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Lebensratgeber: Wie kann ich als Mann Feminist sein?
Ethan Miller/ Getty Images

Reicht es, mit der Tochter ab und an Fußball zu spielen? Viele Männer fragen sich, wie sie feministisch handeln können. Hier kommen Tipps für ein gleichberechtigtes Leben - und für ein gesünderes.

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mucschwabe 17.04.2019, 12:15
230. @cle_mens Nr. 220

Und hätte ich einen Sohn, dann würde ich ihm auch nicht raten, Entbindungspfleger zu lernen. Damit verdient man nämlich kaum was und bekommt dann auch schwerer eine Frau. Den Punkt mit den Daten von Frauen, die mehr verdienen finde ich spaßig. Als zum Beispiel Entbindungspfleger muss man erstmal eine Ärztin finden, die mit einem Essen geht. Not so easy.

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nilsczert 17.04.2019, 12:16
231. Feminismus = Lobbyismus

Mögen die Feministinnen bitte mal kurz die scheinheilige Maske abnehmen und zugeben, worum es wirklich geht: Wie bei jeder Identitätspolitik geht es darum, eigene Interessen durchzusetzen und durchaus einseitige Vorteile für die eigene Gruppe herauszuschlagen.
Die Feministinnen der 1. Stunde hatten durchaus noch die Verbesserung der Gesellschaft insgesamt und in aller Welt im Sinn - doch davon kann bei den privilegierten westlichen Feministinnen der sog. 3rd Wave längst nicht mehr die Rede sein. Im Gegensatz zu wohlfeilen Behauptungen, frau wolle auch die Männer befreien, geht es heute vor allem um Selbstverwirklichung, Wichtigtuerei und beinharte Interessen. Es sind halt egozentrische Zeiten, und die machen auch vor einstmals universellen Bewegungen nicht halt. Natürlich erreichen Frauen nichts, wenn sie sich immer brav hinten anstellen. Und natürlich sollen sie darauf bestehen, anständig und gleichberechtigt behandelt zu werden. Dieselben Ansprüche sollten sie unterwegs aber auch anderen Gruppen einräumen.
Dazu gehört z. B.:
- Karriere nicht auf Kosten unterbezahlter ausländischer Hilfskräfte zu machen,
- VÄTERN ENDLICH GLEICHE RECHTE EINZURÄUMEN,
- Kinder nicht zu einem 'Projekt' der eigenen Selbstverwirklichung zu machen,
- Lehrer und Erzieher nicht wie Befehlsempfänger zu behandeln,
- Menschen aus anderen Kulturkreisen nicht herablassend zu behandeln,
- Konsum, Geld und Status nicht mit einem erfüllten Leben gleichzusetzen,
- den eigenen Lebensentwurf nicht zum Maßstab für Alle zu machen,
- soziale, ökologische und internationale Fragen in ihrem Kampf zu berücksichtigen
und vor allem
- sich selbst nicht so unglaublich wichtig zu nehmen.

Der egozentrische und unpolitische Feminismus von heute wird zunehmend als Luxusproblem westlicher Wohlstandsfrauen wahrgenommen - leider zu recht!

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Bondurant 17.04.2019, 12:16
232.

Zitat von swiss35
Kann man sich so ein Gerät kaufen welches mir anzeigt ob ich jetzt zu der Gruppe gehören welche ein Kompliment über das Kleid machen darf oder nicht?
Nein, bedaure. Im übrigen ist das auch eine Einzelfall-Angelegenheit: ob Sie zu der Gruppe gehören oder nicht entscheidet sich ausschließlich in der Vorstellung der Betroffenen. Sollten Sie allerdings George Clooeney oder Ryan Gosling sein, dürften Sie davon ausgehen, dass Sie praktisch immer dabei sind.

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jan07 17.04.2019, 12:17
233. Sehr einseitig

Die meisten Punkte von Frau Stokowski haben mit gutem und respektvollem Benehmen zu tun. Wenn es daran mangelt, hat das in den seltensten Fällen mit dem Geschlecht zu tun. Aber niemals käme ich wie die Autorin auf den Gedanken, mich mit einem Buch, einem Film oder einem Musikstück zu beschäftigen, weil es von einer Frau (oder einem Mann) stammt - sondern weil es mich schlicht und einfach interessiert bzw. mir gefällt. Ich bin männlich, käme aber nie auf die Idee, mein Geschlecht derart einseitig zu überhöhen, wie es die Autorin tut.

