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Literarisches Seniorinnen-Porträt: BahnCard 100 gegen die Altersarmut
picture alliance/ Horst Ossinger

Die Rente ist knapp, die Wohnung gekündigt - da investiert eine ältere Dame in eine Netzkarte der Bahn. Wie so ein Leben aussehen könnte, hat sich Albrecht Selge in seinem neuen Roman "Fliegen" ausgedacht.

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raoul2 27.02.2019, 22:09
1. Als Literatur-Idee durchaus interessant -

aber muß es uns nicht sehr nachdenklich machen, wenn eine Seniorin das "Bahncard 100-Leben" wählen muß, um einen annähernd "menschlichen" Tagesablauf zu haben?

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merapi22 27.02.2019, 22:46
2. Leben wie zur Inter Rail Zeit

Jede Nacht im Sitzen schlafen, das habe ich je 1 Monat lang bei den 5 Inter Rail Reisen gemacht und es war sehr unbequem. Man war damals jung, aber der Rücken tat weh und man war über jede Nacht froh wo man auf den Boden im Liegen schlafen konnte.
Mit 65+ hat man wesentlich mehr Probleme mit den Rücken. Dazu noch 12 Monate so zu leben mit der Aussicht es für immer tun zu müssen, dies hällt man in der Realität nicht aus. Gut die Frau wäre sonnst obdachlos, aber bei der Minirente hat es bessere Optionen: Ausland von Bulgarien bis Thailand, wo man ein billiges Hotelzimmer um die 6 bis 10 Euro pro Nacht bekommt. Genau dies tun viele Rentner, man hat aber einen 90 jährigen gerade aus Thailand ausgewiesen, weil er keine 800.000 Bath Erspartes hatte, was für ein Jahresvisa neuerdings Bedingung ist. Die deutschsprachige Zeitschrift "Der Farang" brachte gerade diesen Fall und der 90 jährige hätte sein Leben nicht im Griff, so die Behörden, wenn er nicht mal 30.000 Euro mit 90 als Ersparnisse hätte!
Das Leben in der Bahn ist für ein Monat möglich, aber noch weniger ein Ausweg aus der Altersarmut und Obdachlosigkeit im kalten Deutschland!

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Rhinkiekerrees@gmail.com 27.02.2019, 22:54
3. so etwas gibt es

Ich habe in einem Zug mit einem Menschen geredet der den ganzen Tag nur Zug fährt weil er sich sonst nichts leisten kann. Er hat einen Schwerbehindertenschein

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jutta_weise 27.02.2019, 23:17
4. das richtige Leben also?

denn genau das gibt es schon seit geraumer Zeit, Tendenz steigend, allerdings in anderer Form, nämlich Alleinreisende in Wohnmobilen, nachdem sie alles aufgegeben haben, die Rente für die Miete nicht reicht und vom letzten Ersparten ein WoMo kauften. Die Vorteile, man hat ein Bett dabei, kann sein eigenes Essen kochen und dahin fahren, wohin die Schienen nicht reichen!

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max.schmitt 28.02.2019, 03:14
5. Märchenstunde

Die BC100 1. KLasse kostet als Einmalzahlung 7.435 Euro p.a. oder mtl. 689 Euro.

Ohne Sitzplatzreservierungen, Essen + Trinken ist in der Bahn oder anderweitig außer Haus teuer, irgendwo müssen auch Kleidung und Habseeligkeiten untergestellt werden. Nochmal 50-100 Euro Miete mtl., Eintritt in Bäder oder Bahnhofsduschen, pro Tag noch mal mind. ein 5er.

Märchenstunde.

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xtdrive 28.02.2019, 03:36
6.

Die Bahncard 100 will ich mir später als Rentner auch holen, aber dennoch ist es eine Schande, dass Rentner, welche Jahrzehnte lang in die Sozialkassen eingezahlt haben, sich keine Wohnung mehr leisten können. Hier ist die Politik gefragt, die Grundrente ist eine guter Ansatz.

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ulrics 28.02.2019, 05:16
7. Bahncard statt Miete?

Wenn man die Miete nicht schafft wird das mit der Bahncard sehr schwer. Schon die zweite Klasse kostet deutlich über 4000 Euro.

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so-long 28.02.2019, 07:10
8. Tatsachenroman

So eine (mehrere) Person gibt es tatsächlich. Diese erwirtschaftet die Netzkarte per Leerflaschenpfandsammlung.

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Theophanus 28.02.2019, 09:44
9. So ist es...

Zitat von max.schmitt
Die BC100 1. KLasse kostet als Einmalzahlung 7.435 Euro p.a. oder mtl. 689 Euro. Ohne Sitzplatzreservierungen, Essen + Trinken ist in der Bahn oder anderweitig außer Haus teuer, irgendwo müssen auch Kleidung und Habseeligkeiten untergestellt werden. Nochmal 50-100 Euro Miete mtl., Eintritt in Bäder oder Bahnhofsduschen, pro Tag noch mal mind. ein 5er. Märchenstunde.
...ein Leben in der Bahn ist ein Luxusleben, zumindestens beim Preis. Selbst die erste Klasse ist manchmal überfüllt und man muss stehen. Die Sitze sind maximal unbequem und spätestens nach zwei Stunden kann man darauf nicht mehr sitzen. Liegemöglichkeiten wie früher gibt es auch nicht mehr. Ergo teuer, unbequem und es gäbe deutlich bessere Alternativen.

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