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Literarisches Seniorinnen-Porträt: BahnCard 100 gegen die Altersarmut
picture alliance/ Horst Ossinger

Die Rente ist knapp, die Wohnung gekündigt - da investiert eine ältere Dame in eine Netzkarte der Bahn. Wie so ein Leben aussehen könnte, hat sich Albrecht Selge in seinem neuen Roman "Fliegen" ausgedacht.

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Greenowl 28.02.2019, 10:20
10.

Zitat von max.schmitt
Die BC100 1. KLasse kostet als Einmalzahlung 7.435 Euro p.a. oder mtl. 689 Euro. Ohne Sitzplatzreservierungen, Essen + Trinken ist in der Bahn oder anderweitig außer Haus teuer, irgendwo müssen auch Kleidung und Habseeligkeiten untergestellt werden. Nochmal 50-100 Euro Miete mtl., Eintritt in Bäder oder Bahnhofsduschen, pro Tag noch mal mind. ein 5er. Märchenstunde.
Dem schließe ich mich an (auch 2. Klasse ist immer noch teuer genug). Generell mag ich es nicht so sehr, wenn Literatur sozialkritisch sein soll, dabei aber unrealistisch wird. Zumindest hätte der Autor das Ganze mal selbst ein paar Monate lang testen müssen... Wäre spannend gewesen, mit welchen Problemen und Unpässlichkeiten er dann zu kämpfen gehabt und darüber berichtet hätte. (Im Artikel steht nicht, ob und wenn ja, wie lange er das getan hat.)

Noch ein paar Einwände: Wäsche waschen kommt auch noch dazu. Außerdem ist man auch mal krank - gerade als alter Mensch - und was dann?

Ja, ich weiß, es ist nur eine erfundene Geschichte, aber ein wenig mehr Glaubwürdigkeit gefiele mir doch besser.

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lobro 28.02.2019, 11:01
11.

Zitat von max.schmitt
Ohne Sitzplatzreservierungen, Essen + Trinken ist in der Bahn oder anderweitig außer Haus teuer, irgendwo müssen auch Kleidung und Habseeligkeiten untergestellt werden. Nochmal 50-100 Euro Miete mtl., Eintritt in Bäder oder Bahnhofsduschen, pro Tag noch mal mind. ein 5er. Märchenstunde.
Die Idee mit der Bahncard 100 ist nicht neu. Davon habe ich schon im Buch "Der Teufel steckt im ICE" von Juliane Zimmermann gelesen was angeblich auf eigenen Erfahrungen als Zugbegleiterin beruht. Was die Nebenkosten wie Sitzplatzreservierungen, Essen und Trinken oder Habseligkeiten unterbringen betrifft: Sitzplatzreservierungen sind in Nachtzügen selten nötig, Essen und Trinken wird nicht im Bordbistro eingenommen sondern hat man als Obdachloser ebenso wie sämtliche Habseligkeiten immer dabei und das Schlafen im warmen ICE ist allemal besser als unter irgendeiner Brücke in der Stadt.

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susanneuser 28.02.2019, 11:39
12. Sten Nadolny

Hier hätte ich mir auch einen Hinweis auf das schon ältere Buch "Netzkarte" von Sten Nadolny gewünscht, der dasselbe Thema behandelt.

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