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Lebensratgeber: Wie kann ich als Mann Feminist sein?
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Reicht es, mit der Tochter ab und an Fußball zu spielen? Viele Männer fragen sich, wie sie feministisch handeln können. Hier kommen Tipps für ein gleichberechtigtes Leben - und für ein gesünderes.

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christoph.lunder 17.04.2019, 13:42
270. Fortsetzung 2

Es gibt unter Feministinnen zum Teil die Haltung: "no uterus, no opinion". Das heißt, wer keine Gebärmutter hat, soll keine Meinung zu Abtreibung äußern. Ich sehe das nicht so. Wenn Sie mich fragen, haben alle Menschen das Recht und die Möglichkeit, sich für körperliche Selbstbestimmung einzusetzen, sich mit bestehenden Kämpfen zu solidarisieren oder eigene zu beginnen. Mit Uterus oder ohne. Das Einzige, was nicht geht und niemand sich bieten lassen muss, ist, wenn Menschen (egal welchen Geschlechts) Schwangeren oder potentiell Schwangeren darüber Vorschriften machen wollen, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben. "

Schön, wie Sie das Ganze ad absurdum führen.
Die Kernaussage hier ist: Prinzipiell darf sich jeder seine Meinung bilden und für diese auch einstehen. Aber nur, wenn die Meinung mit meiner Meinung (ich gehe davon aus, das ist Ihre Meinung, dass man niemandem Vorschriften machen darf?) harmoniert, sonst darf man das nicht.

Das Problem, was die meisten Feministen nicht begreifen ist, dass man den Menschen als Individuum betrachten muss und nicht als Geschlecht. Entscheidungen sollten nicht davon abhängen ob jemand Mann, Frau oder sonst etwas ist, sondern von dem Individuum selbst. Eine weitere Aufteilung (Diskriminierung) schadet da nur. Aber genau das ist es was zwanghaft versucht wird. Sowohl durch Sprache, als auch durch Quoten und andere Regelungen.

Zum Thema Abtreibung:
Natürlich sollte jemand der schwanger ist darüber entscheiden dürfen, ob er das Kind behalten möchte oder nicht. V.a. Informationen hierzu sollten ohne Probleme zugänglich sein und was mit der Ärztin passiert ist, die angeblich gegen ein "Werbeverbot" verstoßen hat, finde ich absurd!
Eine interessante Frage - oh nein, jetzt wollen Männer wieder Rechte haben! - die sich in diesem Zusammenhang aber stellt ist, welche Rechte haben die Väter der potentiellen Kinder? Dürfen sie über Geburt oder Nicht-Geburt mitentscheiden? Oder nur die Konsequenzen mit tragen?
In Deutschland ist der Vater bei Geburt des Kindes immer noch in einer schlechten Situation, sofern nicht verheiratet, da nicht automatisch davon ausgegangen werden kann, dass es tatsächlich der Vater ist. Lächerlich zu Zeiten des Vaterschaftstestes.
Aber die einzige Entscheidung die ein Mann beim Kinderkriegen tragen darf, ist im Zweifelsfall ob er Sex haben möchte mit einer Frau oder nicht. Danach gehören alle Entscheidungen der Frau. Ob man nun Nachwuchs zeugen wollte oder nicht.
Aber das ist zugegebener Maßen ein extrem schwieriges Thema und auch ich muss gestehen, im Zweifelsfall hat hier die Frau das Vorrecht. Wobei ohne einvernehmlichen Kinderwunsch von beiden Partnern ein VETO zur Abtreibung führen könnte, das wöre auch eine interessante Variante, die sich mit den aktuell jedoch noch durchaus bestehenden Risiken einer solchen ethisch NICHT vereinbaren lässt.


25.
--> Lächerlich. Und das kommt von jemanden der bei vermutlich mehr Entbindungen dabei war (und Kaiserschnitten) als der Autor dieses Artikels.

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MatthiasPetersbach 17.04.2019, 13:42
271.

