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"Lehrer am Limit" bei Beckmann: Oh, wie gut hat's Singapur
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Sind unsere Pädagogen überfordert? Bei Reinhold Beckmann diskutierten Bildungsexperten über die "Panorama"-Reportage "Lehrer am Limit". Sie machten die Defizite im deutschen Schulsystem aus, waren ratlos bei den Lösungen und blickten neidvoll nach Schweden, Finnland und Singapur.

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susuki 23.08.2013, 09:10
20.

Ich denke das es für Kinder erträglich ist in A, B und C eingeteilt zu werden. Bei praktischen Fächer ist ein gemeinsamer Unterricht möglich. Bei anderen würde ich das nicht empfehlen.

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mnbvc 23.08.2013, 09:11
21. Schleicher und die OECD

Beide taugen nicht recht, obwohl sie vorgeben, mit großen Erhebnungen die Realität abzubilden.

Gestern konnte man wieder sehen, dass Schleicher außer Ideologie und Finnlandverweisen wenig zu bieten hat. In FI erledigen Lehrer keinen Verwaltungskram, dafür gibt es Assistenten. Sie haben Klassen von ca 14 Schülern und sind in diesen Klassen zu zweit als Lehrer. Das wünsche ich mir für meine Kinder auch. In D sieht das komplett anders aus und deshalb gibt es hier auch komlett andere Ergebnisse. Wer den Golf immer mit dem Mercedes vergleicht, der soll doch auch die Herstellungskosten vergleichen. Aber das kann/ will Schleicher nicht. Dazu kommt, dass FI einen Ausländeranteil von nicht einmal 2% hat, was sich bei Sprachproblemen der Schüler deutlich auswirken dürfte.

Aber Schleicher bleibt bei seinem Inklusionswunschtraum - gegen die Erfahrung ALLER Praktiker in der Sendung. Die alle nichts gegen Inklusion an sich hatten, aber keinerlei umsetzbares Konzept dazu in ihren Schulen sehen. Denn so wies es jetzt läuft, ist das eine reine Sparmaßnahme zur Abschaffung der Förderschulen. Dazu der gute Hinweis der Förderschullehrerin: niemand kann allen Betreuungsbedarf der Inklusionskinder (geistige Behinderung, Autismus, Verhaltensprobleme, Gehörlose, Sprachprobleme...) allein auffangen. Aber genau das wird verlangt. "Wenn ich mit dem Beinbruch zum Gynäkologen gehe, hat der auch ein Problem." waren ihre Worte. Und da hat sie recht.

Wenn man ein Fördersystem hat, das den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler entspricht, ist das deutlich hilfreicher für die Kinder als in irgendeine Regelklasse geschoben zu werden und dort irgendwie auch da zu sein. Von den dadurch geschaffenen Problemen für die guten Schüler ganz abgesehen.

Die OECD hingegen interessiert das nicht. Sie wirft alles in einen Topf und vergleicht Äpfel mit Birnen. Dazu erkennt sie nicht die eigenen Ergebnisse an. Denn nicht das Wunderland FI gewinnt seit Jahren die Pisa-Vergleiche, sondern reine Pauksysteme wie Südkorea, Japan oder eben jetzt Shanghai. Das wird aber nicht angesprochen. Das ist pfui, das wollen wir nicht. Aber das sind doch die Sieger eurer eigenen "Studien", liebe OECD. Was nun, vergleichen und lernen, oder lieber nicht?!?

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franca_muc 23.08.2013, 09:12
22.

Lehrer ist kein richtiger Beruf?! Allen "normalen" Arbeitnehmern, die sich ständig darüber beschweren, dass Lehrer zuviele Ferien und zuwenig Arbeit haben, die frage ich an dieser Stelle gerne, warum sie sich persönlich denn nicht ebenfalls für ein Lehramtsstudium entschieden haben? Vermutlich deswegen, weil die persönliche Eignung fehlt! Die Annahme, dass jeder Mensch den Beruf des Lehrers ausüben kann, ist leider grundfalsch. Motivation, Begeisterung und ein innerer Antrieb etwas im Schüler verändern zu können gehören entscheidend dazu. Lehrerpersönlichkeiten, die diesen Anspruch an sich selber haben, arbeiten erheblich mehr als 8 Stunden pro Tag! Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Das unreflektierte Schimpfen auf Lehrer von Menschen, die keinerlei Einblick in den Schul-und Arbeitsalltag von Lehrern haben und sich ausschließlich an der "freien Zeit" aufhängen, führt uns hinsichtlich absolut notwendiger, bildungspolitischer Fragestellungen nicht weiter und verfehlt den Kern der Diskussion. Ich persönlich bin sehr froh, dass sich eben solche Menschen nicht für den Beruf des Lehrers entschieden haben-trotz der vielen Ferien.......

