Forum: Kultur
Linke Ratlosigkeit: Nachdenken abgeschafft
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Es gibt wieder Feinde, wir müssen kämpfen - aber Politik und Medien lassen sich seit einer ganzen Weile von rechts vor sich hertreiben. Was würde Marx dazu sagen?

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T.A.L. 2.0 06.05.2018, 17:43
1. Brüder zur Sonne...?

"Tradition der Linken ist, die stets der Sonne, der Zukunft zustrebte" - wie im 20. Jahrhundert in Russland, China, Kambodscha, usw.usf., und heute immer noch in Venezuela und anderswo? Es ist die große Lebenslüge der Linken, dass ihre Ideen in der Theorie immer progressiv, emanzipatorisch und demokratisch sind und diese Ideen nur leider in der Praxis schlecht ausgeführt wurden. Nein, die linken Diktaturen haben sich immer auch auf linke Vordenker berufen und dabei unzählige Menschenleben auf dem Gewissen. Wenn ich nun wieder lese: "Es gibt wieder Feinde, wir müssen kämpfen.", dann wird mir vor diesem historischen Hintergrund doch sehr unwohl!

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Wassup 06.05.2018, 17:57
2. Die linke im Nahen Osten vollständig ausgelöscht

Falls es die Linke in Deutschland noch nicht mitbekommen hat:
Fastzt überall im nahen Osten wurde die Linke vernichtet, ob das nun die linke in der Türkei ist, Saddam Husseins Baath Partei, oder sonst irgendeine säkulare linke Partei.

Die USA hat es geschafft, z.B. durch die Förderung der "Mudschahidin" in Afghanistan die russisch unterstütze LInke zu zerstören, indem religiöse Eiferer mit Waffen und Geld unterstützt wurden.

Wer Wind säht, erntet Sturm.

Der Westen hat die religiösen Eiferer gegen die Linke unterstützt oder zumindest die Unterstützer wie Erdogan gewähren lassen.

Nun ist die säkulare Linke auf dem geschlagen und der IS und andere reigiösen Eiferer auf dem Vormarsch.

Gratulation!

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diorder 06.05.2018, 17:57
3. Mal was von Sahrah Wagenknecht gelesen?

Und das Programm der Linken ? Über die Rechten wird jeden Tag geschrieben, aber die Linken nahezu nichts, weil die an die Wurzeln gehen, die schon Marx benannt hat : Die Aneignung des Mehrwerts, der steigende Anteil am Vermögen und die relativ daran soziale Verarmung. Kriege dafür zu führen....

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w.o. 06.05.2018, 17:59
4.

Sie haben Marx offensichtkich besser versatanden als viele orthodoxe "Linken" und viele links sein wollenden. Die Abschaffung der entfremdenden Arbeit (Ersatz durch Maschinen) gibt dem Menschen die Zeit. sich um Kultur und ähnliches zu kümmern..

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conocedor 06.05.2018, 17:59
5. Kein kraftvolles Kontra mehr gewöhnt?

Ohne die Sonne also, ohne die Zukunft wird es keine linke Antwort geben auf den revisionistischen Riesenstaubsauger der Rechten, mit dem sie diese Gesellschaft in eine scheußliche, enge, egoistische, fremdenfeindliche Vergangenheit verwandeln will, ein Angstland von Angstmenschen, die jubeln sollen und sich sicher fühlen, wenn vermummte Polizisten einen Mann festnehmen, um ihn doch nur nach Italien abzuschieben.

Es muss nicht nur um die von Diez bejammerte Kampfkraft der politischen Linken schlecht stehen, sondern auch um das linke Feuilleton.
Sonst würde er nicht solche hanebüchenen und herbeiphantasierten Untergangsszenarien zu Papier bringen. Fragt sich angesichts dessen, wer hier eigentlich hasserfüllt, ängstlich und voller Feindbilder ist.

Zum Vorwurf:
Die Rechten, das ist deutlich, haben den Vorteil, dass sie die Widersprüche der Gegenwart reduzieren können und klare Parolen formulieren: Deutschland den Deutschen etwa, heute etwas sarrazinesker verpackt.

sei für Herrn Diez noch ergänzt, dass solche Forderung kein Alleinstellungsmerkmal ominöser "Rechter", sondern auch in der linken, bunten, vielfältigen, diversen Ecke zu Hause ist, dort nur etwas gefälliger heißt und vorzugsweise dann angemahnt wird, wenn die Buntheit, Vielfalt und Diversity ins eigene Karree einzubrechen droht:

Die "lang gewachsene Kreuzberger Mischung erhalten"

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L_P 06.05.2018, 18:08
6. Alter Hut

Kreativ waren linke immer nur im Ersinnen von vermeintlich moralischen Gründen anderen ertwas wegzunehmen, sich an dem Raubgut satt zu fressen, die Reste unter Gelichgesinnten zu verteilen und alle anderen mit Überwachung und Umerziehungslagern zu schikanieren.

