Forum: Kultur
Linkenschelte : Rückwärts und viel vergessen
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Soll die SPD "unsere Heimat" gegen Migranten verteidigen? Und ist die Postmoderne schuld am Aufkommen "alternativer Fakten"? Eine Antwort auf die beiden letzten SPON-Kolumnen von Jakob Augstein und Christian Stöcker.

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GueMue 04.04.2017, 16:00
1. Sozialromantiker aller Welt

Vereinigt Euch - nur nicht hier. Ihr ruiniert mir meine Illusionen.

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gelbesvomei 04.04.2017, 16:07
2. Liebe Frau Skowski ...

Sie sollten es eigentlich besser wissen. Oder sollten ausgerechnet Sie in dieser winzigen Milieuinsel aufgewachsen sein, in der die von Herrn Augstein geschilderten Probleme nicht einmal bekannt sind?
So Leid es mir tut, Ich bin nahezu täglich von diesen Problemen betroffen und umgeben. Und eins weiß ich ganz sicher: Auch durch beharrlichstes Wegleugnen erledigen sich diese Probleme nicht von selbst.

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harry8 04.04.2017, 16:08
3. Gespannt

"...Gemeinsamkeiten zu sehen mit Menschen, die es einem schwierig machen."

Ich bin wirklich gespannt auf Ihre kommenden Kolumnen, Frau Stokowski. Wirklich gespannt.

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paulvernica 04.04.2017, 16:11
4. ideologische Scheuklappen

Wenn man die Welt nur in Ausbeuter und Ausgebeutete einteilt, dem fehlt halt die Einsicht dass es neben wirtschaftlichen Konflikten auch religiöse und kulturelle Konflikte geben kann.
Daher kann jede linke Weltinterpretation nur ins Chaos führen. Die Vergangenheit hat es gezeigt in der Form der Unterdrückung der Staaten im Ostblock. Frau Stokowski , mit polnischen Migrationshintergrund müsste eigentlich ein Lied darüber singen können.
Rechts ist genauso verheerend wie Links. Nur anders.

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Barath 04.04.2017, 16:15
5. Bravo!

Nach Stöckers Kommentar habe ich mich gefragt, wie ich als analytischer Philosoph und radikaler Linker denn in diese komische Denke passe.
Nur weil die postmodernen Philosophen Linke waren (wie FAST ALLE großen abendländischen Philosophen der letzten 100 Jahre) ist das doch nicht die Grundlage linken Denkens... und führt umgekehrt linkes Denken auch nicht zwangsläufig zur Postmoderne.
Wenn dann auch noch im Forum Menschen freimütig eingestehen, erst mit Lesen dieses Artikels erfahren zu haben, dass dieser "linke-Gender-Quatsch" auf so eine komische linke Philosophie gegründet ist, und sodann dazu schreiten diesen "Unfug" in zwei Absätzen zu widerlegen... da schämt man sich schon ein bisschen, dass man selbst nicht viel von Foucaults Arbeiten hält.
Wenn dann noch das besonders originelle Gegenargument kommt, nach linker Logik könnte all das ja schon deshalb nicht stimmen, weil es von weißen Männern kommt (Judith Butler lässt grüßen) verspürt man auch als Pazifist den Drang, durch den Computer-Monitor zu springen und den Leuten mit einem Gummi-Penis die Worte "Dunning-Kruger-Effekt" in die Stirn zu ritzen.
Jedenfalls Danke für ihre klaren und wohldurchdachten Widerworte. SO konnten diese beiden Kommentare nun wirklich nicht stehenbleiben...

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secret77 04.04.2017, 16:16
6.

1. Danke an SPON für diese "offene Debatte" unter euren Schreibern.
2. Ich fand die Ablehnung der doppelten Staatsbürgerschaft von Hr Augstein nachvollziehbar (und richtig),
aber was sonst kam, war, wie von Frau Stokowski so treffend beobachtet, einseitig und dazu recht merkwürdig.
denn,
3: Wir würden uns leichter tun, statt von links und rechts und Migrant und Ureinwohner zu sprechen im Jahr 2017
zu fragen: bist du bereit, zusammen, in Frieden und konstruktiv zu leben? Wobei "konstruktiv" sicher die komplexeste Anforderung hier ist. Wieviele Kinder willst du in die Welt setzen, wenn die Erde in 100 Jahren noch "funktionieren" soll? Wieviel willst du verdienen, wenn der soziale Freiden erhalten werden soll? etc etc etc

DAS wären die Fragen, über die wir reden müssen. All das Blabla von links und rechts und In- und Ausländer und die neue Diskussion, ob die Linken nicht doch an allem Schuld sind, das alles hält uns nur vom Lösungen finden ab. Sündenbock ausgedient...

