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Lebensratgeber: Wie kann ich als Mann Feminist sein?
Ethan Miller/ Getty Images

Reicht es, mit der Tochter ab und an Fußball zu spielen? Viele Männer fragen sich, wie sie feministisch handeln können. Hier kommen Tipps für ein gleichberechtigtes Leben - und für ein gesünderes.

Seite 27 von 30
odapiel 17.04.2019, 13:15
260.

Zitat von Bondurant
gut, von den Typen kenne ich auch ein oder zwei. Da muss ich Ihnen dann einen Punkt geben. Allerdings spielt sich das in der Regel so ab, dass die ziemlich wohlhabende Frau für ihren Künstlergatten komplett sorgt, damit er sich möglichst umfassend seinem Schaffen widmen kann, und die eigentliche (Haus-)Arbeit von Kindermädchen und Putzfrauen entgeltlich erledigt wird. Diese Männer haben es sich allerdings beneidenswert gerichtet, Hut ab. Den zu mutmaßenden Normalfall , dass etwa die Direktorin eines Gymnasiums ihren Gatten, der vorher als Angestellter dem Installateurhandwerk nachging, nach der Geburt des ersten Kindes zum Hausmann macht, habe ich noch nie erlebt.
So eine riesige Schere im Kopf.... hier ein paar Gegenmodelle:

Oberstudienrätin und Versicherungskaufmann
Verkäuferin und Architekt
Reitlehrerin und Polizist
Hebamme und Kaufmann
Architektin und Dachdecker
Bibliothekarin und Ressortchef (eines der größten dt. Magazine)
Medienberaterin und Fotograf
Tierärztin und Beamter im gehobenen Zolldienst
Autorin und Fahrlehrer
Lektorin und Berufssoldat
Bäckermeisterin und Fleischer

Das sind alles keine Luxusmodelle und Luxusbeziehungen. Sie haben da also wohl irgendwie Pech gehabt. Könnte natürlich aber auch an der negativen Grundeinstellung liegen.

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passionsblume 17.04.2019, 13:16
261. Wie kann ich als Mann Feminist sein?

Wer ist ich? Eigentlich doch die Autorin, Frau Stokowski. Also ist Frau Stokowski ein Mann? Und was ist Feminismus? Alles Mögliche, Glibberzeug, das von manchen Feministinnen favorisiert wird, von anderen dagegen vehement abgelehnt wird. Dummerweise ist Feminismus keine klar definitorisch abgegrenzte Angelegenheit, sondern oft genug nur reiner Wischiwaschi. Im Übrigen wieder mal typisch für Frau Stokowski: bewegen sollen sich die anderen, die Männer, während Feministinnen nur zuschauen, bewerten, mäkeln und meckern.

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mucschwabe 17.04.2019, 13:24
262. @nilsczert Nr. 249

Also so von Mann zu Mann: Machen nicht auch sehr viele Männer diese von Ihnen beschriebene Rosinenpickerei? In meine Augen sogar noch mehr. Zum Beispiel bei den Kindern. Nach dem Motto: Fußballspielen schon, aber wenn es krank ist, dann zur Mutter? Und beim sexuellen Rosinenpicken toppen die Männer die Frauen wahrscheinlich deutlich, oder?

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MatthiasPetersbach 17.04.2019, 13:30
263.

Zitat von jan07
Die meisten Punkte von Frau Stokowski haben mit gutem und respektvollem Benehmen zu tun. Wenn es daran mangelt, hat das in den seltensten Fällen mit dem Geschlecht zu tun. Aber niemals käme ich wie die Autorin auf den Gedanken, mich mit einem Buch, einem Film oder einem Musikstück zu beschäftigen, weil es von einer Frau (oder einem Mann) stammt - sondern weil es mich schlicht und einfach interessiert bzw. mir gefällt. Ich bin männlich, käme aber nie auf die Idee, mein Geschlecht derart einseitig zu überhöhen, wie es die Autorin tut.
Stimmt. Buch/Film/Beitrag ist entweder gut oder schlecht. Für meinen Geschmack.
Egal, ob dahinter Mann/Frau/whatever steckt.

Aber vielleicht sollte Frau Stokowski eben auch mal Bücher von Frauen lesen. Die RICHTIGEN nämlich. Die nicht alles ziemlich einfältig auf Geschlechterkampf, sondern auf Lebensumstände, Unterdrückung durch Position usw. runterbrechen.

Z.B. Victoria Therame: Die Taxifahrerin. So als Vorschlag.

Die Ungerechtigkeit, daß der Mensch (egal welchen Geschlechts) , der das Dach deckt, einen Bruchteil von dem verdient, was "selbst untere Karrieremenschen" so einsacken, dafür aber mehr leistet und das unter durchaus widrigeren und gesundheitsschädigenden Voraussetzungen UND eben auch abhängigkeitsentsprechenden Druck empfängt - DAS ist doch das Problem.