Zitat von vertitude
Allein dafür, dass Frau Stokowski so viel Diskussionsbeiträge anregt, gebührt ihr Anerkennung. In vielen Leserkommentaren lässt sich jedoch erkennen, dass den Verfassern jeglicher Humor abgeht. Sie fühlen sich persönlich tief getroffen? Denken Sie mal drüber nach, wieso das so ist.
Nein, ich fühle mich - wie die meisten wohl hier - nicht getroffen. In Wahrheit ist vieles, was da aufgeführt wird, ja totaler Alltag und völlig normales Verhalten. Und der Rest ist Blödsinn.

Überhaupt ist dieses Bild, was da von Männern gezeichnet wird, ziemlich irreal und konstruiert. "Ne Frau daten, die mehr verdient"? Erstens "datet" man bei uns nicht und zweitens sind Partnerfindungen wohl in den allermeisten Fällemn eher unabhängig vom Kontostand und Einkommen. Zumindest sieht man das nicht (und nein, MÄNNER erkennen den Unterschied zwischen echter und falscher Gucci-Tasche nicht) :)

Es würde helfen, wenn sich Frau weniger von gesammelten Kuriositäten, sondern mehr von den Realitäten DIESER Zeit und in unserem Land leiten ließe. Da gibts diese Misstände nämlich nicht oder nur im Ausnahmefall.

Aber zum Unwohlsein nachts - es ist EGAL, ob man Angst davor hat, vergewaltigt (und ermordet) zu werden oder (als Mann) Angst davor, "nur" ermordet zu werden. Todesangst ist Todesangst.
Genau DAS sind die Spitzfindigkeiten, die einen an den Kopf langen lassen.

Und wie immer: rege Beteiligung hat nichts damit zu tun, ob man sich getroffen fühlt - sondern eher damit, ob die These steil und absurd ist. Das ist hier beides der Fall.

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christoph.lunder 17.04.2019, 13:42
272. Fortsetzung 3

40.
--> Weil Feministen grundsätzlich Recht haben. Deshalb kann man sich pauschal bei denen bedanken, unabhängig davon welche Position man selbst vertritt. Klaro.
Toxische Männlichkeit ist dumm. Wird m.M.n. aktuell aber als Schlagwort benutzt, selbst wenn es sich nicht um solche handelt.
--> Dieser Artikel wird von den Leuten, die sowieso solche Meinungen toll finden verehrt werden "wow danke für diesen Artikel! Welch Offenbarung" und die Menschen, die gegen solche Meinungen sind, v.a. Menschen (nicht Männer) mit alten Geschlechterrollenpräferenzen und von toxischer Männlichkeit überschäumenden Menschen (nicht Männern ;-) ) wird er am A... vorbeigehen bzw. genau die erwartete (und nicht gänzlich ungerechtfertigte!) Abwehrhaltung auslösen.

P.S.
Wie schön, dass die Kommentarsektion sich auf relativ kurze Kommentare begrenzt, das erlaubt ausführliche Auseinandersetzungen mit dem Thema...

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nobody_incognito 17.04.2019, 13:43
273.

Zitat von Maria--Galeria
Weder oben herum frei noch unten herum frei, definitiv alles eine Illusion. Allerdings läuft alles auf die Macht Frage hinaus, der die Macht hat schafft an, also geht es darum von der Macht abzulassen und kooperative zu handeln, dazu gehören natürlich all ihre aufgezählten Punkte. Das was für viele Frauen selbstverständlich ist, sozial zu denken, müssen Männer eben lernen. Solange sich die Menschen gegenseitig als Objekt betrachten und Frau in den Augen eines Mannes sozusagen den Status eines Sahnetörtchens hat wird's nichts.
Das ist auch immer die Frage nach dem/der der/die die Hosen an hat. ;-)
M.E. ist es offensichtlich, dass wir keine Herrschaft der Philosophen haben, sondern eine der Primaten-Psycholog*innen. Insofern hat Freiheit mit diesbezüglichem Durchblick bzw. Bewusstsein zu tun. Ein Mensch ist ein Mensch wenn er über ein entsprechendes (Selbst-)Bewusstsein verfügt und das ist dann auch *frei* von wie auch immer basierter Manipulierbarkeit und Illusion.

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Osservatore 17.04.2019, 13:45
274. Da fällt mir spontan

Annabell, ach Annabell, Du bist so herrlich unkoventionell....ein...

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spon-facebook-10000074008 17.04.2019, 13:50
275. Danke

Selten habe ich über solch einen Unfug gelacht!

