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Lebensratgeber: Wie kann ich als Mann Feminist sein?
Ethan Miller/ Getty Images

Reicht es, mit der Tochter ab und an Fußball zu spielen? Viele Männer fragen sich, wie sie feministisch handeln können. Hier kommen Tipps für ein gleichberechtigtes Leben - und für ein gesünderes.

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cle_mens 17.04.2019, 11:49
220. Gutes Stichwort

Entbindungspfleger werden als Zeichen für Feminismus und Gleichberechtigung.
EIn Entbindungspfleger darf keine Entbindungen Selbstständig durchführen. Es muss entweder eine Hebamme anwesend sein oder die Frau vorher schriftlich einwilligen, dass er sie durchführen darf.
Perfektes Beispiel für Gleichberechtigung. Großes Kino

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bauern-muenchen 17.04.2019, 11:53
221. @33

Wunderbar!
Ich möchte noch was hinzufügen: 42: Wenn dein Sohn weint, kümmere dich um ihn, genauso wie du es bei deiner Tochter tun würdest, 43. Wenn dein Mann / Partner krank ist, pflege ihn genau so, wie du von ihm erwartest, wie er dich im Falle einer Krankheit pflegt, 44. Stoppe Frauen, wenn sie Krankheiten von Männern als "Männerschnupfen" verächtlich machen - frage sie stattdessen, warum sie das überhaupt machen!

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radioactiveman80 17.04.2019, 11:54
222. Vielen Dank, Margarete...

...seit heute bin ich ein besserer Mensch. Hier sind meine Tipps, wie auch Du eine bessere Feministin und Journalistin werden kannst:

1. Sage klar, was Du eigentlich erreichen willst. Stärkere Frauen oder schwächere Männer? Beides ist nämlich keine Gleichberechtigung.
2. Vermische Feminismus nicht mit politischer Ausrichtung. Wenn eine große Anzahl Asylbewerber eine große Anzahl an Frauen belästigt, dann benenne das auch so - ohne sofort auf den grapschenden weißen Lederhosenmann zu verweisen. Auch eine bekennende Linke kann/muss anerkennen dass Feminismus nichts mit political correctness zu tun haben darf.
3. Halte Dich an Tatsachen, Beispiel: die Grüne Politikerin in Österreich wurde nicht "angeklagt weil sie sich gewehrt hat". Sie wurde wegen Veröffentlichung privater Daten angezeigt. Gina-Lisa Lohfink wurde nicht angeklagt "obwohl sie das Opfer ist". In diesem Prozess ging es um falsche Verdächtigungen ihrerseits.
4. Versuche Dir in Deinen Kolumnen einmal nicht selbst zu widersprechen. Du forderst "Mindestens" dieselbe Bezahlung für Frauen (also eher mehr), kritisierst aber (angebliche) männliche Privilegien.
5. Fokussiere den Feminismus auf die Bereiche in denen Frauen wirklich benachteiligt werden. Mit der selben Leidenschaft, mit der Du Dich auf Rainer Brüderle gestürzt hast, könntest Du Dich auf die Situation der Frauen in Saudi-Arabien oder Indien stürzen.
6. Denke nach was Deine Aussagen bei jungen Frauen erzieherisch bewirken können. "Wenn ich den Job nicht bekomme, prangere ich die Firma einfach im Netz wegen ihrer Frauenfeindlichkeit an". Willst Du eine Generation von Opfer-Frauen sehen, oder eine die sich ihre Ziele ehrlich verdient?
8. Lerne mit Zahlen umzugehen. Wenn das Gender Pay Gap 21% auswirft, dann bekommen Frauen keineswegs "Für die gleiche Arbeit 21% weniger als Männer".
9. Mache Deinen Leser*Innen klar dass sie auch selbst für ihren Werdegang verantwortlich sind. Wer Ethnologie studiert sollte sich beim Klassentreffen nicht wundern wenn der Abikollege als Maschinenbauingenieur mehr Geld verdient.
11. Limitiere die Quote, doch nicht ständig auf verglaste Dax-Vorstandsbüros. Kanalarbeiter, Tunnelbau, Frontsoldaten - auch hier dürfen die Mädels ran.
12. Erkenne an dass Frauen, die sich auf einen Mann einlassen, heiraten und Kinder kriegen, dies auch durchaus aus freien Stücken heraus tun. Dein Lebensmodell ist nicht richtiger als andere.
13. Arbeite an Deiner Glaubwürdigkeit. Wenn eine Kneipe Junggesellenabschiede verbietet und Du dies mit "Patriachart am Arsch" abfeierst... wer soll das ernst nehmen?
14. Zeichne keine falschen Bilder. Wenn Du einen Facebook-Eintrag z.B. 1000 Kommentare bekommst davon z.B. die Hälfte Kritik beinhaltet - dann hilft es wenig wenn Du 497 sachliche Einträge ignorierst und nur die 3 sexistischsten veröffentlichst, um den Lesern zu zeigen wie ekelhaft sexistisch Deutschland doch sei.
15. Setze Dich ruhig mit sachlicher Kritik auch mal auseinander. Wenn Dir auf Ronja von Rönne`s Essay außer "Das ist so kindisch dass man nicht darauf eingehen muss" nichts einfällt, habe ich nicht das Gefühl dass Du argumentativ etwas zu bieten hast.