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Bondurant 04.04.2017, 16:17
7. Wie meistens

weiß man nicht, was Stokowski eigentlich will außer dem üblichen
...was es heißt links zu sein, dann ist es die Forderung nach gleichen Rechten für alle, der Kampf gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit ...

Wahnsinnig originell. Das Problem, liebe Autorin, ist die Umsetzung solch' hehren Gedankengutes. In der Praxis. Und da hilft sowas
Natürlich darf man das Thema "Heimat" nicht der AfD überlassen, wenn mit Heimat einfach der Ort gemeint ist, an dem wir leben wollen. Aber wenn damit Nationalkitsch von der Sorte gemeint ist, dass hier irgendeine Idylle mit Hirsch bewahrt werden müsste vor einer diffus bedrohlichen Masse fremder Menschen, dann ist das eine eigenartig rückwärtsgewandte Haltung

überhaupt nicht, da es tiefes Unverständnis des Problems zeigt, fragen Sie im Zweifel einen sogenannten Deutschtürken. Es geht weder schlicht um den Ort, noch um "Nationalkitsch". Heimat ist nämlich - für viele, wenn auch keineswegs alle - ein idealisierter Ort, an dem man hängt, weil man glaubt, dort eigentlich zu Hause zu sein. Das heißt, die gedachte Existenz des Ideals ist logisch vor dem "Wollen" im Sinne eines erst noch Schaffens dieses Ortes einzuordnen - ein Gefühl eben. Nicht alle haben das Gefühl, diese sind aber deshalb nicht die besseren Menschen, was sie oft glauben. "Heimatlos" zu sein ist nichts Erstrebenswertes, sondern Schicksal. Es ist eine Art von Außenseitertum, das nur ganz wenige Menschen schätzen. Ich weiß das.

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spon_4_me 04.04.2017, 16:19
8. Ach, Margarete,

Ihre Entrüstung in allen Ehren. Aber ist diese Erwiderung nicht ein wenig zu sehr über Sie selbst? Es gibt Millionen von privaten Perspektiven, und was die Kollegen über "Migration" und "links" geschrieben haben, aus Sicht jeder dieser Perspektiven wahrscheinlich mal ein wenig mehr oder wenig zutreffend. Aber beide Kommentare haben bei mir einen Prozess des "Sich-mit-dem-Thema-neu-Beschäftigens" ausgelöst. Und ist das nicht Euer Job als Kolumnisten? Es tut mir persönlich leid, dass Sie so aufgebracht sind. Aber das Comes with the territory. Get over it, Maggy.

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larsmach 04.04.2017, 16:21
9. Ignoranz ist keine Tugend

Ignoranz ist keine Tugend - und, ja: Menschen sind keine "Probleme".
Was ist Wunsch, was ist Umstand? Auch Seehofer wünscht sich "Obergrenzen" - statt sich mit Realitäten und Problemlösungen zu beschäftigen. Wir wünschen uns eine Welt. Und draußen ist eine andere.
Probleme entstehen dort, wenn Menschen anderswo eine Kultur internalisiert haben, die unseren Werten (gesellschaftlicher Liberalismus, Gleichheit der Frau) gegenüberstehen. Solche Spannungen sind real, sie sind messbar, und sie erfordern unsere Aufmerksamkeit. Da sind Kulturen, die in diesen Fragen seit Tausenden Jahren nahezu unverändert zementiert sind: Von Generation zu Generation, als gesellschaftliche Selbstverständlichkeit.
Es wäre ignorant, diesen Sachverhalt schönreden zu wollen, sofern man die Mühlen der Rattenfänger nicht mit der Gießkanne begießen will.
Da wird über "doppelte Staatsbürgerschaften" diskutiert - obwohl erst die Zerrissenheit ihrer Träger zwischen Staaten mit sehr unterschiedlichen politischen Kulturen solche Einrichungen problematisch macht.

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