Das hat doch mit Geschlecht überhaupt nix zu tun. Im Gegenteil - die alberne Erklärung des Geschlechts als Ursache für die Ungerechtigkeiten der Welt verstellt doch den Blick auf die die eigentlichen Ursachen.

Und die werden nicht anders und auch nicht besser und sind auch nicht weg, nur weil eine Frau Geschäftsführerin/Chefin/Kanzlerin/Vorgesetzte/wirtschaftlich erfolgreich ist.

Wer da immer nur die Feministenkarte zieht oder "will auch" ruft, stabilisiert diese Ungerechtigkeiten eher als daß sie/er diese bekämpft.

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Fossibaerin 17.04.2019, 13:31
264. Ich bin sehr dafür

Zitat von nilsczert
1. Habe ich das richtig verstanden? Männer dürfen sich also nur zu feministischen Themen äußern, wenn sie in jeder Frage dafür sind? Wenn sie stattdessen z. B. ein Mitspracherecht über Leben oder Tod ihres ungeborenen Kindes fordern, haben sie also die Klappe zu halten? 2. Wenn ich ab sofort (nur) die Hälfte im Haushalt machen würde, hätten wir nichts Warmes zu essen und würden im Dreck ersticken! So ist es mir mit allen meinen Partnerinnen ergangen. Feminismus bedeutet für viele 'moderne' Frauen nämlich auch, sich zu fein für 'niedere' Arbeiten zu sein (die von ihren Müttern erledigt wurden). Haben sie stattdessen das Geld rangeschafft? Mitnichten. Aber im Ausgeben waren sie wieder ganz vorne mit dabei. Nicht falsch verstehen: Ich freue mich brennend darauf, alle Geschlechter von starren Rollen zu befreien und wirklich gleichberechtigt miteinander umzugehen. Ich habe nur etwas gegen Rosinenpickerei - also neue Rechte einzufordern, ohne alte Privilegien aufzugeben. Ach noch was: War Geschlecht nicht neulich nur ein soziales Konstrukt...?
dass Männer ein Mitspracherecht über Leben oder Tod ihres ungeborenen Kindes haben - vorausgesetzt, sie kümmern sich nach der Geburt auch um eben dieses Kind. Dann kann die Frau das Kind bekommen, gibt es danach bei Ihnen ab, und ward fürderhin nicht mehr gesehen. Wenn Sie Glück haben, schickt sie Ihnen jeden Monat einen Scheck. Sie wären dann in der gleichen Situation, in der so viele alleinerziehende Mütter sind. Die im Leben - hier spricht die praktische Lebenserfahrung ausnahmsweise mal die gleiche Sprache wie alle Statistiken - ökonomisch und in Sachen Unabhängigkeit und Selbstbestimmung mehr Chancen gehabt hätten, wenn sie die Kinder nicht bekommen hätten.

Ich finde es auch lobenswert, dass Sie so viel im Haushalt tun. Ich wage es trotzdem, Ihnen mal zu empfehlen, was uns Frauen immer empfohlen wird, wenn wir mit unseren Männern nicht so ganz glücklich sind: "Sie haben doch gewusst, dass Sie in Sachen Haushalt viel penibler sind als Ihr Partner. Hätten Sie sich mal einen Partner gesucht, der Ihren Vorstellungen besser entspricht. Man kann ja schließlich von einem erwachsenen Menschen nicht verlangen, dass er sein ganzes Leben und Verhalten umkrempelt, nur weil Sie das gerne hätten." (Zitat Ende).

Gegen Rosinenpickerei habe ich nämlich auch was.

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GyrosPita 17.04.2019, 13:35
265.

Ich habe den Artikel jetzt innerhalb einer Minute überflogen (das ist gerade noch an Lebenszeitinvestition vertretbar für die Ergüsse dieser Autorin), aber Punkt 7 ist mir ins Auge gesprungen. "Unterbrechen Sie Männer die Frauen unterbrechen". Ich hatte bis vor kurzem eine Vorgesetzte die, wenn man mit ihr in einem Meeting mit einem in der Hierarchie höhergestellten Leitenden war (sie ist Abteilungsleiterin) JEDEM ihrer Untergebenen ins Wort fiel. Man konnte wirklich keinen Satz aussprechen ohne das diese *Selbstzensur* einen unterbrochen hat. Das fiel auch vielen Vorgesetzten, bis hin zum Vorstand, negativ auf und führte auch zu entsprechenden Reaktionen ("Ruhe jetzt, ich will hören was Dein Mitarbeiter zu sagen hat!").

Waren das jetzt alles Anti-Feministen? Oder existieren solche Szenarien überhaupt in Fr. Stokowskis Welt?