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HorstSchulz 23.08.2013, 09:12
23. ich war auch mal in der schule

und deshalb weiß ich doch auch, dass die lehrer sich für ihr gehalt nicht wirklich krummlegen müssen. Zudem haben doch die meisten mit ihren politischen wahlentscheidungen erst die ausrichtung zu kuschel- und inklusionspädagogik ermöglicht. Sollen sie jetzt nicht schreien, wenn's mal etwas schwieriger wird im klassenraum. Und überhaupt, meine kinder gehen lieber in eine privatschule, wofür ich viel geld bezahlen muss, weil die öffentliche schule und ihre bediensteten nichts auf die reihe bekommen.

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micromiller 23.08.2013, 09:13
24. Als mein Jahrgang zur Schule ging war die Klassenstaerke 40 bis 50 Kinder

das war nachdem unsere Vaeter und Grossvaeter uns ein verwuestetes Land hinterlassen hatten. Eltern und Lehrer malten die Klassenzimmer, alle waren motiviert und die Kinder lernten recht gut recht viel und sind weitestgehend fuer den erfolgreichen Aufbau Deutschlands verantwortlich. Die Loesung ist nicht 12 Kinderklassen mit Wehmutsansagen sondern etwas haerter und intelligenter arbeiten mit klaren Zielsetzungen und Anspruch. Die Weichei Verherrlichung ist sicher eine angenheme Existenzgurndlage fuer betoffenheits Offizielle, hilft aber weder den Kindern noch den Lehrern.

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sushi87 23.08.2013, 09:14
25. Bockmist

Lieber GrinderFX,

ich kann nur sagen, wenn sie doch beide Seiten so gut kenne, warum schreiben sie dann hier so einen Bockmist?

1) 19 Stunden hat kaum ein Lehrer, es sei denn er hat seine Stundenzahl reduziert und dann bekommt er auch weniger Geld...
2) Selbst wenn er 19 Stunden hat, so sind das die reinen Unterrichtsstunden. Das bedeutet, dass die Vorbereitungen, die Korrekturen der Arbeiten und sämtliche Konferenzen, Arbeitsgremien und Elterngespräche nicht mit eingerechnet sind. Auch die Zeit des Zeugnis Schreibens und anderer Verwaltungsarbeiten sind hier nicht mit eingerechnet. Also alles in allem steht einer Vollzeitstelle eines Lehrers den Arbeitszeiten eines "normalen" und von ihnen so geschätzten Arbeitnehmers nichts entgegen. Und die Ferienzeiten sind der Ausgleich für die Überstunden, die ein normaler Arbeitnehmer einfach nehmen kann, wann immer er möchte. Z.B. um irgendwann im Jahr einfach mal billig Urlaub zu machen, was ein Lehrer nicht kann, da er immer auf die Hauptferienzeit angewiesen ist.

Ich will nur noch festhalten, dass ich selber kein Lehrer bin, ich es aber mittlerweile statt habe, dass immer und überall auf Lehrer geschimpft wird. Sollen sich doch die Leute selber mal vier oder acht Wochen in ein total überfülltes Klassenzimmer mit 28 Kinder stellen und dort Unterricht halten. Ich kann nur sagen viel Spaß! Ich möchte es nicht machen müssen!

Ach ja und noch zur Information: In den USA gibt es bereits Schulen, an denen die Lehrer Managergehälter bekommen, um sie angemessen zu bezahlen...

Zitat von GrinderFX
Die Lehrer sollen sich mal nicht so anstellen! Das Problem bei den Lehrern ist nämlich, dass sie nahezu alle noch nie in einem richtigen Beruf gearbeitet haben. Denn die, die Quererinsteiger sind, die kennen das. Für die ist der Job Lehrer Erholung. Ich verstehe wirklich nicht, was an einer 19 Stunden Woche mit 200+ freien Tagen im Jahr so schlimm sein soll. Der normale Arbeiter arbeitet 45 - 70 Stunden die Woche, hat außer seinen 24- 30 Tagen Urlaub nicht frei und ist auch nicht ständig krank, da er ja seinen Job verlieren könnte. Dazu natürlich meist noch zu einem geringeren Gehalt als der Lehrer. Ich kenn wirklich beide Seiten und kann nicht verstehen, wie man nals Lehrer rumheulen kann, weil man einen Tag in der Woche mal 8 Stunden arbeiten musste, dabei dann aber den rest der Woche frei hat. Jeder normale Mensch arbeitet 8+ Stunden pro Tag, JEDEN TAG!

