Forum: Kultur
Lindenberg-Musical: Alles unterm Udo-Hut

Deutschland, einig Udo-Land? Das Lindenberg-Musical in Berlin ist ein musikalisch nicht ganz überzeugender Comic zur deutsch-deutschen Geschichte - der aber durchaus Laune machen kann. Um Udo Lindenberg geht es darin weniger, dafür spielt die "Bild"-Zeitung eine verdächtig wichtige Rolle.

Seite 2 von 4
reallythedude 14.01.2011, 12:17
10. Immer noch crazy

... und dann springt er auf die Bühne und zeigt den Jungs wie wild die 70er waren, immer noch crazy nach all den Jahren.

Wer die 70er nicht als Jugendlicher erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, welche Bedeutung Udos Musik hatte.
Man hing mit dem Kassettenrekorder am Radio, um eine der wenigen Rock- oder Popsendungen mitzuschneiden, die man dann die ganze Woche immer wieder hörte.
Und dann kam er, sang deutsche Texte, die durch den ganzen Schlagermüll schwer belastet waren, auf einmal so, dass man hinhörte. Und seine Texte sind großes Kopfkino: Mike war ein Junge und seine Welt war ein Hinterhof in Hamburg Altona ...
Peng! Ein Satz wie ein Dampfhammer, eine ganze Welt tut sich auf. Möge er in Würde altern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Holperik 14.01.2011, 12:37
11.

Zitat von jüttemann
Inzwischen ist er als alternder Rocker mindestens so peinlich wie die Jacob-Sisters.
Jep, kurz vorm Dschungelcamp:-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Der Markt 14.01.2011, 13:13
12. ohne titel

Zitat von rurei
Hab noch nicht gesehen, dass Lindenberg ne Gitarre halten kann ... bezeichnet sich selbst als Rocker ...
Lindenberg ist ein sehr guter Schlagzeuger (gewesen). Bevor er zum Mikrofon griff, hat er mit Doldinger Jazz-Rock gespielt. Ich mag Udo, es ist schön, daß so einer da ist. Er ist sich über all die Jahre treu geblieben und er ist wie er ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasGrinsen 14.01.2011, 13:39
13. Kampagne für automatische Titel im spon-Forum

Jede Medienäußerung von Udo Lindenberg hört sich seit den späten 70ern in etwa so an "nuschel nuschel Panik nuschelnuschel Panikrocker nuschel nuschel voll panikmäßig nuschel *irgendwas völlig belangloses zum Thema um das es eigentlich geht*". Andere Künstler haben sich innerhalb 30 Jahren wenigstens künstlerisch weiterentwickelt oder immerhin festgestellt das die alte Leier inzwischen keiner mehr hören will und den Schnabel gehalten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
omewillem 14.01.2011, 14:04
14. finanziert und vermarktet seine Sucht selbst

Lindenberg ist einer der wenigen Alkoholiker, der seine Sucht selbst finanziert und vermarktet. Die in seinem Suff regelmässig abgefeuerten Panik-Worthülsen treffen immer seltener ihr Ziel, haben glücklicherweise aber auch wenig Schaden angerichtet. Also, lasst den Mann weiterhin lallen oder nuscheln, er gehört zu der Gattung der Trinker die Gemütlichkeit (...keine Panik) vebreiten und nebenbei auch noch ab und zu kreativ tätig werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
promedico 14.01.2011, 14:17
15. ochnee!

Zitat von l.augenstein
Lindenberg wurde seine ganze Laufbahn lang musikalisch völlig überschätzt! Der ist mit seinen Malereien deutlich besser als musikalisch!
Über seine "Liköretten" kann man aber sicher streiten, hab mir die erst wieder in HH angesehen....naja....
Trotzdem ist er auf seine Art gut, man darf ihn halt auf keinen Fall ernst nehmen.
Und er ist ja jeden Sonntag im ersten Programm der ARD zu bester Sendezeit zu hören:
der Schlagzeuger in der Tatort-Titelmusik ist - Udo Lindenberg!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Izmir.Übül 14.01.2011, 14:27
16. .

Zitat von Der Markt
Lindenberg ist ein sehr guter Schlagzeuger (gewesen). Bevor er zum Mikrofon griff, hat er mit Doldinger Jazz-Rock gespielt. Ich mag Udo, es ist schön, daß so einer da ist. Er ist sich über all die Jahre treu geblieben und er ist wie er ist.
Udo Lindenberg war nie ein besonders guter Schlagzeuger, es sei denn, man nimmt Charlie Watts als Maßstab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schna´sel 14.01.2011, 14:27
17. schade Udo!

