Forum: Kultur
LSD-Doku "The Substance": Explosion im Kopf
Mindjazz

Von der Psychiatrie über die Geheimdienste bis zur Gegenkultur: Die Entdeckung und Anwendung der Bewusstseinsdroge LSD war so bizarr wie ihre Wirkung. Die Doku "The Substance" will nun "den schrägsten Exportartikel der Schweiz" rehabilitieren.

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Promethium 18.05.2012, 22:00
60.

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Heissa. Wir nehmen sämtlichen Jägern und Schiessbrüdern die Kanonen weg, saufen können die nämlich auch und das exzessiv...
Die alten Klischees! In Wirklichkeit ist das Gesetz da sehr streng. Wer wegen Alkohol auffällt, ist seine Waffen los.

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Sie stehen völlig ahnungslos vor der Materie ...
Nein, Sie haben keine Ahnung von den aktuellen Gesetzen! Bei Leuten die Waffen haben, gibt es sogar verdachtsunabhängig und unangemeldet Kontrollen in der Wohnung!
Wie würde Ihnen das bei sich zu Hause gefallen?

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Weils hat so schön einfach ist, keine Waffen für die Durchgeknallten. Wieviele Leute vergnügen sich im Land mit LSD und marodieren dabei? Wieviele schütten sich mit Alkohol zu und verprügeln dann ihre Frau oder das unbekannte Gesicht im Stadion neben sich?
Wer marodiert oder sich prügelt ist seine Waffen ebenfalls los. Und das sogar in so geringfügigen Fällen, bei denen es nicht mal zu einer Anzeige kam. Ein Streit unter Eheleuten reicht oft auch schon, wenn die Polizei das mitbekommt. Es reicht sogar schon wenn die Ehefrau sagt das Sie sich bedroht fühlt und die Waffen sind weg. Besitzer von legalen Waffen sind meist vorbildliche Ehepartner.

Zitat von Gertrud Stamm-Holz
Wie leicht ist es einen Waffenschein zu kriegen?
Versuchen Sie es mal! Sie werden sich wundern.

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Jojas 21.05.2012, 04:26
61.

Bei meinem bisher einzigen LSD-Trip habe mich nach Eintreten der Wirkung zurückgezogen und sorgfältig dokumentiert, was mir so alles durch den Kopf geht. Ich betone sorgfältig, weil ich ansonsten kein sonderlich sorgfältiger Mensch bin. Auch meine Handschrift war anders. Im Gegensatz zu meiner normalen eher dahingeschluderten, leicht länglichen Schrift, waren die Buchstaben sehr präzise, klein und rund. Fast jeden Buchstaben schien ich in eine Kreisform pressen zu wollen.
Nachdem ich gefühlte zwei Stunden geschrieben hatte und es dabei immerhin auf eine halbe Seite brachte, kehrte ich voller Stolz über das vollbrachte Werk zu meinen Bekannten zurück.

Am nächsten Tag konnte ich feststellen, daß mein unter LSD-Einfluß enstandener Eindruck der sprachlichen Präzision nicht nur zutreffend war, sondern daß mein Text sehr komprimiert und aufs Nötigste reduziert zu sein schien. Der Inhalt war - im nüchternen Zustand - leider lächerlich banal.

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invictus 26.07.2013, 12:37
62. Nicht unterschätzen!

Vor zig Jahren, in meiner Jugend, kamen so genannte Freunde zu mir, die mich zum Rauchen einer "Blubber" animierten. Angeblich mit Hasch. Ich war noch nie Drogen-Konsument, hatte aber schon mal vorher an einem Joint auf einer Party gezogen. Komischer Geschmack im Mund, Schwindel, leichte Übelkeit. Sonst keine Effekte. Im weitesten Sinne mit einem Alkoholrausch vergleichbar, wenigstens teilweise.
Nun waren die Effekte aber ganz anders:
Ich merkte eine extreme Herzfrequenz und fragte mich dauernd, ob ich mir das einbilde oder ob es echt ist, während meine "Freunde" über meine Panik-Reaktionen lachten. Ich dachte wirklich, ich bekomme jeden Moment einen Herzinfarkt.
Danach konnte ich nicht mehr richtig atmen, Beklemmungen, dann versagten meine Knie und zuletzt hatte ich das Gefühl unbedingt aus meinem Körper ausbrechen zu wollen. Wie bei Alkohol dachte ich, ich stecke mir im Bad über der Schüssel gebeugt einfach die Hand in den Rachen und bin das Zeug irgendwie los. Irrtum, ich hatte nichts geschluckt, sondern geraucht, nichts ausser Galle kam heraus. Es ging mir sehr schlecht, ich geriet in Panik.
Nachdem ich irgendwann endlich in einen seligen Schlaf fiel, aus dem ich nach gefühlten 100 Jahren erwacht bin (es waren wohl ein bis zwei Stunden), hatte ich einen geradezu glasklaren Kopf und kam mir regelrecht weise vor, in Frieden mit allem und jedem. Ausserdem setzten Haluzination ein, bei denen mir sofort bewusst war, dass dies nicht echt sein könne. Aber nur durch Wissen, denn sie sahen unglaublich echt aus. Ich sah exakte geometrische Figuren, Würfel, Oktaeder, Pyramiden, Zylinder, die in greifbarer Nähe vor meinen Augen schwebten und sich dabei langsam um einen gemeinsamen Mittelpunkt irgendwo in der Luft zwischen ihnen drehten. Sie waren kristallin und beinahe völlig transparent. An ihren Kanten schillerten sie dezent in allen Farben des Regenbogens. Wenn sie sich sanft berührten, gab es einen Ton, als wenn man hauchzart eine Triangel in einer riesigen Kathedrale mit einem Metallstab berührt. In geradezu kindlicher Faszination griff ich nach ihnen, wie ein Baby nach dem Rasselspielzeug, das quer über sein Bettchen über ihm gespannt ist - und griff dabei ins Leere. Dabei fühlte ich eine unsagbare Enttäuschung, fühlte mich von meinem Tastsinn verraten, wollte unbedingt diese abstrakten Schönheiten berühren. Erneut schlief ich ein und wachte völlig erschöpft mit einem dumpfen Gefühl auf, als ob ich mit einem Zug kollidiert wäre.
Meine "Freunde" teilten mir lachend mit, sie hätten mich "verallbert" - es hätte sich um Opium gehandelt!
Erste Aktion: ich schmiss meine "Freunde" raus, aus meinem Zimmer und meinem Leben.
Zweite Aktion: ich speicherte mir im Kopf ab, dass ich so etwas nie wieder erleben möchte. Zugegeben, die geometrische Haluzination gehörte zu den schönsten Dingen, die ich je gesehen (und gehört) habe. Aber der Preis war mir viel zu hoch.
Ich kann jedem nur von Drogen abraten. Und solchen "Freunden"...

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