Forum: Kultur
"Lara" mit Corinna Harfouch: Was hat sie bloß so ruiniert?
Studiocanal

Sieben Jahre nach seinem Überraschungserfolg "Oh Boy" legt Jan-Ole Gerster nun "Lara" nach. Es ist ein episodenhaftes Porträt einer kaltherzigen Frau geworden - und kann in keiner Tonalität überzeugen.

atzeholzschuh 06.11.2019, 16:16
1. Ein schöner Film...

über das Zweifeln und die damit verbundenen Konsequenzen. Ich denke nicht, dass sie ihrem Sohn das „antun will, was ihr angetan wurde„. Das wäre tatsächlich zu „eindimensional“.

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romualdo 08.11.2019, 10:19
2. Wirklich niederträchtig?

Im Voraus: Der Grund für Laras Selbstaufgabe bzw. Scheitern scheint mir ein bisschen konstruiert – das ist m.E. aber auch der einzige schwache Punkt im Film.
Ich habe den gesamten Ablauf, Szene für Szene, genossen und manche Parallele zu Selbst-Erlebtem ziehen können… Der dickliche Junge, der lieber mit dem Smartphone spielt als auf der Klaviertastatur gehört wirklich nicht in den Musikunterricht. Die Mutter, die ihrer Tochter am Geburtstag mit so unglaublicher Lieblosigkeit begegnet, hat die schallende Ohrfeige mehr als verdient usw. usf.
Für mich läuft der ganze Film auf das "furiose" Erstlingswerk des Sohnemanns hinaus. Es ist, wie Lara zu Recht bemerkt, sehr "musikantisch" angelegt und findet – was zu erwarten war – die gewünschte breite Anerkennung.
So ist es nun einmal im Kulturbetrieb – und im wirklichen Leben – es regiert der nivelierte Einheitsgeschmack, durch Internet und Smartphone unendlich potenziert. Schleife für Schleife wird durchmessen, aber es gibt keine Aufwärtsbewegung mehr. Wer das nicht akzeptieren will, isoliert sich und verbittert…

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joernthein 09.11.2019, 17:49
3. Ab ins Kino.

Ich liebe Corinna Harfouch für die Darstellung der spröden Verletzlichkeit in ihren Rollen. Lieber Herr Knörer, sie liefern mit ihrer Kritik, einen veritablen Veriss

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joernthein 09.11.2019, 20:56
4. .. doch,

nachdem ich auch die Kritik von Anke Sternburg in der SZ (08.11) gelesen habe, heißt es, ab ins Kino!

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romualdo 10.11.2019, 14:50
5.

Zitat von joernthein
nachdem ich auch die Kritik von Anke Sternburg in der SZ (08.11) gelesen habe, heißt es, ab ins Kino!
Hilfreich ist auch der Beitrag in der FAZ vom 6.11. und vor allem das Interview mit Corinna Harfouch auf Radio Eins am 9.11. Beide betonen die Ambivalenz der Handlung und sind frei von der Schwarz-Weiss-Malerei in den übrigen Medien.

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bhang 10.11.2019, 15:56
6. [Zitat]doch, nachdem ich auch die Kritik von Anke Sternburg in der SZ

(08.11) gelesen habe, heißt es, ab ins Kino![/Zitat] Ist seltsam, aber von all den Kritiken, die ich bisher gelesen habe (und die meisten waren auch positiv) und ohne dass ich den Film gesehen habe, stelle ich mir vor, dass jene SZ-Kritik am ehesten den Nagel auf den Kopf trifft.

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spiegelimspiegelimspiegel 10.11.2019, 16:57
7. Kritik

Jan-Ole Gerster und das Filmteam haben sich über Jahre mit dem Film auseinandergesetzt und sich daran abgearbeitet, ein sicher oft zermürbender Prozess. Ich frage mich immer, wie lange ein Feuilleton-Kritiker über einen derartigen Verriss nachdenkt...
In Anbetracht der Wirkungsmacht finde ich diesen doch etwas anmaßend. Wer „Oh Boy“ schon doof fand, hätte diese Kritik aus Anstand ja auch einem Kollegen überlassen können.

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