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knürken 23.08.2013, 09:14
26. Natürlich tun mir die Lehrer leid

Aber die haben sich diesen Beruf ausgesucht und können ihn ihn genau so an den Nagel hängen, wie andere Berufe auch. Wirklich traurig ist es für die motivierten Kinder, die gern lernen würden. Die müssen täglich in einem System überleben, in dem Asoziale, Dumme und Desinteressierte längst das Niveau der Ausbildung bestimmen. Nicht nur in Wilhelmsburg.

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rennflosse 23.08.2013, 09:16
27. Irrglaube

Zitat von sysop
Sind unsere Pädagogen überfordert? Bei Reinhold Beckmann diskutierten Bildungsexperten über die "Panorama"-Reportage "Lehrer am Limit". Sie machten die Defizite im deutschen Schulsystem aus, waren ratlos bei den Lösungen und blickten neidvoll nach Schweden, Finnland und Singapur.
Das größte Manko bundesdeutscher Bildungspolitik (die es gar nicht gibt) besteht darin, sie dem Föderalismus geopfert zu haben.

Bildung ist Ländersache. Durch dieses überflüssige Klein-Klein werden einheitliche Standards verhindert und die Bildung in die Hände der Bundesländer gegeben, deren Erscheinungsbild dem eines bunten, aber desolaten Flickenteppichs gleicht.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Bildungsstandard und der finanziellen Potenz eines Bundeslandes. Bei chronisch klammen Ländern hakt es auch an den Schulen. Berlin ist da ein besonders herausragend schlechtes Beispiel. Alle mit großem Tamtam vorgestellten Reformen sind nichts anderes als verkappte Sparmaßnahmen. "Rote" Bundesländer tun sich überdies mit einem Reformeifer hervor, der an Menschenversuche gemahnt; oft ztu Lasten der Bildungsempfänger.

Höchste Zeit, mit dem Unsinn aufzuhören und die Bildung an den Bund zu delegieren in der Hoffnung, dass der es besser kann.

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lofeu 23.08.2013, 09:16
28.

Zitat von GrinderFX
Ich verstehe wirklich nicht, was an einer 19 Stunden Woche mit 200+ freien Tagen im Jahr so schlimm sein soll. Der normale Arbeiter arbeitet 45 - 70 Stunden die Woche, hat außer seinen 24- 30 Tagen Urlaub nicht frei und ist auch nicht ständig krank, da er ja seinen Job verlieren könnte. Dazu natürlich meist noch zu einem geringeren Gehalt als der Lehrer.
Letztes Jahr gab es in Deutschland 248 Arbeitstage. Wenn also ein Lehrer 200 Tage frei hat und dann noch die freien Tage hinzukommen, würde das bedeuten, dass ein Lehrer noch 117 freie Tage durch Wochenenden und Feiertage bedingt hat. Die Arbeitstage eines Lehrers betragen demnach noch 48 Tage. Eine interessante Rechnung, die Sie hier aufstellen...
Sie unterliegen hier dem typischen Vorurteil, dass die "faulen Säcke" (O-Ton Gerhard Schröder) vormittags Recht und nachmittags frei haben und dass außer der Unterrichtszeit nichts zu tun ist. Dann kommt man auf diese Unsumme an freien Tagen und die Behauptung, dass ein Lehrer nur 19 Wochenstunden zu arbeiten hätte.

Zitat von GrinderFX
Ich kenn wirklich beide Seiten und kann nicht verstehen, wie man nals Lehrer rumheulen kann, weil man einen Tag in der Woche mal 8 Stunden arbeiten musste, dabei dann aber den rest der Woche frei hat. Jeder normale Mensch arbeitet 8+ Stunden pro Tag, JEDEN TAG!
Wenn Sie wirklich beide Seiten kennen, dann sollten Sie auch wissen, dass es mit 19 Wochenstunden nicht getan ist. Es sei denn, Sie gehören zu der verschwindend geringen Gruppe unter den Lehrern, die außer dem Unterricht nichts tun, die Elternarbeit vernachlässigen, jede Konferenz schwänzen, Unterrichtsvorbereitung als Fremdwort auffassen, statt der Korrektur von Klassenarbeiten lieber würfeln, keine Termine mit dem Jugendamt, Psychologen, Therapeuten, Sozialarbeitern wahrnehmen und keinen Bock darauf haben, sich mit den Kindern, die sie unterrichten zu beschäftigen. Diese Lehrer verweigern natürlich auch, die Reflektion über den gehaltenen Unterricht, sind nicht bereit, Innovationen umzusetzen und würden am liebsten wieder den Rohrstock benutzen, weil den verwöhnten Rackern anders nicht bei zu kommen ist.

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rolltheboat 23.08.2013, 09:18
29.

GrinderFX:
Sie haben nicht den blassesten Schimmer von der Arbeit eines Lehrers!

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