Ach, was frag ich, kommt ja doch keine gescheite Antwort...

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theanalyzer 17.04.2019, 13:36
266.

Als Mann müsste ich eher Maskulinist sein. Aber das ganze Gender-Blabla ist mir wurscht, und da bin ich eben einfach Mensch.

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odapiel 17.04.2019, 13:37
267.

Zitat von taglöhner
Da Ihnen dazu offrenbar mangels Durchdringung einfach nur erbärmlich persönlich Herabsetzendes und Denunzierendes einfällt, möchte ich Ihre Peristaltik nicht aufhalten. Sie wirken mit Ihrem Anfall allerdings gewissen Klischees nicht gerade entgegen.
Dann lassen Sie es mich anders formulieren.

Da Sie meinen, sich an den Gegebenheiten festzuhalten zu müssen, die dem Australopithecus bzw. Homo Habilis so gut zu Gesicht und Spezies standen, gehe ich davon aus, daß Sie keinerlei Maschinen, keine technischen Erzeugnisse und natürlich auch weder Kleider, noch mehr als einfache Laubhütten zu benutzen bereit sind. Das Essen für Ihre nackte, gut behaarte Familie erjagen Sie natürlich selbst, während Ihr Weibchen Beeren sammelt und das Feuer hütet, und viele kleine Tagelöhners produziert, eins ums andere.

Denn alles andere wäre bei Ihren bisherigen Äußerungen zum Thema ausgemachte Scheinheiligkeit. Oder nochmals anders gesagt, an Ihnen scheint vorüber gegangen zu sein, daß sich Homo Sapiens schon sehr weit über diesen Status Quo hinaus entwickelt hat.

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christoph.lunder 17.04.2019, 13:40
268. Schon wieder...

... so ein Männer belehrender Murks von Frau Stokowski.

1.
--> Na ja, da die meisten Quellen vermutlich von Frauen stammen, wird es wohl doch darauf hinauslaufen.
Und da die meisten die sich Feministen nennen unterschiedliche Meinungen vertreten (denn überraschender Weise sind es alles Menschen, da kommt sowas vor), kann man sich hier je nach Fall auch nicht viel von versprechen, wie man ja an diesem Artikel sieht.

14.
--> Wirklich NICHT. Machen Sie anderen Menschen (aufgrund ihres Geschlechts!) keine absurden Suggestionen, sondern arbeiten Sie an ihrem Selbstwert und Sicherheitsgefühl.
Ich habe mich vorsichtshalber abgesichert und die Sexismusprobe gemacht:

"(Liebe Frauen) Laufen Sie nachts nicht dicht hinter fremden Männern her, auch wenn Sie den gleichen Weg haben. Gehen Sie langsamer oder auf der anderen Straßenseite. Wirklich."
Ja ist eindeutig merkwürdig.

15.
--> Schon wieder so eine Absurdität der von vielen Feministen kommt. Angefeuert von einer (vermeintlich absichtlich) falsch ausgelegten Gehaltsvergleichsstatistik, die zu der (falschen) Aussage eines Paygaps kommt.
Ja, bezahlen sie jedem für diegleiche Arbeit das gleiche Geld. Aber in Berufen wo Gehälter ausgehandelt werden oder sich marginale Abweichungen ergeben aufgrund der Tätigkeitsfelder oder Erfahrungen, wird es wohl immer auch einige Unterschiede geben. Das nennt sich freie Wirtschaft und bietet Anreize für Arbeitnehmer auch mal den Arbeitgeber zu wechseln oder sich andersweitig fortzuentwickeln.
Das schönste ist aber diese immer wieder übertriebene Message "MINDESTENS". Frauen können das MINDESTENS so gut (also eigentlich tendentiell besser) und sollten MINDESTENS so viel bekommen (also eigentlich mehr?)... klar.

16.
--> Oh schon wieder das "MINDESTENS". Also doch eigentlich etwas mehr?

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christoph.lunder 17.04.2019, 13:41
269. Fortsetzung

29.
--> Feministen braucht man das nicht erklären, denn die stehen ja nicht per se für Gleichberechtigung, sondern für Frauenrechte. Hier geht es oft nicht mehr um gleiche Rechte und Pflichten und Chancen, sondern um gezielte Frauenförderung, unabhängig von Verhältnismäßigkeiten, sofern diese nicht zu Ungunsten der Frauen ausfallen. Menschen die tatsächlich an gleichen Rechten, Pflichten, Chancen interessiert sind, schadet es allerdings nicht, zu erklären, dass sie beim Feminismus leider an der falschen Adresse gelandet sind.

39.
--> Keine Sorge, erwarte ich nicht. Ich erwarte dieselben Vorurteile, die einem immer entgegenwehen, wenn man sich als Mann eine Meinung bildet, die einem Feministen in seiner Weltanschauung nicht gefällt.

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