Zitat von sysop
Deutschland, einig Udo-Land? Das Lindenberg-Musical in Berlin ist ein musikalisch nicht ganz überzeugender Comic zur deutsch-deutschen Geschichte - der aber durchaus Laune machen kann. Um Udo Lindenberg geht es darin weniger, dafür spielt die "Bild"-Zeitung eine verdächtig wichtige Rolle.
Das Ganze kommt mir genau so verlogen vor, wie eine Produktion im "feuilletonistischen Zeitalter" nun mal sein muss, um wirklich zeitgemäß und erfolgreich zu sein.
Dazu trägt auch und vor allen Dingen die Widerwärtigkeit bei, dass Udo öffentlich mit Hesse kuschelt, sich auf ihn beruft und das er ihn gleichzeitig verrät, indem er sich so total vor den Karren des zynischsten aller Boulevardblätter spannen lässt.
Vielleicht kann man das ja in dem Moment erst verstehen, in dem man den Unterschied zwischen ihr da oben und wir da unten entweder vergessen hat oder ihn nicht mehr wahrnimmt, weil man schon längst einer von denen da oben geworden ist. Genau so abgewackelt und stumpf an nichts als persönlichem Erfolg interessiert. Ich weiß es wirklich nicht. Sind die alle so da oben?
Ich schätze Udo, für das was er bedeutet hat für die deutsche Popmusik. Und er hat ein tolles, authentisches Comeback gehabt mit seiner letzten CD/Tournee. Aber dieser Respekt führt nicht dazu, dass ich das was er jetzt macht auch nur ansatzweise gut finden würde. Im Gegenteil! Dem Vorbildcharakter den er haben könnte wird er, auch wieder im Gegensatz zu "SEINEM Hesse" in keinster Weise gerecht.
Schade Udo!

Hier noch ein Zitat aus Hesse´s letztem großen Roman, dem Glasperlenspiel:

"Für eine bürgerliche Epoche, in der das Individuelle mehr als die Gemeinschaft geschätzt und eine Flut verantwortungsloser Zeitungsartikel geschrieben wurde, prägte "Plinius Ziegenhalß" den Begriff "feuilletonistisches Zeitalter". Die Vernunft gebrauchten die Machthaber nur gelegentlich, und auch dann nur als Kampfmittel. In diesen gewalttätigen, kriegerischen Zeiten konnten die Menschen kaum noch ihre Angst vor Tod, Anarchie und Untergang verdrängen, zumal auch die Kirchen keinen wirkungsvollen Trost mehr spendeten. Um sich abzulenken, fuhren die Menschen Auto, spielten Karten oder lösten Kreuzworträtsel, aber das Bedürfnis nach Recht und Wahrheit, Vernunft, Ordnung und Neubeginn nahm ständig zu, bis das feuilletonistische Zeitalter überwunden wurde und die Freude an den exakten Wissenschaften neu erwachte. Damals gründete eine Gruppe verzweifelter Morgenlandfahrer den kastalischen Orden, der sich politischer und wirtschaftlicher Geschäfte enthielt, auf schöpferisches Künstlertum verzichtete und stattdessen die allumfassende Synthese von Kunst und Wissenschaft anstrebte."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
promedico 14.01.2011, 14:42
18. oh!

Zitat von Izmir.Übül
Udo Lindenberg war nie ein besonders guter Schlagzeuger, es sei denn, man nimmt Charlie Watts als Maßstab.
Toll, dass Sie das so beurteilen können!
Mal was von z.B. Passport gehört?
Wohl eher nicht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jüttemann 14.01.2011, 14:57
19. Jaja, der Udo ...

Zitat von Der Markt
Lindenberg ist ein sehr guter Schlagzeuger (gewesen). Bevor er zum Mikrofon griff, hat er mit Doldinger Jazz-Rock gespielt. Ich mag Udo, es ist schön, daß so einer da ist. Er ist sich über all die Jahre treu geblieben und er ist wie er ist.
Tja, treu geblieben ist er sich wirklich. In den 80ern versuchte er mit der peinlich-anbiedernden Sonderzug-Ode an Erich Honecker seine damals ins Stocken geratene Karriere wieder aufzupeppen; in den 90ern sprang er auf den "Rock gegen Rechts"-Zug auf und befürwortete in seinen Liedtexten ganz offen Gewalt gegen Skinheads ("Panic Panther"). Und jetzt ist er sich nicht einmal für die BILD zu schade.
Was kommt wohl als nächstes? "Alt-Rocker sucht Frau" oder Dschungelcamp?
Es sing(k)t für sie: Udo und das Niveau!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 4