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Gleichstrom 17.04.2019, 13:51
276.

Zitat von MatthiasPetersbach
Stimmt. Buch/Film/Beitrag ist entweder gut oder schlecht. Für meinen Geschmack. Egal, ob dahinter Mann/Frau/whatever steckt. Aber vielleicht sollte Frau Stokowski eben auch mal Bücher von Frauen lesen. Die RICHTIGEN nämlich. Die nicht alles ziemlich einfältig auf Geschlechterkampf, sondern auf Lebensumstände, Unterdrückung durch Position usw. runterbrechen. Z.B. Victoria Therame: Die Taxifahrerin. So als Vorschlag. Die Ungerechtigkeit, daß der Mensch (egal welchen Geschlechts) , der das Dach deckt, einen Bruchteil von dem verdient, was "selbst untere Karrieremenschen" so einsacken, dafür aber mehr leistet und das unter durchaus widrigeren und gesundheitsschädigenden Voraussetzungen UND eben auch abhängigkeitsentsprechenden Druck empfängt - DAS ist doch das Problem. Das hat doch mit Geschlecht überhaupt nix zu tun. Im Gegenteil - die alberne Erklärung des Geschlechts als Ursache für die Ungerechtigkeiten der Welt verstellt doch den Blick auf die die eigentlichen Ursachen. Und die werden nicht anders und auch nicht besser und sind auch nicht weg, nur weil eine Frau Geschäftsführerin/Chefin/Kanzlerin/Vorgesetzte/wirtschaftlich erfolgreich ist. Wer da immer nur die Feministenkarte zieht oder "will auch" ruft, stabilisiert diese Ungerechtigkeiten eher als daß sie/er diese bekämpft.
In feministischer Wahrnehmung ist das so:

Frauen sind öfter in den unteren Karrierestufen - ich weiß, doofe Formulierung, aber sie paßt halbwegs - angestellt.

Dadurch - nicht durch eine angebliche geschlechtsbedingte Benachteiligung - verdienen sie weniger Geld.

Da aber alles Geschlechterkampf ist, sind abhängige Beschäftigungsverhältnisse einzig zum Zweck der Frauenunterdrückung erfunden worden, und überhaupt alle sinnlosen und sinnvollen Hierarchien und Lohnunterschiede - wenn die sinnvoll oder gerechtfertigt sind, ist das ein Nebenprodukt der Frauenunterdrückung.

Feministin ist heute einfach eine Art publizistischer Beruf, in dem einem nie das Thema ausgeht, nie dazuzulernen notwendig wird und man im Prinzip mit kleinen Anpassungen dieselben Aussagen wiederholt bis zur Rente.

Wie halt jede gruppenbezogene Ideologie kann sie sinnvoll sein, um derbe Mißstände abzustellen, ein positives Entwicklungsangebot jedoch besteht darin nicht.

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Der Hinterfragende 17.04.2019, 14:01
277. Sie haben es selber gesagt...