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mariahellwig 17.04.2019, 11:56
223. Humor

Eines muss man Frau Stokowski lassen: Humor hat sie...

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kritischerkritiker 17.04.2019, 12:05
224. Peinlich.

Einfach nur peinlich.
Ich bleibe bei meiner Auffassung vom Feminismus. Ich behandle Frauen wie ich auch Männer behandle. Nur finden das halt viele Frauen dann irgendwie doch nicht "so geil".

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w35 17.04.2019, 12:05
225. Lebensratgeber?

Ich schwanke bei Frau Stokowskis Texten immer wieder zwischen Verwunderung und Verärgerung. Für mich als Frau, die sich an einen Großteil der genannten Tipps selbst nicht hält, stellt sich die Frage, warum Männer im Zusammenhang mit Feminismus immer als debile Trottel dargestellt werden müssen.
Wir (Achtung: Pauschalisierung!) wollen Diversität, aber wenn Männer sich anders verhalten, als ein (zugegeben kleiner) Teil der Frauen es wollen, dann ist das doof.
Wir wollen nicht belehrt werden, aber belehren.
Wir wollen ernst genommen werden, aber tun in meinen Augen, sehr wenig dafür.
Wir wollen Gleichberechtigung, feuern aber bei der kleinsten Gelegenheit gegen das andere Geschlecht. Und zwar pauschal. Natürlich ist die Welt nicht frei von Idioten, Straftätern und Arschlöchern. Deswegen aber alle Männer in Sippenhaft zu nehmen ist nicht in Ordnung. Vielleicht mag es die ein oder andere Leserin (und Schreiberin) überraschen, aber auch unter uns Frauen gibt es Arschlöcher (politisch korrekt: Arschlöcherinnen), Idiotinnen, Straftäterinnen... Und wir sind die ersten, die sich gegen ungerechte Pauschalisierungen wehren würden.

Drehe man die Situation um und stelle sich vor, dass auch nur EIN Mann sich anmaßen würde, einen 40-Punkte-Ratgeber für alle Frauen zu veröffentlichen, würde der nächste Shitstorm, wahrscheinlich getragen von Attributen wie "respektlos", "herablassend", "belehrend" durch dieses Internet ziehen. Das Gespenst des "alten, weißen Mannes" wäre wieder zum Leben erweckt und die Empörung unter den Frauen grenzenlos. Aber Frau Stokowski hätte immerhin neues Futter für eine weitere Kolumne!

Woher kommt diese Doppelmoral, dass Feministinnen "Mensplaining" verurteilen, den Männern aber stoisch erklären müssen, wie die Welt besser, gleichberechtigter und feministischer sein könnte?
Für mich persönlich erweckt dieser vermeintliche Lebensratgeber eher den Eindruck, ein Manifest zur Entmannung der Männer zu sein. Mit einem differenzierten und vor allem respektvollen Umgang miteinander hat das nichts mehr zu tun. Vor allem aber wird am Ende niemand glücklich und zufrieden sein, wenn man sich verbiegen und verändern muss, um zu gefallen. Wenn ich Ihnen also auch einen Lebensrat geben darf, Frau Stokowski: Werden Sie entspannter und nehmen die Männer, wie sie sind. Und wenn sie einige davon nicht mögen, dann machen Sie einfach einen großen Bogen um sie. Leben und leben lassen.

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hagenbottrop 17.04.2019, 12:07
226. Schwer zu sagen,

wer bedauernswerter ist: Wer's schreibt, wer's für seriös nimmt oder wer's publiziert.

