtun und ist natürlich auch weitestgehend falsch, von der Dschungelcamp Hofberichterstattung mal abgesehen.
Hier kommt man aber dann doch ein wenig ins Grübeln. Fast als hätte Anja Rützel unter Pseudonym geschrieben.

".. Schönenborn sofort wieder zum Platzen brachte"?
Werter Herr Rütz... äh Buß, Herr Schönenborn ist an dem Abend nicht einmal "geplatzt". Wo haben sie das denn her? Bei ihnen aber sofort mehrfach. Bild ick hör dir trapsen.

Und Frau Wagenknecht hat nicht in diese unsägliche Wähler Mitte Rhetorik Agenda der CDU mit eingestimmt, sondern von den mittleren Einkommen gesprochen, dass langsam sogar dieser Teil der Bevölkerung unter die Räder kommt.
Erkennen sie den Unterschied?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thuebscher 28.10.2019, 12:08
7. Mitte-rechts

Ich bin sicher kein Freund der LINKE-PDS-SED, sehe aber, wie man einen MP Ramelow durchaus in der linken Mitte verorten kann. Der ist kein linker Spinner, der an die Wurzeln unserer Wirtschaftsordnung will.

Was allerdings nicht funktioniert als Wähler, ist einen Hoecke als rechte Mitte und konservativ zu betrachten. Der Mann spielt so lustvoll mit der LTI, dem Nazi Vokabular und hat stets nur das große Ganze, Deutschland und seine Vision vom Nationalstaat im Kopf, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie jemand, der sich selber als konservativ und Teil der Mitte betrachtet, diesen Mann wählen kann. Weder hat er Angebote für den Freistaat, in dem er zur Wahl steht, noch versteckt er seine völkische Ideologie. Der ist kein Wolf im Schafspelz wie zB Urban in Sachsen, der Mann ist ein lupenreiner Faschist. Und das bedenkliche ist, dass ein Viertel der Thüringer so etwas sehenden Auges wählen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
exxilist 28.10.2019, 12:14
8. Ohrfeigen

Wieviele Ohrfeigen will sich die SPD denn noch abholen.
Man glaubt sich fast in einem Film. 50 Shades of SPD.
Es muss doch mittlerweile der letzte erkannt haben, das diese GroKo der Untergang der SPD ist.
Auch auf die Gefahr es mantramäßig zu wiederholen, es bleibt der SPD nur eine Möglichkeit:
GroKo beenden. Neuwahlen. Dann schauen. Entweder man erstarkt in der Opposition, geht wieder vermehrt auf die MArktplätze, hört sich Volkes Stimme und Sorgen mal face to face an oder es reicht für Grün, Rot, Rot. (auch dann bitte mehr Volkesnähe)
In dieser Konstellation kann auch die SPD wieder gewinnen. Aber dafür müßte man von einem hohen Ross runter welches aktuell noch nicht einmal mehr Trab laufen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cucaracho_enojado 28.10.2019, 12:25
9. @5hegoat: Sisyphos hatte es gut ...

sein Felsen neigte nicht zum 'Diskutieren'. Statt ungezählte Male die Punkte 'merkelscher' Politik wieder und wieder durchzugehen, an denen sich auch nach noch so vielen Wiederholungen nichts 'Linkes' finden lässt ... Also gut, Sie haben Recht - weshalb sonst flögen Fr. Merkel auch die Herzen und die Stimmen aller Linken zu? :-D

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4