Forum: Kultur
"Lost" - reif für die Insel?

Finale im großen Rätsel-Drama "Lost": In den USA läuft jetzt die letzte Staffel der großen Insel-Serie. Spekulieren Sie mit: Werden alle Mysterien gelöst?

Seite 94 von 95
Jupp Koschkoweit 20.12.2010, 20:02
930. Wer bestimmt das Schicksal?

Zitat von DJ Doena
Das mit dem Leuchtturm und der Höhle war keine Erklärung, sondern ein "Ass Pull". Selbst wenn die Nummern schon immer für die 6 Kandidaten standen, warum konnte man damit im Lotto gewinnen und warum musste Desmond die Nummern in den Computer eingeben, lange bevor Oceanic 815 auf der Insel abgestürzt ist. Nicht immer ist eine Antwort auch eine Antwort.
Für mich sind die Zahlen nicht das wichtigste unbeantwortete Rätsel in Lost, sondern die Frage, wer hier Schicksal spielt. Ich habe noch nie einen Film gesehen, in der das Schicksal so sehr die Geschehnisse bestimmt. Die Frage ist nur, wer lenkt dieses Schicksal, Jacob, die Insel oder irgendeine höhere Macht? Es kann ja kein Zufall sein, dass Hurley ausgerechnet mit den mysteriösen Zahlen gewinnt, oder dass alle Kandidaten gemeinsam in die Oceanic 815 steigen, die so scheinbar zufällig vom Kurs abkommt und über der Insel abstürzt, bei dem ca. 70-80 Menschen auf wundersame Weise fast unverletzt bleiben. Hurley benutzte die mystriösen Zahlen, die ihm den Lottogewinn, dann nach Australien, in das Flugzeug und auf die Insel brachte. Da es das Schicksal so wollte, hätte Hurley mit jeder Zahlenreihe gewinnen können. Aber das Schicksal, d.h. der der es lenkt, mochte nun mal eine bestimmte Zahlenreihe.

Beitrag melden
gisu 07.01.2011, 13:56
931. Meine eigene Interpretation

Worauf es eben ankommt, kenne keine Mystery Serie die dem Zuschauer beim Finale alle Antworten auf die Fragen der Vergangenheit liefert. Es wird nicht einmal der Sinn als solches Erklärt. Der liegt im Auge des jeweiligen Betrachters.
Meine Interpretation geht dahin, das der Flugzeugabsturz das war was wir als Realität ansehen. Das Flugzeug ist Abgestürzt und keiner hat überlebt. Die meisten Passagiere sind als Seelen auf der Insel gelandet, einige eben nicht die sind schon ein paar Schritte weiter gegangen.

Die Insel ist der Vorraum zu Kirche die den Übergang zum licht bietet, jeder der Stirbt kann auf der Insel landen um sich selbst ins Reine zu bringen um reif zu sein für das Licht.

So gesehen macht es eben auch Sinn das dort andere "Seelen" auftauchen die nicht im Flugzeug waren, sie sind dort gelandet ohne zu wissen das sie in der Realität nicht mehr existent sind. Einige wollten das Mysterium der Insel erkunden, andere wollten nur davon weg, andere wiederum erkannten die Insel als Refugium an.

Wie lange der Prozess dauert, bleibt jedem selbst überlassen, bei den Lostis dauerte es nur ein paar "Jahre", bei anderen vielleicht Jahrhunderte - wobei Zeit dort einfach relativ ist.

Wer weis vielleicht gibt es ein ganzes Metauniversum an Inseln.

Lost ist im großen und ganzen eine Abhandlung über das Sterben und die große Frage was kommt dann. Es ging einen anderen weg wie bereits existierende Werke oder Filme, wo die verstorbenen Protagonisten auf der echten Welt herumgeistern und dort die Lebenden lenken wollen. In Lost waren sie auf der Insel, weit weg vom Reich der Lebenden.