Sehr geehrte Frau Stokowski, selbstverständlich läuft noch vieles schief, das kann man nicht leugnen, jedoch finde ich, dass ihr Artikel nicht nur "richtige" Vorgehensweisen nennt. Denn es wird trotz allem gefordert Frauen anders zu behandeln, auch wenn es Gebiete gibt wo dies nur angemessen ist, gibt es eben auch solche, in welchen es dann keine GLEICHberechtigung mehr wäre. Zum Beispiel Punkt 15 und 16. Nicht mindestens genau so viel, sondern genau so viel!(Bei Punkt 15 für die gleiche Arbeit versteht sich). Oder Punkt 6/7. Ich unterbreche Leute wenn ich es für nötig halte, egal ob Frau oder Mann, genauso werde auch ich von Frauen und Männern unterbrochen, wo ist da das Problem? Klar es gibt auch Menschen bei denen das anders ist, aber eigentlich sollte Niemand andere unterbrechen, schon aus Höflichkeit nicht. Zu Punkt 2, Ich habe auch nicht vor extra anzufangen Werke von Frauen zu lesen, schauen oder hören. Ist es nicht sinnvoller einfach das zu schauen etc. was einem gefällt, egal ob es von einer Frau oder einem Mann stammt? Punkt 13, Meinung, nicht Urteil, pauschalisierung nicht möglich. Punkt 19, auch ich werde aufgefordert zu lächeln, warum sollte ich das nicht gegenüber denen, die mich aufforden dürfen? Klar einfach so kann es durchaus unangemessen sein. Punkt 25 Achso einfach mal in der Freizeit einen Ausbildungsberuf lernen und dann ausführen? Für Beschäftigte nicht so einfach, für Suchende bestimmt ein erfüllender Beruf, wird ja gesucht. Punkt 26 IRONIE! Schonmal gehört? Natürlich nur wenn es tatsächlich welche ist. Davon ist aber FAST auszugehen wenn es von den Kolleginnen kommt. Punkt 29 Eigentlich nicht, gegenüber von extremen/radikalen Feministinnen (solche z.B., welche alle Männer als Feinde ansehen) schon, einfach um sie daran zu erinnern, was das ursprüngliche Ziel der Bewegung ist: GLEICHberechtigung. Punkt 34 Es gibt Menschen die sind hysterisch, diese kann man hysterisch nennen, egal ob Mann oder Frau. Punkt 36 Als ob (ok meine Vortellung mag etwas naiv sein) irgendjemand erstmal nach dem Gehalt fragt, wenn es um Dates geht. Sollte es nicht um den Charakter und die Liebe anstelle des Geldes gehen? Gut wenn jemand im nachhinein für sich entscheidet, dass das deshalb nicht geht dann ist das einfach nur dämlich und traurig. Punkt 37 Warum nicht mit weiblicher Begleitung hingehen? Und Leute zu so etwas aufzufordern ist wie sie dazu aufzufordern für das Klima auf etwas zu verzichten. Sinnvoll wird aber kaum umgesetzt fürchte ich... Punkt 40 Lassen sie diese doch, ihr Problem! Auch wenn sie erstmal ein Problemfür andere sind, was natürlich nicht ok ist. Schwierige Sache. Ich hoffe sie lesen mein kleines Kommentar Frau Stokowski und denken auch über ihre Haltung nach. Ich hinterfrage mich auch recht oft, das sollten viele öfters machen. Falls ich Sie in einem Punkt den ich kritisiert habe falsch verstanden haben tut es mir aufrichtig Leid.(Gekürzter Text deshalb kaum Absätze) Ansonsten nehmen Sie die Kritik und machen Sie damit was Sie wollen, ich erwarte nicht, dass Sie sie ernsthaft überdenken, auch wenn es schön wäre. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag und schonmal Frohe Ostern! Der Hinterfragende(18 Jahre, junger Mann)

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nobody_incognito 17.04.2019, 14:02
278.

Zitat von passionsblume
Im Übrigen wieder mal typisch für Frau Stokowski: bewegen sollen sich die anderen, die Männer, während Feministinnen nur zuschauen, bewerten, mäkeln und meckern.
Zu warten, dass andere sich bewegen ist allemal Zeitverschwendung. Und wenn Bewegung nur meint "wie komm ich bei Frauen gut an", dann wird das Ziel wohl auch verfehlt, denn eigentlich haben Männer ja nie etwas anderes getan, als Frauen irgendwie imponieren zu wollen.
Bewegung ist aber in dieser (w)irren, konstruierten Wirklichkeit unausweichlich, sofern man über einen Verstand verfügt, der sich nach Sinn und Klarheit sehnt. ;-)

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Bondurant 17.04.2019, 14:04
279. Nein, aber trotzdem eine Verständnisfrage

Zitat von odapiel
So eine riesige Schere im Kopf.... hier ein paar Gegenmodelle: Oberstudienrätin und Versicherungskaufmann Verkäuferin und Architekt Reitlehrerin und Polizist Hebamme und Kaufmann Architektin und Dachdecker Bibliothekarin und Ressortchef (eines der größten dt. Magazine) Medienberaterin und Fotograf Tierärztin und Beamter im gehobenen Zolldienst Autorin und Fahrlehrer Lektorin und Berufssoldat Bäckermeisterin und Fleischer Das sind alles keine Luxusmodelle und Luxusbeziehungen.
die genannten Paare sind also sämtlich Beispiele für eine Beziehung, in der die Frau mehr verdient als der Mann und der Mann deshalb Hausmann geworden ist?

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