Die "Idee" von der internationalen Solidarität kann nicht funktionieren, solange es irgendwo eine Region gibt, die nicht mitmacht und Kapitalflucht ermutigt. Darum ist links entweder gleichbedeutend mit Utopie oder Krieg gegen alle, die nicht mitmachen wollen.

Von Utopie wird keiner satt und Krieg haben alle satt. Good bye left side!

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manitoba 06.05.2018, 18:16
7. Was würde Marx dazu sagen?

Man weiß es nicht.
Aber man könnte sich an dem orientieren, was er gesagt hat.
Da heißt es nämlich: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!
Es sagte nicht: Proletarier, vereinigt alle Länder.
Und schon gar nicht: Proletarier, vereinigt Euch in einem Land!

Wobei die Frage offen bleiben muß, ob die, die da seit 2013/2014 in großen Mengen über unsere Grenzen strömen, Proletariat im Marx'schen Sinne sind.

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deufin 06.05.2018, 18:16
8. Marx versetehen!

Das größte Problem was den Marxismus oder den Kommunismus angeht ist, daß alle immer versuchen seine wirtschaftlichen Ideen auf das ganze System über zu stülpen.
Wer das Kapital gelesen hat weiß jedoch, daß es Ihm ausschließlich um die Wirtschaft und die Gestaltung der Arbeit ging.

Grob gesagt führt Marx aus, daß der Kapitalismus nur eine weiterführung des Feudalismus ist, wo sich bis auf die Namen wenig geändert hat. Aus dem Feudalherren wurde der Arbeitgeber und aus dem Leibeigenen der Arbeitnehmer.

Mehr Demokratie ist die Lösung. Und zwar nicht nur in der Politik sondern eben auch am Arbeitsplatz. Arbeiterkooperative ist hier das Stichwort, um das alte Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufzulösen und alle an der Produktivität gleichmäßig zu beteiligen. Und hier sei gesagt, daß nicht alle Gleich gemacht werden, sondern nur, daß alle das gleiche Recht auf Mitbestimmung haben sollen. Gerade letzteres ist ein Punkt, den die meisten Linken nicht verstehen.
Viele Linke haben das Problem, daß sie nicht zwischen kulturellem Marxismus und wirtschaftlichem Marxismus unterscheiden können. Gestärkt wird dies durch die Postmodernisten, die Ihren Unfug seit den 60ern in die Universitäten tragen und dort seither ganze Generationen mit diesem Blödsinn indoktriniert haben.

Es geht nicht darum, daß im Ergebnis alle Gleich sind, sondern darum, daß alle die gleichen Chancen erhalten, und generell an den Gewinnen beteiligten werden, sofern sie dazu beitragen.

Und ja, die UdSSR oder China mögen vielleicht Marx und andere hier und da zitieren, aber Amrx würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, was da in seinem Namen alles getan wurde und wird.

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RalfHenrichs 06.05.2018, 18:17
9.

Zitat von T.A.L. 2.0
"Tradition der Linken ist, die stets der Sonne, der Zukunft zustrebte" - wie im 20. Jahrhundert in Russland, China, Kambodscha, usw.usf., und heute immer noch in Venezuela und anderswo? Es ist die große Lebenslüge der Linken, dass ihre Ideen in der Theorie immer progressiv, emanzipatorisch und demokratisch sind und diese Ideen nur leider in der Praxis schlecht ausgeführt wurden. Nein, die linken Diktaturen haben sich immer auch auf linke Vordenker berufen und dabei unzählige Menschenleben auf dem Gewissen. Wenn ich nun wieder lese: "Es gibt wieder Feinde, wir müssen kämpfen.", dann wird mir vor diesem historischen Hintergrund doch sehr unwohl!
Ach Gott! Sollen wir wirklich gegenüberstellen, wie viel Tote die Rechte oder die neoliberale Mitte im 20. Jahrhundert auf dem Gewissen haben? Beide jedenfalls deutlich mehr als die Linke. Entscheidend ist aber, dass ich keinen Linken kenne, der sich auf Russland, China, Kambodscha oder Venezuela beruft. Ich kenne aber viele Menschen der Mitte, die sich auf die USA (wenn auch nicht unbedingt auf Trump) berufen.
Zum Artikel: Eine verschenkte Chance. Hier hätte man mal die Ideen der Linken, die es ja gibt, benennen können. Sie werden kurz angeschnitten, aber nicht wirklich dargestellt. Und dann kann man sich wieder beklagen, dass diese nicht diskutiert werden.

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