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Fossibaerin 17.04.2019, 12:19
234. Ihre Tochter tut mir Leid

Zitat von Spiegelleser123
...wäre dankbarer, wenn der Spiegel eine Kolumne zum Thema "Wie erziehe ich meine Tochter so, dass sie später als selbstbewusste Frau eine vernünftige Distanz zum Feminismus entwickelt" in Auftrag geben könnte. Die alltägliche Portion feministischer Parolen bekommen wir ja schon seit Jahren frei Haus. Wie wäre es einmal mit etwas Neuem, weniger Propagandistischem?
ganz ehrlich.

Ich bin zwar selber keine Freundinn vieler Positionen des derzeitigen Feminismus. aber ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass Ihre Vorstellung von einer selbstbewussten, nicht-feministischen Frau Ihre Tochter in jungen Jahren in die Schizophrenie treiben wird.

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michael_bartusch 17.04.2019, 12:21
235. Feminismus ist doch nicht erstrebenswert

Zumindest nicht, wenn man die Feministinnen auf SPON als Maßstab nimmt. Hier scheint Feminismus nur zu bedeuten mit sehr geringen geistigen Ressourcen möglichst aggressiv und penetrant Privilegien für Frauen zu fordern. Wäre beispielsweise Frau Stokowski tatsächlich daran gelegen an der Gleichberächtigung von Männern und Frauen zu arbeiten, würde sie ihre Kolumne an eine höher qualifizierte Frau abtreten, die in ihrem Denken nicht so beschränkt ist und sich auch nicht scheut mal mehr als 2 Stunden Arbeit in ihren wöchentlichen Artikel zu stecken.

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Bondurant 17.04.2019, 12:21
236. Im Übrigen

Zitat von swiss35
Aber schön entlarven Sie diesen Blödsinn, es kommt doch meistens darauf an wer etwas macht.
ist das gerade kein Blödsinn. Es zeigt nur, dass es schwierig ist, für das Vorhandensein von Belästigungen - die naturgemäß stark vom Empfinden der Betroffenen abhängen - objektive Kriterien zu entwickeln. Das bedeutet aber nicht, dass man daraus keine Regeln ableiten könnte, die Regel ist nämlich einfach: im Zweifel die Bemerkung unterlassen. So können Sie nichts falsch machen. und sich als Mann außerdem damit abzufinden, dass manche andere mit mehr durchkommen als man selbst. Früher nannte man das Charme.

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odapiel 17.04.2019, 12:23
237.

Zitat von auchgut
Aber ganz im ernst: Wo sind Sinnlichkeit, das Spiel, wo die Spannung zwischen den Geschlechtern? Das alles liest sich wie ein Geschlechtervertrag. Regeln die es für ein gemeinsames Zusammenleben unterschriftsreif abgefasst wurden und so zum Notar wandern können. Charme, Witz, Doppelsinn, Humor - wo? Wenn der deutsche (und im übrigen auch der US - Amerikanische) Mann sich wundert, warum als Lover gerne unsere südlicheren Geschlechtsgenossen gewählt werden: Hier findet sich ein Teil der Antworten. Wer sich an alle diese Regeln hält ist ein "Netter". Nur eben kein Mann, der eine Frau sobald nicht ihr Kopf sondern ihr Begehren spricht (meine Bottom Line nach einem halben Jahr mit einer weiblichen "Sex-and-the-City"-Guck Gruppe).
Sie verwechseln Birnen mit Äpfeln.

Wenn ich als Frau mich für jemanden bereits interessiere, zeige ich ihm schon, daß er Sinnlichkeit und Spannung in unsere Beziehung bringen kann. Und nur dann, absolut nur dann, ist das auch willkommen.

Beim Straßenbahnschaffner, dem Bürochef, dem Verkäufer im Baumarkt, dem Mitwartenden an der Haltestelle oder dem Tankwart will ich das nicht sehen, und sollte er sich mir derart schmierig aufdrängen, bekommt er schnell ein Problem.

Und nur so als kleiner Hinweis:

Was Frauen ggfs. als Fantasie witzig oder erotisch finden (Sex and the City), kann sie - wenns tatsächlich passiert - schnell auf die Palme bringen (im unguten Sinne), oder sie finden es widerlich und sexistisch, oder es macht ihnen sogar Angst, weil sie sich jemand gegenüber sehen, der ungefragt und unaufgefordert sexuell übergriffig wird.

Als passenden Vergleich in Bezug auf Männer; schon Nancy Friday stellte fest, daß sehr viele Männer sexuelle Vergewaltigungsfantasien haben. Und zwar SELBST vergewaltigt zu werden. Eine ebenfalls nicht unerhebliche Anzahl an unzweifelhaft heterosexuellen Männern masturbiert zu homoerotischen Fantasien mit anderen Männern. Und nun stellen Sie sich doch mal vor, ein homosexueller Muskelmann beschließt, Sie sich ihren Fantasien entsprechend in der Realität anzumachen.