Ich fand das Ende damit angenehmer als eine absolut wirre SciFi Verstrickung mit Auserirdischen, Supercomputern oder Virituellen Realitäten aus der Matrix.
Seinen Sinn mag sich jeder selbst aus dem Ende ziehen.

Ich persönlich glaube weder an die Vorstufe zum licht noch an ein Leben nach dem Tod, wenn der letzte Atemzug vorüber geht ist das Licht eben aus. Es gibt keine unsterbliche Seele, es gibt nur die Erinnerung an die sich die noch lebenden klammern können.

Beitrag melden
Jupp Koschkoweit 08.01.2011, 16:53
932.

Zitat von gisu
Die meisten Passagiere sind als Seelen auf der Insel gelandet, einige eben nicht die sind schon ein paar Schritte weiter gegangen...Einige wollten das Mysterium der Insel erkunden, andere wollten nur davon weg, andere wiederum erkannten die Insel als Refugium an...
Die Interpretation, nach der Alle beim Flugzeugabsturz gestorben sind, scheint sich ja hartnäckig zu halten. Die Insel als Refugium für tote Seelen sozusagen. Wie kann es dann aber sein, dass der ein oder andere beim Absturz umgekommene Lostie plötzlich nochmal stirbt (z.B. Jin, Sun, John, Charlie, Shannon, Boone)? Wie kann es dann sein, dass der ein oder andere verstorbene Lostie von der Insel gerettet wird und nach Hause zurückkehrt? Ist das dann ein Besuch der Toten bei den lebenden Verwanden? Und Jacob betraut die innerlich gereinigten Losties vermutlich mit der Aufgabe, die Insel zu bewachen, ohne ihnen natürlich zu verraten, dass sie schon Tod sind, wofür er verantwortlich ist. Und welchen Sinn macht dann die Parallelhandlung in der 6. Staffel? Ist das dann ein alternatives Totenreich zu der Insel? Also inhaltlich logisch und mit der Handlung vereinbar ist diese Interpretation keineswegs.
Wenn es auch scheinbar nicht für Jeden verständlich war, so war die komplette Handlung auf der Insel tatsächlich real, während sich lediglich die Parallelhandlung der letzten Staffel (Flash-Sideways) im Jenseits abspielte, wo sich die Protagonisten irgendwann in Flashbacks ihrem verdrängten realen Leben auf der Insel bewußt wurden. Das ergibt sich eindeutig aus der letzten Folge, in der Christian Shephard vor dem leeren Sarg seinen Sohn Jack über alles aufklärt. Er sagt, dass alles was Jack je widerfahren ist, echt war. Christian sagt seinem Sohn zwar, dass nun alle tot sind, aber eben nicht(!), dass sie alle durch den Flugzeugabsturz umgekommen sind, sondern dass die einen vor Jack, und andere lange nach ihm gestorben sind. Somit gab es also keinen gemeinsamen und gleichzeitigen Tod der Losties durch den Absturz der Oceanic 815.
Diese ganze Fehlinterpretation dürfte wohl hauptsächlich mit der letzten Szene zusammenhängen, als Jack an der gleichen Stelle im Bambuswald zusammenbricht, an der er Jahre zuvor nach dem Absturz aufgewacht war. Das ist allerdings nichts als ein filmeigenes Stilelement, mit dem ein Bezug zum Anfang der Serie geschlagen wird (ein ähnlicher Bogen wird im „Königreich der Himmel“ geschlagen, wo am Filmanfang und Filmende die Kreuzritter an einem einsamen Grab am Wegesrand vorbei reiten). In LOST sieht Jack in der letzten Szene also tatsächlich, wie über ihm im Flugzeug Kate, Sawyer, Claire, Miles und Richard endlich der Insel entkommen.
Auch wenn Jack von Kate zur Kirche, dem Sammlungsort der Losties, gebracht wird, so heißt das nicht, dass Kate nicht lange nach Jack gestorben ist. Denn wie Christian Shephard ebenfalls sagt, gibt es hier, wo sie sich jetzt befinden, kein Hier und Jetzt. Jack ist erst durch die Unterhaltung mit seinem Vater bereit weiter zu gehen, während sich die anderen Losties schon längst in der Kirche versammelt haben. Erst als auch Jack eingetroffen ist, kann Christian Shephard die Pforte öffnen, durch die sie weitergehen können, wohin das auch immer sein wird.