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Fossibaerin 17.04.2019, 12:13
227. Wie schön für Sie

Zitat von genewolfe
... schon mein Leben lang (gut bei der feministischen Literatur habe ich schnell aufgegeben). Zum Großen Teil sind es einfach Gebote der Höflichkeit anderen MenschInnen gegenüber. Trotzdem gibt es keinen "Gender Pay Gap". Männer arbeiten einfach mehr als Frauen.
dass Sie das Alles schon Ihr Leben lang machen. Besonders das mit dem Mehrarbeiten. Gender Pay Gap liegt natürlich nur daran, ist ja klar. Kann ja nicht daran liegen, dass "Familien-/Angehörigenpflearbeit immer noch mehrheitlich von Frauen geleistet wird, und nicht unter die Kategorie "Erwerbsarbeit" fällt. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder und/oder pflegebedürftige Verwandte haben, aber stellen sie sich doch bitte mal kurz vor, Sie hätten: Ziehen Sie Zeit + Aufwand, den das verursacht, mal von der Ihnen für entgeltliche Arbeit zur Verfügung stehenden Zeit ab. Berücksichtigen Sie bitte, dass den in der Familie Pflegenden oft nur Teilzeitjobs offen stehen, und dass sie oft keine Überstunden leisten können, weil sie zeitlich nicht flexibel sein können. Würden Sie immer noch mehr verdienen können? Würden Sie dabei weniger arbeiten? Wissen Sie, wieviel Arbeit pflegen macht? Dann wissen Sie auch, dass Sie beide Fragen mit "Nein" beantworten würden. Berücksichtigen Sie jetzt bitte noch, dass viele Firmen nach wie vor Frauen ungern einstellen, jedenfalls für Führungspositionen, und zwar genau wegen deren höherem Anteil an den Menschen "mit Familienpflichten". Na, was bleibt von Ihren höheren Gehaltsaussichten? Und dabei habe ich die grundsätzlich niedrigeren Gehälter im entgeltlichen Pflegebereich noch gar nicht berücksichtigt. Fragen Sie mal eine Krankenschwester, wieviel Arbeit sie am Tag so hat. Alle Handgriffe + sonstigen Leistungen reingerechnet. Vergleichen Sie dann diese Gesamtarbeit mit der Gesamtarbeit des für die gleichen Patienten zuständigen Arztes. Vergleichen Sie dann die Gehälter. Vergleichen Sie anschließend den Frauenanteil an Krankenpflegern und an Ärzten. Fällt Ihnen etwas auf?
Falls Sie jetzt meinen, dass Frauen ja genausogut Ärzte werden können, wie Männer - interessant ist auch die Frage, dass Männer genausogut Krankenpfleger werden können, wie Frauen. Interessant ist auch, dass eine Ärztin, wenn sie die gleichen Karrierechancen haben will wie ein Mann, am besten sowohl auf Kinder als auch auf pflegebedürftige Angehörige ganz verzichtet. Wir Frauen sind am Gender Pay Gap also wirklich selbst schuld. 1. Arbeiten wir zu wenig, und zwar arbeiten wir zu wenig für hohe Gehälter und zu viel für hohe Verantwortung. 2. Müssten wir es nur genauso machen wie die Männer, und sowohl kinder als auch pflegebürftige angehörige einfach sich selbst oder dem Staat oder dem anderen Geschlecht überlassen. Dann wäre das Problem des Gender Pay Gap entweder gelöst - oder endlich mal umgekehrt.

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marc-julien 17.04.2019, 12:14
228. Feminismus = permanente Forderungshaltung?

Wenn man sich Frau Stokowskis lange Liste so anschaut, scheint es beim Feminismus ja vor allem darum zu gehen, Forderungen an Männer zu stellen. Besonders steil der Wunsch, Frauen/Mädchen "mindestens" (!) genauso viel (Gehalt, Taschengeld) zu bezahlen wie Männern/Jungen - es darf also offenbar gerne auch etwas mehr sein...

Ich persönlich bin sehr für Gleichberechtigung (= Egalitarismus), kann es aber überhaupt nicht leiden, wenn man Egalitarismus und Feminismus in eins setzt, wie das Feministinnen allgemein gerne tun, und eben auch Frau Stokowski in ihrem Artikel.

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Fossibaerin 17.04.2019, 12:14
229. Wie schön

Zitat von Die linke Kobra
dass sich Frauen ihren Freund nach dem Gesichtspunkt des gegenseitigen Respekts und Wertschätzung aussuchen. Solange Frauen sich Proleten, Machos, starke Männer, Unterdrücker, usw. oder als Gegenseite Weicheier, Schoßhündchen, usw. aussuchen, kann sich Frau Stokowski ihre untauglichen Weisheiten sparen. Einfach beim Einkaufen Pärchen mit ihren Rollenspielen beobachten, und man ist desillusioniert. Frau Stokowski ist auch nicht in einer funktionierenden Partnerschaft vorstellbar.
dass jeder sich unter einer funktionierenden Partnerschaft was anderes vorstellen kann.

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