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Literaturnobelpreis-Trägerin Alexijewitsch: "In jedem Russen sitzt ein kleiner Putin"
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Die Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch spürt dem Erbe der Sowjetunion in Osteuropa nach und erklärt das Scheitern der Demokratie in Russland und Weißrussland. Porträt über eine Frau, die viele Fragen hat.

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allesamt 08.10.2015, 18:18
1. Politisch motiviert?

Swetlana Alexijewitsch hat nicht nur Fragen, sondern gibt vor allem viele Antworten, die allesamt einen negativen Eindruck von "den Russen" liefern. Ich kann Frau Alexijewitsch nicht wegen ihrer schriftstellerischen Qualitäten beurteilen, aber sie kann aufgrund der mir bekannten Inhalte hauptsächlich als "Russenkritikerin" oder "Russenhasserin" bezeichnet werden. Wenn eine Schriftstellerin kritisch schreibt und damit etwas anregt oder sogar verändert, dann hätte sie meinen höchsten Respekt. Aber wenn die Preisvergabe hauptsächlich politisch motiviert ist und nur ein gefundenes Fressen für Journalisten wie Bidder ist, der nur Themen sucht, die Russland schaden, dann ist das die allerschlechteste Kategorie von Literatur.

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allonsenfants 08.10.2015, 18:24
2.

Die Schriftstellerin ist mir bisher unbekannt geblieben. Wenn ich den Beitrag lese, dann habe ich erhebliche Zweifel, ob der Nobelpreis ausschließlich nach literarischen Kriterien und Fähigkeiten erteilt wurde. Da könnte ich schon den Eindruck gewinnen, dass in diesem Fall nach politischen Tendenzen entschieden wurde.
Das würde übrigens auch gut zur gegenwärtigen Sanktionspolitik passen!
Da fällt mir ein, dass zurückliegend ein Staatspräsident sogar einen Friedensnobelpreis erhielt, obwohl er damals und auch später für den Frieden absolut nichts geleistet hat - im Gegenteil!

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gruenerfg 08.10.2015, 18:25
3. Seltsam

Wie kann man einem Menschen, der solche Sätze sagt, irgendeinen Preis geben statt sich für ihn zu schämen und totzuschweigen?

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jws1 08.10.2015, 18:29
4.

Für Obama den Friedensnobelpreis und für Swetlana Alexijewitsch den Literaturnobelpreis. Das passt. Da kann sich jeder eine eigene Vorstellung vom Maß der politischen Unabhängigkeit des Nobelpreis Kommitees machen. Schade, dass das alles so den Bach runtergeht.

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Glasperlenspiel 08.10.2015, 18:32
5. Bei solchen

... wie dem Literatur-Nobelpreis und dem Friedens-Nobelpreis hat es eine politische Zielstellung der Preisvergabe immer wieder gegeben, und in den vergangenen Jahren fast nur.

Doch was erreicht man damit?

Was die Literatur betrifft - die Menschen werden so kaum ein Buch mehr lesen.

Und die Kenner fragen sich, warum ausgewiesene "Großschriftsteller" (z.B. eine Reihe von Amerikanern) den Nobelpreis für Literatur nie bekommen.

Warum? - Darum ... Man kann eben nicht alles haben.

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amater 08.10.2015, 18:37
6. Das ist kein Nadelstich

gegen Putin. Das ist eine Bankrotterklärung des Nobelpreiskomitees, das sich politisch auf nahezu lächerliche Weise instrumentalisieren lässt. Armer, gleichgeschalteter Westen!

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archivdoktor 08.10.2015, 18:40
7. Warum

Zitat von allonsenfants
Die Schriftstellerin ist mir bisher unbekannt geblieben.
Wenn Sie nicht mal die grösste weissrussische Schriftstellerin kennen - warum posten Sie dann zu diesem Thema?

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flo_bargfeld 08.10.2015, 18:41
8. Befremdliche Pauschalisierungen

Ich habe Frau Alexijewitschs Band "Secondhand-Zeit" gelesen und fand, dass durch die Montage zahlreicher Interviews ein sehr differenziertes, facettenreiches Bild russischer, weissrussischer, ukrainischer usw. Persönlichkeiten entsteht. Umso mehr erstaunt mich, dass Frau Alexijewitsch sich im obigen Bericht in Pauschalaussagen wie "In jedem Russen sitzt ein kleiner Putin" ergeht. Für bestimmte russische Bevölkerungsgruppen (Beamte, Rentner) mag das mehrheitlich zutreffen, aber mir sind persönlich auch zahlreiche global mobile, eher junge und besserverdienende Russen bekannt, die deutlich putinkritisch sind und sich gerade nicht als "kleine Putins" verstehen würden.

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bescheiden1 08.10.2015, 18:42
9. Idealismus

Zitat von stefano.fereri
Die "Gefährlichkeit" des "sowjetischen Menschen" ist eine starke Beobachtung, ein starkes Bild. Wir erleben diesen Sowjetmenschen hier im Westen in unseren Online-Foren, in denen unverhohlen und unverdrossen für einen russischen Führer gehetzt wird, der nicht einmal vor der Giftgaserei Assads zurückschreckt und stattdessen dessen Regime stützt. Man hätte sich einen Diktator, der einen Ukrainefeldzug beginnt, um sein Reich gegen die Gefahr der Demokratisierung abzusichern und der diesen Krieg nun gegen die Feinde seiner Giftgasfreunde fortsetzt, man hätte die Propaganda für diesen Diktator nach 1945 nicht mehr für möglich gehalten. Ich glaube, Swetlana Alexijewitsch hat Recht, wenn sie diagnostiziert, dass nach 98 Jahren Gulag- und Putinfaschismus zivilisatorische Werte in Russland nicht sonderlich "schick" sein können.
und Sachlichkeit gehen nie Hand in Hand, siehe Posting von oben.
Und wenn man alles vorgekaut bekommt braucht man nicht denken.
Auch der Vorjahressieger des Grand Prix der Eurovision hatte mit Musik nichts zu tun, genauso wie Drohnenkrieg mit dem Friedens Nobelpreis.
Man muss sich nur merken wer die Guten und wer die Schlechten sind, bei Vergesslichkeit unterstützt uns ARD und ZDF sowie die ach so freie Presse in der Demokratie in Zeiten mit hauptsächlich freien Mitarbeitern in der freien geschriebenen Presse.
and may god bless

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