P.S.: Als Interpretationshilfe empfehle ich hierzu Lostpedia (http://de.lostpedia.wikia.com/wiki/Das_Ende,_Teil_2)

Beitrag melden
IsArenas 28.01.2011, 22:59
933.

Zitat von lassehoffe
Die allgemeinde Ratlosigkeit hier und der verzweifelte Versuch, das ganze durch immer abstruser werdende Theorien zu erklären, lässt doch nur einen Schluss zu: Die Autoren haben sich total verzettelt, dann versucht, durch nebulöse Andeutungen neue Spuren zu legen und am Ende wird es sein wie am Ende der ersten Staffel: Eine Luke geht auf und alles ist....schwarz.

So ist es. Ich denke, dass "LOST" der groesste Quatsch der Fernsehgeschichte ist - lost eben;-)

Aber die Tatsache, dass kaum jemand etwas verstanden hat, wird den DVD-Verkauf schoen ankurbeln.

Beitrag melden
IsArenas 28.01.2011, 23:21
934.

Zitat von markus303
Für Björn Borg hier ein Zitat von Damon Lindelof zur Serie: "The one thing that Carlton and I are steadfast on saying over and over again, and that we're not lying about is that the show is not all a dream(...)." (...) Ich persönlich bin in einem Maße entsetzt über die sechste Staffel, dass mir fast die Worte fehlen. Ich habe von Anfang an befürchtet, dass das Ende komplett vergeigt wird - (...).
Wenn das Ende "komplett vergeigt" ist, wieso sollte man da eigentlich so viel auf das Zitat geben? Ich finde Björn Borgs Interpretation gar nicht so abwegig, und ein Widerspruch zu Lindelofs Aussage ist das doch auch nicht: dass alle tot sind, ist eben Realtaet und kein Traum;-)

Kurios, wie hier die Leute meinen, die Serie wirklich erklaeren zu koennen, bleiben doch die meisten Fragen am Ende offen, was weniger auf Mysterien deutet, sondern schlicht darauf, dass sich die Autoren selbst verrannt haben. Ein wirkliche Mysterie zeichnet sich dadurch aus, dass ein Raetsel bleibt, aber eben nicht dadurch, dass gar nix zusammenpasst.r

Beitrag melden
Bowserjock 11.02.2011, 19:39
935. Das Ende von Lost ...

... ist einfach großartig und inspirierend. Es regt an, über den Sinn des Lebens und das Universum nachzudenken. Selten so ein großartiges Ende gesehen.

Beitrag melden
erkelenzer 27.02.2011, 00:16
936. When the music's over - turn off the light.

So, mit etwas Verspätung habe ich es heute auch geschafft! Staffel 5 und 6 habe ich etwas schleifen lassen, war nicht leicht zum Ende wieder reinzukommen in den Stoff...
Für den heutigen Tag habe ich mir auch den Spiegel-Artikel zum Finale aufgehoben und den, zu den (nicht) gelösten Rätseln.

Bin auch einigermaßen geschockt über die vielen losen Enden, insbesondere das Schicksal von Walt, die Nummern-Kombi (die besten Folgen waren für mich immer Desmond im "Hatch", und jetzt das!!). Und was ist mit den ganzen anderen armen Seelen im Flugzeug, die keine Hauptrolle abbekommen haben? Gab es für die auch eine nette Parallelwelt? Die Dharma Initiative und deren unbekannte Ziele (was für ein Aufwand!!) haben mich stets fasziniert, am Ende steht der Professor, den wir auf den vielen Super-8 Filmen lieben gelernt haben, in der Parallelwelt als Museumsleiter auf einer Bühne und kündigt die Rockband Drive Shaft an, während sein Sohn auf der Insel, Miles, als Polizist zusammenhangslos vor der Veranstaltung ermittelt :-(

Es bleibt der schale Nachgeschmack, rund 80 Stunden Lebenszeit mit Lost-Folgen verschwendet zu haben.
Naja, wenigstens durfte JJ Abrams durch seinen Erfolg mit "Lost" das neue grandiose "Star Trek" Prequel drehen...