Ungut?

Ach nee.

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solitaryway 17.04.2019, 12:26
238. Meine Haltung zu ein paar Punkten:

Zu 3. Mir kommt spontan das Bild einer verstorbenen Mathematikerin in den Sinn.
Zu 4. Ich lehne es ab, Feminist zu werden.
Zu 5. Mit Vorbildern hatte ich es generell nie so. Ich brauche auch jetzt keins.
Zu 6. Ausreden lassen gehört zum guten Ton.
Zu 7. Nein, mache ich nicht. Sie transportieren damit das Bild einer vermeintlich schwachen Frau, die sich nicht selbst verteidigen kann und öffnen damit der Bevormundung eine Tür. Da halte ich mich lieber an mein eigenes Prinzip der Nichteinmischung.

Zu 8. Es gibt nichts mehr, was mich noch schocken könnte. Von daher zweifel ich deren Erfahrungen auch nicht generell an.

Zu 9. Das mache ich generell nicht. Selbsthilfe ist die beste Hilfe. Ansonsten hilft die konkrete Frage nach Hilfe weiter.

Zu 10/11. Für mich ist das auch ein Schwachsinnssatz. Menschen, die solch ein Satz verwenden, würde ich wortlos stehen lassen.

Zu 12. Mache ich auch generell nicht, egal wo.

Zu 13. Bei direkter Nachfrage sage ich dazu was, ansonsten natürlich nicht.

Zu 14. Mache ich auch nicht. Nennen sie mich paranoid, aber nachts steigert Distanz halten mein Überleben. Ich stehe nicht auf Schläge oder Messer im Körper. Ausserdem konnte ich damit schon mancher brenzligen Situation ausweichen. Die Statistik spricht für mich, dass ich mir auch Gedanken um meine Sicherheit machen muss.

Zu 17. Getrennte Haushalte sind mein Ideal.

Zu 19/20: Die Aufforderung zum Lächeln kann bei mir nahezu ausschliesslich von Frauen. Machen Sie das auch? Fühlen Sie sich damit bescheuert? Mich nervt es.

Zu 24. Ich bin kein Mediziner/Psychiater und habe es auch nicht vor, zu werden.

Zu 25. Lieber nicht. Es gibt viele andere Menschen, die dafür geeignet und verträglich sind.

Zu 26. In Bezug auf geschlechtsspezifische Witze bin ich recht humorlos.

Zu 28. Die Polizei rufen oder Unterstützung zum Einschreiten suchen wäre für mich naheliegender. Ob man mir die Bezeichnung Held oder Feigling aufdrückt, ist für mich irrelevant.

Zu 30. Für mich ist das schon selbstverständlich.

Zu 36. Das liegt gar nicht so sehr in meiner Hand. Aus der einstigen Unfreiwilligkeit in Bezug auf Beziehungslosigkeit ist für mic die Gewissheit gereift, dass Alleinsein für mich der beste Weg zum Seelenfrieden ist.

Zu 39. Der Glaube, mehr Anerkennung zu verdienen, ist für mich der Pfad zur höheren Abhängigkeit von Anderen.

Zu 40. So in Bezug auf Selbstkontrolle der eigenen Emotionen z.B. lehne ich diese Richtlinien der APA ab. Was dort als krankhaft abgestempelt wird, ist für mich eins der Ideale für ein besseres, friedvolleres Leben.

Mit den Mitmenschen komme ich bisher gut klar, ohne zum Feministen werden zu müssen.

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odapiel 17.04.2019, 12:30
239.

Zitat von Bondurant
das halte ich für ziemliches Wunschdenken. In der Praxis verhält es sich eher so, dass so gutverdienende Frauen Männer wollen, die mindestens genauso viel verdienen wie sie. Das ist nicht nur eine Frage des Geldes an sich, sondern auch einer der sozialen Stellung. Jeder weiß, die Kombination Ärztin/Krankenpfleger bleibt selten.
Nope. In meinem Bekanntenkreis hats jede Menge davon. Die meisten dieser Männer wurden nach dem ersten Kind Hausmann, verwirklichten sich künstlerisch, und leben bis heute sehr entspannt. Ist auch im Ausland nicht mehr selten. Oder es wird einfach in einen Topf gewirtschaftet und nirgendwo aufgerechnet.

Kommt natürlich ganz auf die Kreise an, in denen Sie sich bewegen. Eventuell wäre der Wechsel des sozialen Umfeldes hilfreich? Mein Tip, schauen Sie sich doch mal bei Künstlern, Architekten, Musikern und Schauspielern um.

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