Das Ende von "Lost" war übrigens emotional gesehen kein Vergleich zum Finale der Top-Serie "Six Feet Under", das einem ebenfalls unter Zuhilfenahme des Stilmittels "Flash-Forward" auf bewegende Art und Weise vor Augen geführt hat, wie schnell eine lang erzählte Geschichte zu Ende sein oder wie viel das Leben noch für uns bereithalten kann.

Beitrag melden
flowpower22 07.03.2011, 17:51
937. von wegen

Zitat von sysop
Finale im großen Rätsel-Drama "Lost": In den USA läuft jetzt die letzte Staffel der großen Insel-Serie. Spekulieren Sie mit: Werden alle Mysterien gelöst?
Hahahaha, ja eines wird gelöst! Die Bedeutung des Titels.

Beitrag melden
silverspirit101 30.12.2011, 13:52
938. ...einfach nur brilliant

finde ich in der Nachbetrachtung die Serie, viele Mysterien wurden aufgedeckt und auch das Ende ist ganz passabel gelungen.
Natürlich gibt es einige Sachen die vielleicht beantwortet aber noch lange nicht in der Gänze geklärt sind, allerdings liegt das auch in der Natur einer Mistery Serie wie Lost.
Mit den eingeführten Seitwärtsblenden in der 6ten Staffel konnte ich nicht sehr viel anfangen, ich dachte zunächst es zeigt die alternative Realität wie es gewesen wären wenn 0815 nicht abgestürzt wäre, nun habe ich eine modifizierte Theorie.
Die Seitwärtsblenden sind in der Tat eine alternative Realität, in der die Handlung gezeigt wird ab dem 0815 Flug, die Handlung dort hätte auch schon früher starten können. Als am Ende der 5ten Staffel die Schwan Station in die Luft flog hatte es zunächst den Anschein es hätte nicht geklappt, tat es aber doch (Juliet) und es gab einen Zeitsprung. Die Alternative Realität zeigt nun was ohne den 0815 Absturz passiert wäre. Jack hat seine Blinddarmoperation mit 8 Jahren, erinnert sich nicht und merkt dies und fragt seine Mutter während der Leuchtturm Folge. Dies fand meines Erachtens etwa zu der Zeit statt wo Jack die Operation auf der Insel hatte. (4te Staffel, Daher die Erinnerung)
Viel Später, kurz vor Jacks Tot auf der Insel bekommt er eine blutende Wunde am Hals die er sich nicht so recht erklären kann. Diese hat er vom zeitgleich auf der Insel stattfindenden (!) Kampf mit Lock als Men in Black.
Will sagen, an der Figur Jack erkennt man den zeitlichen Rahmen wann die alternative parallele Realität spielt. Als sie nach und nach erkennen, dass diese nicht real ist führt dies für alle Beteiligten zum Treffen in der Kirche und die Zeit wird relativ, da sich vor und nach Jack sterbende Charaktäre treffen.

Beitrag melden
chairman_meow 11.04.2012, 11:22
939.

Hier von Rätseln zu sprechen, ist m.E. verfehlt. Ein Rätsel kann gelöst werden, bei Lost sind sie es aber nicht. Der Grund, weiterzuschauen: dass man hingehalten wird, und dass ab und zu die Handlung ganz gut gemacht ist. Wobei ich die Handlung vom Inhalt abgrenzen würde, der im Großen und Ganzen nicht existiert.

Beitrag melden
Seite 94 von 95
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!